Hund aus dem Tierheim

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lessa

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Hallo,

wir überlegen jetzt ernsthaft, ob wir uns einen Hund aus dem Tierheim holen. Wir haben eine Katze und einen Kanarienvogel.
Ab Januar gehen unsere beiden Kinder (3 und 5) in den Kindergarten, ich fange erst im Sommer wieder an halbtags zu arbeiten, hätte also bis dahin morgens ohne die Kinder Zeit für den Hund.

Als Anfängerin habe ich ein paar Fragen, vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen:

Wir haben uns neulich einen Schnauzermischling im Tierheim angesehen, der uns in unserer Situation empfohlen worden ist. Er ist ein knappes Jahr alt, bis Oktober hat er bei einer Familie mit drei kleinen Kindern und Katze gelebt. Die Leute sind selten mit ihm rausgegangen, er ist auch in keinster Weise erzogen, aber sehr kinderlieb.

Als wir mit ihm spazieren gegangen sind, hat er extrem stark gezogen, ich dachte nur, oh je, da bin ich voll mit dem Hund beschäftigt. Wenn ich z.B. meine Kinder zu Fuß in den Kindergarten bringe, muss ich sie ja auch noch ein wenig im Auge haben.
Also der Hund hat in meinen Augen viel Power. Aber wahrscheinlich liegt es auch daran, dass er zur Zeit kaum Auslauf hat, oder? Wie schnell kann ein Hund lernen, nicht mehr so zu ziehen? Dass wir ihm auch ohne Kinder genügend Auslauf und Beschäftigung bieten wollen ist selbstverständlich.
Dann fand ich, dass der Hund sehr stark stank. Bitte nicht falsch verstehen, jedes Tier bringt Dreck etc. mit rein, das ist mir schon klar. Nur auf Anhieb wirkte das etwas abschreckend auf mich, hinterher habe ich mich dann gefragt, ob das nicht, wenn man ihn gründlich gebürstet hat vielleicht auch schon ganz anders aussieht?
Baden soll man ja eigentlich nicht, aber wäre das in diesem Fall vielleicht sinnvoll?
Die Leute im Tierheim meinten, er würde seine Decke regelmäßig zerbeißen, wir müssten davon ausgehen, dass er auch bei uns zu Hause das, was er findet, kaputt beißt. Er muss erst langsam ans Alleinesein gewöhnt werden. Könnte es auch sein, dass er seine Decke zerbeißt, weil er sonst nichts zu tun hat? Oder muss ich davon ausgehen, dass er bei uns erst einmal alles kaputt beißt?
Wir würden selbstverständlich zur Hundeschule gehen. Ich habe auch den Eindruck, dass er noch viel lernen kann. Wie schwer ist das in seinem Alter, im Grunde ist er ja in der Pupertät, oder? Oder sollten wir in unsere Situation lieber einen Hund aufnehmen, der drei Jahre und älter ist?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen oder Gedanken mitteilt, ich weiß, dass es keine "sicheren" Antworten gibt.

Rika
 
  • Hund aus dem Tierheim Beitrag #2
Hallo,

ein Hund aus dem Tierheim hat immer eine Vorgeschichte, mehr oder weniger schlechte Erfahrungen, keine feste Bezugsperson, ist meist hohem Stress ausgesetzt (andere Hunde, Zwinger, viele unterschiedliche Leute etc.) und es ist oft nicht die Zeit vorhanden sich wirklich auf die spezifischen Probleme des Hundes einzulassen. Auch sind die Verhaltensweisen, die der Hund im Tierheim zeigt meist nur ein Spektrum von dem was er zuhause noch zeigen kann, bzw. er zeigt komplett anderes Verhalten...

JEDER Hund egal ob Welpe vom Züchter, Hund von privat oder TH-Hund braucht ein gewisse Zeit sich einzugewöhnen, sich auf das neue Umfeld einzulassen, Vertrauen zu fassen, Grenzen zu akzeptieren etc., man kann keine pauschale Aussage treffen: Ein TH-Hund braucht eine Woche damit er nicht mehr an der Leine zieht, ein Züchter-Welpe braucht fünf Tage...oder so, das wäre absoluter Quatsch!!!

