Hey Ihr!
Ich gehöre zu der von Lilly benannten Fraktion "Kein Pferd BRAUCHT Hufeisen".
Und zwar aus folgendem Grund:
Ein Pferd, das korrekt geritten wird, also mit Bedacht, kann überall gut laufen.
Es dauert nur eben seine Zeit, bis das komplett klappt.
Man rechnet ca. 1 Jahr Umstellung Eisen auf Barhuf, da das Horn, das ja bekanntlich von oben nach unten wächst, erstmal unten ankommen muss.
D.h. so ziemlich jedes Pferd geht nach dem Eisen entfernen wochenlang auf Schotter etc. lahm.
Das Pferd trainiert dann mit seinem Reiter, auf jedem Boden zu gehen, d.h. das Horn kriegt die Info "Mehr Wachstum, härter", da die Abnutzung halt zunimmt.
Der grandiose Faktor, der gegen Hufeisen spricht, ist, dass Pferde dadurch den wichtigen Hufmechanismus verlieren (Huf kommt auf harten Boden, dehnt sich seitlich aus durch die Ballen und den Strahl, und zieht sich wieder zusammen).
Jeder einzelne Huf pumpt so Blut durch den Körper, und mit jedem Eisen, das den Mechanismus unterbindet, wird sozusagen eine "Pumpe" abgeschnürt.
Sehr gut erkennen kann man das auf Wärmebildern:
http://www.gesundepferde.eu/resources/Thermographie.jpg
(Bildquelle: Archiv Dr. med. vet. H. Strasser)
Das Abgebildete Pferd ist nur vorne rechts beschlagen (Quelle: gesundepferde.eu).
Um auch noch einmal etwas zu "klugscheißern":
Hallo,
mein Pferd war lange Barhufer (wir ritten nur auf Waldboden und eben Platz, Asphalt war meist nur kurz zu bewältigen), durch die Tunierreiterei musste ich allerdings Hufeisen dranmachen lassen - einfach, weil das Horn zu sehr vom Asphalt angegriffen wird (bzw., besser gesagt gehen die Schläge zu sehr auf die Gelenke).
Die Stöße, die ein Pferd auf Asphalt abbekommt, mit oder ohne Reiter ist hier egal, sind nicht einmal tragisch. Zumindest nicht bei barhufern.
Bei Eisen jedoch wird der Hufmechanismus unterbunden und die Schläge werden klar und ungedämpft an die Gelenke weitergegeben.
Zur Veranschaulichung mein Lieblingslink:
http://www.swisshorseboots.com/deutsch.htm
Bitte einmal links in der Navigation auf "Umstellen auf Barhuf" klicken und die 3 Miniclips betrachten.
Mhhhh, lange Rede kurzer Sinn:
Tendenziell kann jedes Pferd Barhuf laufen, und wenn es das nicht kann, sollte man sich Hufschuhe kaufen, denn diese Lassen den Hufmechanismus zu, und der Huf kann weiter durchblutet werden.
Übrigens, mein Pferd lief auch fühlig auf gewissen Wegen, aber durch konsequentes Training läuft er mittlerweile auf fast allen Wegen einwandfrei, weil sich das Horn angepaßt hat.
Würden seine Eckstreben nicht immer umklappen, bräuchten wir nichtmal unseren guten Hufheilpraktiker (der NICHT nach Strasser arbeitet

).
Liebe Grüße
Federchen
PS:
Wenn ein Pferd nur auf weichen Böden läuft, dann sind Eisen nicht notwendig, allerdings muss der Hufschmied ca. alle 6-8 Wochen das Horn abraspeln und glattschleifen.
Klingt so, als wäre das irgendwas besonderes, oder bin ich grad verwirrt?
Ein Pferd sollte (muss!) in derselben Zeit auch beschlagen vom Schmied behandelt, geschnitten und neu beschlagen werden. Ansonstne wird die Zehe zu lang, und eine Fehlstellung der Hufwinkelung schleicht sich ein, oder irre ich mich? Korrektur bitte :mrgreen:
PPS: Jedes Pferd kann auf hartem Boden laufen. Das Irre ist nämlich, unsere lieben Equiden laufen in der Wildnis nicht über Gras, sondern über Steppe, Steine, Felsen, Gräser, Schotter. Die nageln sich selbst ja auch nicht
