- Ich will unbedingt ein Hund ! Beitrag #21
tanja_79
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Hallo!
also ich sehe - nicht zuletzt aus eigener Erfahrung - auch vor allem einen wichtigen Aspekt im Vordergrund stehen ... und zwar den der bevorstehenden Zukunft.
Noch bist du 13 Jahre alt, lebst bei deinen Eltern und gehst zur Schule. Aber irgendwann ist Schluss mit Schule und du wirst älter. Selbst wenn es dir jetzt noch in weiter Zukunft zu liegen scheint: was passiert mit dem Hund, wenn du irgendwann von Zuhause ausziehst? sind sich deine reisebegeisterten Eltern darüber im klaren, dass sie womöglich spätestens dann alleine mit dem Hund dastehen? denn davon müssen sie ausgehen - ausser deine berufliche und private Zukunft ist bereits in "trockenen Tüchern", sprich ihr habt z.B. ne krisenresistente Firma in der du deine Ausbildung absolvieren kannst und später nen festen Job hast? denn bereits mit Ausbildungsbeginn wird sich dein Tagesablauf erheblich verändern. Du wirst im Schnitt alles in allem (Arbeitszeit+Pause+Hin-/Rückweg) ca. 10 Stunden am Stück nicht da sein. Haben sich deine Eltern bereit erklärt und sind sie aus beruflicher Hinsicht zeitlich überhaupt dazu in der Lage, sich während deiner Abwesenheit um das Tier zu kümmern?
wenn nein, rate ich von der Entscheidung einen Hund anzuschaffen aus Vernunftsgründen ab, wennauch ich deinen Wunsch nach einem Hund zu 100% nachempfinden kann.
Ich hatte damals in deinem Alter den unbedingten Wunsch nach einem Pferd. Angeschafft war es schnell, doch darüber, wie ich (was während meiner Schulzeit nie ein Problem darstellte) während meiner Berufsausbildung und noch ohne Führerschein nach einem langen Arbeitstag im Betrieb auch noch - ohne irgendwann auf dem Zahnfleisch zu gehen - eine angemessene Versorgung für das Tier gewährleisten soll, hat natürlich keiner gedacht. Völlig überfordert habe ich sodann am Ende des 2. Ausbildungsjahres einsehen müssen, dass ein Verkauf meiner Stute unumgänglich ist.
Daraufhin bekam ich eine damals 1-jährige Retriever-Labrador-Hündin. Ich war 17 Jahre und mein Auszug war bereits für ein halbes Jahr später geplant. Leichtfertig äußerte ich, dass mein Hund "selbstverständlich" mitkommt und bei mir leben wird... Heute bin ich 30 Jahre alt und ich kann nur sagen, ja, ich bin meinen Weg gegangen ... mit dieser Hündin ... und sie lebt heute noch bei mir (zusammen mit dem Rüden, den ich dann noch im Dez.´99 anschaffte) ... aber dieser Weg war alles andere als einfach! Es geht schon damit los, dass es nicht einfach ist (und heutzutage schon gleich gar nicht mehr), einen passenden, hundefreundlichen Job zu finden und ebenfalls problematisch kann sich eine Wohnungssuche gestalten. An Geld sollte es grundsätzlich definitiv nicht mangeln (meine aktuellen Tierarztkosten aus den letzten 6 Monaten belaufen sich jetzt fast auf 2.000 Euro - und kein Ende in Sicht).
Ich liebe meine Hunde abgöttisch - aber die Frage, ob mir meine Mutter mit der Erfüllung meiner damaligen unreifen "will-haben-Wünsche" wirklich einen Gefallen getan hat, ist schwierig zu beantworten. Ich behaupte, meine Hündin hatte in dem Fall Glück dass sie an mich geraten ist, denn ich sah mich durch meine Verantwortlichkeit für meine Hündin in der Pflicht, stets mein Leben der Situation - also den Bedürfnissen meines/meiner Tiere/s - anzupassen, wenn auch dadurch vielleicht letztendlich persönliche Nachteile hinzunehmen waren. Ein Blick ins Tierheim genügt, wo unendlich viele einst naiv & unüberlegt angeschaffte Seelen ihr dasein frusten, weil sie irgendwann auf einmal nicht mehr ins Leben ihrer Besitzer passten.
