- Praktikum abbrechen??? Beitrag #1
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Ewi
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Ich muss mir jetzt einfach mal was von der Seele schreiben und brauche euren Rat.
Folgendes: Seit drei Wochen bin ich Praktikantin bei einem (an der Anzahl der Mitarbeiter gesehen) relativ kleinen, jedoch international agierendem Unternehmen (Bereich Medien). Vereinbart war, dass ich 6 Monate dort arbeite - um dann im Herbst mit meinem Studium anzufangen. Ich wollte vor einem Studium unbedingt erst praktische Erfahrungen in dem Bereich sammeln, in dem ich auch später arbeiten möchte. Als ich vor einigen Monaten die Zusage bekam, war ich überglücklich und freute mich auf das Praktikum...aber mittlerweile ziehe ich aus lauter Verzweiflung ernsthaft in Erwägung, das Praktikum abzubrechen.
Das hat mehrere Gründe:
Es wird einem NICHTS beigebracht. Wir sind insgesamt drei Praktikanten, die in einem seperaten Arbeitszimmer sitzen. Was ich bisher gelernt habe (hauptsächlich administrative Arbeiten am PC) wurde mir von den anderen zwei Praktikanten erklärt. Von den anderen Mitarbeitern kommt dann per Mail oder Telefon in unregelmäßigen Abständen ein "Ich brauche dies oder jenes" und das war's. Es wird morgens von den meisten nicht gegrüßt und der Umgang ist teilweise ziemlich ruppig und kurz angebunden. Nun war es so, dass wir die letzten eineinhalb Wochen nur zwei Praktikanten waren; der dritte war im Urlaub. Der einzige Ansprechpartner für mich war also die andere Praktikantin, die nach einer Weile jedoch bereits ziemlich genervt auf meine Fragen reagierte. Als Antworten bekam ich dann "Mach wie du denkst" oder "So wie's da steht" oder "Ich kann jetzt nicht" oder auf Nachfragen "So wie ich's dir gezeigt hab". Ihr könnt euch wohl vorstellen, wie man dann mit einer augetragenen Arbeit, die bis so und so viel Uhr fertig sein soll, da sitzt, wenn man nicht mehr weiß, wie nochmal das richtige PC-Programm funktionierte, was genau man machen soll usw und wirklich niemand einem hilft. Ich wäre mehr als einmal beinahe in Tränen ausgebrochen.
Nun hatte ich gestern ein klärendes Gespräch mit dieser Praktikantin. Sie sagte, dass ich es ihr nicht übel nehmen soll, wenn sie teilweise ziemlich pampig reagiere...alles bliebe letztendlich an ihr hängen, passiert irgendwo ein Fehler, gebe man grundsätzlich den Praktikanten Schuld. Dann erzählte sie, dass sich alle bisherigen Praktikanten wohl alles selbst beigebracht hätten...von Seiten der Festangestellten kam niemals irgendeine Form der Hilfeleistung. Sie selbst sei zu Anfang ihres Praktikums einmal kurz angerufen worden von einer Mitarbeiterin: "Kannst du...am PC erstellen?" Sie musste daraufhin mit "Nein" antworten, da es ihr noch niemand gezeigt hatte. Daraufhin wurde am anderen Ende der Leitung wortlos aufgelegt.
Doch nicht nur das: Sie und eine weitere Praktikantin, die mittlerweile nicht mehr dort arbeitet, seien unzählige Male beleidigt worden mit Sätzen wie "Du kannst gar nichts" und ähnlichen Aussagen. Sie meinte, sie könne mich absolut verstehen, sie sei durch die gleiche Hölle gegangen.
