Jedem, der fragt, erzähle ich auch, welche Tiere ich habe. Natürlich binde ich es nicht jedem beim zweiten Satz auf die Nase, aber das würde ich genau so wenig machen, wenn es ein Hund, oder Kaninchen wäre. Wenn jemand fragt, ob/was für Tiere ich habe, oder wenn es sich im Gespräch ergibt, dann sage ich es ihnen natürlich.
Es ist jedoch traurig, wieviele Leute noch Vorurteile gegen diese Tiere haben. Deshalb finde ich solche Artikel, wie letztens in der Bild (
https://www.tierforum.de/t44056-achtung-seltener-und-unheimlicher-genmutant.html) auch so schlimm, weil dadurch diese Vorurteile nur noch verstärkt werden.
"Warum kaufst du dir keine echten Tiere?", "Warum holt man sich solches Ungeziefer ins Haus?", oder "Die übertragen doch Krankheiten", sind da noch die harmloseren Sprüche, die man hier und dort so hört.
Erstaunlich ist jedoch ist jedoch, daß das meist von Leuten kommt, von denen man es gar nicht erwartet und hingegen Leute, von denen man es eher gedacht hätte, viel offener sind.
Meine Vermieterehepaar zum Beispiel (sind beide über 70) wohnen im gleichen Haus und als sie das erste Mal bei mir in der Wohnung waren (mein Bruder war gerade ausgezogen und nun wollte ich besprechen, ob ich mir Untermieter nehmen darf), hatte ich schon Bedenken, wegen meiner Ratten (damals hatte ich "nur" 2 - ist schon ne Weile her). Offiziell wussten sie bis dahin nämlich nur vom Hamster.
Als sie die Ratten jedoch sahen, waren sie beide gleich total begeistert und wollten sie streicheln und auf den Arm nehmen. Das hat mich echt überrascht.
Andererseits hatte ich letztens Besuch von einem Arbeitskollegen und der wollte nicht einmal ins Zimmer reingehen, wo die "ekligen Mistviecher" wohnen.
Ich muss sagen, es macht mich in so einem Moment echt sauer, wenn jemand so abfällig über Ratten und insbesondere über meine Ratten redet, so als wären sie Wert- und Bedeutungslos.
Ärgern tue ich mich auch über meinen einen Mitbewohner. Zwar findet er sie ganz niedlich, streichelt sie auch gern mal, aber dann: "So, jetzt is´ auch schon wieder langweilig und ich muss mir wieder die Hände waschen." (Und das tut er dann auch in aller Gründlichkeit).
Dieses "Händewaschen nachdem man Tiere angefasst hat" ist glaube ich anerzogen und weit verbreitet, aber ich denke dann immer "Hallo? Die sind doch nicht giftig! Du hast ja nicht gerade eine Straßentaube, oder ähnliches angefasst". Dazu dann noch ein doofer Spruch (ich solle mir ja eh lieber eine Katze, oder einen Hund kaufen) - da bin ich dann doch schon ein bischen sauer irgendwie.
Ich glaube, was mich am meisten stört, ist daß Ratten (Mäuse, oder Hamster aber auch oft), nicht als "echte" Haustiere anerkannt werden. Erzählt jemand von seinem Hund, dann wird ganz aufmerksam zugehört - schließlich ist er ja der beste Freund des Menschen.
Erzählt jemand aber von kleineren Tieren, dann wird das gar nicht wirklich ernst genommen. Schliesslich sind die ja billig, leben nicht sonderlich lange und machen nur Dreck. Ein Hund ist ein "Er", oder eine "Sie", eine Ratte ist eine Sache und zum Tierarzt braucht man mit denen ja eh nicht, da ist neu kaufen ja viel billiger.
Off-Topic
@seven: Zu deinem tollen Beispiel mit deiner Ratte (sorry übrigens wegen deiner Kleinen... :-(( und der Katze der Arbeitskollegin:
Als "damals" eine meiner Mäuse gebissen worden ist - mein Mitbewohner (der andere) rief mich panisch auf der Arbeit an, sie würde bluten und in der Ecke hocken, wäre es absolut undenkbar gewesen, daß ich wegen "so einer Lapalie" hätte nach Hause gehen können.
Ich konnte ihm nur per Telefon Anweisungen geben und erst 2 Stunden später, als ich Schluß hatte, selber nach der Kleinen sehen. (es war glücklicherweise halb so schlimm, aber das kann man ja am Telefon nicht wissen).
Eine Kollegin hingegen musste mit ihrem Hund wegen einem simplen (und im Gegensatz zu einem unvorhersehbaren Zwischenfall, wie einer Beisserei sicherlich verschiebbaren) Termin zur Impfung zum Tierarzt und bekam gleich den halben Nachmittag anstandslos frei.
Sowas finde ich absolut unglaublich. Genauso schlimm (oder sogar noch viel schlimmer) finde ich es allerdings, daß diese Unterschiede sogar von vielen (oder hoffentlich bloss einigen) Tierärzten gemacht werden.
Bei Kleintieren genügt oft nur ein kurzer Blick (übertrieben gesagt) und dann fällt auch schon die Entscheidung zwischen "Einschläfern", oder "Vitamintropfen mitgeben".
Ich war schon bei Tierärzten, die sehr bemüht und liebevoll mit so kleinen Tierchen waren, denen jedoch offensichtlich die rechte Fachkenntnis fehlte. Andersrum war ich auch schon bei solchen, die zwar den Eindruck erweckten, als hätten sie ein wenig Ahnung, jedoch nicht sehr bemüht schienen.
Es ist wirklich nicht einfach, für Ratten, Hamster etc. einen Tierarzt zu finden, der sich mit den Kleinen sowohl Mühe gibt, als auch die entsprechende Ahnung hat.
Inzwischen habe ich einen gefunden, mit dem ich in beiderlei Hinsicht super zufrieden bin, aber bis dahin war es ein langer Weg...
Bringen so kleine Tiere vielleicht weniger Kohle ein, als eine Katzen-OP, oder Hunde-Kastration?
Ist ja ohnehin eher Kinderspielzeug, als Haustier. Ein Erwachsener kauft sich keinen Hamster, keine Ratte, oder Maus, ein Erwachsener kauft sich einen Hund, eine Katze, oder ein Pferd.
Off-Topic
P.S.: Oje, und ich habe versucht mich kurz zu fassen :uups: