Hengste reiten

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Machtnix

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Warum reitet ihr einen Hengst bzw. warum nicht mehr?

Als Hengtreiter ist man diversen Schwierigkeiten ausgesetzt. Stallsuche, Weidegang -auch im Winter-, Miteinstaller... Es kann viele Schwierigkeiten geben und viele Gründe einen Hengst kastrieren zu lassen.

Ich selber reite sehr gern Hengste, jedoch lassen wir nur die Hengste auch Hengst, die vom Exterieur und Interieur entsprechend gut sind und auch decken.

Pos.:
Hengste sind anders. Sie fühlen sich anders an, laufen anders, entwickeln bei entsprechender Behandlung und Erziehung eine enorme Beziehung zu ihrem Menschen - gerade ältere Hengste.

Neg.:
Man ist nicht in jedem Stall willkommen und ein Stall mit ganzjährigem Weide- bzw. Paddockgang ist schwer zu finden und meist teuer.
Hengstboxen sind teurer.
Die meisten Hengste leben in lebenslanger Einzelhaft (ich habe lange gesucht, bis ich einen Stall fand, in dem mein Hengst einen genauso artigen und sozialen Weidekumpel bekam).
Das Personal des Stalles muss sich mit Hengsten auskennen bzw. entsprechend eingewiesen werden.
Die anderen Reiter im Stall müssen entsprechend Rücksicht nehmen.
Bei vielen Veranstaltungen -z.B. Jagd, Wanderritte etc. ist man Außenseiter, denn man kann sich mit einem Hengst am Stopp nicht so frei bewegen.

Also, warum muss es bei euch ein Hengst sein?
 
  • Hengste reiten Beitrag #2
Bei muss es kein Hengst sein, nur Wallache, aus den u. g. Gründen! Ich bin Hengste schon zu Hauf geritten, habe sie ausgebildet. Ich finde, wenn ich ein gut ausgebildetes Pferd reite, macht es keinen Unterschied, ob Hengst, Wallach oder Stute.
Aber für mich kommt kein Hengst in Frage. Warum auch, ich bin keine Deckstation! Ich möchte, das meine Pferde ihr Leben stressfrei gemeinsam genießen können.
 
  • Hengste reiten Beitrag #3
Zu diesem Thema gibt es schon einen, wenn auch alten, Thread..
Wenn Bedarf besteht, suche ich den gerne mal raus.
 
  • Hengste reiten Beitrag #4
Hallo!

Ich finde, bei einigen Rassen ist es fast Klischeehaft, dass die Männlein Hengste bleiben (sehr viele PRE, Friesen etc.).

Mein Friese wäre an seinem damaligen Stall auch Hengst geblieben, da dort nur Wallache standen.
Mein Araber wäre wohl auch Hengst geblieben, ich hätte sogar einen Stall gehabt für ihn, aber die damalige Besitzerin von ihm wurde 'gezwungen' ihn legen zu lassen (stand auf einem Gestüt, es hieß Sie würde den Arabo-Lewitzern und dem einzigen Araber die Show stehlen, die Deckakte abspinstig machen).

Ich finde Hengste vom Charakter und Handling nicht unbedingt 'anders', man muss nur damit umgehen können.

Liebe Grüße
Feder
 
  • Hengste reiten Beitrag #5
Hi!

Es muss für mich kein Hengst sein, weil ich NICHT ZÜCHTE und die einzige Legitimation für eine Hengsthaltung ist in meine Augen die, dass man einen zugelassenen Zuchthengst besitzt.

Ansonsten zur Hengsthaltung weiteres hier:

LG Lilly
 
  • Hengste reiten Beitrag #6
Hi!

Es muss für mich kein Hengst sein, weil ich NICHT ZÜCHTE und die einzige Legitimation für eine Hengsthaltung ist in meine Augen die, dass man einen zugelassenen Zuchthengst besitzt.

Ansonsten zur Hengsthaltung weiteres hier:

LG Lilly

Tja das mit dem Zugelassen ist so eine Sache.
In vielen Zuchtverbänden ist ja die Körung das Maß der Dinge, sonst gibts keine Papiere. Bei vielen Zuchtverbänden können Hengste daher auf verschiedene Weise gekört werden um so auch Hengste zu berücksichtigen, die zwar nicht perfekt sind, jedoch durch ihr vorzügliches Interieur kleine (!) Fehler (z.B. fehlende Ausstrahlung, fehlender Tritt bei der Vorführung an der Hand -oft bei sehr gelassenen Pferden, die sich einfach nicht aufregen und keine Spannungstritte zeigen- ...) ausgleichen.

Um gekört zu werden, muss ein Pferd einem entsprechenden Zuchtziel entsprechen. Man sollte sich hier schon sehr genau informieren, was das Zuchtziel ist und wie es in der Praxis umgesetzt wird (Insiderinformationen sind absolut notwendig).
Ich weiß z.B. dass PRE's schln extreme Mängel haben müssen oder viel zu klein sein müssen um nicht gekört zu werden. Eine bekannte Zuchtleiterin im Westernpferdebereich (da hier gerade eine entsprechende Diskussion losgetreten wurde, die der Dame vermutlich den Posten kosten wird, nenne ich weder Zuchtverband noch Namen) kört nur Pferde, die fast schon im Vollbluttyp stehen.

Gerade im Westernbereich, wo ich mich ein wenig auskenne, ist die Körung häufig sogar zweitrangig. Viele erstklassige Vererber sind nicht gekört, auch habe ich Körsieger gesehen die nur mit Kette überm Zahnfleisch halbwegs zu halten waren (für mich absolute Tierquälerei, unser Hengst ging zwischen anderen Pferden normal am Halfter).
Körung ist zwar wichtig, jedoch nicht unbedingt das Maß aller Dinge, denn auch mit gekörten Hengsten kann man u.U. vom Züchter zum Vermehrer werden, wenn man sich allein auf die Körung verlässt.
Man kommt eben nicht drumherum sich umfassend zu informieren, zuzuhören und einige Jahre zu lernen.
 
  • Hengste reiten Beitrag #7
Hallo zusammen,
also ich selber besitze einen Hengst. Allerdings nicht, weil ich unbedingt einen wollte, sondern weil es sich so ergeben hat. Tja - wo die Liebe halt hinfällt.
Zuerst durfte ich als Reitbeteiligung beim Einreiten und bei der Bodenarbeit meinen Beitrag leisten. Dadurch habe ich seinen freundlichen Charakter kennengelernt. Als dann das Pfed zum Verkauf stand habe ich dann nicht lange gezögert und ihn gekauft.
Ich finde die Arbeit mit einem Hengst wahnsinnig schön. Es steckt immer viel Temperament dahinter aber auch der Wille alles richtig zu machen. Meiner lernt zum Beispiel sehr schnell. Wir arbeiten viel auf dem Platz und wir können auch gelassen mit anderen Pferden (Wallachen und Stuten) ausreiten.
Er kann Tag und Nacht auf die Koppel und hat tagsüber auch Kontakt zu anderen Pferden. Allerdings nur durch Weidenzäune. Er stand im letzten Jahr mit einem Wallach zusammen. Das werden wir im Winter wieder probieren...
 
  • Hengste reiten Beitrag #8
Hey Lettl,

Mich würde interessieren, ob er Hengst bleiben soll?
 
  • Hengste reiten Beitrag #9
ich bin auch schon ein paar Hengste geritten. in dem reitstall wo ich reite die züchten auch und da reit ich öfters mal die Hengste die müssen ja auch bewegt werden. Und in dem Stall wo ich mal ein Praktikum gemacht hab sind auch ein paar Hengste die ich geritten bin. Ich finde einen Hengst zureiten ist sehr schön ,denn die die ich geritten bin waren sehr lieb und haben keine irgendwelche dummheiten im Kopf gehabt wie man es oft ihnen nachsagt.
Sie sind sehr anhänglich nur man muss auch wissen wie man mit ihnen umgehen muss. Einer der hieß Earl der hat wenn ich zu ihm in die Box wollte, immer versucht mich wegzudrängen um in den Stall der stuten zukommen. klar das musste man einfach wissen und dann ging das auch.
 
  • Hengste reiten Beitrag #10
Persönlich denke ich es gibt viel zu viele Hengste- soll heißen eine Menge Leute legen sich einen Hengst zu weil der im Dressurviereck mehr her macht (geigt mehr auf, eh klar), aber ein wirklich glückliches pferdegerechtes Leben können sie ihm nicht bieten. Einzelhaft wurde schon mehrmals genannt- also bloß weil andere Pferde in der Nähe sind ist das kein soziales pferdegerechtes Leben, finde ich-also das läuft auch unter Einzelhaft;)!
Ich glaub zwar nicht, dass einem Hengst was abgehen MUSS, wenn er nie eine Stute decken durfte- das kennt er ja dann einfach nicht, aber einen Hormonschub bekommt er trotzdem bei jeder rossigen Stute, und das ist schon psychischer Stress. Und: wenn der Hengst eh nicht decken soll- warum MUSS es dann ein Hengst sein??? Weil er eine etwas andere Ausstrahlung hat? Klar, die haben schon ihre eigenheiten. Es gibt auch nicht umsonst das Sprichwort: "einem Wallach kannst du befehlen, eine Stute musst du bitten, aber mit einem hengst musst du diskutieren"- ich fürchte nur, dass die meisten Menschen nicht bereit sind mit ihrem Pferd einen Diskurs zu führen- das muss gehorchen, und wenn nicht gibt es Konsequenzen... also sollte man sich allein schon aus dem Grund überlegen ob man selber weit genug ist um sich mit einem Hengst auseinander zu setzen, bevor man sich einen anschafft.
Klar, wenn die Bedingungen passen, man kommt mit dem Pferd klar und kann ihm ein Art-gerechtes Leben bieten- spricht auch nichts wirklich dagegen einen Hengst zu haben...
Dass der Sexualtrieb aber ein sehr starker Trieb ist sollte man nie unterschätzen, und ich bin sicher dass dieser auch viel Stress und auch Gefahren für Pferd und reiter beinhalten kann!
Übrigens, weil es mehrmals hieß nur Hengste, wenn das auch Zuchthengste sind- das bitte dann hoffentlich auch nur in artgerechter Haltung. ich kenne vie zu viele geschichten von Zuchthengsten die ihr Leben lang nur darauf warten wieder abspritzen zu dürfen, die nicht mal eine echte Stute sehen, und die ihre Box außer zu diesem Anlass nie verlassen...(Ich hoffe natürlich diese negativ Beispiele sind in verschwindend kleiner Minderheit!)
 
  • Hengste reiten Beitrag #11
Hallo,

damals als ich noch mein Pflegepferd hatte, habe ich jeden Tag mit einem Andalusierhengst kontakt gehabt. Ich finde es schlimm dass es in der Gesellschaft immernoch so ist, dass Hengste verrufen sind. AUßerdem finde ich es nicht gut, dass viele Leute Hengste halten, nur um damit anzugeben oder weil Hengste MEIST nicht IMMER mehr hergeben.

Hengste müssen nicht immer schwieriger sein als Wallache oder Stuten. Ich kenne viele Wallache und Stuten die sich "hengstiger" benehmen als Hengste. Ich kenne zum Beispiel ein HEngst, der denkt er wäre ein Wallach =) er hat nicht mal interesse eine Stute zu decken wenn beide zusammen auf der Koppel stehen. Klar er deckt auch, aber nur wenn er Lust dazu hat und das kommt selten vor.

Generell finde ich Hengsthaltung nicht schlimm. GUt bei mir ist es eine andere Sache, ich wohne in einem Ort mit viel Platz für Pferden. HIer stehen 30 Pferde. Ich habe die Möglichkeit ein eigener Stall zu bauen. EIn passender Stallkompane ist auch kein Problem, denn hier sind einige Hengste, die sehr brav sind und nicht zum Decken eingesetzt werden.

Ich habe mir vor 3 WOchen ein Hengstfohlen gekauft. Ich bin eigendlich nicht darauf aus ihn als Hengst zu halten, aber wenn er sich mit 3 Jahren gut gibt und händelbar ist, dann lass ich ihn Hengst. Denn warum sollte ich seine Eier abschneiden lassen wenn er brav ist. Wenn man will, findet man eine Möglichkeit den Hengst mit anderen Pferden zusammenzustellen.

Ich denke Hengsthaltung könnte in den nächsten Jahren zunehmen und zwar nicht nur zum Tunier und Zuchtbedarf, sondern auch für Freizeitreiter!
 
  • Hengste reiten Beitrag #12
Ich schreibe dann auch mal meine Meinung zu Hengsten..... ;0)

In meinen 24 Jahren Reiterfahrung muss ich eigentlich sagen, das ich Hengste viel lieber reite und ausgebildet habe. Aufgrund ihrer Intelligenz, ihrer Ausdrucksstärke und Mitarbeit ... und natürlich ihrem natürlichen Imponiergehabe, was man gut in der Dressur einsetzen kann. Zudem sind sie weniger ängstlich und sehr neugierig auf neue Dinge.
Zu meinen Pferden haben aber auch Stuten und Wallache gehört, von daher weiß ich die Unterschiede. Meinen Tomtom habe ich 2 jährig bekommen, klar als Hengst. Ich habe den allerdings fast 4 jährig legen lassen müssen, da er nicht mehr beherrschbar war. Und auch aus diversen Stallproblemen. Wir haben hier bei uns in der Gegend sehr sehr wenig die Möglichkeit für Hengsthaltung und da Pferde nunmal Herdentiere sind, finde ich es unmöglich diese Tiere alleine halten zu müssen. Auch sind die Leute hier gegenüber Hengsten sehr negativ eingestellt....gleichzustellen mit "Kampfhunden"......alle samt gefährlich. (wenn ihr mich fragt...die haben ein Ding an der Murmel) :0)))
Naja, dadurch das meiner halt so spät gelegt wurde, hat er immer noch sein hengstliches Gehabe behalten, was er unterm Sattel, auf der Weide, gegenüber Weidekumpels und anderen Artgenossen sehr deutlich zeigt und manchmal auch dem Menschen gegenüber. Wenn ich die Mögichkeit hätte würde ich mir immer wieder nen Hengst holen und ihn nach Möglichkeit auch so lassen.
Aber auch Wallache haben ihre Vorteile....sie sind einfach ausgeglichener, aber manchmal auch etwas triebig.
 
  • Hengste reiten Beitrag #13
Hi,

ich (wir) sind Hengsten gegenüber sicher nicht negativ eingestellt, ich finde es einfach nur egoistisch einen Hengst der so oder so nicht decken soll/darf, Hengst zu lassen.

Zudem: Wallache oder Stuten sind nicht dümmer als Hengste, das ist blödsinn. Schließlich wird bei der Kastration ja nicht das Gehirn mit entfernt -.-

Ein Hengst kann genauso triebig sein wie ein Wallach, das alles liegt nicht an der Kastration sonder am Pferd selbst...

Aber ein Hengst hat unter anderem ein stärkeres Revierverhalten und auch ein anderes Sozialverhalten udn ist daher nunmal schwerer zu behandeln.

