Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle

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  • Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle Beitrag #1
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charly77

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Hallo,

an meine Frage merkt ihr bestimmt das ich noch Anfänger bin.

Ich möchte gerne wissen, ob ihr in der Halle, wenn ihr auf dem Hufschlag reitet, vor jede Ecke eine Halbeparade gibt, um euer Pferd auf die Wendung aufmerksam zu machen. Und gebt ihr die Hilfen für eine Wendung, in jede Ecke?

Ich weiß, dass man das Theoretisch machen sollte und ich weiß auch wie es geht, aber macht ihr das wirklich.
Ich sehe da eigendlich kein Sinn drin, ein Pferd wird doch nicht einfach in die Wand reinlaufen, wenn man es nicht macht, oder.:?

Ich mache es eigendlich nicht, aber mein RL sagte mir, das die Schulpferde einem solche Fehler noch verzeihen, aber gut ausgebildete Pferde nicht.

Wenn ich schon bei blöden Fragen bin dann direkt noch eine:D

Warum treibt man mit dem inneren Schenkel gegen den äußeren Zügel?
Was hat das für Auswirkungen und wann macht man es.

Freue mich auf eure Antworten.
LG
Charly
 
  • Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle Beitrag #2
Huhu!

Als versierter Dressurfreak sind deine Fragen ein gefundenes Fressen für mich. *lacht*

Halbe Paraden sind dazu da, um ein Pferd aufmerksam zu machen oder auf eine neue Lektion vorzubereiten. Zum Beispiel, wenn du angaloppieren möchtest, gibst du eine halbe Parade und dann erst die Hilfe zu angaloppieren.

So ist das auch mit den Wendungen.
Dein Pferd muss gestellt sein, das soll heißen, dass du mit dem inneren Zügel dein Pferd etwas in die Bahn reinholst, so, dass du gerade so das Auge sehen kannst.
Das Tier kann sich damit besser selbst tragen - außerdem hat die Stellung auch noch eine gewisse Rolle zu spielen wie Lektionen wie dem Schenkelweichen oder dem Schulterherein, für Vorhand- und Hinterhandwendungen.

Um auf deine Frage zu kommen: Das Pferd wird sicherlich nicht in die Wand laufen, doch wenn du schlampst, dann schadest du dem Tier auf Dauer nur - Verspannungen und falsche Bemuskelung sind nur einige Folgen von falscher oder gar keiner Stellung.
Stell' dir vor, dass du an deinem Arbeitsplatz normalerweise immer ganz bequem nach links zur Tür schauen kannst, wenn ein Kunde hereinkommt.
Dann wird dein Schreibtisch aufgrund von neuer Einrichtung weiter von der Tür weggestellt und du musst dich jedes Mal extrem herumdrehen, um einen Kunden zu sehen - so ungefähr musst du dir das vorstellen.

Wenn ein Pferd sich selbst stellen muss, bekommt es irgendwann Schmerzen in der Halsmuskulatur - und das möchtest du doch auch nicht, auch wenn es "nur" ein Schulpferd ist, oder?

Bei welcher Lektion wurde dir denn beigebracht, gegen den äußeren Zügel mit dem inneren Schenkel zu treiben?
Ich weiß ja nicht, auf welchem Niveau du reitest (als Anfänger wirst du vermutlich noch nicht so anspruchsvolle Lektionen reiten wie ich z.B. mittlerweile), aber ohne genauere Angaben zur Lektion (Angaloppieren, antraben, Schulterherein...) kann ich dir leider dort nicht helfen.

Generell sollte man aber den Anweisungen seines Reitlehrers/Trainers folgen - der kennt sich nämlich hoffentlich damit besser aus als man selbst - gerade, wenn du noch Anfänger bist! ;)

Liebe Grüße,
die Schlange
 
  • Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle Beitrag #3
Hallo Charly,

deine Fragen sind überhaupt nicht dumm, sonder sogar ziemlich gut!

Also fangen wir mit den Ecken an:

Ein Pferd sollte immer gestellt sein, in der Regel nach innen. Das heißt, dass das Pferd zwar geradeaus läuft, aber dennoch mit seinem Körper, bzw dem Hals eine leichte Biegung nach Innen beschreibt.

Auf "runden" Hufschlagfiguren (Zirkel, Volte) ist das relativ leicht, da die Hufschlagfigur die Biegung und Stellung ja schon vor gibt.

