Hallo,
auch wenn euch meine ehrliche Meinung wahrscheinlich nicht passen wird, möchte ich euch mal als langjähriger Wanderreiter die Augen öffnen.
Ihr stellt euch das also wundervolles Erlebnis vor, das ihr mit euren besten Freunden, den Pferden, teilen könnt.
Ja, das ist es auch, aber es ist auch eine Menge Planung und Erfahrung vonnöten, um einfach mal eben an die Nordsee zu fahren.
Ihr müsst Übernachtungsmöglichkeiten für euch und eure Pferde buchen (meist schon ein oder ein halbes Jahr im vorraus!), einen Plan B aufstellen, der folgendermaßen ausschaut:
- Was, wenn eines der Pferde krank wird oder sich verletzt? => Tierarzt ausfindig machen und einweihen!
- Was, wenn ein Reiter krank wird oder sich verletzt? => Krankenhaus ausfindig machen und wenn möglich, auch Allgemeinmediziner, Augenarzt, Zahnarzt usw. - damit rechnet man gewöhnlich nicht, aber es ist wichtig, solche Telefonnummern zu wissen!
- Was, wenn die Unterkunft sich auf einmal weigert, eure Pferde annzunehmen? => Ärgerlich, das ist uns einmal passiert. Auf jeden Fall Ersatzstall ausfindig machen und informieren, unter freiem Feld bitte niemals kampieren!
- Handies müssen relativ neu und akkustabil sein, ihr müsst checken, ob das Netz funktioniert!
Zudem müsst ihr eine ganze Reihe Sachen mitnehmen, da empfehle ich euch, eine dritte Person (neben dem unerlässlichen Führer!) zu fragen, ob sie euch eure Klamotten hinterherfährt und auch bei Verletzungen etc. schnell zur Seite steht.
Das hier braucht ihr unbedingt:
- Camingzeug, inklusive Schlafsack (wenn ihr campen wollt)
- Geld
- Ersatzhandy
- Erste-Hilfe-Köfferchen für Reiter UND Pferd
- Hufauskratzer, Mücken-, Fliegen, Bremsenspray
- Sonnencreme und Co.
- Energy-Riegel
- Elektrolyte für's Pferd
- Ersatzschabracken, Decken, "schlecht-Wetter-Ausrüstung"
- Reinigungstücher (für Hände, Gesicht...)
- Wasser (!)
Eure Pferde müssen nervenstark (!), ausdauernd und vor allem richtig gut trainiert sein.
Mein Wanderreitpferd (ein dreizehnjähriger Mecklenburger-Wallach) trainiere ich ein Jahr (!) vor dem Wanderrit.
Die Pferde müssen eine wahnsinnige Muskulatur aufbauen, um einen Tagesritt von 10-20km pro Tag aushalten zu können - das schafft ihr niemals in ein paar Monaten, vor allem, weil ihr ja auch schonend mit den Muskeln und Gelenken umgehen müsst.
Zudem müssen die Pferde topfit sein (keine Ekzeme, keine Magenprobleme, keine Hufprobleme), es lohnt sich, sie zu beschlagen (allerdings sollte dies auch einige Monate vorher geschehen, damit sie sich daran gewöhnen können).
Die Pferden sollten absolut verkehrs- und verladefromm sein, freundlich, sich in einer Gruppe gut integrieren können und zudem keine jungen Hüpfer mehr sein - die sind meiner Erfahrung nach einfach meist zu hibbelig und ablenkbar.
Aus diesen und einigen anderen Gründen rate ich euch von einer solchen fixen Aktion ab und würde euch raten, sie auf nächstes oder übernächstes Jahr zu verschieben.
Als Alternative kann man ruhig auch mal einen "Wanderritt" durch die nähere Umgebung machen, wie ich das gerne auch mit meiner eigenen Stute mache, einfach, um mal etwas anderes zu sehen und meinen Spaß zu haben.
Wenn ihr noch Fragen habt, erreicht ihr mich ja meistens.
LG
Edit:
Niemals Kutschen hinterherreiten, sondern auf einen erfahrenen Führer bauen!