Ich danke Euch allen sehr.
Bin so durcheinander und ich hoffe, dass ich mich irgendwie verständlich machen kann, denn im Rückblick weiss ich nicht, was zuerst da war und was resultierte oder zufällig dazu kam.
Gismo war schon immer etwas zurückhaltener als seine Schwester Lilly.
Er hatte immer wieder einen Tag weicheren Kot und es gluckerte bei ihm im Bauch.
Während Lilly geschmeidig wie eine Katze auf Bett und Sofa sprang hat er lange gebraucht bis er es das auch konnte.
Ich habe ihn ausgelacht und versucht, ihm das zu zeigen, weil er immer sehnsüchtig zu Lilly auf das Bett schaute.
Jetzt fühle ich mich erbärmlich deshalb.
Wenn ich ihn manchmal auf den Arm nahm, grunzte er irgendwie, doch ich dachte, er "meckert" mit mir.
Da Lilly vor Schreck oder Unmut "fiepend meckert-jammert" und bei Ärger brummt.
Irgendwie scheint mir, bin ich an der jetzigen Situation Schuld.
Ab und zu nieste er, aber er hatte keinen Ausfluß und es war sehr selten.
Im Juni bin ich umgezogen und leider ist mir im Sommer nicht aufgefallen, das die Türen und Fenster nicht dicht sind. Erst als es Mitte September kalt wurde fiel es mir auf, dass es hier zog und ziemlich zeitgleich fiel mir seine feuchte Nase auf, als er mich anstubste.
Zu dem Zeitpunkt war es nur feucht und er nieste auch nicht mehr als sonst (2-3 Mal in der Woche). Auch dann noch spielte er normal, fraß gut und viel, war frech und zutraulich.
Als eine Woche später ich sah, dass sein linkes Nasenloch nass war und sein drittes Augenlid auf der linken Seite zu sehen war, aber das rechte nicht, habe ich einen Termin beim Tierarzt gemacht. Am nächsten Tag hat er milchigen Schleim im linken Nasenloch, den ich ihm entfernte.
Er hatte vor ein paar Wochen auch soetwas wie kurzes Schluckauf als er Männchen machte und ich fing an ihn verstärkt zu beobachten.
Kurz darauf bemerkte ich soetwas wie ein Seufzen bei ihm ... zumindest glaubte ich, dass es ein Seufzen war, weil ich ihn gerade auf den Arm hatte (Pfötchen auf meiner Schulter).
Er ist schreckhafter bzw. ängstlicher als Lilly, so dass er manchmal die Augen sehr aufriss und man dann auch das dritte Augenlid sehen konnte (auf beiden Seiten gleich-stark).
30.09.:
Die TA hat eine Allgemeine Untersuchung gemacht und sagte, ich solle ihm Baytril und Floxal AT geben. Ich fragte sie, ob wir nicht vielleicht eine Röntgenaufnahme machen könnten, weil ich nichts auslassen wollte und ich wissen wollte, ob sein Grunzen eine körperliche Ursache haben könnte.
Sie sagte, das es nicht nötig sei, weil sie beim Abhören nichts feststellen konnte, aber wir könnten das machen, wenn es mich beruhigen würde.
Als wir das Rö-Bild sahen traf uns der Schlag und sie sagte, das hätte sie noch nie gesehen und das mein Instinkt noch immer bei Tieren funktionierte.
Sein Herz schien riesig zu sein und nahm fast 2/3 (bis 3/4)des Brustkorbes ein und man konnte ganz leicht die "Bronchiengänge".
Die Lungen hatten nicht viel Platz und die Luftröhre schien schmaler/zusammengedrückt zu sein.
Wir machten sofort ein Ultraschall, doch sie stellte fest, dass es nicht das Herz war, denn das war normal.
Ein Gewebe schien direkt am Herzen oder um das Herz zu liegen, das sie nicht eindeutig identifizieren konnte.
Wir machten auch von Lilly ein Bild, weil sie Gismo begleitete, doch bei ihr war alles so, wie es sein sollte.
Meine TA meinte, dass es 3 mögliche Ursachen dafür gebe:
- Zwerchfellhernie
- Abszess
-Thymom (Tumor der Thymusdrüse)
Sie wollte mit ihrer Kollegin Anja Ewringmann und der Kardio-Königin Skrodzky (oder so ähnlich) besprechen und mich dann anrufen, wo ich am besten eine Herz-Thorax-Sonografie machen lassen könnte.
Dr. Ewringmann sagte wohl, dass eine Hernie in dem Alter unwahrscheinlich wäre und es wohl ein Abszess sein könnte, doch wahrscheinlicher ein Thymom, das wohl nicht selten wäre.
Um das beste Herzultraschall (technisch und fachlich) für ein Kaninchen zu bekommen, würde sie mich zu Dr. Kattinger schicken wollen.
Ich habe Donnerstag und Freitag so sehr gedrängelt, dass ich für Dienstag einen Termin bekam.
Ich hatte das Gefüh, dass seine Atmung leicht pumpend wurde und er öfter diesen tiefen Atemzug, den ich als Seufzer fehl-interpretiert hatte tat. Er alberte nicht mehr so viel rum, sprang noch auf das Bett, kroch unter der Bettdecke rum, verlangte nach Leckerlies und fraß und trank normal. Doch raste nicht mehr wie ein Verrückter durch das Zimmer und auf das Bett und schlug keine wilden Haken mehr in der Luft, wobei er mit dem Kopf schüttelte.
