Deutscher Schäferhund - 3 Jahre (Hagen/NRW)

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Cörki

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Zur Chancenverbesserung auf eine Vermittlung stelle ich mein Tierheimpflegekind vor :)
Charlie wartet seit März 2009 auf ein neues Zuhause, ich trainiere seit Mai 2009 mit ihm.
Vermittlung läuft über das Tierheim Hagen/Tierschutzverein Hagen




Pommestüten-Ohren, kecker Blick, ein freches Blitzen in den Augen und Hummeln im Hintern - Achtung, hier kommt Charlie J
Gesucht sind geschulte Hundebegeisterte, die gut zweieinhalb Jahre angestaute Schäferhundpower in die richtigen Bahnen leiten können, sodass aus dem überdrehten Jungspund, der nicht weiß wohin mit seiner Energie, endlich ein erwachsener, souveräner Rüde werden kann.
Ihre erste Aufgabe als Charlies Gassigänger ist es, bei dem fiepsenden, quietschenden, hüpfenden, rotierenden Hund das vordere Ende zu finden, um die Leine zu befestigen.
Hat Sie das Bewältigen dieser Aufgabe nicht abschrecken lassen oder haben Sie sich vielleicht sogar von der Vorfreude dieses Rabauken anstecken lassen, wie es mir jedes Mal passiert, dann öffnen Sie die Tür nach draußen jetzt bitte so schnell, dass Sie am anderen Ende der Leine bitte nicht mit gequetschtem Gesicht in der halb geöffneten Tür hängen bleiben, weil der egoistische Hund mal wieder keine Rücksicht auf die etwas breitere Statur eines menschl. Körpers genommen hat.
Von der Romantik eines entspannten Spaziergangs hält das Kerlchen nämlich bis jetzt noch nichts, mit Karacho geht es aus dem Tierheimtor und rein ins Vergnügen.
Und so überdreht, wie Charlie sich in der beschriebenen Anfangsszene verhält, bleibt er in der Regel mehr oder weniger den gesamten Spaziergang über, erst ganz am Ende - am Tierheimtor wieder angekommen, wird er merklich ruhiger - ein Zeichen dafür, dass er in seiner Frühjugendphase nicht genügend sozialisiert worden ist und zwar nicht ängstlich auf Umweltgeschehnisse reagiert, jedoch nervlich überlastet ist mit der permanenten Reizüberflutung außerhalb der vertrauten vier Wände.
Dazu ist er natürlich im Zwinger extrem unterfordert , hat dabei noch einen unglaublichen Bewegungsdrang und möchte als deutscher Schäferhund nun mal eine typgerechte Auslastung erfahren.
Die Menschengebundenheit ist der Schäferhunde und Glück und Leid, einerseits fällt es ihnen wahnsinnig leicht zu begreifen und zu lernen, anderseits wiegt jeder menschliche Fehler doppelt so schwer, was Charlie wahrscheinlich in die missliche Lage eines langen Tierheimaufenthaltes beförderte - völlig unschuldig, wie jeder Hund.
Charlie geht offen und freundlich auf alle Menschen zu, weder schüchtern noch aufdringlich und ist eigentlich gleich jedermanns Freund , weiß aber auch genau wer nun seine Bezugsperson ist, an der er sich orientiert und natürlich gefordert werden will.
Daher hoffen Charlie und ich auf interessierte, motivierte, liebe Menschen, die genug Zeit und schon etwas Erfahrung haben und sich dieser Aufgabe annehmen wollen!
Das Wichtigste ist, dass Charlie eine klare Struktur bekommt, eine Tagesordnung, an der er sich orientieren kann, damit der nervöse Hund endlich wieder zur Ruhe kommt. Trubel kann er nicht gebrauchen - er „trubelt“ sich schon selbst genug.