Reitet man ganze Bahn und damit geradeaus, wird es schwieriger die Stellung aufrecht zu halten. Reitet man nun in die Ecke, ist das ähnlich wie eine "runde" Hufschlagfigur, da man ja eine kleine Kurve reitet. Das ist eine tolle Gelegenheit das Pferd neu zu stellen oder die Stellung aufzufrischen. Daher sollte man die Ecken immer gut ausreiten und die Chance gut nutzen.
Keine Angst, wenn sich das jetzt noch verwirrend anhört, das ändert sich!!


Nun zu dem inneren Schenkel und dem äußeren Zügel:

Auch das hat was mit der Biegung und Stellung zu tun. Du biegst das Pferd "um den inneren Schenkel herum" und der äußere Zügel begrenzt das Pferd dabei. Wenn du also Innen mit dem Schenkel Druck aufbaust, geht das Pferd natürlich nach Außen weg, um dem Druck auzuweichen. Das kann man mit dem äußeren Zügel verhindern.

Hoffe, das war jezt nicht zu verwirrend, wenn doch einfach noch mal fragen!!

LG
 
  • Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle Beitrag #4
Hallo Brillenschlange, Hallo BineKoeln,

mir war nicht klar, das ich mein Pferd (Schulpferde) damit schade, und ich werde mir zukünftig mühe geben daran zu denken.

Es ist aber auch schwer an so viele dinge gleichzeitig zu denken. Ich reite seit einem Jahr in einer Abteilung.

Das mit dem inneren Schenkel gegen den äußeren Zügel war auch auf dem Hufschlag oder durch die ganze Bahn wechseln, also auf gerade Strecken.

Jetzt wird mir aber etwas sehr viel klarer, mein RL fragte mich was ich mache wenn ich geradeaus reite, und ich sagte ich mache gar nichts außer treiben.
RL lachte, und sagte ich bin auch noch so unverschämt und gebe es zu:), hat mir aber nicht gesagt was ich hätte tuen sollen. Er dachte wohl ich wüßte es besser und bin nur zu faul dazu.

Ich hätte also mein Pferd nach innen Stellen sollen.

Super, wieder etwas schlauer geworden:)

LG
Charly
 
  • Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle Beitrag #5
Huhu,

ich habe auch am Anfang gedacht: "Das wirst du nie schaffen!" - angefangen von der Zügelhaltung, über die Hilfegebungen bis hin zum ersten Galopp habe ich meine Reitlehrer ganz schön fertig gemacht.
Aber irgendwann geht es einem in Fleisch und Blut über, du denkst gar nicht mehr aktiv darüber nach, vor gebogenen Strecken zu stellen und tief in die Ecken zu treiben, das geht dir ganz automatisch von der Hand.
Kopf hoch!
Das ging und geht uns doch allen so. ;)

Auf geraden Strecken reitest du nicht gegen den äußeren Zügel, ich denke, du hast da etwas falsch verstanden.
Wir nehmen an, dass du auf der ganzen Bahn reitest, an der langen Seite.
Der äußere Zügel steht an, der innere stellt - und wie du die Hilfe mit den Beinen gibst, kommt darauf an, in welcher Gangart du dich befindest.

Ich fasse mal zusammen:

Im Schritt ---> du treibst wechselseitig (links-rechts-links-rechts) mit den Beinen, die Zügel bleiben so stehen wie ich oben beschrieben habe

Im Trab ---> Beim Leichtsitzen treibst du jedes Mal, wenn dich hinsetzt (guck' mal, jetzt musste ich gerade eine halbe Minute darüber nachdenken, wann ich eigentlich treibe - da siehst du, ich denke gar nicht mehr darüber nach, wenn ich reite!); beim Aussitzen treibst du unablässig, wobei du auch theoretisch punktuell treiben könntest mit Impulsen, wie ich das mache.
In Reitschulen wird aber meist "dauer-getrieben", wenn das Pferd flott vorwärts geht, kannst du dich aber einfach "reinsetzten" und musst nicht treiben. Die Beine bleiben natürlich auch dann dran.
Die Zügel bleiben wie oben beschrieben.

