Hufeisen kein Muss?

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  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #1
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martina6406

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Ich bin immer davon ausgegangen, dass Pferde Hufeisen brauchen, muss aber auch dazusagen, ich hab keinerlei Erfahrung mit Pferden. Jetzt hab ich von einer Kollegin erfahren, dass eines ihrer beiden Beistellpferde keine Hufeisen hat, das andere auch nur wegen irgendwelchen orthopädischen Problemen.
Brauchen alos nicht gerittene Pferde keine Hufeisen, wenn sie keine Fußprobleme haben? Bitte klärt mich auf:mrgreen:
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #2
Hallo,

nein, Hufeisen brauchen die Pferde grundsätzlich nicht.

Vor allem Ponys und Kleinpferde haben meist so gute Hufe, das das Beschlagen überhaupt nicht notwendig ist. Und für ein Pferd selber ist es meist besser "Bar Huf" zu laufen.

Anders ist es, wenn ich zum Beispiel (ich seh du kommst aus Österreich) die Pferd in Wien anschaue, die den ganzen Tag auf der harten Straße traben. Dies ist eine imense Belastung für die Hufe. Solche Pferde sind meist beschlagen. Oder aeben auch, wenn sie anderweitig orthopädische Probleme haben.
Ich glaube auch, wenn sie an Huffäule leiden (also zu lange zu feucht gestanden sind, das gibt dann einen ein bischen modrigen Geruch) kann man dies mit Hufeisen lindern. Aber da bin ich mir nicht so sicher.

Viel wichtiger als Hufeisen ist es für Pferde, regelmäßig ausgeschnitten zu werden (wie Fingernägelschneiden). Wo bei es da auch unterschiede gibt. Ich kannte einen Shettyhengst, bei dem ht 20 Jahre lang jeder Hufschmied gesagt "klar, da werd ich was dran rumpfuschen. Solche Hufe sind ein Traum. Da lass ich die Finger von". Und wir hatten ständig wechselnde Schmiede. Ein anderes Pony hingegen hatte ein starkes Hufwachstum. Wenn sie länger nicht geschnitten und gefeilt worden sind, hatte sie richtig lange "Schuhe".

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen =)

teff
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #3
Ja danke!

Da sieht man mal, wie schlecht man eigentlich über Tiere Bescheid weiß:uups:

lg
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #4
Guten Morgen,

das ist ein Thema an dem sich die Geister scheiden.

Es gibt verfechter von Barhufen die sagen, KEIN Pferd 'braucht' Eisen, ja sie seien sogar schädlich.
Bei entsprechender Pflege und 'Nutzung' (des Pferds bzw des Hufhorns) kann das durchaus möglich sein.
(Hier ist zB Chiron eine sehr gute Informationsquelle)

Dann gibt es die, die sagen ohne Eisen geht nichts weil die Bodenbedinungen bei uns zu anspruchsvoll für den Huf sind.
Oder aus medizinischen Gründen.

Und die 'dritte Gruppe' (zu der ich mich zähle), für die Eisen zu einem leider Notwendigen Übel gehören.
Mein Pferd hat nur vorne Eisen, er geht vorne extrem fühlig wenn er mal 4-6 Wochen keine Eisen drauf hatte und geritten wurde.
Hatte er Verletzungsbeding weniger Bewegung, dann wars nie ein Problem ohne Eisen.
Hinten muss ich ihn nur selten beschlagen lassen, für mich ist entscheidend, dass er kein Unwohlsein oder Schmerzen zeigt.

Die Umstellung auf Barhuf ist langwierig (kann Jahre dauern) und kommt für mich, leider, nicht mehr in Frage - hätte ich vor ca 15 Jahren gewusst, was ich heute weiß wäre er vermutlich nocht Barhufgänger.

LG Lilly
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #5
Hallo,

mein Pferd war lange Barhufer (wir ritten nur auf Waldboden und eben Platz, Asphalt war meist nur kurz zu bewältigen), durch die Tunierreiterei musste ich allerdings Hufeisen dranmachen lassen - einfach, weil das Horn zu sehr vom Asphalt angegriffen wird (bzw., besser gesagt gehen die Schläge zu sehr auf die Gelenke).

