[quote=Amalie]
Krass.... meine Antwort is zu lang.... daher in 2 Posts...
Huiuiui.... viiiieeeel Text :mrgreen:
Erstmal @Wölfi: ich war fast schon gerührt als ich Deinen Post gelesen hab, find's klasse, dass Du Dich doch so mit diesem Thema (und anderen, über die der gemeine, gut bürgerliche Deutsche wohl selten einen Gedanken verschwendet) auseinandersetzt, hab Dich dann wohl falsch verstanden bzw schlicht falsch eingeschätzt... sorry dafür!
Ich verlange ja gar nicht, dass jetzt plötzlich alle Menschen zu Vegetariern werden, mein "Ziel" ist es eigentlich, dass man etwas bewusster Lebt und sich auch mal Gedanken macht, welche Konsequenzen das eigene Handeln mit sich bringt. Kann hier nur nochmal auf Apollos Post hinweisen, wenn man das Fleischessen reduziert auf ein sinnvolles Maß und das reichhaltige Angebot, das der Wohlstand so mit sich bringt eben in sinnvoller Weise mal links liegen lässt, dann hat man auch viel eher die finanziellen Mittel, sich "gutes" Fleisch zu leisten als wenn man 2x am Tag n Schnitzel isst.
Wir leben in einer Welt, die so schnelllebig und konsument (kann man so so nennen?) geworden ist, dass es schwer ist, daraus auszubrechen. Aber allein der Versuch zählt. Und führt er zum Erfolg, um so besser. Und gegen den Strom schwimmen ist gar nicht so schwer (geworden). Wenn man es will. Und wenn man es sich leisten kann. Leider.
Ich finde schon, dass das Schwimmen gegen den Strom anstrengend ist. Oft kommt es zB vor dass wir (meine Freundin ist ja auch Vegetarierin) gefragt werden "warum esst ihr kein Fleisch?"
Die Frage an sich zeigt ja Interesse oder Neugier und ihr ist so erstmal nichts negatives anzumerken.
Nach meiner Erfahrung verlaufen dann aber 80% dieser Gespräche etwa so:
er: "warum esst ihr kein Fleisch?"
ich: "aus ethischen Gründen, uns tuen die Tiere leid..."
er: "aber schmecken tut es euch eigentlcih?"
ich: "nicht alles, aber einiges schon, ja."
er: "esst ihr denn Käse und Eier?"
ich: "naja, da muss ich eingestehen sind wir wohl selbst etwas inkonsequent, da wir Milch trinken und auch manchmal Eier essen. Wir haben auch ein, zwei Kleidungsstücke aus Leder. Allerdings muss man dazusagen, dass wir die teure Milch kaufen, bei der (zumindest will uns das die Internetpräsenz der Firma glauben lassen) auf artgerechte Tierhaltung geachtet wird. Eier kriegen wir vom Opa, der hat 5 Hühner im Stall (müssen wegen der Vogelgrippe ja überdacht gehalten werden, vorher sind sie auf der Wiese rumgelaufen)..."
er: "Und Lederschuhe habt ihr beide auch an, das is ja dann wohl mal total widersprüchlich, auf der einen Seite tut ihr so, als ob euch die Tiere was bedeuten, auf der anderen tragt ihr Lederschuhe..."
Und das is dann meistens so der Punkt wo ich dann keine Geduld mehr hab, weil ich dieses Gespräch vorher schon 1000 Mal geführt hatte.
Man versucht, etwas positives zu bewirken durch sein Handeln, muss sich dafür dann rechtfertigen und kriegt am Ende noch dumme Sprüche gedrückt oder es wird versucht die Message "Mann, seid ihr bescheuert" mit provokativen Fragen zu verdecken ... kann ich nich nachvollziehen muss ich sagen.
Leider bin ich kein großer Schreiber, daher fehlen mir die Worte, die Situation verständlich zu erläutern. Ich hoffe trotzdem, dass der letzte Absatz halbwegs nachvollzogen werden kann.
Selbst ich als Vegetarier zum Veganern werden würde, was würde das bringen? Sicherlich nicht mal ansatzweise so viel, wie wenn jemand mal über die in diesem Thread angesprochenen Themen nachdenkt und den Konsum von Billig-Fleisch einstellt.
Aber darum ging es mir beim Eröffnen des Threads eigentlich gar nicht...
Gegen den Strom zu schwimmen finde ich oft sehr anstrengend, aber das nehme ich (noch) gerne in Kauf.
@ Amalie: Beim ersten Lesen Deines Beitrags war ich ziemlich beeindruckt von Deiner Wortgewandheit und Deiner Ausdrucksweise.... leider war mir aber am Ende Deines Posts immernoch nicht klar, was Du mir eigentlich sagen wolltest...
Oft kommt es mir so vor, als versuchest Du mit Deiner Fragerei (entweder ich hab manche Fragen einfach nicht gerafft oder sie ergeben keinen Sinn, aber dazu gleich mehr) mich genauso in die Enge zu trieben wie ich es weiter oben beschrieben hatte.
Ich denke, nicht der Vegetarier muss beweisen, dass er mit seinem Handeln Gutes tut sondern sein Gegenüber muss beweisen, dass er (der Vegetarier) nichts Gutes tut.
Ähnlich wie bei dem Castor... es darf nicht sein, dass bewiesen werden muss, dass dieser Transport schädliche Auswirkungen hat (um ihn dann zu verbieten) sondern es muss bewiesen werden, dass er KEINE hat um ihn überhaupt erstmal zu erlauben.
