Hi,
toll, dass die Tiere alle einen artgleichen Partner bekommen, echt klasse!
Da es aber wegen kastra bei meinen Eltern schlecht im Geldbeutel aussieht wollte ich mal fragen ob man Bock mit Bock zusammen halten kann.
Bockgruppen können sowohl supergut funktionieren, als auch problematisch sein.
Voraussetzung dafür, dass eine Böckchenhaltung klappt, ist vor allem, dass die Tiere viel Platz haben um sich ggf. auch mal aus dem Weg gehen zu können. Unter 1 m² Grundfläche sollte man für 2 Böcke gar nicht erst anfangen, wirklich gut wird's erst ab 1 m² pro Bock.
Bei der Gehegeeinrichtung ist es zudem wichtig, dass das Gehege sackgassenfrei eingerichtet ist, d.h. es keine Ecken gibt, in die einer den anderen drängen könnte, nur Häuschen mit zwei Eingängen, besser noch Weidenbrücken oder kleine Tischetagen...
Generell sollte man potenzielle Streitquellen gleich entschärfen, d.h. Futter immer großflächig im Gehege verteilen, nicht bloß an ein oder zwei Stellen anbieten, zwei Kuschelrollen (oder was auch immer) zur Verfügung stellen, etc.
Bei der Zusammenstellung der Bockgruppe ist es schon eher von Vorteil, wenn man ein älteres und ein jüngeres Tier nimmt. Zwei gleichalte Böcke kommen gleichzeitig in die Rappelphasen, sind dann oft körperlich gleichstark und so kommt es manchmal eher zu Rangordnungsstreitigkeiten.
In deinem Fall, wenn du einen erwachsenen Bock hast (wie alt ist er denn?), ist die unproblematischste Variante, ein Babyböckchen dazuzusetzen.
Wichtig bei der Bockhaltung, ist (wie aber ja sonst auch) das regelmäßige Wiegen der Tiere wichtig. Gewichtsabnahmen können ja - wenn man körperliche Ursachen ausschließen kann - auch auf Stress und z.B. Mobbing in der Bockgruppe hinweisen.
Was die Kastration angeht - im Grunde wäre es auch bei einer Bockgruppe nicht verkehrt, beide - zumindest langfristig geplant - kastrieren zu lassen. Ob eine Kastration was am Verhalten der Böcke ändert, sie verträglicher macht, ist nicht unbedingt gesagt. Allerdings
kann sich die Kastration durchaus positiv auf das Verhaltens auswirken.
Zudem macht es Sinn für den Fall, dass die beiden sich tatsächlich irgendwann einmal so sehr zerstreiten, dass man sie am Besten je mit einem Weibchen vergesellschaftet. Oder für den Fall, dass irgendwann im hohen Alter einer der beiden stirbt, und der andere dann unproblematisch mit einem etwa gleichaltrigen Mädel vergesellschaftet werden soll. Oder für den Fall, dass die beiden oder einer (aus irgendwelchen Gründen) mal vermittelt werden sollen...
Ich sehe in einer Kastration im Grunde nur Vorteile - von einem fachkundigen Tierarzt ausgeführt ist das Risiko auf alle Fälle auch vertretbar.
Abschließend: Bei Bockgruppen gibt es keine Garantien. Kann alles jahrelang oder für immer harmonisch sein, kann auch irgendwann so heftig knallen, dass die Tiere getrennt werden und neue Partner bekommen müssen. Indem man die Regeln zur Böckchenhaltung beachtet, kann man natürlich die Chancen auf langanhaltende Harmonie zwischen den Herren erhöhen.
Auch wichtig zu wissen: Bockgruppen lassen sich nicht so unproblematisch um neue Tiere erweitern, wie Haremsgruppen.
Alles in allem sind Böcke schon toll, man muss als Halter eben nur ein paar Dinge bedenken, und evtl. ein dickes Fell haben, wenn bei den Herren mal der Haussegen schiefhängt...
Oder soll ich ihn doch lieber kastrieren lassen und mit einem mädel zam hocken
Kastrat (Böcke sind bis zu 6 Wochen nach der Kastration noch zeugungsfähig, so lange darf er also noch kein Weibchen bekommen) und Mädel ist in den meisten Fällen die unproblematischere Variante...
Würde es zu einem Teil auch vom Platz abhängig machen - wenn du sagst, du hast z.B. nur einen 120er-Käfig mit täglichem Auslauf, da würde ich dann eher keine Böcke reinsetzen...
Viele Grüße,
Sawyer
PS: Infos zu Bockgruppen findest du auch in unserem
Meerschweinchen-Wiki. Und unter diebrain.de:
Infotext zur Böckchenhaltung.