Sport, Sport, Sport ist angesagt und zwar täglich und ausdauernd - wenn sie jetzt das Bild von bunten Hüpfhürden und Krabbeltunneln vor sich haben oder eine 10 km Joggingcrossstrecke, dann liegen Sie falsch - die Rede ist von Denksport! J
Der Gedanke, dass man einen Hund durch physische Aktivitäten „schaffen“ könnte oder soll ist wohl ein weit verbreiteter Irrglaube - jeder Olympialäufer ist wohl im Vergleich zum Kilometer um Kilometer trabenden Hund/Wolf ein richtiger Schlaffi ;-)
Und auch stundenlanges Stock-/Bällchenwerfen kann einem Hund zwar für kurze Zeit Ausgeglichenheit verschaffen, da er aber immer weiter zum Ausnahmehochleistungssportler trainiert wird, kommt es zur ständigen Nervosität und Stressabbau nur durch das Suchtmittel Ball - was zugegeben eine sehr stupide Beschäftigung ist - der dt. Schäferhund im eigentl. Sinne ist aber kein Hetzjunkie, sondern ein aufopferungsvoller Arbeiter, in dessen Mittelpunkt der Zusammenarbeit der Mensch steht.
Was ich damit meine, ist eigentlich nur, dass natürlich jeder Hund - inklusive Charleskopf (gerade für seine Hüftmuskulatur)- lange Spaziergänge und ausdauernde Bewegung benötigt, doch dabei muss gerade dieser Hund erstmal etwas runter fahren und dann durch anspruchsvolle Aufgaben ausgelastet werden, die die Konzentration und Bindung zum Menschen fördern!

Hinter der quietschfidelen, unkapputtbaren Fassade des wunderschönen Schäferhundfells verbirgt sich nämlich ein fordernder, nervöser Hund, der sich nach Ausgeglichenheit sehnt.
Dazu bauen wir auf Spaziergängen Bindungsübungen, Leckerchensuchspiele, Apportiertraining, „Verlorensuche“ und natürlich Grundgehorsamsübungen mit ein.
Charlie zeigt sich allgemein sehr gelehrig, wenn er denn mal von seinem Hibbelstatus runtergekommen ist.
Da er seit einem Jahr an der Schleppleine geht, ist „Hier“ - auch unter starker Ablenkung - mittlerweile nun zu fast 100 % aufgebaut, „Sitz“ klappt zwar noch nicht aus jeder Situation heraus, aber zumindest das Vorsitzen und mit Sichtzeichen auf bis zu 10 m Distanz, klappt schon zuverlässig.
„Platz“ mit unterstützendem Handzeichen ist auch schon gut aufgebaut, wird demnächst noch verbessert ;-) , an „Steh“ sind wir dran.
Weitergehen oder Aufstehen darf er dann bei jedem Kommando erst wieder nach unserem Auflösungskommando „Na Lauuf“ , was auch wirklich zuverlässig klappt - selbst außer Sichtweite (und mit Leckerchen einen Meter vor der Nase .. Menschen können ganz schön gemein sein J )
Problemlos kann ich ihm auch alle Sachen aus dem Fang nehmen, ganz freiwillig würde er sie aber ehrlich gesagt nicht abliefern - aber wir machen Fortschritte!

Zugegeben an der Leinenführigkeit haperts etwas mehr als nur „ein bisschen“, aber auch da haben wir dank Training schon große Fortschritte gemacht und wenn er endlich nicht mehr unter Hochspannung steht, weil er regelmäßig bewegt und beschäftigt wird, wird es auch unter Ablenkung klappen, ohne Ablenkung geht es dank stehen bleiben und häufigen Richtungswechseln schon sehr gut.
Was Charlie, mir und vielleicht auch Ihnen an Auslastung viel Spaß macht, ist Apportiertraining - für eine Rasse mit relativ viel Beutetrieb eine schöne Beschäftigung.
Dazu gebe ich Charlie ein Steh/Sitz oder Platz Kommando, entferne mich einige Meter vom Hund, verstecke ein oder mehrere Dummys , kehre zum Hund zurück und schickt Charlie dann zum Suchen.
Besuch einer Hundeschule wäre ggf. sinnvoll und falls man später trotz Charlies HD mit ihm in den Hundesport einsteigen möchte, kann man es mit Fährte oder Obedience J