Sich einen Hund anzuschaffen, nur weil er gerade gut ins Leben passen würde, ist blauäugig, keine große Kunst und wirklich nicht empfehlenswert. Und in eurem Fall schon gar nicht - wie ´Sepp´ empfiehlt - einen Welpen (der je nach dem noch zw. 10+15 Jahre vor sich hat), wo womöglich noch nicht mal gesagt werden kann, wo er in 4 bis 5 Jahren leben soll. Ich gebe ernsthaft zu bedenken, dass dein Leben jetzt dann in den nächsten Jahren erst ´richtig´ beginnt... - die Zeiten, in denen die Wochenenden zur Partytime erklärt werden, stehen dir noch bevor. Über Spontanübernachtungen irgendwo oder 3-Tages-Festivals, zu welchen der gesamte Freundeskreis pilgert, brauchte ich noch nicht mal nachdenken.
Solltet ihr euch allerdings wirklich für die Anschaffung eines "besten Freundes" entscheiden, sollte die Wahl meiner Meinung nach in jedem Fall auf einen "Hundesenioren" fallen, dem du einerseits noch einen schönen Lebensabend schenken kannst und du gleichzeitig aber auch die Erkenntnis erlangst, was es eigentlich bedeutet, sich tagtäglich um einen Hund kümmern zu müssen. Schon allein deine Aussagen "will unbedingt", "so schnell wie möglich", "am liebsten der Rasse X", "Geld spielt keine Rolle", aber Zurückstecken wollen wir bei nichts, "fahren/fliegen öfter in den Urlaub" und
Ebenso halte ich den Besuch einer Hundeschule von Ersthundehaltern für unerlässlich, und zwar auch dann, wenn man sich einen etwas älteren Hund anschafft, der seine Kommandos bereits beherrscht. Denn ohne das Wissen, auf was es bei der korrekten Erziehung, Haltung und im alltäglichen Training ankommt und wie man es richtig macht, können ungeahnte Probleme hervorgerufen werden, die es zu verhindern gilt. Denn durch Unwissenheit und falschen Umgang kann der "liebste Hund" zur Waffe werden. Wenn dann nahezu entsetzt darüber berichtet wird, dass aus "völlig unerklärlichen Gründen" Golden Retriever immer öfter Menschen attackieren, wundert mich diese Entwicklung natürlich keineswegs. Wie gesagt, es genügen auch bei einem "familienfreundlichen, an sich aggressionslosen" Modehund Besitzer, welche durch falsche Erziehung verstörte und in ihren Augen so unerklärlich aggressive Beisser zaubern. Ich befürchte ähnliche Entwicklung beim Border-Collie & Co.. Wen interessieren da schon die rassetypischen Bedürfnisse, welche die wenigsten erfüllen können, wenn es doch so verdammt "in" ist, jetzt so einen Hund zu halten?!? geht er aber irgendwann aufs eigene Kind los, ist das Geschreie wieder groß.
sicher magst du die meisten (letztendlich nur gut gemeinten) Ratschläge, die gegen die Anschaffung eines Hundes sprechen, gar nicht erst lesen - mir ging es selbst damals nicht anders. Spätestens wenn der Hund dann erstmal da ist und die erste Begeisterung verflogen ist, wirst du nach und nach unsere vorgebrachten Einwände beginnen zu verstehen. Dass es wunderschön ist einen Hund zu besitzen, möchte hier auch sicher niemand bestreiten - dass die Haltung aber auch mit zahlreichen Pflichten verbunden ist, wie z.B. eigene Bedürfnisse zurückstecken, evtl auf etwas ganz zu verzichten, häufig Kompromisse eingehen zu müssen, bleibt leider all zu häufig unbedacht und aussen vor.
Im Grunde ist die Hundehaltung zu vergleichen mit der Situation, ein Kind zu haben ... - nur wird dieses Kind nie selbständig - und großartig Rücksicht (z.B. von Chef, Arbeitsamt od. sonstigen Dritten) ist für deine damit verbundenen Pflichten allerdings nicht zu erwarten
also ich sehe - nicht zuletzt aus eigener Erfahrung - auch vor allem einen wichtigen Aspekt im Vordergrund stehen ... und zwar den der bevorstehenden Zukunft.