Wenn ein Pferd nur auf weichen Böden läuft, dann sind Eisen nicht notwendig, allerdings muss der Hufschmied ca. alle 6-8 Wochen das Horn abraspeln und glattschleifen.

Wobei natürlich beschlagene Pferde auch mal in der herdeninternen Schlägerei schlimmere Verletzungen zufügen können, als unbeschlagene (kann man den Satz verstehen? :101:)

Liebe Grüße
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #6
Es gibt außerdem noch die sogenannten Hufschuhe also Schuhe fürs Pferd, meine RB hat solche Dinger und ich persönlich hasse sie, es ist ein mordsgefummel sie anzuziehen (und er hat normalerweise keine Geduld zum Glück hält er da still)
Ich hab jedesmal Angst sie nicht genau angepasst zu haben (man muss luft reinpumpen) Sie zu eng oder zu locker gemacht zu haben wäre beides nicht von Vorteil und ehrlichgesagt hab ich auch nicht das Gefühl das er sich mit den Dingern so richtig wohlfühlt, aber es geht kaum anders die Böden hier sind so steinig und hart das er sich sonst ständig die Hufe ruiniert (ausbrechen etc)
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #7
Hi,

unsere 3 Pferde haben alle keine Hufeisen. Handelt sich um ein Pony und 2 Kaltblüter. Da das Pony eh aus gesundheitlichen Gründen nicht geritten werden darf und die anderen beiden so gut wie gar nicht auf Asphalt oder dergleichen geritten werden, haben wir uns gesagt Hufeisen sind bei denen absolut überflüssig.

Bei Pferden die probleme mit den Hufen haben oder viel auf hartem Untergrund laufen müssen, würde ich aber auch sagen dass Hufeisen in solchen Fällen angebrachter wären.
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #8
Hey Ihr!

Ich gehöre zu der von Lilly benannten Fraktion "Kein Pferd BRAUCHT Hufeisen".
Und zwar aus folgendem Grund:
Ein Pferd, das korrekt geritten wird, also mit Bedacht, kann überall gut laufen.
Es dauert nur eben seine Zeit, bis das komplett klappt.
Man rechnet ca. 1 Jahr Umstellung Eisen auf Barhuf, da das Horn, das ja bekanntlich von oben nach unten wächst, erstmal unten ankommen muss.
D.h. so ziemlich jedes Pferd geht nach dem Eisen entfernen wochenlang auf Schotter etc. lahm.
Das Pferd trainiert dann mit seinem Reiter, auf jedem Boden zu gehen, d.h. das Horn kriegt die Info "Mehr Wachstum, härter", da die Abnutzung halt zunimmt.

Der grandiose Faktor, der gegen Hufeisen spricht, ist, dass Pferde dadurch den wichtigen Hufmechanismus verlieren (Huf kommt auf harten Boden, dehnt sich seitlich aus durch die Ballen und den Strahl, und zieht sich wieder zusammen).
Jeder einzelne Huf pumpt so Blut durch den Körper, und mit jedem Eisen, das den Mechanismus unterbindet, wird sozusagen eine "Pumpe" abgeschnürt.
Sehr gut erkennen kann man das auf Wärmebildern:



(Bildquelle: Archiv Dr. med. vet. H. Strasser)

Das Abgebildete Pferd ist nur vorne rechts beschlagen (Quelle: gesundepferde.eu).

Um auch noch einmal etwas zu "klugscheißern":

Hallo,

mein Pferd war lange Barhufer (wir ritten nur auf Waldboden und eben Platz, Asphalt war meist nur kurz zu bewältigen), durch die Tunierreiterei musste ich allerdings Hufeisen dranmachen lassen - einfach, weil das Horn zu sehr vom Asphalt angegriffen wird (bzw., besser gesagt gehen die Schläge zu sehr auf die Gelenke).
Die Stöße, die ein Pferd auf Asphalt abbekommt, mit oder ohne Reiter ist hier egal, sind nicht einmal tragisch. Zumindest nicht bei barhufern.
Bei Eisen jedoch wird der Hufmechanismus unterbunden und die Schläge werden klar und ungedämpft an die Gelenke weitergegeben.

Zur Veranschaulichung mein Lieblingslink:



Bitte einmal links in der Navigation auf "Umstellen auf Barhuf" klicken und die 3 Miniclips betrachten.

