Hi,
also Gewalt hat am Pferd nichts zu suchen.
Wenn ihr von 'pferdigem' Sozialverhalten gesprochen wird, dann möchte ich eines erwähnen: um so zu kontern, braucht man eine Menge Erfahrung damit dass nicht nach hinten losgeht.
Das ist absolut nichts für den Alltag und schon gar nicht für Leute die noch recht neu im Umgang mit Pferden sind.
Das Aktion - ReAktion ist so schon schwer genug, wenn man gewaltfrei agiert. Wenn man aber mit einem Tritt, Schlag etc reagiert, dann ist das sehr riskant, wenn das Pferd zb sich im Moment Ranghöher sieht dann schlägt/tritt/beißt es zurück.
Daher bitte ich ALLE von solchen Tips abstand zu nehmen! Es gibt Dinge die sollte man einfach nicht übers Internet verbreiten... da man die Situation die vorliegt nicht echt kennt.
Gruß Lilly
Das was ich geschrieben habe ist genauso gefährlich umzusetzen, wie der Rat ein Pferd ausschließlich gewaltfrei streichelnderweise zu erziehen.
Wenn man Pferde in einer Herde beobachtet, ist deren Verhalten nicht gewaltfrei sondern mit Drohgebärden, Dominanzgebärden, Unterordnungsgebärden und auch wirklicher Gewalt durchzogen - je nachdem wie fest die Herdenstruktur ist.
Wenn 600Kg Lebendgewicht anfangen gegen mich anzugehen, ist das immer gefährlich. Ich kann nur mit Intelligenz antworten und die Antwort sollte so sein, dass das Pferd sie versteht.
Wer das nicht kann muss sich grundsätzlich Hilfe holen. Egal wie man sein Pferd erziehen will, wer selber noch unerfahren ist (was keine Schande ist) und ein Pferd hat, das problematisch ist, sollte sich möglichst schnell Hilfe holen. Ansonsten gehts 100Mal gut und dann liegt man im Krankenhaus.
Was jedoch auch einem unerfahrenen Menschen helfen kann, ist immer das Beobachten von freilaufenden Pferden (eine große Weide vorausgesetzt). Man benötigt eben schon viel Zeit und evtl. einen Menschen, der einem gewisse Verhaltensweisen erklärt. Wer ein Pferd erzieht, sollte immer Erfahrung haben.
Ich habe zugegebenermaßen sehr viele schwierige Pferde, junge Pferde bzw. Fohlen und Hengste, die ich zu erziehen habe. Diese werden erst daheim im Zuchtbetrieb erzogen, bis sie in einem Reitstall eingestallt werden, so dass ich dem Personal dort immer ein äußerst wohlerzogenes und einfaches Pferd übergeben kann (z.B. Weidebringdienst. Mein Hengst kann sogar mit Strick überm Hals zur Wiese gehen).
Sobald man jedoch bei einem schwierigen Pferd wirklich Gewalt (sei sie für das Pferd schmerzhaft oder nicht -mit schmerzhaft meine ich z.B. einen Schlag, mit nichtschmerzhaft meine ich Unterordnung in der Form von Arm über den Hals) sollte sich darüber im Klaren sein, dass vom Pferd eine Reaktion folgt. Diese Reaktion sollte man zuvor abschätzen können um seine Mittel entsprechend einzusetzen und auf die Reaktion -die manchmal recht heftig sein kann- vorbereitet sein. Wie gesagt, in schwierigen Fällen Hilfe in Anspruch nehmen.
Ich verbreite im Internet das, was ich auch tue. Ich gehöre nicht zur Kuschelfraktion, die ein Pferd lieber mit Möhren vollstopft, damit es nicht beißt. Ich gehöre auch nicht zur brutalen Fraktion, die versucht ein Pferd zu brechen. Beides verbreite ich auch nicht, denn beides halte ich für gefährlich - man muss nur an das richtige Pferd geraten.
Sicher habe ich mich schon lange mit dem Sozialverhalten, der Gesundheit etc. von Pferden beschäftigt, bevor ich den ersten angeblichen 'Verbrecher' korrigiert habe und auch hier habe ich Fehler gemacht, denn das Pferd entwickelte sich zu einem 1 Personen Pferd. Heute bin ich klüger und habe bisher rundweg Pferde hervorgebracht, die gelassen, ruhig, freundlich im Rahmen ihres Charakters und von Jederman leicht zu handeln sind.