Das Zurückspielen des Balles is natürlich oft ein cleverer Schachzug, ist hier IMHO aber einfach unzulässig.
Du hast unter diesem Titel eine philosophisch moralische Betrachtung der Frage eröffnet, ob die unterschiedliche Bewertung und Handhabe der Bedürfnisse von Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen und Tieren, die als Begleiter und Hausgenossen des Menschen dienen, gerechtfertigt werden kann. Genauer gesagt, forderst Du von uns eine entsprechende Rechtfertigung ein, wobei Du gleichzeitig für Dich postulierst, dass eine unterschiedliche Bewertung und/oder Handhabe nicht gerechtfertigt ist.
Sie ist es dann nicht, wenn man sich selbst als tierlieb definiert.
Wobei auch ich mir dahingehend Ausnahmen erlaube, wenn ich in unserer Kellerwohnung wiedermal einen Ohrenkneifer oder ein Silberfischchen entdecke. Die sammel ich auch nicht einzeln ein und siedel die gewaltfrei in den Garten um, die hau ich platt.
Wiederum auf der anderen Seite könnte man sagen dass der Tot durch Platthauen wohl angenehmer ist als der durch Verhungern...
Dein ebenso geschickt wie durchsichtig in eine Frage gekleidetes Postulat begründest Du im weiteren Verlauf des Threads leider nur fragmentarisch und, wie ich meine, ganz und gar nicht schlüssig.
*Bahnhof*... weiß nicht, von welchem Postulat jetzt die Rede ist, ich gehe mal davon aus dieses "isses ok, sich drüber aufzuregen dass jemand eine Meerwutz alleine hält, wenn es dieser Person zeitgleich aber egal ist, wie die Nerze ihres Nerzmantels gehalten wurden?"
Das war ja eigentlich die Frage, die ich an die Community gestellt hab... nich andersrum...
Letztlich kann ich darin weder Synthesen, noch Kausalität, geschweige denn Beweise finden. Vielmehr finde ich Behauptungen, Schlussfolgerungen aus Behauptungen sowie unpräzise Argumentationsketten.
z.B.:
Wie Du richtig sagst, ist es eine Behauptung. Erhebt sich die Frage welche Parameter Du für den Vergleich des Leids und die abwägende Bewertung angelegt hast, was Dich diese Behauptung aufstellen ließ?
Meinst Du das ernst? Willst Du mir weißmachen, dass es einem mehr oder weniger als Familienmitglied angesehenes, halbwegs vernünftig ernährtes und ärztlich versorgtes Haustier schlechter geht als einem Nutztier das in erster Linie auf Profitgründen großgezogen wird?
Klar gibts auch Leute, die ihre Meerschweine durch die Luft werfen und solche Sachen, aber davon war ja nicht die Rede...
Ja, das ist sicher richtig. Allerdings sehe ich keinen Zusammenhang zu Deiner These.
Dh Du denkst, die Kühe haben ihren Spaß in den engen stickigen Ställen und beim Verladen in die Transporter? Du denkst, den Hühnern machts nix aus, wenn sie kopfüber mit den Beinen in eine Maschine gehakt werden, die sie in ein Wassebecken fährt und mit einem Stromstoß betäubt (was nicht allzuselten fehl schlägt) um ihnen dann den Hals durchzusägen?
Ab wann auf seinem Lebensweg, wodurch und warum genau leidet Schlachtvieh?
Ok, jetzt fangen die meines Erachtens ausschließlich der Provokation dienlichen Fragen an, die, mit gesundem Menschenverstand betrachtet, keinerlei Sinn ergeben...
Wenn Du Dir die Reportagen anschaust und die Artikel der PETA liest und mich dann fragst, wo genau dabei das Tier leidet, setzts bei mir aus, wenn Du das dann nich selbst siehst werd ich's Dir auch nich erklären können.
Was unterscheidet konventionelles Schlachtvieh von anderen, welche Parameter setzt Du für diese Unterscheidung an?
Das war doch die Frage, die ICH gestellt hatte... wo wird die Grenze gezogen? Dem Meerschwein muss es gut gehen, der Kuh nicht... Silke hat das sehr nett formuliert: "Bei vielen Tier-Liebhabern hört die Tierliebe vor der Käfigtür auf..."
Welche Schlachtmethoden wendet der Metzger bei Deinen Eltern auf dem Land an? Worin genau unterscheiden sie sich von den Schlachtmethoden größerer Betriebe?
Wenn Dich das interessiert dann musst Du Googlen oder die PETA anschreiben...
Aber auch da gilt wieder, gesunden Menschenverstand benutzen...
Der Metzger auf dem Land, der am Tag vielleicht 20 Hühner tötet braucht keine Tötungsmaschinerie, wahrscheinlich könnte er sich die auch weder finanziell noch aus Platzgründen leisten.
Auch wie Wölfi schrieb, wenn das Schwein auf dem Dorf mit dem Bolzen getöten wird hat es bis zu dem PENG keinen Schimmer, der Tod tritt unerwartet und plötzlich ein.
Die dafür aufgewendete Arbeitszeit ist natürlich wesendlich höher als bei Schlachthöfen, die 5000 am Tag töten. Dort ist das Tier durch die ganze Hetzerei und das Quieken der anderen Schweine doch großem Stress ausgesetzt, oder nicht?