Zu Zuchthengsten ein eindeutiges ja, zu unkastrierten Freizeithengsten (denn ein Wallach ist auch noch ein Hengst ;) das bedeutete nämlich 'nur' das es ein männliches Pferd ist) ein deutliches NEIN, da es mE nach nur im Egoismus des Reiters/Halters begründet liegt ihn nicht legen zu lassen.

Mein Wallach zb 'benimmt' sich wesentlich 'hengstiger' bei (Nicht nur rossigen) Stuten als Junghengste die ich kenne (vor der Kastra).
Als Hengst allerdings lief er die letzten vier Wochen nur noch auf 2 Beinen rum, versuchte alles zu decken was auch nur entfernt nach Pferd(eähnlichem) aussah.
Wobei es nachdem er nicht zur Zucht zugelassen wurde (Fehler im Exterieur) auch nie eine Frage war ihn Hengst zu lassen - warum auch?


LG Lilly
 
  • Hengste reiten Beitrag #14
Hallo Leute,

ich teile von jedem ein wenig die Meinung...

...ich persönlich kenne nur liebe Hengste und der Umgang mit ihnen ist genauso einfach, wie mit jeden anderen Pferd auch. Jedes Pferd hat seinen eigenen Charakter und der muss individuell behandelt werden...ob Hengst, Stute oder Wallach!

Ich habe die Erfahrung gemacht, das man auch Hengste mit Wallachen zusammen halten kann, so das auch Hengste soziale Kontakte pflegen können, wie jedes andere Pferd auch!!! (Weidehaltung)

Daher kommt es ganz auf die Charakterentwicklung jedes Hengstes an ob ich ihn kastrieren würde oder nicht....und wenn er sich mit Stuten und anderen gut versteht, warum dann kastrieren?

Ich würde es nicht als "damit angeben" bezeichnen...das muss nicht immer der Grund sein, viele (ja sogar Freizeitreiter) halten sich einen Hengst, da sie für sich oder anderen Menschen, denen ein "gekörter" Hengst fremd ist, Fohlen züchten. Es muss nicht nur Hengste geben (die es auch bleiben dürfen) nur weil diese gekörte sind! Viele brauchen nicht unbedingt Fohlen mit Papiere, denen ist es egal...

Wer einen in Einzelhaft halten muss, weil er sich nicht mit anderen versteht oder zur Massenproduktion, nein danke, dass muss nicht sein...da stimm ich euch voll und ganz zu!!!
 
  • Hengste reiten Beitrag #15
Ich schreibe dann auch mal meine Meinung zu Hengsten..... ;0)

In meinen 24 Jahren Reiterfahrung muss ich eigentlich sagen, das ich Hengste viel lieber reite und ausgebildet habe. Aufgrund ihrer Intelligenz, ihrer Ausdrucksstärke und Mitarbeit ... und natürlich ihrem natürlichen Imponiergehabe, was man gut in der Dressur einsetzen kann. Zudem sind sie weniger ängstlich und sehr neugierig auf neue Dinge.
Zu meinen Pferden haben aber auch Stuten und Wallache gehört, von daher weiß ich die Unterschiede. Meinen Tomtom habe ich 2 jährig bekommen, klar als Hengst. Ich habe den allerdings fast 4 jährig legen lassen müssen, da er nicht mehr beherrschbar war. Und auch aus diversen Stallproblemen. Wir haben hier bei uns in der Gegend sehr sehr wenig die Möglichkeit für Hengsthaltung und da Pferde nunmal Herdentiere sind, finde ich es unmöglich diese Tiere alleine halten zu müssen. Auch sind die Leute hier gegenüber Hengsten sehr negativ eingestellt....gleichzustellen mit "Kampfhunden"......alle samt gefährlich. (wenn ihr mich fragt...die haben ein Ding an der Murmel) :0)))
Naja, dadurch das meiner halt so spät gelegt wurde, hat er immer noch sein hengstliches Gehabe behalten, was er unterm Sattel, auf der Weide, gegenüber Weidekumpels und anderen Artgenossen sehr deutlich zeigt und manchmal auch dem Menschen gegenüber. Wenn ich die Mögichkeit hätte würde ich mir immer wieder nen Hengst holen und ihn nach Möglichkeit auch so lassen.
Aber auch Wallache haben ihre Vorteile....sie sind einfach ausgeglichener, aber manchmal auch etwas triebig.

