- Westernreiten schwierig? Beitrag #21
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Machtnix
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Das Umstellen eines Pferdes hat nichts mit der Reitweise zu tun. Es ist immer schwierig ein Pferd umzustellen, da jedes Pferd auf seine Art lernt.Kann man so nicht pauschalisieren. Wenn man sein Pferd "umlernt" sozusagen, kommt es gerade in der ersten Phase darauf an, dass der Reiter dem Pferd deutlich zu vertehen gibt und geben kann, was von ihm abverlangt wird.
Kein Pferd arbeitet gezielt ohne die Kommunikation mit dem Reiter, es sei denn sie kennen zB die Aufgaben, weil sie sie immer und immer wieder gemacht haben und machen sie deshalb schon fast automatisch.
Ich hab damals bevor ich überhaupt westerntechnisch in den Sattel gestiegen bin, mit Bodenarbeit angefangen, zusammen mit meinem Pferd. Und da musste die Kommunikation erstmal sitzen ehe man einen Schritt weiter gehen konnte.
Grundsätzlich ist es aber grob erklärt so, dass das Englisch gerittene Pferd die Hilfen annehmen soll, während das Westernpferd den Hilfen weichen soll.
Das Englisch gerittene Pferd bekommt jeden Schritt/Tritt/Sprung vom Reiter gesagt, während das Westernpferd die angegebene Haltung und Gangart selber halten muss bis ein neues Kommando vom Reiter gegeben wird (ich spreche hier von fertigen Pferden oder Ausbildungspferden, nicht von Korrekturpferden).
Ein schönes Beispiel ist z.B. das geschlossene Stehen. Dem Englischpferd wird durch Korrekturen beigebracht, geschlossen zu stehen. Dem Westernreiter ist es erstmal egal wie das Pferd steht. Es muss nur aus dem Stand weg die nächste Übung sauber ausführen. Nun weiß das Westernpferd aber nicht, was die nächste Übung sein wird. Es kann angaloppiert werden, rückwärts gerichtet werden oder gedreht werden. Es muss jedoch immer mit dem richtigen Bein starten (gerade beim Drehen wichtig). Der Westernreiter lässt sein Pferd also bewust einen Fehler machen und korrigiert diesen dann sofort. Das Pferd lernt dadurch sich Hüftbreit und geschlossen hinzustellen, damit es für jede weitere Aufgabe gerüstet ist.
Auch hier bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Ein A-L Springpferd mit einem mäßigen Reiter der dauernd springt ist genausoschnell kaputt. Der Sohn eines unserer Hengste z.B. ist Europameister und Vizemeister im Barrel Race, zudem hat er sehr viele Erfolge in anderen Sparten (u.A. Pleasure, Hunter, Halter, Reining). Dieses Pferd ist topgesund. Wer einen guten Barrel Racer hat, hält das Pferd auch entsprechend locker und gymnastiziert. Ein Barrel Racer ist nicht schneller verschlissen als ein Cutter oder Reiner (die Reiner sind wohl die mit der höchsten 'Ausfallquote, da die Pferde hier sehr jung geritten werden und häufig nur diese eine Disziplin gehen, das geht an den Nerv).Wobei manche Disziplinen meiner Meinung nach nicht mehr viel mit dem eigentlichen Westernreiten zutun haben und nur wegen der Show betrieben werden, dazu gehört für mich zB dieses "Barrel Race" - damit kriegen die Leute ihre Pferde nämlich auch ganz schnell kaputt
Abgesesehen davon gibt es in vielen dieser Sparten noch untersparten, wie z.B. beim Cutting.Mmh ich kann dir das auch nur so grob sagen... darum: http://de.wikipedia.org/wiki/Westernreiten Das einzige was ich dir jetzt hätte erklären können wäre Cutting![]()
Hier kann man Cutting reiten (Ein Rind von der Herde entfernt halten).
Wer ein Pferd besitzt, das zusätzlich ein guter Reiner ist, kann Working Cowhorse reiten (eine Reining reiten, dann ein Rind eine bestimmte Aufgabe laufen lassen. Diese besteht aus Wenden an der kurzen Seite, Wenden an der langen Seite, Kreis laufen lassen -kleiner Zirkel-, Handwechsel in einen anderen kleinen Kreis -quasi ein aus dem Zirkel wechseln, nur dass die Zirkel kleiner sind. Dabei sollte das Pferd den Reiter möglichst so nah an das Rind bringen, dass dieser das Rind berühren kann).
Wer gern im Team reitet, kann Team Penning reiten (ein Team zu 3 Reitern muss 3 zuvor bestimmte Rinder in einen Cattle -einen Pferch- treiben. Die Rinder müssen im Pferch bleiben, die Pferde dürfen den Pferch nicht betreten. Das Ganze geht auf Zeit.)
Wer gern ein Rind treibt jedoch keinen Reiner hat, kann Cattle Penning reiten (ein zuvor bestimmtes Rind auf Zeit in einen Pferch treiben).
Auch die Hunterklassen und Halterklassen sind nochmal unterteilt, genauso gibt es z.B. Longe Line wo ein Pferd longiert wird.
Beim Westernreiten ist für jeden Reiter so viel dabei, dass Jeder seine Vorlieben (rasand, ruhig, ängstlich, pedantisch...) und die Vorlieben des Pferdes ausleben kann ohne sich dabei auf nur eine Prüfungsart zu versteifen. Das macht die Sache sehr interessant und abwechslungsreich.