Ein Problem darf allerdings nicht verschwiegen werden und das betrifft Charlies Sozialverträglichkeit - Sie werden keinen Hund bekommen, der viel Wert auf intensive Sozialkontakte legt. Charlies Toleranzgrenze ist relativ niedrig und aufgrund fehlerhaften Sozialisation, muss das im Auge behalten und dringend an der Kontrolle gearbeitet werden , damit es nicht zu Übersschreitungen kommen kann. Einmal kennengelernt (da z.B. Zwingergenosse) interessiert ihn der andere Hund herzlich wenig - auf Spaziergängen steht sein Mensch im Mittelpunkt und vielleicht der ein oder andere Stock ;-)

Bei Fremdhundebegegnungen ist dann schon etwas mehr Fingerspitzengefühl gefragt, an der Leine zeigt er etwas, was man als „Frustrationsaggression“ bezeichnet, nicht die typische Leinenaggression aus Unsicherheit hervorgerufen, wie man sie zumeist sieht.
Ohne Leine (Schleppleine) prescht er auf den anderen Hund zu, der „Hier“ Ruf klappt natürlich, dennoch ist es noch nicht möglich Charlie Verhalten während eines Sozialkontaktes zu beeinflussen - sprich Charlie lässt sich z.B. noch nicht hinter den Menschen schicken und dadurch einen Abbruch durchführen oder aus dem Kontakt abrufen, sodass (noch) keine andere Möglichkeit bleibt, als die Richtung zu wechseln und Charlies Kontrollwunsch dadurch zu untersagen,
denn Fremdhundekontakte sind erst dann souverän anzugehen, wenn mehr Kontrollmöglichkeiten Charlies bestehen sprich - Erziehung - ansonsten sind schlechte Erfahrungen vorprogrammiert.
Das Problem dabei ist nicht, dass er aufgrund vergangener schlechter Erfahrungen unverträglich geworden sei, sondern, dass er sich schon in Sicht /Riechweite eines fremden Hundes sehr hochpusht , sodass jegliche Reaktion des Fremdhundes auf Charlies aufgedrehendem Verhalten zu einem hysterischen, nicht mehr einlenkbaren Tunnelblick von Seiten Charlies führt( e ), was unter anderem auch auf die vorhergehende mangelhafte Sozialprägung zurückzuführen ist.

Mittlerweile hat sich unter richtiger Führung doch nun schon sehr viel gebessert, sodass es nun in den meisten Fällen möglich ist, ihn im Abstand von 4m zum fremden Hund ablegen zu lassen bzw. mit der Kozentration auf mich gerichtet daran vorbeizugehen.

Jedes Problem ist dafür da gelöst zu werden und die Herausforderung, die dieser Hund gibt, macht für mich die größte Motivation aus!
Charlie ist eine riesige Bereicherung für motivierte, erfahrene Schäferhundefreunde, die nicht davor erschrecken, dass klein Charleskopf nicht perfekt in ihr Leben einsteigt - Charlie selbst wurde dies schließlich auch verwehrt.
Meine Daumen und Charlies Pfoten sind gedrückt!
 
Mit herzlichen Grüßen
Jana
mit Charlie
 
 
Ich würde mich riesig freuen ,über Fragen, Kennenlern-Spaziergänge u.ä., denn natürlich fände ich es auch toll , zu wissen, in welches Zuhause der Süße kommt!
Kontakt: Bitte schreibt mir ne PN ;)
 
  • Deutscher Schäferhund - 3 Jahre (Hagen/NRW) Beitrag #2
Charlie sucht immernoch !
Mittlerweile gibts gute Fortschritte bei der Sozialisierung - bei Interesse an einem mannsechten DSH bitte melden :)
 
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