Das Hengst weniger triebig sein sollen, kann ich nicht bestätigen. Das ist meiner Meinung nach, zuchtbedingt. Im Gegenteil, gerade beim Anreiten und der Grundausbildung sind Hengst eher klemmiger.
Unsere Hengste sind aufgrund ihrer Grundausbildung und Erziehung alle gut händelbar und auch gemeinsam mit rossigen Stuten genauso zu reiten als mit Wallachen oder anderen Hengsten. Dabei ist es egal ob sie decken oder nicht. Nur in und direkt nach der Decksaison bin ich lieber etwas vorsichtiger und probiere gar nicht aus ob er artig ist, ich reite einfach nicht mit rossigen Stuten zusammen in der Bahn oder im Gelände.
Unsere Hengste wissen, dass nur gedeckt wird, wenn kein Sattel drauf ist und oder wenn sie -wenn an der Hand gedeckt wird, denn sie decken auch frei- eine Kette hören.

Einen Hengst zu reiten finde ich wundervoll, jedoch auch sehr anstrengend.
Ein Hengst schlägt mit ca. 7 Jahren noch einmal um. In diesem Alter tickt einfach die biologische Uhr (in der Wildniss entscheidet sich ob er jemals eine Stutenherde bekommt oder nicht. Nicht jeder frei geborene Hengst hat eine Stutenherde, Einzelhaltung mit Sicht- und Schnüffelkontakt zu anderen Pferden ist daher bei Hengsten nicht unbedingt Naturwidrig).
In diesem Alter sind Hengste meist geradezu schmerzfrei und schwer zu korrigieren, da hilft nur absolute Kopfarbeit (normalerweise sollte man die Rittigkeit und Motivation bis dahin erledigt haben, ansonsten ist es eine recht anstrengende Arbeit).
Ältere Hengst sind ungeheuer menschenfixiert und wollen bei entsprechender vorheriger Rittigkeit und Erziehung alles richtig machen. Sie sind Arbeitsorientiert. Jedoch gibt es auch Hengst, die zur Agressivität neigen -je nach Zuchtrichtung- diese Hengste sind die Gradwanderung zwischen Kreuzbrav und nicht besonders arbeitswillig (geben oft nur 40% bei der Arbeit - Adrenalin runter) und agressiv und reaktionsschnell (geben immer 100%, sind aber äußerst selbstbwust und setzen ihren Trieb gern durch -Adrenalin hoch). Dazwischen gibt es noch Hengste, die beim Reiten gebrochen wurden.
Ich persönlich bevorzuge eine Mischung. Einen Hengst, der gut händelbar ist (mit entsprechender Konsequenz bei der Erziehung, auch wenn sich viele Englischreiter im Stall nur noch wundern) und beim Reiten reaktionsschnell und arbeitsorientiert ist (dabei darf man einen solchen Hengst niemals durch eine Widersetzlichkeit mit Gewalt drücken, sondern mit Konsequenz und viel Kopfarbeit, was für den Reiter schon etwas Mühe bedeutet).
Ein Hengst ist für mich wie ein Spiel, immer eine Gradwanderung. Dafür erhalte ich ein Pferd, das für mich bedinnungslos ohne zu fragen buchstäblich durchs Feuer geht (bin mit dem Althengst schon Aufzug gefahren, mit dem Mittleren war ich schon 3-jährig an der Hand auf der Kirmes).
 