Noch bist du 13 Jahre alt, lebst bei deinen Eltern und gehst zur Schule. Aber irgendwann ist Schluss mit Schule und du wirst älter. Selbst wenn es dir jetzt noch in weiter Zukunft zu liegen scheint: was passiert mit dem Hund, wenn du irgendwann von Zuhause ausziehst? sind sich deine reisebegeisterten Eltern darüber im klaren, dass sie womöglich spätestens dann alleine mit dem Hund dastehen? denn davon müssen sie ausgehen - ausser deine berufliche und private Zukunft ist bereits in "trockenen Tüchern", sprich ihr habt z.B. ne krisenresistente Firma in der du deine Ausbildung absolvieren kannst und später nen festen Job hast? denn bereits mit Ausbildungsbeginn wird sich dein Tagesablauf erheblich verändern. Du wirst im Schnitt alles in allem (Arbeitszeit+Pause+Hin-/Rückweg) ca. 10 Stunden am Stück nicht da sein. Haben sich deine Eltern bereit erklärt und sind sie aus beruflicher Hinsicht zeitlich überhaupt dazu in der Lage, sich während deiner Abwesenheit um das Tier zu kümmern?
wenn nein, rate ich von der Entscheidung einen Hund anzuschaffen aus Vernunftsgründen ab, wennauch ich deinen Wunsch nach einem Hund zu 100% nachempfinden kann.
Ich hatte damals in deinem Alter den unbedingten Wunsch nach einem Pferd. Angeschafft war es schnell, doch darüber, wie ich (was während meiner Schulzeit nie ein Problem darstellte) während meiner Berufsausbildung und noch ohne Führerschein nach einem langen Arbeitstag im Betrieb auch noch - ohne irgendwann auf dem Zahnfleisch zu gehen - eine angemessene Versorgung für das Tier gewährleisten soll, hat natürlich keiner gedacht. Völlig überfordert habe ich sodann am Ende des 2. Ausbildungsjahres einsehen müssen, dass ein Verkauf meiner Stute unumgänglich ist.
Daraufhin bekam ich eine damals 1-jährige Retriever-Labrador-Hündin. Ich war 17 Jahre und mein Auszug war bereits für ein halbes Jahr später geplant. Leichtfertig äußerte ich, dass mein Hund "selbstverständlich" mitkommt und bei mir leben wird... Heute bin ich 30 Jahre alt und ich kann nur sagen, ja, ich bin meinen Weg gegangen ... mit dieser Hündin ... und sie lebt heute noch bei mir (zusammen mit dem Rüden, den ich dann noch im Dez.´99 anschaffte) ... aber dieser Weg war alles andere als einfach! Es geht schon damit los, dass es nicht einfach ist (und heutzutage schon gleich gar nicht mehr), einen passenden, hundefreundlichen Job zu finden und ebenfalls problematisch kann sich eine Wohnungssuche gestalten. An Geld sollte es grundsätzlich definitiv nicht mangeln (meine aktuellen Tierarztkosten aus den letzten 6 Monaten belaufen sich jetzt fast auf 2.000 Euro - und kein Ende in Sicht).
Ich liebe meine Hunde abgöttisch - aber die Frage, ob mir meine Mutter mit der Erfüllung meiner damaligen unreifen "will-haben-Wünsche" wirklich einen Gefallen getan hat, ist schwierig zu beantworten. Ich behaupte, meine Hündin hatte in dem Fall Glück dass sie an mich geraten ist, denn ich sah mich durch meine Verantwortlichkeit für meine Hündin in der Pflicht, stets mein Leben der Situation - also den Bedürfnissen meines/meiner Tiere/s - anzupassen, wenn auch dadurch vielleicht letztendlich persönliche Nachteile hinzunehmen waren. Ein Blick ins Tierheim genügt, wo unendlich viele einst naiv & unüberlegt angeschaffte Seelen ihr dasein frusten, weil sie irgendwann auf einmal nicht mehr ins Leben ihrer Besitzer passten.