Zu diesen für mich erschreckenden Neuigkeiten kommt dann noch die Tatsache, dass ich mit der Arbeitsweise nicht zurechtkomme. Ich bin es gewöhnt, klare, feste Aufgaben zu haben, die ich dann auch nach bestem Gewissen zu lösen versuche. Womit ich dagegen definitiv nicht zurechtkomme, sind ungenaue, lasche Anweisungen, die mir alles und gleichzeitig nichts sagen. Beispiel: Ich sollte Hüllen für CD's besorgen. Ich frage nach, wo ich diese finde. Antwort "Ja, guck mal auf dem Dachboden, da liegen welche". Natürlich sind da oben keine. Ich frage also wieder mal nach, die Antwort (von der gleichen Person!) "Ne, die Hüllen liegen da im Schrank, da kannst du dir welche raussuchen". Natürlich sind auch im Schrank keine. Das Ganze war mir dann so blöd, dass ich am nächsten Tag selbst Hüllen mitgebracht habe.
Anderes Beispiel: Ich musste bestimmte Informationen aus dem Netz ziehen und diese ausdrucken. Ich gebe mir extra Mühe und lege diese fein säuberlich in mehreren Word-Dokumenten an. Nach vielleicht zwei Tagen wirft der Mitarbeiter, der mir eben diese Augabe aufgetragen hatte, zufällig einen Blick darauf und sagt dann "Ne, ich brauch das anders, ich brauch die jeweiligen Websiten ausgedruckt." Also konnte ich wieder von ganz vorne anfangen.
Hatte das dann nach wiederum wenigen Tagen fertig, wieder ein kurzer Blick "Ich brauch zu jeder Seite noch ein Deckblatt mit den und den Infos. Das muss bis heute Nachmittag fertig sein". Die Krönung war dann, als ich auch das erledigt hatte "So bringt mir das nichts, kannst du die jeweiligen Seiten mit Heftklammern aneinander befestigen?"
Die Mitarbeiter sprechen sich übrigens untereinander nicht ab, was ihre Anweisungen betrifft. Es passiert nahezu ständig, dass ich an etwas "sehr Wichtigem" arbeite; ein anderer Mitarbeiter kommt dazu und fragt mich, warum ich noch nicht mit seiner Aufgabe begonnen hätte, diese habe gerade oberste Priorität. Irgendwann kommt dann ein Anruf von wieder einem anderen Angestellten mit einer neuen Aufgabe; wenn ich sage, dass ich gerade an dem und dem arbeiten würde, kommt die Antwort, das sei jetzt nicht so wichtig und könnten hintenangestellt werden, ich solle unbedingt zuerst das bewerkstelligen, was er mir jetzt gleich auftragen wird. Das irgendwas dann auf der Strecke bleibt, ist logisch. Den Ärger bekommen dann wir Praktikanten.
Dann kommt noch dazu, dass ich mittlerweile an meine körperlichen Grenzen stoße. Ich fahre täglich knapp vier Stunden, um zu meinem Arbeitsplatz und wieder zurück zu kommen. Bedeutet: Ich muss sehr früh aufstehen und komme abends recht spät nach Hause (gegen 20 Uhr). Esse dann noch etwas und falle danach todmüde ins Bett. Mehr schaffe ich einfach nicht mehr. Die hohen Fahrtkosten überschreiten wenigstens nicht mein Praktikumsgehalt; mir bleiben pro Monat 80 €.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Ich bin wirklich keine Person, die gern und häufig Angefangenes nicht zu Ende bringt, normalerweise ziehe ich alles, was ich anfange, auch durch. Aber ich muss ehrlich sagen, dass ich mir die Arbeit in diesem Unternehmen einfach völlig anders vorgestellt habe. Ich wollte dieses Praktikum, um in erster Linie so viel wie möglich von Leuten aus der Branche zu lernen und um letztendlich auch bei meiner Bewerbung für ein Studium bereits praktische Erfahrungen vorweisen zu können, die meine Chance auf einen Studienplatz erhöhen könnten.
Aber so sehr ich mir auch alles schön zu reden versuche, glücklich bin ich an meiner neuen Arbeitsstelle nicht und mir graut schon jetzt vor der Situation, in der die beiden erfahrenen Praktikanten nicht mehr da sind (was bald der Fall sein wird, die eine geht bereits in weniger als drei Wochen) und mir niemand mehr helfen kann.
Sorry für den überlangen Text, aber ich musste mir das einfach von der Seele schreiben. Ich freue mich wirklich über jede ernst gemeinte Antwort, mich interessiert einfach, was ihr an meiner Stelle tun würdet.
