Huhu,
Dana, ich dachte, dass es allgemein um Tierverlosung ginge und nicht nur speziell um diesen einen Fall, von dem ich tatsächlich noch nichts gehört habe - sonst hätte ich mich dazu nicht geäußert.
Ich frage mich nur, inwiefern so ein Schutzvertrag dann letztendlich auch durchgesetzt wird.
Ich kenne Schutzverträge natürlich von Ratten oder sonstigen Kleintieren, aber auch von Hunden oder Katzen, für Pferde kenne ich so etwas leider (noch) nicht, da ich - gemäß des Klischeés

- stets meine Pferde mit Vertrag usw. gekauft habe.
So.
Wenn jetzt also eine nette Familie mit zwei kleinen Kindern gewinnt, die auf den ersten Blick alle Haltungsbedingungen, die in dem Schutzvertrag stehen, erfüllen (Weideland, Reitunterricht usw.), dann wird dieses Tier einfach so mal durch die ganze Republik gekarrt.
Erster Knackpunkt.
Der Vater verliert nach einem halben Jahr seinen Arbeitsplatz, die Familie kann sich kaum über Wasser halten, weil er keine neue Arbeit findet.
Der anfänglich wöchentlich besuchte Reitunterricht fällt zugunsten von dem Notwendigsten flach, das Pferd wird nach Gutdünken und dem Motto "das Frauchen des Boxennachbarn wird's schon wissen" weitergeritten.
Zweiter Knackpunkt.
Mutti ist genervt von ihren Kindern (Trotzphase) und muss den ganzen Haushalt schmeißen, sie streitet sich oft mit ihrem Mann, hat kaum noch Zeit für sich - und geschweigedenn für das Pferd, das ja *noch so mitläuft*.
Immer öfter bleibt es stehen, es entwickelt störende Marotten.
Dritter Knackpunkt.
Finanziell ist es denkbar heikel, nun wird das Tier auch noch ernsthaft krank.
Egal ob Hufprobleme (wer braucht schon einen Schmied alle sechs Wochen für 60€?) oder Kolik - bezahlt werden kann diese Rechnung kaum.
Die Familie rutscht zu allem Übel in die roten Zahlen - vierter Knackpunkt.
Das Pferd, völlig verritten und voller Marotten, wird also, weil die Familie keine andere Lösung sieht, an einen Reitschulbetrieb weiterverkauft, die Familie kann sich zwar vor dem finanziellen Ruin bewahren, ihr Pferd hat allerdings weniger rosige Aussichten.
Fünfter Knackpunkt.
=> Ihr seht, dass ich nicht ganz Unrecht habe, wenn ich sage, dass ich nichts vom *Verlosen* von Tieren halte, ganz explizit nichts von Pferden.
Auch wenn man im ersten Moment alle Bedingungen erfüllt, heißt das nicht, dass man sie auch in drei, vier Jahren noch einhalten kann.
Und glaubt mir, das ist kein seltener Fall!
Gruß