Hallo Eifel,
erst mal muss man ergründen worum es bei dem gezeigten „Aggressionsverhalten“ geht, was der Auslösereiz ist und ob man diesen nicht ggfls. einfach unterbinden kann.
Und dann genau eruieren:
Aggression zur eigenen Verteidigung also aus Angst?
Aggression zur „Machtprobe“?
Aggression als Gegenangriff?
Aggression zu Ressourcenverteidigung?
Das mit dem Bellen, wenn Du schimpfst ist normal.
Der Hund "brüllt" mit.
Du musst deine Souverränität durch deine Ruhe beweisen. Der Ranghöchste in einem Rudel ist nicht der stärkste, sondern der sicherste/ruhigste.
Bei wirklichen Rangordnungsproblemen zählt immer noch:
Keine erhöhte Position, sei es auf Sessel oder Couch.
Nicht den ganzen Tag einen gefüllten Napf herumstehen lassen. Sie bestimmen, ob und wann es Futter gibt. Sollte sich der Hund bereits dominant verhalten, Kommando geben und erst nach Ausführung füttern. Auch kleinere Portionen per Handfütterung zählen dazu. Aber stets mit Kommando.
Eventuell den Hund hungern lassen. (Freilebende Wölfe oder Dingos hungern oft 48 Stunden und mehr!) Er muss lernen, dass „Boss“ die Macht über den Nahrungsnachschub hat.
Nicht wahllos Hundespielzeug herumliegen lassen, sondern eines anbieten, nachdem der Hund ein Kommando ausgeführt hat.
Nicht auf Vorlieben und Abneigungen des Hundes eingehen.
Keine Zerrspiele. Das Selbstvertrauen darf nicht noch gestärkt werden.
Nicht streicheln, wenn der Hund dazu auffordert und stumpt! Er verlangt in dem Moment!
Beim Spaziergang nicht den Hund die Richtung bestimmen lassen.
Evtl. den Proteingehalt des Futters reduzieren. (Lt. verschiedener Studien fördern bzw. steigern zu hohe Eiweismengen die Aggression, Hyperaktivität, und Impulsivität).
D. h. vielleicht solltest du so langsam den Proteingehalt des Futters reduzieren.
Damit meine ich nun aber nicht, dass man Dominanzprobleme alleine damit löst, sondern eine Vielzahl an Faktoren berücksichtigt werden muss, dass bedeutet ich muss auf vielen Gebieten klarstellen, wer dass sagen hat. Dominaz bedeutet ja nichts anderes als sich durchzusetzen.
Nur ein Hund der genau weiss woran er ist, ist ein "glücklicher" Hund.
Es ist nicht leicht anhand deiner Schilderungen genau zu sagen, was das eigentliche Problem zwischen euch ist.
Du hast die Möglichkeiten der positiven Verstärkung der gewünschten Verhaltensweisen, ignorieren der unerwünschten, Motivation durch Stimme, Verbot durch ruhige, klare, präzise Ansagen. Beobachten der Signale des Hundes. usw.
Übe mit ihm spielerisch aber konsequent Unterordnung. Spielerisch schliesst Konsequenz ja nicht aus.
LG
Bettina