  • Hengste reiten Beitrag #16
Hallo, Hengste sind was tolles aber ich würde selber nie ein Hengsthalten, nur das die Halsmuskulatur bleibt so wie es Viele Tunierreiter machen, das ist irgen wie ungerecht dem Hengst gegen über der darf keine Soziale Kontakte haben nur weil er Hengst bleiben muss damit der Besi angenben kann, okay es sind ja nicht alle so, aber bei uns sind in normalen Ställen keine Hengste erwünscht nur auf unseren Zuchthöfen, dann gibt es noch einen Hengststall, oder auf der Rennbahn, aber sonst wenn es besser für das Pferd ist dann soll er wallach werden, okay es gibt auch wieder Hengste die verstehen sich brächtig mit anderen Wallachen, dann kann er ruhig Hengst bleiben, aber ich finde es auch schwachsinn und ungerecht dem Hengst gegenüber. Das ist meine MEinung natürlich bezeifle ich nicht, das Eure Hengste es schlecht geht, ich glaube eher das es denen Besser geht wie einem Manchen Wallach oder Stute.
 
  • Hengste reiten Beitrag #17
Das Hengst weniger triebig sein sollen, kann ich nicht bestätigen. Ein Hengst ist für mich wie ein Spiel, immer eine Gradwanderung. Dafür erhalte ich ein Pferd, das für mich bedinnungslos ohne zu fragen buchstäblich durchs Feuer geht (bin mit dem Althengst schon Aufzug gefahren, mit dem Mittleren war ich schon 3-jährig an der Hand auf der Kirmes).

Hey Machtnix...ich hab ja auch Wallach geschrieben...nicht Hengst ;0)
Das Hengste wie ein Spiel sind, das kann ich nur bestätigen. Und wo ich den Hut vorziehe ist das du mit deinem Althengst Aufzug gefahren bist und der Mittlere mit dir auf Kirmes ging. Alle Achtung. Meiner würde jetzt noch fast alles für mich machen, auch wenn dieser ein Wallach seit über 5 Jahren ist. Gestern z.B. hat der Reitplatzstrahler geknallt...warum auch immer-auf jedenfall wars laut....mein Kleiner blieb ganz cool. Obwohl er sonst immer bei jedem Gelben Sack die Kehrtwendung macht. :0)
 
  • Hengste reiten Beitrag #18
Hey Machtnix...ich hab ja auch Wallach geschrieben...nicht Hengst ;0)
Das Hengste wie ein Spiel sind, das kann ich nur bestätigen. Und wo ich den Hut vorziehe ist das du mit deinem Althengst Aufzug gefahren bist und der Mittlere mit dir auf Kirmes ging. Alle Achtung. Meiner würde jetzt noch fast alles für mich machen, auch wenn dieser ein Wallach seit über 5 Jahren ist. Gestern z.B. hat der Reitplatzstrahler geknallt...warum auch immer-auf jedenfall wars laut....mein Kleiner blieb ganz cool. Obwohl er sonst immer bei jedem Gelben Sack die Kehrtwendung macht. :0)