Mhhhh, lange Rede kurzer Sinn:
Tendenziell kann jedes Pferd Barhuf laufen, und wenn es das nicht kann, sollte man sich Hufschuhe kaufen, denn diese Lassen den Hufmechanismus zu, und der Huf kann weiter durchblutet werden.

Übrigens, mein Pferd lief auch fühlig auf gewissen Wegen, aber durch konsequentes Training läuft er mittlerweile auf fast allen Wegen einwandfrei, weil sich das Horn angepaßt hat.
Würden seine Eckstreben nicht immer umklappen, bräuchten wir nichtmal unseren guten Hufheilpraktiker (der NICHT nach Strasser arbeitet ;)).

Liebe Grüße
Federchen


PS:
Wenn ein Pferd nur auf weichen Böden läuft, dann sind Eisen nicht notwendig, allerdings muss der Hufschmied ca. alle 6-8 Wochen das Horn abraspeln und glattschleifen.
Klingt so, als wäre das irgendwas besonderes, oder bin ich grad verwirrt?
Ein Pferd sollte (muss!) in derselben Zeit auch beschlagen vom Schmied behandelt, geschnitten und neu beschlagen werden. Ansonstne wird die Zehe zu lang, und eine Fehlstellung der Hufwinkelung schleicht sich ein, oder irre ich mich? Korrektur bitte :mrgreen:


PPS: Jedes Pferd kann auf hartem Boden laufen. Das Irre ist nämlich, unsere lieben Equiden laufen in der Wildnis nicht über Gras, sondern über Steppe, Steine, Felsen, Gräser, Schotter. Die nageln sich selbst ja auch nicht ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #9
Meine Pferde und Ponys sind alle unbeschlagen. Mein erstes Pony bekam Eisen als es vor der Kutsche ging und später Klebekunststoff unter den Hufen, als es Rehe hatte.
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #10
Also da kan ich Feder auf jeden Fall zustimmen.

Meine Stute läuft schon immer barhuf, ohne Probleme.

Übr. gute Veranschauung durch das Wärmebild, Feder.
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #11
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #12
Hallo,
na ja, wahrscheinlich bin ich jetzt wieder ein Stänker,
aber es können ebend nicht alle Pferde Barhuf laufen.
Gerade bei der Umstellung Vom Beschlag zum Barhuf gehen die Pferde eine lange Zeit Fühlig, was unter anderem auch zur Konsequenz haben kann, das sich das Pferd aufgrund der
leichten Schmerzen verspannt,im Rücken in der Schulter,usw.
Dieses dann nach der langen Umstellungs Zeit wieder zu heilen,ist auch nicht immer möglich.
Es kann sogar passieren das ich mir dadurch ein total unrittiges Pferd ranziehe,was sich permanent Verspannt wenn es ständige Schmerzen in den Hufen hat.

Liebe Grüsse...
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #13
Hallo florett!

Wer sein Pferd nach der Umstellung so reitet, wie vorher, hat meiner Meinung nach nicht mitgedacht.
Die durch Hufeisen fühllose Füße kriegen Blut, merken wieder etwas.
D.h. entweder mal 1-2 Monate garnicht reiten, oder eben nur Gras, Sand, Erde.
Das Horn braucht 1 Jahr, um sich umzustellen auf Barhuflauferei (bzw. halt herunterzuwachsen).
Und ein Pferd, dass sich durch die Schmerzen direkt SO verspannt, dass man danach nichtsmehr machen kann, hat einen eigentlich nicht sehr kompetenten Reiter, der eben nicht auf sein Pferd geachtet und entsprechende Übungen auf weichen Böden eingeleitet hat, die der Gymnastizierung dienen.

Tut mir Leid für diese harten Worte, aber es ist so.
Das wird jeder Hufheilpraktiker erzählen, und so wurde es vielmals auch bewiesen.
Rücksichtnahme und Geduld. Ein Umgestelltes Pferd muss wie ein Pferd behandelt werden, dass eine Verletzung hinter sich hat, langsam und vorsichtig.