Er ruhte mehr als früher und ich hattte das Gefühl, dass deine Schleimhäute nicht mehr blass-hellrosa sondern eher blass-hellflieder war/wurde.
Aber er war noch immer für alle anderen ein süßes quick-gesundes Kaninchen … aber nicht für mich.
In der Zwischenzeit bekam er fleißig und widerwillig seine Medikamente, wobei es unter Baytril nicht besser wurde, sondern eher eine Verschlechterung eintrat, denn jetzt bekam er mehr milchigen Ausfluß im linken Nasenloch, so dass wir ihm sofort auf Tetraseptin mite umstellten (am 10.10.) und Engystol in das Trinkwasser gab. 3 Tage später war er weg und die Nase trocken.
Heute - 14.10.
Bei meinem TA - Röntgenkontrolle, in der Hoffnung, dass es sich etwas unter der Antibiose gebessert hat, doch die Bronchialbäume sind mehr zu sehen und die Lunge scheint noch weniger Platz zu haben.
Blutbild und Blut eingeschickt zum e cuniculi Test.
Die Leukos sind wohl etwas erhöht, die restlichen Werte wohl jedoch nicht auffällig.
Herzultraschall:
Das Herz selbst ist in Ordnung, außer dass die Herzwände geringgradig „dünn“ sind, doch das resultiere wohl aus der Verdrängung durch die Umfangsvermehrung am Herzen und darum herum.
Sie sagte, auch wenn ein Ultraschall nicht das ganze Zwerchfell anzeigen kann, so scheint es hier keine zu sein, da sich Brustraum und Bauchraum mit ihren Organen gut darstellen lassen.
Das Gewebe scheine leicht durchblutet zu sein, was einen Tumor wahrscheinlicher machen würde als einen Abszess.
Sicherheit würde man nur durch Punktion oder OP bekommen, wobei beides inoperable sei und die Quälerei am Ende nur eine schmerzhafte Verlängerung sei.
Würde man punktieren und es wäre ein Abszess, würde es sich innerlich damit infizieren. Würde man ihn operieren wüsste man, dass es ein Tumor ist, dann wäre es nicht möglich ihn zu entfernen und würde ihn aus der Narkose nicht mehr aufwachen lassen, weil es eine so große OP gewesen wäre, dass er danach an den Folgen der OP sterben würde.
Sie sagte, wenn es ihr Tier wäre, dann würde sie ihm noch ein schönes Leben geben und aufpassen, dass er kein Erstickungstod sterben muss.
Nicht nur, dass er nur noch mit dem hinteren Teil der Lunge atmen könnte, seine Luftröhre könnte kollabieren und er sollte so wenig Stress wie möglich haben.
Trennen würde sie beide nicht, da es mehr Stress wohl bedeuten könnte und er sich selbst ausruhen wird, wenn er überanstrengt beim Auslauf ist.
Er war sehr brav bei der Untersuchung, aber die TA-Helferin durfte ihm nicht die Nasenlöcher zuhalten oder überhaupt assistieren, da er sich sehr aufregte.
Doch das war nicht weiter schlimm, da ich eine 2-jährige Ausbildung zur TA-Helferin gemacht hatte. Nur danach hat er mich in meinen Unterarm gezwickt, um mir zu sagen, wie blöde er es fand.
Dr. Kattinger sagt, man kann medikamentös nichts machen, außer mit Antibiotika den Schnupfen behandeln, um ihm so eine Erleichterung zu verschaffen.
Die Autofahrt zurück war unendlich lang, da es doch sehr anstrengend für ihn war, doch Zuhause hat er gefressen, sich geputzt und nickert viel mit Lilly.
Als ich mit meiner TÄ gesprochen habe, sagte sie dass man es vielleicht mit einem Cortison behandeln sollte, weil man so eine Abschwellung erreichen könnte, auch wenn es nicht den Tumor oder Abszess zum Schrumpfen bringen kann.
Ich habe gelesen, dass es atypische Verläufe von e cuniculi gibt und gehofft, dass es das sein könnte und so diese Umfangsvermehrung vielleicht kleiner werden könnte.
Von einer Autoimmunerkrankung namens myasthenia gravis habe ich auch gelesen, die man bedingt mit Cortison behandeln kann …
Ein Thymom ist auch hier im Spiel und auch eine Art Muskelmüdigkeit, die er vielleicht ja auch hat, denn er konnte ja nicht so grazil irgendwo hoch und runter springen wie Lilly.
Ich weiss nicht …
Vielleicht kann ich die Wahrheit auch einfach nicht akzeptieren …
Nachträglich betrachtet habe ich das Gefühl, ich war blind, dumm und unaufmerksam … ich bin doch sein einziger Mensch, der gut für ihn sorgen muss, für ihn sprechen und die verantwortlich ist …
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EDIT (automatische Beitragszusammenführung):
Emily1975 schrieb nach 5 Minuten und 16 Sekunden:
Danke, jetzt musste ich lachen, nachdem ich kurz verwirrt war ...
Ich dachte, da gab es noch einen 8,5 Jahre alten Eddy.
Auch wenn es vielleicht unrealistisch war/ist, so hatte ich gehofft, dass er viel älter wird.
Alle Kaninchen sollten ein langes, gesundes und glückliches Leben haben, doch ich bin nicht gut darin, ihnen das zu ermöglichen ... so fühlt es sich an.
Ihm geht es für Außenstehende scheinbar nicht schlecht, denn beide TÄ waren erschrocken über die Bilder und die Sono, weil er einen so guten Eindruck macht.
Noch scheint er nicht zu leiden ... aber ich will überhaupt nicht, dass er irgendwann leidet.