Guten Morgen,
eine seriöse Organisation wird IMMER eine Vorkontrolle machen.
Oftmals suchen sie sich in Deutschland ansässige Tierschützer die das übernehmen. Oder zb auch im Zergportal. Also daran würde es im Normalfall nicht scheitern.
Jedoch sollte man immer, trotz gemachter ärztlicher Untersuchungen vor Ort, sobald der Hund in Deutschland ist auf eigene Faust einen tierärztlichen Rundumcheck durchführen lassen.
Leider sind noch nicht alle deutschen tierärzte richtig fit was die Behandlung von Auslandshunden betrifft.
Aus südlichen Ländern stammenden Hunde müssen unbedingt einem kompletten Mittelmercheck unterzogen werden.
Für die osteuropäischen Vierbeiner ohne Küstennähe gibt es spezielle Profile, man sollte sich vorab nach dem richtigen Institut umschauen zu dem die Proben geschickt werden, es gibt diese leider nur vereinzelt (Ich glaube in Züchrich ist ein sehr gutes).
Außerdem muss man trotz Vorabuntersuchung im Aufenthaltsland zuhause eine Parasiten-Kotprobe abgeben, evtl auch Milben und andere äussere Störenfriede.
Wer sich einen Hund aus dem Ausland holt muss damit rechnen dass enorme Kosten für die weitere Behandlung auf einen zukommen können.
Besonders aus den südlichen Ländern (Leishmaniose etc).
Meine Mara ist ein ehemaliger Strassenhund aus Ungarn, kam dort in ein Tierheim und wurde von einer Orga nach Deutschland gebracht.
Sie ist jetzt ca 6 wochen bei uns- und wir sind immer noch in tierärztlicher Behandlung, obwohl es "nur" Giardien sind, die sie mitbrachte.
Das geht ordentlich ins Geld, also mit nur der Schutzgebühr ist es in den meisten Fällen nicht getan.
Jedoch, und so ist es schließlich mit der Liebe ;-) sie fällt immer dahin wo sie möchte, versetzt Berge und besteht aus Nehmen und geben..
Für mich ist sie mein größtes Glück. Ich hab diesen hund so lieb als wär sie schon immer bei mir.
Es ist eine Herausforderung. Nicht nur dieser Akt der Formalitäten, des Wartens und Bangens bis er endlich zuhause ist, sondern eben auch die Zeit miteinander.
Straßenhunde ticken nunmal anders. Das sollte man sich unbedingt, auch wenn ein Streuner noch so süß und hilfsbedürftig wirkt, immer vor augen halten.
Es ist kaum zu vergleichen mit einem Hunde den man sich zb von einer deutschen Zucht holt.
diese Hunde bringen zumeist ein riesiges Bündel an Lebenserfahrung mit. Die leider nicht nur aus positiven eindrücken besteht.
Man muss immer wieder aufs neue umdenken. Viele gute Erziehungsbücher zb und die Tipps daraus können helfen- müssen dies aber nicht zwingend.
Leute jetzt hab ich das Gefühl ich würd hier fast nur negatives berichten. Das soll nicht so rüber kommen. Es gibt einfach nur soviel zu bedenken. Und es ist nunmal so dass eine Adoption aus einer Laune bzw aus Mitleid heraus spätestens in Deutschland dann oftmals in die Hose geht. Es ist einfach wichtig sich so viele Infos wie möglich einzuholen. Auch die eingewöhnungsphase ist langwierig. Fast mit der eines Welpen zu vergleichen. Die Hunde kennen oft nichts, sind nicht stubenrein, bringen Ängste und Angewohnheiten mit die viel Zeit und Geduld erfordern. Da ist es mit 3-4 Tagen Urlaub nehmen dann meist einfach nicht getan.
Es sollte gut überlegt sein, denn ich glaube es muss die Hölle sein für einen Hund der aus seinem gewohnten Umfeld, aus seiner Wahrheit (oft kennen sie nichts anderes wie das Leben auf der Strasse) herausgerissen wird, der dann aber, weil es anstrengend ist bzw Probleme auftreten, wieder abgegeben wird.