Liebe Grüße
Feder
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #14
Hallo Silberfeder,

ich habe nur die Erfahrung geschrieben die ich gemacht habe,und ich bin mein Pferd in der Umstellungsphase nicht geritten, sondern nur spazieren gegangen.
Mir hatte auch ein Hufheilpraktiker geraten mein Pferd umzustellen,da sie ja so fürchterliche Probleme mit ihren Beinen hat.
Und das Ende vom Lied war dann leider das alles noch schlimmer war als Vorher.
Leider habe ich daher nun auch Vorurteile gegen solche "Hufspezialisten",
weil leider auch mein Pflegepferd und ein anderes Pferd aus unserem Stall nachher schlimmer dran waren als Vorher,und es waren 2 Verschiedene "Hufspezialisten".
Mein Fazit ist ,das es ebend nicht für jedes Pferd gut ist.

Aber es ist schön, wenn es bei anderen so gut funktioniert.
Bei uns ist das leider voll nach hinten losgegangen....

Liebe Grüsse...
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #15
Mh florett, viele der "Spezialisten" arbeiten nach Strasser.. meiner Meinung nach nicht empfehlenswert, weil die zu viel runter nehmen..

Hattest schonmal künstliche Fingernägel?
So gut die Nägel sind, ist das Gel drauf, werden Sie weich (=Hufeisenhufe), nimmt man Sie wieder runter, sind sie weich, dünn etc.

Ich glaube so kann man sich den "guten" Umsteller beschreiben..
Aber Strasser nimmt ja glaube ich so viel runter, bis es teilweise blutet.. grässlich..

Ist es denn wieder besser geworden mit deinen Pferden?

Magst du mir vllt. per PN mal den Namen des Spezi's schreiben?
Kenne ja einige ;)
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #16
Hi

hii

Also unsere pferde haben alle eisen(1 aber nur vorne)
Pferde die im gelände geritten oder gefahren werden brauchen eigenlich eisen.wenn sie aber nur aufem reitplatz oder halle(sand)geritten werden ist das net soooo wichtig.es sollte aber alle 6-8 wochen ausgeschnitten werden.
Wenn sie hufprobleme haben sollten sie einen orthopädischen beschlag haben.kommt aber drauf an was der schmied sagt!

lg
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #17
Hi gipsyking96,

es ist Unsinn, zu sagen das 'Gelände'pferde Eisen brauchen - ich kenne unter anderem ein Distanzpferd das keine hat ;) und die wird sicher mehr geritten als 2-3 Pferde hier zusammen...

Das mit dem Platz/Halle ist auch nicht richtig, je nach Belag kann der so "scharf" sein, dass sich die Hufe stark abnutzen...

Hufprobleme kann man nicht immer bzw meist besser (wenn auch langwieriger) ohne Eisen korrigieren.

Ich bin auch am überlegen, ob ich auf Hufschuhe umstelle... allerdings fehlt mir im Moment dazu noch ein guter Hufpfleger.

Das Problem ist heute viel mehr, dass viele davon ausgehen Eisen sind ein muss und deswegen ein Pferd 'prophylaktisch' Beschlagen lassen - wieder von der Eisen wegkommen ist leider schwer, weil der Hufmechanismus nur sehr langsam wieder in Gang kommt.
Mein Dicker ist inzwischen 19, hat keine Probleme mit den Eisen/Beinen und daher hab ich bisschen Bedenken ihn umzustellen, er (bzw seine Hufe/Bewegungsaparat) ist es seit 15 Jahre 'gewohnt' mit Eisen zu laufen, ich finde das spielt auch eine Rolle.
Bei ihm ist es extrem wichtig, dass er viel Bewegt wird daher fällt x Monate wenig bewegen & nur Koppel flach...