Folgendes: Seit drei Wochen bin ich Praktikantin bei einem (an der Anzahl der Mitarbeiter gesehen) relativ kleinen, jedoch international agierendem Unternehmen (Bereich Medien). Vereinbart war, dass ich 6 Monate dort arbeite - um dann im Herbst mit meinem Studium anzufangen. Ich wollte vor einem Studium unbedingt erst praktische Erfahrungen in dem Bereich sammeln, in dem ich auch später arbeiten möchte. Als ich vor einigen Monaten die Zusage bekam, war ich überglücklich und freute mich auf das Praktikum...aber mittlerweile ziehe ich aus lauter Verzweiflung ernsthaft in Erwägung, das Praktikum abzubrechen.
Das hat mehrere Gründe:
Es wird einem NICHTS beigebracht. Wir sind insgesamt drei Praktikanten, die in einem seperaten Arbeitszimmer sitzen. Was ich bisher gelernt habe (hauptsächlich administrative Arbeiten am PC) wurde mir von den anderen zwei Praktikanten erklärt. Von den anderen Mitarbeitern kommt dann per Mail oder Telefon in unregelmäßigen Abständen ein "Ich brauche dies oder jenes" und das war's. Es wird morgens von den meisten nicht gegrüßt und der Umgang ist teilweise ziemlich ruppig und kurz angebunden. Nun war es so, dass wir die letzten eineinhalb Wochen nur zwei Praktikanten waren; der dritte war im Urlaub. Der einzige Ansprechpartner für mich war also die andere Praktikantin, die nach einer Weile jedoch bereits ziemlich genervt auf meine Fragen reagierte. Als Antworten bekam ich dann "Mach wie du denkst" oder "So wie's da steht" oder "Ich kann jetzt nicht" oder auf Nachfragen "So wie ich's dir gezeigt hab". Ihr könnt euch wohl vorstellen, wie man dann mit einer augetragenen Arbeit, die bis so und so viel Uhr fertig sein soll, da sitzt, wenn man nicht mehr weiß, wie nochmal das richtige PC-Programm funktionierte, was genau man machen soll usw und wirklich niemand einem hilft. Ich wäre mehr als einmal beinahe in Tränen ausgebrochen.
Nun hatte ich gestern ein klärendes Gespräch mit dieser Praktikantin. Sie sagte, dass ich es ihr nicht übel nehmen soll, wenn sie teilweise ziemlich pampig reagiere...alles bliebe letztendlich an ihr hängen, passiert irgendwo ein Fehler, gebe man grundsätzlich den Praktikanten Schuld. Dann erzählte sie, dass sich alle bisherigen Praktikanten wohl alles selbst beigebracht hätten...von Seiten der Festangestellten kam niemals irgendeine Form der Hilfeleistung. Sie selbst sei zu Anfang ihres Praktikums einmal kurz angerufen worden von einer Mitarbeiterin: "Kannst du...am PC erstellen?" Sie musste daraufhin mit "Nein" antworten, da es ihr noch niemand gezeigt hatte. Daraufhin wurde am anderen Ende der Leitung wortlos aufgelegt.
Doch nicht nur das: Sie und eine weitere Praktikantin, die mittlerweile nicht mehr dort arbeitet, seien unzählige Male beleidigt worden mit Sätzen wie "Du kannst gar nichts" und ähnlichen Aussagen. Sie meinte, sie könne mich absolut verstehen, sie sei durch die gleiche Hölle gegangen.
Zu diesen für mich erschreckenden Neuigkeiten kommt dann noch die Tatsache, dass ich mit der Arbeitsweise nicht zurechtkomme. Ich bin es gewöhnt, klare, feste Aufgaben zu haben, die ich dann auch nach bestem Gewissen zu lösen versuche. Womit ich dagegen definitiv nicht zurechtkomme, sind ungenaue, lasche Anweisungen, die mir alles und gleichzeitig nichts sagen. Beispiel: Ich sollte Hüllen für CD's besorgen. Ich frage nach, wo ich diese finde. Antwort "Ja, guck mal auf dem Dachboden, da liegen welche". Natürlich sind da oben keine. Ich frage also wieder mal nach, die Antwort (von der gleichen Person!) "Ne, die Hüllen liegen da im Schrank, da kannst du dir welche raussuchen". Natürlich sind auch im Schrank keine. Das Ganze war mir dann so blöd, dass ich am nächsten Tag selbst Hüllen mitgebracht habe.