Im Galopp ---> Im "normalen" Reitschul-Anfänger-Galopp (also 'Innengalopp') treibst du mit dem äußeren Schenkel, der eine Handbreit hinter dem Gurt liegt, das innere Bein bleibt am Sattelgurt und ist verwahrend angelegt. Bei manchen Pferden muss man jeden Galoppsprung ausreiten (als würde man jedes Mal neu angaloppieren, hat meine alte Reitlehrerin mal gesagt), bei anderen kannst du dich ebenfalls reinsetzen - und genießen. ;)
Die Zügel bleiben wie oben genannt.

Ich hoffe, das wurde dir jetzt etwas klarer. Man treibt nicht immer gegen den äußeren Zügel, das macht man z.B. beim Schenkelweichen.

Liebe Grüße
 
  • Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle Beitrag #6
Du gibst immer halbe Paraden. Auch in Ecken. Dein Pferd soll nicht durch die Ecke irgendwie gehen, sondern als wäre es eine Viertelvolte! Hinter denkst Du über Hilfen nicht mehr nach, sie sind dann Gewohnheit und gibst sie automatisch. Nur, dafür musst Du sie am Anfang immer geben, damit es in Fleisch und Blut über geht.
 
  • Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle Beitrag #7
Hallo Brillenschlange,

Thank you very very much.

Das ist wohl wie Auto fahren, irgendwann arbeiten die Beine selbsständig, ohne drüber nachzudenken. Zu schön um wahr zu sein:)

Treiben tue ich auch nicht ständig, nur wen es sein muss. Ich sitze dann auch nur da und genieße wie du so schön sagst, und beschrenke mich auf Kreuz und Gewichtshilfen. (ab sofort auch Zügelhilfen) :) Aber ich habe das Gefühl, dass ich dann nicht reite.
Ich dachte ich müßte ständig mit Stellen, Halbeparaden, Treiben, Kreuzhilfen beschäftigt sein,
auch auf gerade Strecken.
Schenkelweichen habe ich noch nicht gelernt, ich bin noch bei den Grundgangarten, und die mussen erst noch viel viel besser werden, bevor ich sowas in angriff nehmen kann. :)


Hallo Ronja11,

da hast du bestimmt recht, aber wie oft ist immer :?

LG
Charly
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle Beitrag #8
Huhu!

Nichts zu danken. ;)

Es kommt auch immer wahnsinnig auf's Pferd an: Auf meiner ehemaligen RB hatte ich immer das Gefühl, dass er gar nicht vorwärts geht, doch mein Reitlehrer meinte immer, dass er wirklich gut am Zügel stehe und auch eifrig untertreten würde.
Bei meiner Stute dagegen spüre ich tatsächlich jedes Bein und jede Bewegung und kann auch - in meinen Augen - besser treiben und einwirken.

Stellen tust du auch auf geraden Strecken, weil das Pferd sich auch dort dann besser selbst tragen kann.
Aber das Stellen ist wirklich echt simpel: Innerer Zügel stellt (plump gesagt, ist der innere Zügel etwas kürzer als der äußere und zu "ziehst" im übertragenen Sinne den Kopf etwas in Bahn hinein - natürlich gefühlvoll), der äußere begrenzt. Das soll heißen, dass der äußere Zügel ansteht und eine aktive Verbindung zum Maul hat, aber im Endeffekt nur verhindert, dass das Pferd nach außen ausbricht.

Am Anfang erscheint dir das natürlich alles reichlich viel und komplex, allerdings geht's dir wirklich irgendwann ganz leicht von der Hand. Wird schon! *g*

da hast du bestimmt recht, aber wie oft ist immer :?

Ich bin zwar nicht Ronja, aber ich gehe trotzdem mal drauf ein: Sie meint, dass du gerade am Anfang immer darauf achten musst, dass du alle Hilfen gut und richtig gibst, damit du später auch wirklich nicht mehr nachdenken musst - wie gebe ich die Galopphilfen, was mache ich jetzt usw. - und die Hilfen eben unterbewusst richtig gibst.
In diesem Fall ist "immer" immer. :mrgreen:

Liebe Grüße und nicht vergessen: Positiv denken!
 
  • Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle Beitrag #9
Hallo Brillenschlange,

ich habe es jetzt verstanden. Ich muss wohl weniger genießen und mehr arbeiten oder besser gesagt mehr reiten.:D

Danke auch an BineKoeln und Ronja für den netten Plausch.

LG
Charly
 
  • Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle Beitrag #10
Gern geschehen. ;)

Das Genießen kommt noch - versprochen! *lacht*
 
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Thema:

Halbe paraden und sonstige Hilfen in der Halle

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