Geht mehrmals mit dem Hund spazieren, versucht soviel wie möglich über ihn herauszufinden, macht euch klar, dass es viel Zeit und Geduld brauchen kann bis ihr ihn soweit habt, wie ihr ihn gerne hättet! (es kann auch nur wenige Tage dauern!) JEDER Hund braucht Erziehung, JEDER Hund braucht Grenzen und wie lange oder wie oft man sie ihm aufzeigen muss ist vollkommen individuell und hat auch nicht umbedingt etwas mit der Herkunft zu tun!

So wie du den Hund beschreibst ist er gerade mitten in der Pubertät und hat noch nie Grenzen aufgezeigt bekommen, also sei dir bewusst, dass es wahrscheinlich ein hartes Stück Arbeit wird! Das braucht Konsequenz und Geduld! Nur Kinderliebheit wäre für mich kein Kriterium einen Hund zu wählen...schaut lieber ob ihr mit seinem Übermut, seiner Kraft und seinem jugendlichen Leichtsinn klarkommt!!! Sonst wird sich sein Schicksal wiederholen und das ist sicher nicht zuträglich für seinen weiteren Lebensweg!

Lg Tompina
 
  • Hund aus dem Tierheim Beitrag #3
Hallo

also ich denke der Hund kann noch viel lernen
aber bedenke das du mit einem Hund immer Üben must
es wird viel arbeit auf dich zukommen das muss dir klar sein egal was für einen Hund du dir holst
Aber gerade so ein ungezogener Junger Hund wird noch mehr arbeit machen wie du ja schon festgestelt hast
Und er ist auch recht gross
Geh noch öfters mit Ihm Spazieren
Vieleicht auch mal mit einem anderen der euch gefällt
Bedenke der Hund den Ihr aussucht sollte bei euch alt werden und nicht nochmal im Tierheim landen

Grüsse Sim
 
  • Hund aus dem Tierheim Beitrag #4
Hallo
ich weiß nicht ob es Dir weiter hilft.. Ich hab vor etwa einem Monat einen ehemaligen Straßenhund aus einem ungarischen tierheim in unsere Familie adoptiert.
Das wichtigste, so emfpand ich für mich , war gute Planung und vor allem Vorbereitung.
Ich war zwar nicht ohne Hundeerfahrung, dennoch habe ich sämtliche Bücher förmlich verschlungen, Monate lang im Internet gelesen und habe viel Zeit mit Hunden und deren Besitzern verbracht um Austausch zu finden.
Das war ganz einfach das A und O.

außerdem solltet Ihr Euch als familie mal zusammen setzen und ne Art Betreuungsplan aufstellen. wie würde ein tagesablauf ausschauen etc. Welche Anforderungen habt ihr an euer neues Familienmitglied und welche Möglichkeiten habt Ihr, denn Hund zu erziehen, bzw auszupowern. Wer ist Hauptverantwortlicher in Sachen Umgang, Erziehung etc und klappt es, das alles unter einen Hut zu bringen.
Gerade mit 3 Kindern im KiGa-alter sollte man sich ernsthaft überlegen ob genug Zeit zur Verfügung steht einen bislang unerzogenen Junghund ausrechend beschäftigen zu können.

schön, dass der Hund freundlich auf Kinder reagiert. wird er dies auch noch tun wenn er bei Euch wohnt? Ich möchte Dir da jetzt keine Panik machen, doch gerade Kinder in dem alter sind manchmal sehr unberechenbar. Hunde ebenso.
Daher möchte ich Dir vorab eine Broschüre empfehlen, die man sich kostenlos downloaden kann.
Sie heißt " 12 Regeln für den umgang mit Hunden" und ist vom VDH (Verein für das deutsche Hundewesen). Findest auf deren Seite.
Ich hab das mit meiner 9jährigen auch gemacht. Das ist ganz toll gestaltet und wirklich gut erklärt. Besonders die wichtigsten dinge wie man sich einem Hund gegenüber verhalten sollte sind da mit vielen Bildern und spannenden Rätseln kindgerecht erklärt.