Danke für die Blumen, aber das ist nicht schwer.
Der Althengst war damals schon Schowerfahren, wohlerzogen und aufgrund seines Wesens quasi Angstfrei (was er zum Glück auch an seine Nachkommen weitergibt). Mit ein wenig Geduld und Training (er musste mit 7 Jahren erst noch angeritten werden) ist das kein großes Ding.
Viele seiner Nachkommen (er hat jetzt über 60) sind Reithengste geblieben, was für den großartigen Charkter dieses Pferdes spricht.
Der Mittlere ist schon etwas schwieriger, da er von seiner Zuchtrichtung her eine etwas höhere Agressivität (Mutter sehr heiß und schnell bis hin zum gezielten Angriff, Vater agressiv aber mit richtigem Reiter enorm Leistungsbereit - 2maliger Europameister. Für die Rinderarbeit ist eine gewisse Agressivität einfach notwendig) zeigt.
Da er jedoch selbstgezogen ist und die Fohlen bei uns bis ca. 1 Jahr in der gemischten Herde bei der Mutter bleiben, hat er im ersten Jahr schon eine gute Grunderziehung erhalten. Als ich ihn dann mit über 3 Jahren wieder zurückholte und anritt war es eigentlich ein Leichts.
In dieser Zeit musst er noch einmal lernen den Menschen zu lieben und sich auf den Menschen zu verlassen, daher auch meine Besuche mit ihm von einer Kirmes und mehrerer anderer Events (das Karussell Raupe findet er jedoch verwirrend). Er ist mittlerweise ein absolut sicheres Pferd, sogar für Anfänger und bei rossigen oder schwierigen Ausreitpartnern.
Mit unseren selbstgezogenen Pferden habe ich eigentlich nie Probleme, es kommt sehr viel auf die Prägung an.

Ansonsten sind die Hengste, die ich angeritten habe, alle nach einiger Zeit (oder schon vor dem Anreiten) gelegt worden, da bei uns nur der Hengst bleibt, der auch deckt und wir haben einfach nicht den Platz um zu viele Hengste artgerecht zu halten.

Die Hengstberittpferde waren schon schwieriger. Teilweise ohne Grunderziehung, was mir für die Pferde immer sehr leid tut, denn sie müssen ab dem ersten Tag lernen, dass jetzt alles anders ist.
Ich reite gern Hengste. Wohlerzogene Hengste jenseits der 8-10 Jahre sind einfach super (rein biologisch kann ein Hengst im Alter von ca. 7 Jahren noch mal umschlagen), so richtige Black Beauty Pferde.
Im Alter von ca. 2 Jahren sind alle Pferde irgendwie blöd und testen. Wenn die Grunderziehung vorher stimmt, legt sich das von selbst, dann kann man sie getrost einfach in Ruhe lassen.
 
  • Hengste reiten Beitrag #19
Hallo!
also wie der eine oder ander sicher weiß, ist mein Wummi mit seinen 7 Jahren auch noch Hengst!
Ich fand Hengste schon immer charaktermäßig sehr viel interessanter als Stuten oder Wallache.
Ich bin aber nicht mit dieser Einstellung auf die Suche nach meinem Pferd gegangen!
Als ich Wummi bekam war es zu dieser zeit überhaubt kein Problem bei uns im reitstall, wummi war grad zwei..neben ihm ein Wallach und vor ihm eine Stute..
Geritten, bzw Bodenarbeit habe ich immer mit ihm gemacht auch während andere Stute und Wallache in der Halle waren, damit er es direkt lernt sich vernümpftig zu benehmen.
Wummi ist soweit Ok......er darf auch täglich raus auf die Koppel ( seit ich meinen eigenen Stall habe), aber mit seinem Kollegen durfte er zuvor nicht mehr raus, aufgrund Verletzungsgefahr ( beide trugen Eisen vorne und hinten), nicht weil es Hengste waren.
Wummi ist ein echter Schatz, ok, mal etwas triebig, aber ansonsten super cool und läßt sich nicht ablenken, sonst würd ich nicht mit drei stuten zusammen Manschaft reiten und sonst jeden Quatsch mit ihm machen....

LG
 
  • Hengste reiten Beitrag #20
Ich reite jetzt seit ca. 1 Jahr einen Araberhengst und muss sagen er ist super lieb. Mit ihm kann man mit 6 Stuten in der Halle reiten und es stört ihn über haupt nicht. Nur Ausreiten geht nicht so richtig. Er ist auch ein totales Anfängerpferd für Kinder.
Aber ich glaube ihn kann mann nicht mit anderen Hengsten vergleichen. Aber ich reite total gerne auf ihm. :D
 
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