Sich einen Hund anzuschaffen, nur weil er gerade gut ins Leben passen würde, ist blauäugig, keine große Kunst und wirklich nicht empfehlenswert. Und in eurem Fall schon gar nicht - wie ´Sepp´ empfiehlt - einen Welpen (der je nach dem noch zw. 10+15 Jahre vor sich hat), wo womöglich noch nicht mal gesagt werden kann, wo er in 4 bis 5 Jahren leben soll. Ich gebe ernsthaft zu bedenken, dass dein Leben jetzt dann in den nächsten Jahren erst ´richtig´ beginnt... - die Zeiten, in denen die Wochenenden zur Partytime erklärt werden, stehen dir noch bevor. Über Spontanübernachtungen irgendwo oder 3-Tages-Festivals, zu welchen der gesamte Freundeskreis pilgert, brauchte ich noch nicht mal nachdenken.
Solltet ihr euch allerdings wirklich für die Anschaffung eines "besten Freundes" entscheiden, sollte die Wahl meiner Meinung nach in jedem Fall auf einen "Hundesenioren" fallen, dem du einerseits noch einen schönen Lebensabend schenken kannst und du gleichzeitig aber auch die Erkenntnis erlangst, was es eigentlich bedeutet, sich tagtäglich um einen Hund kümmern zu müssen. Schon allein deine Aussagen "will unbedingt", "so schnell wie möglich", "am liebsten der Rasse X", "Geld spielt keine Rolle", aber Zurückstecken wollen wir bei nichts, "fahren/fliegen öfter in den Urlaub" und
deuten mir leider auf einen völlig unüberlegten Blitzgedanken hin und sagen mir, dass ihr nicht im geringsten ahnt, was auf euch/dich wirklich zukommt. Und was die Sache mit dem Urlaub betrifft ... also ich weiss nicht ... aber für mich kommt entweder nur ein Urlaub mit meinen Hunden in Frage, oder gar keiner. Ich könnte nicht einen Urlaubstag ansatzweise beruhigt genießen, wenn meine Hunde egal bei wem deponiert sind! - völlig ausgeschlossen!"das es ein Jagdhund ist stand da nicht und , er soll überhaupt nicht aggressiv sein und ganz Familien freundlich",
Ebenso halte ich den Besuch einer Hundeschule von Ersthundehaltern für unerlässlich, und zwar auch dann, wenn man sich einen etwas älteren Hund anschafft, der seine Kommandos bereits beherrscht. Denn ohne das Wissen, auf was es bei der korrekten Erziehung, Haltung und im alltäglichen Training ankommt und wie man es richtig macht, können ungeahnte Probleme hervorgerufen werden, die es zu verhindern gilt. Denn durch Unwissenheit und falschen Umgang kann der "liebste Hund" zur Waffe werden. Wenn dann nahezu entsetzt darüber berichtet wird, dass aus "völlig unerklärlichen Gründen" Golden Retriever immer öfter Menschen attackieren, wundert mich diese Entwicklung natürlich keineswegs. Wie gesagt, es genügen auch bei einem "familienfreundlichen, an sich aggressionslosen" Modehund Besitzer, welche durch falsche Erziehung verstörte und in ihren Augen so unerklärlich aggressive Beisser zaubern. Ich befürchte ähnliche Entwicklung beim Border-Collie & Co.. Wen interessieren da schon die rassetypischen Bedürfnisse, welche die wenigsten erfüllen können, wenn es doch so verdammt "in" ist, jetzt so einen Hund zu halten?!? geht er aber irgendwann aufs eigene Kind los, ist das Geschreie wieder groß.
sicher magst du die meisten (letztendlich nur gut gemeinten) Ratschläge, die gegen die Anschaffung eines Hundes sprechen, gar nicht erst lesen - mir ging es selbst damals nicht anders. Spätestens wenn der Hund dann erstmal da ist und die erste Begeisterung verflogen ist, wirst du nach und nach unsere vorgebrachten Einwände beginnen zu verstehen. Dass es wunderschön ist einen Hund zu besitzen, möchte hier auch sicher niemand bestreiten - dass die Haltung aber auch mit zahlreichen Pflichten verbunden ist, wie z.B. eigene Bedürfnisse zurückstecken, evtl auf etwas ganz zu verzichten, häufig Kompromisse eingehen zu müssen, bleibt leider all zu häufig unbedacht und aussen vor.
Im Grunde ist die Hundehaltung zu vergleichen mit der Situation, ein Kind zu haben ... - nur wird dieses Kind nie selbständig - und großartig Rücksicht (z.B. von Chef, Arbeitsamt od. sonstigen Dritten) ist für deine damit verbundenen Pflichten allerdings nicht zu erwarten