Ich bin einfach der Meinung dass Wissen festigt. Jedes gelesene Buch gibt mehr sicherheit, neue Erkenntnisse und AHA-Effekte können dazu beitragen dem Wunschhund mit ganz anderen augen entgegen zu blicken.

Wichtig ist auch die gute kommunikation mit dem Tierheim. auch ein guter tierarzt kann bei vielen Fragen ein nützlicher Ansprechpartner sein.

Und dann, erst dann wenn Ihr Euch 100% sicher seid würde ich den nächsten Schritt gehen.

Vor allen Dingen sollte man bei Hunden mit einer solchen Vorgeschichte nicht zu viele erwartungen stellen.
Schau, ich hab Mara von der Straße. Ich hab mir viele Gedanken gemacht wie wohl ihr bisheriges Leben ausgesehen haben mag.

Ich kam zu dem Entschluß mir einfach das schlimmste vorzustellen. sprich, wenn Mara kommt wird sie noch nichts wissen. sie wird mir in die wohnung machen, Sachen kaputt machen, stinken, ängstlich sein.. einfach all das was man als "Problem" sehen könnte..
Und als ich dann für mich beschlossen habe sie trotz, oder gerade wegen diesem Berg an aufgaben und Arbeit die sie mitbringen wird, gerne zu mir nach Hause zu holen, dann erst habe ich der Adoption zugesagt.

als ich sie in empfang nahm, rechnete ich mit dem Schlimmsten; wußte aber auch wie man damit umgehen muss. vor allen dingen mit Verständnis, Liebe und zeit.

Als sie dann endlich da war trafen einige der "Befürchtungen" tatsächlich zu. Sie kackte mir die Bude voll obwohl ich alle 2 Stunden mit ihr draussen war.
Sie sprang auf den tisch als wir aßen , zerkaute nachts diverse Dinge etc.

wie oft musste ich mit von Bekannten anhören wie doof ich sei weil ich mir so ein nicht mehr erziehbares wildtier ins haus holte. Aber ich habe es nie bereut. auch wenn meine nächte immer noch schier schlaflos sind weil Mara seit Wochen mit ihren mitgebrachten Parasiten zu kämpfen hat. Und das schönste an der Sache ist, einfach hautnah dabei zu sein wenn sie lernt . Zu beobachten wie sie sich freut, dinge richtig zu machen, das erste Häufchen draussen.. dann die Stubenreinheit ansich.. Oder eben die vielen kleinen erfolge.. Das ist herrlich.

Ich würd mich an eurer Stelle fragen ob Ihr es Euch "erlauben" könntet ein weiteres Kind zu bekommen. Genau so viel Aufmerksamkeit, Zeit etc braucht nämlich ein unerzogener Junghund .

Und ich glaube der kleine mann aus dem tierheim läßt sich ein wenig mit Mara vergleichen. auch er kennt die regeln noch nicht. Er weiß es einfach noch nich besser.
Und das braucht Zeit. wie soll er etwas lernen wenn da keiner ist der ihm mit Verständnis entgegen tritt und ihn unterstützt, richtig und falsch unterscheiden zu lernen?

Solltest Du jetzt schon Bammel oder Zeitdruck empfinden dann rate ich Dir wirklich davon ab diesen Hund zu Euch nach Hause zu holen. Es wird viel mehr Zeit und Nerven brauchen wie zb bei einem Hund der schon weiß wie ein "normales" Familienleben zu laufen hat.
Und bitte überlege Dir auch dass jede halbherzige Entscheidung dem hund auf Dauer sehr schaden könnte. Denn eine Auf-gut-Glück-Adoption mit der hoffnung dass sich die dinge schon von selbst regeln werden brachten schon so manchem Hund eine weitere Station ein in seinem Werdegang. Und genau das ist, was dieser Hund nun so gar nicht gebrauchen kann . Er braucht einen festen Platz bei Menschen die ihn erstmal so nehmen wie er ist und die bereit sind gemeinsam mit ihm zu lernen.
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Sorry, ich meinte 2 Kinder ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Hund aus dem Tierheim Beitrag #5
Zudem bin ich der Meinung, dass, wenn sicher ist, dass ein Schnauzer mitgewirkt hat, Du Dich ein bisserl über die Rasse Schnauzer informieren solltest.
 