Anderes Beispiel: Ich musste bestimmte Informationen aus dem Netz ziehen und diese ausdrucken. Ich gebe mir extra Mühe und lege diese fein säuberlich in mehreren Word-Dokumenten an. Nach vielleicht zwei Tagen wirft der Mitarbeiter, der mir eben diese Augabe aufgetragen hatte, zufällig einen Blick darauf und sagt dann "Ne, ich brauch das anders, ich brauch die jeweiligen Websiten ausgedruckt." Also konnte ich wieder von ganz vorne anfangen.
Hatte das dann nach wiederum wenigen Tagen fertig, wieder ein kurzer Blick "Ich brauch zu jeder Seite noch ein Deckblatt mit den und den Infos. Das muss bis heute Nachmittag fertig sein". Die Krönung war dann, als ich auch das erledigt hatte "So bringt mir das nichts, kannst du die jeweiligen Seiten mit Heftklammern aneinander befestigen?"
Die Mitarbeiter sprechen sich übrigens untereinander nicht ab, was ihre Anweisungen betrifft. Es passiert nahezu ständig, dass ich an etwas "sehr Wichtigem" arbeite; ein anderer Mitarbeiter kommt dazu und fragt mich, warum ich noch nicht mit seiner Aufgabe begonnen hätte, diese habe gerade oberste Priorität. Irgendwann kommt dann ein Anruf von wieder einem anderen Angestellten mit einer neuen Aufgabe; wenn ich sage, dass ich gerade an dem und dem arbeiten würde, kommt die Antwort, das sei jetzt nicht so wichtig und könnten hintenangestellt werden, ich solle unbedingt zuerst das bewerkstelligen, was er mir jetzt gleich auftragen wird. Das irgendwas dann auf der Strecke bleibt, ist logisch. Den Ärger bekommen dann wir Praktikanten.
Dann kommt noch dazu, dass ich mittlerweile an meine körperlichen Grenzen stoße. Ich fahre täglich knapp vier Stunden, um zu meinem Arbeitsplatz und wieder zurück zu kommen. Bedeutet: Ich muss sehr früh aufstehen und komme abends recht spät nach Hause (gegen 20 Uhr). Esse dann noch etwas und falle danach todmüde ins Bett. Mehr schaffe ich einfach nicht mehr. Die hohen Fahrtkosten überschreiten wenigstens nicht mein Praktikumsgehalt; mir bleiben pro Monat 80 €.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Ich bin wirklich keine Person, die gern und häufig Angefangenes nicht zu Ende bringt, normalerweise ziehe ich alles, was ich anfange, auch durch. Aber ich muss ehrlich sagen, dass ich mir die Arbeit in diesem Unternehmen einfach völlig anders vorgestellt habe. Ich wollte dieses Praktikum, um in erster Linie so viel wie möglich von Leuten aus der Branche zu lernen und um letztendlich auch bei meiner Bewerbung für ein Studium bereits praktische Erfahrungen vorweisen zu können, die meine Chance auf einen Studienplatz erhöhen könnten.
Aber so sehr ich mir auch alles schön zu reden versuche, glücklich bin ich an meiner neuen Arbeitsstelle nicht und mir graut schon jetzt vor der Situation, in der die beiden erfahrenen Praktikanten nicht mehr da sind (was bald der Fall sein wird, die eine geht bereits in weniger als drei Wochen) und mir niemand mehr helfen kann.
Sorry für den überlangen Text, aber ich musste mir das einfach von der Seele schreiben. Ich freue mich wirklich über jede ernst gemeinte Antwort, mich interessiert einfach, was ihr an meiner Stelle tun würdet.