Ich hab in einem buch auch eine gute Checkliste gefunden wie man erkennen kann ob eine solche Orga seriös ist oder nicht. Werde ich nachher mal zusammenfassend einfügen- jetzt muss ich aber erstmal Gassi gehen und mein Töchterlein schulfertig machen (Sie schnarcht nämlich schon wieder)
LG
20Augen
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EDIT (automatische Beitragszusammenführung):
So, nochmals kurz zu der Seriösität einer Auslandsorga..
Anzeichen für eine sehr wahrscheinlich gute Organisation:
-Es findet immer eine Vorkontrolle statt
-(evtl) auch eine Nachkontrolle
-Die Vorgespräche sind gründlich, es wird einem zugehört, es ist Platz für die eigenen Vorstellungen, Ängste, Wünsche und es wird gemeinsam geschaut ob der Hund tatsächlich in die Lebensssituation passt.
-Es gibt einen schriftlichen Vertrag über die Übernahme des Tieres.
Wichtige Klausel, so finde ich persönlich, ist die, dass der Hund nicht einfach weitergegeben werden darf! Die Orgsnisation hat hierbei Mitsprache- und Handlungsrecht auf Lebzeit.
- Im Vertrag ist eindeutig festgehalten dass der Hund hundgerecht zu halten ist. D.h familienbezogen, weder an der Kette noch im Zwinger.
- Die Beratung und Unterstützung gestaltet sich über die Vermittlung hinaus. sprich, man kann bei Problemen mit den Vermittlern Rücksprache halten.
-Es gibt immer eine Schutzgebühr! Außerdem wird die höhe der Kosten erklärt.
-Die Orga besteht darauf dass nicht kastrierte Welpen diese nach erreichen der dazu erforderlichen Reife kastriert werden und dass dies belegt werden muss.
- Ebenso verpflichtet sich der Übernehmer Welpen oder aus anderen Gründen (Krankheit etc) nicht kastrierte Hunde nicht zur Vermehrung einzusetzen.
-Ebenso deutet ein "Angebot" eines bunten Querschnittes von Alter und Rassen der Hunde auf eine seriöse Orga hin.
-Genaue Auskunft (soweit möglich) über den Gesundheitszustand des Hundes plus Herausgabe aller vorhandenen Nachweise; Impfpass, etc.
-Freundliche Erklärung der Arbeit der Orga plus ruhiger Ablauf der Vermittlung immer zum Wohle des Hundes.
Wahrscheinlich nicht so seriöse Orgas erkennt man an :
- keine Vorkontrollen
-das Umgehen gestellter Fragen. Keine intensiven Gespräche über das tier wie die Lebensumstände des zukünftigen Halters erwünscht, bzw werden abgewürgt (angeblicher Zeitdruck etc).
-Es gibt nur mündliche Absprachen (angeblich folgt das schriftliche dann nach Ankunft des Hundes)
-Das Geld spielt DIE zentrale Rolle. (also noch vor den Fragen zum Tier etc)
- Es werden ausschließlich oder fast nur Junghunde und Welpen angeboten. Zumeist in den beliebten Farben und Mixen.
-Kein Belegen ärztlicher Untersuchungen.
-Das Schlechtmachen anderer Orgas.
-Ausüben von Druck. Zb durch die Drohung, das Tier anderen Interessenten zu übergeben.
-Keine weitere Beratung nach Adoption des Hundes
-keine öffentliche Arbeit (sprich, man findet kaum Infos über die Orga)
dies läßt sich beliebig erweitern. War jetzt nur mal eine kurze Zusammenfassung.
LG
Also falls jmd ergänzen mag
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EDIT (automatische Beitragszusammenführung):
Auskunft über die Einfuhrbestimmungen bei Hunden findet man bei :
www.Zoll.de mit dem suchbegriff "Einfuhr Hund" .
Infos zu typischen "Mitbringkrankheiten" ausländischer Hunde findet man unter :
www.parasitus.com ,
www.leishmaniose.de ,
www.bfav.de