  • Hund aus dem Tierheim Beitrag #6
Ein knappes Jahr ist ein gutes Alter um den Hund zu erziehen,
nur du must wissen ob du so viel Zeit hast, 2 Kinder in dem Alter forden ihre Eltern sehr.

Fühlt ein Hund sich vernachlässigt kann es schon sehr gefährlich werden,
du solltest es dir gut überlegen,
vielleicht es es besser noch ein paar Jahre zu warten.
 
  • Hund aus dem Tierheim Beitrag #7
Das hat zwar jetzt nichts damit zu tun, aber wäre es nicht erst mal besser dem Vogel einen Partner zu holen?
 
  • Hund aus dem Tierheim Beitrag #8
Hallo Lessa!
Ich hatte auch bis August ein Schnauzermix! Ich er kam richtig nach seine Mama die reinrassig Schnauzer war!
EIn SChnauzer hat defenitiv viel viel Power wo einfach spaziergänge nicht reichen! Ich bin jeden Tag Fahrrad gefahren auch sowas wie Agility würde ich empfehlen da die Mittelschnauzer ein enormes Tempo haben und sehr flink sein können!
Aber ein Schnauzer ist ein Dickkopf man muß Konsequent sein und auf das bestehen was du möchtest! Mit den richten Belohnungen arbeitet und lernt der Schnauzer auch gerne, aber an sollte auf keinen Fall Eintönigkeit reinbringen!
Was kann ich noch sagen?? Mhhh meiner war sehr selbstständig lag aber an seinem Charakter aber war auch sehr schmusig!
ein Schnauzermix ist ne Herausforderung die sich aber lohnt wenn man es richtiig macht!
 
  • Hund aus dem Tierheim Beitrag #9
Habt Dank für eure Antworten. Jenny, sicherlich könnten wir auch dem Vogel wieder einen Partner holen. Aber wir haben, nachdem sein Partner gestorben ist, entschieden, dass wir nicht unser Leben lang Vögel haben möchten. Deshalb haben wir jetzt nur noch einen Vogel.
Ja, wir haben uns über die Rasse "Schnauzer" informiert. Ja, Yvi, was du schreibst, entsprach so in etwa dem, was wir gelesen haben. Trotzdem schön, es noch einmal von einem Hundebesitzer zu lesen.
Sicherlich ist es eine Überlegung wert, noch ein paar Jahre zu warten. Das haben wir lange Zeit auch gesagt. Wir hätten andererseits jetzt die einmalige Chance, dass ich mich ein halbes Jahr morgens ganz intensiv um den Hund kümmern könnte, sprich, ohne die Kinder im Haus zu haben.
Danke, ZwanzigAugen, für deine ausführliche Beschreibung, was du mit deinem Hund erlebt hast und erlebst. Die Broschüre werde ich mir auf jeden Fall runterladen.
Wir wollen ganz bestimmt nicht auf gut Glück einen Hund aufnehmen, sonst hätte ich euch ja nicht um Rat gefragt. Bei deiner Schilderung musste ich ein klein wenig daran denken, wie es uns mit der Aufnahme unseres Pflegesohnes ging. Wir hatten Vieles überlegt, viel gelesen, ich selber bin im pädagogischen Bereich tätig, und trotzdem war in der Realität Vieles ganz anders.
Tompina, wir wollen ganz bestimmt nicht, dass sich sein Schicksal wiederholt. Ich habe mir z.B. vor Weihnachten bei einer Colliehilfe einen Hund angeschaut, den ich auf Anhieb in mein Herz geschlossen habe. Man machte mir dort ein schlechtes Gewissen, weil ich ihn nicht vor Weihnachten aufnehmen wollte und wollte ihn mir am Liebsten sofort mitgeben. Das habe ich abgelehnt.
Wir möchten gerne einem Tier aus dem Tierheim ein Zuhause schenken. Doch wenn das aufgrund unserer Vorbedingungen nicht sinnvoll ist, werden wir uns anderweitig umschauen.

Lessa (habe oben versehentlich den falschen Nicknamen angegeben)
 
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