LG Lilly
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #18
hallo

ich muss eisen drauf haben aus gesundheitlichen gründen. mein hoddi hat ein sehr langsames hufwachstum. ich hab den schmied alle 2 1/2 bis 3 monate da. hinten hat er kaum trachten und kann ohne eisen nicht laufen.

hinten hat er sie drauf seit er mir gehört. ca 1 jahr. davor ging er ohne eisen. vorne waren die hufe dauern ausgebrochen und hinten konnte er nicht gut laufen. seit er eisen drauf hat geht er sauber und die hufe brechen nicht mehr ganz so schlimm aus. sie brechen von den nägeln nach unten hin aus. somit bin ich gezwungen in der woche 2x keralit dauf zu machen... ich hab leider keine wahl.
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #19
Hallo...
also ich bin zur zeit auch sehr mit diesem thema beschäftigt...
als ich mein pferdbekommen habe hatte sie keine eisen ( hatte auch vorher noch nie welche drauf).... doch sie fing dann an am schotter immer so füllig zu gehen... usw...
sie fing dann an immer ins gras oder auf den asphalt zu laufen....
deshalb trägt sie jetzt seit 2 Jahren eisen...
da ich jetzt dann auf so kleine tuniere gehe brauch ich ja eisen!!
ich würde mich auch sehr für hufschuhe interressiern... aber gehen die denn bei tunieren auch?? warum braucht man bei tunieren eigentlich eisen... springen kann ich ja noch so halbwechs verstehen aber dressur!?
auser hufschuhe und eisen gibt es keine möglichkeit oder?
LG
 
  • Hufeisen kein Muss? Beitrag #20
Nun,

meine Meinung zu diesem Thema: Kein Pferd braucht Hufeisen, wenn es gesunde Hufe hat und die Hufe auf dem Boden trainieren können, auf dem sie auch eingesetzt werden. Was allerdings ein gesunder Huf ist, daran scheiden sich die Geister ...

Was nicht funktioniert:
- Beschlag abnehmen, Hufform nicht korrigieren, und dann davon ausgehen, dass das Pferd keine Probleme hat.
- Pferd auf hartem Boden reiten und auf weicher Wiese stehen haben
- Pferd lange mit Beschlag laufen haben und Probleme in der Hufform gezüchtet haben, und dann davon ausgehen, dass die Umstellung auf Barhuf in drei Monaten erfolgt ist

Tatsache ist, dass die Entwicklung zum gesunden Huf bereits bei Fohlen einsetzen muß durch die entsprechende Haltung (auch harter Boden, möglichst 24 Stunden Bewegungsmöglichkeit) und die frühzeitige physiologische Korrektur von sich anbahnenden Hufproblemen. Ein Huf, der über Jahre eine Verformung hat entwickeln können oder der keinerlei Trainingsmöglichkeit gehabt hat, ist nicht von heute auf morgen ein gesunder Barhuf.

Eines meiner Patientenpferde (Strahlfäule, Zwanghuf, beginnende Strahlbeinlahmheit, faule weiße Linie) geht jetzt nach 1,5 Jahren konsequentem Hufausschnitt mit Reiter als einziges Pferd in seinem Offenstall über den übelst vorstellbaren Boden (kleine spitze Steine selbst auf der Koppel). Es geht, aber es dauert ...

Pferde stehen in Europa in der Regel auf zu weichem Boden. Der Huf ist an sich für harten Boden ausgelegt, daher rührt auch die Tendenz des Hufes, sich zu verengen und einen Zwang zu bilden (und dann "zu wenig" Horn zu bilden und sich zu schnell abzulaufen). Leider wird diese Form der Hufkapselverformung aber häufig nicht einmal diagnostiziert oder für normal gehalten ("Alle anderen Hufe sehen doch auch so aus, und die haben keine Probleme"). Dieses war im Übrigen vor 150 Jahren in der Pferdewelt noch deutlich anders ...

Zum Thema Strasser: Ich denke nicht, dass es viele Personen auf der Welt gibt, die sich derartig intensiv mit dem Thema Huf auseinandergesetzt haben wie diese Frau. Allein die Menge an Studien von Hufen, die von ihr durchgeführt wurden (am lebenden und toten Huf), dürfte kein anderer Hufmensch bisher erreicht haben. Das heißt nicht, dass bestimmte Ansichten nicht auch falsch sein können, aber sie hat schon verdammt viel richtig gemacht und erkannt.

Zu den Strasser-Ausschneidern: Was ich gelernt habe und wie ich es nachher im Feld umsetzte, können zwei verschiedene paar Schuhe sein. Ich würde keinen Hufbearbeiter an die Hufe meiner Pferde lassen, nur weil er eine bestimmte Ausbildung absolviert hat. Genausowenig umgekehrt.

LG,

Chiron
 
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Hufeisen kein Muss?

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