Herzlich Willkommen! 
Schön, dass du dich dafür entschlossen hast, ein zweites Kaninchen dazu zu tun, dein Blacky wird sich freuen!

Kaninchen sollte man immer mindestens zu zweit halten, dann fühlen sie sich wohler.
1. Vergesellschaftung / Zusammenführung
Wichtig ist, dass du sie in einem Raum vergesellschftest, indem keiner von beiden bisher war. Dort hockst du sie beide einfach hin. Dann wartest du ab. Es kann ganz verschieden ablaufen. Manchmal gibt es häftige Auseinandersetzungen, bei denen es auch manchmal zu kleinen Bisswunden oder so kommt. Das ist völlig normal und du darfst sie auf keinen Fall trennen! Außer eines ist so verletzt, dass es zum Tierarzt muss (schwere Verletzung). Manchmal verläuft es aber total harmlos...
Ers wenn sie sich lecken und putzen, kannst du sie zusammen in ein Gehege tun. (vorher ausmisten, damit der Geruch vom ersten Kaninchen weg ist).
2. Haltung
Kaninchen sind sehr bewegungsfreudig. Sie brauchen viel Platz. Einsperren geht da nicht. Wenn du sie nicht Tag und Nacht in einem Zimmer laufen lassen kannst (Käfig immer offen und nur als Toilette), dann musst du ihnen ein 6m²-Gehege bauen (wenn sie den ganzen Tag über Freilauf haben und nur nachts eingesperrt werden reichen auch 4m² für die Nacht).
Das klingt ersteinmal komisch, denn so große Käfige gibt es nicht... Aber hier mal ein Vorschlag: Das Gitterelement-Gehege:
Schau mal hier
http://www.diebrain.de/k-gittergehege.html
3. Ernährung
Kaninchen brauchen sehr viel Heu für die Ernährung, denn das ist an natürlichsten.
Trockenfutter ist ungesund und führt zu vielen gesundheitlichen Problemen wie etwa Durchfall, Verdauungsschwierigkeiten, Zahnfehlstellungen, Leberverfettung usw.
Ich empfehle dir mal
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www.kaninchen-infos.de.ki
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www.diebrain.de/k-trofu.html
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www.futterkonzepte.de/nagerernaehrungsvortrag.pdf
Um die Hintergrundinfos zu erhalten...
Wie wird Trockenfutter verdaut?
Die Verdauung beginnt im Mund der Tiere, das Futter wird zwischen den Zähnen zerquetscht und anschließend verschluckt (es findet kein Zahnabrieb statt, daher kommt es oft zu Zahnproblemen).
Der Darm der Kaninchen ist dünnwandig und sehr empfindlich. Er hat keine Peristaltik, d.h. die Tiere müssen ständig fressen um den Nahrungsbrei voranzuschieben. Daher ist ein hoher Rohfaseranteil in der Nahrung erforderlich. Trockenfutter bewirkt genau das Gegenteil: Es hat einen niedrigen Rohfaseranteil und quillt im Darm auf, was die dünnen Darmwände sehr stark belastet!
Das Tier verspürt vom Trockenfutter ein starkes Sättigungsgefühl und frisst nicht mehr weiter. Das aufgequollene Futter bleibt im Darm liegen, Getreidestärke wird zu Zucker umgewandelt und das Säure-Basen-Gleichgewicht wird gestört. Der Zucker vergärt zu Hefe und es kommt zur Vermehrung der schädlichen Bakterien (E. coli) - Verdauungs-Störungen sind die Folge.
Der Blinddarm ist auf einen hohen Rohfaseranteil in der Nahrung angewiesen, durch Gärungen werden lebenswichtige Vitamine und Fettsäuren erzeugt, die durch den Blinddarmkot (siehe Foto) den Organismus wieder zugeführt werden.
Sie sehen also, das Kaninchen ist auf die Verdauung von Trockenfutter nicht eingestellt sondern benötigt eine andere, rohfaserreiche Ernährung.
Die Folgen von Trockenfutterfütterung
- Übergewicht (auch durch Bewegungsmangel)
- Leberverfettung (plötzlicher Tod!)
- Darmkomplikationen (Durchfall, Blähungen...)
- Backenzahnabszesse (durch zu harte Pellets )
- Untergewicht, Abmagerung
- Blasenentzündungen (durch übersäuerten Urin)
- Zahnfehlstellungen (durch zu geringen Zahnabrieb)
- Blasensteine (führen zu Harngrieß)
- Harngrieß (farbiger/weißer Urin)
- Fehlgärungen
- Vitaminmängel (durch beschädigte Darmflora)
Was soll es aber dann fressen?
- Hauptnahrung: Heu (muss immer in guter Qualität vorhanden sein!)
- Wasser (auch immer vorhanden!)
- 2x täglich Gemüse (Karotten, Fenchel, Salat, Rote Beete, Sellerie... möglichst abwechslungsreich und neue Sorten erst langsam anfüttern!) -> siehe auch hier:
http://www.diebrain.de/k-frischfutter.html
- 1-2 mal die Woche Obst (Äpfel, Trauben, Birnen...)
- Evtl. getrocknete oder frische Kräuter (nicht zu viel und nur ab und zu)
- 1-2 mal die Woche Äste um die Zähne abzunutzen und zur Beschäftigung (Obstbaumäste, Haselnuss)
- Als Leckerlie kann man getrocknetes Gemüse kaufen (nicht zu viel geben!)