Jungen Hengst auslasten...

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licia_of_spades

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Hey,
eine Bekannte von mir hat einen jungen Pinto Hengst der zwar lieb im Umgang ist, beim Reiten aber extreeem loslegt, weil er viel zu wenig beschäftigt wird. Da kommt er vielleicht zweimal in der Woche ins Gelände, und dann ist ja klar, dass er ausflippt... :roll: Laut ihr macht er auch mal ein paar Bocksprünge vor Freude, wenn es schneller geht. Nun ist es so, dass ich selbst gerade so gut reiten kann, dass ich das Pferdi dahin bekomme, wo ich es haben will - also gerade mal Grundkenntnisse habe. Dementsprechend möchte ich mich nicht auf diesen unausgelasteten Hengst schwingen, wie meine Bekannte das gerne hätte, sondern ihn vorher erstmal ein bisschen arbeiten lassen. Ich kenne das Pferd nicht, schaue ihn mir nächste Woche zum ersten Mal an. Aber so wie es sich anhört, müsste bei ihm die Ausbildung von Grundauf begonnen werden.. er kennt ja kaum was außer das freizeitmäßige Reiten im Gelände, war noch nie auf dem Platz oder in der Halle.

Naja, eigentlich ist meine Frage auch nicht, wie ich ihn auslasten kann (habe mich sehr lange schon mit dem Thema beschäftigt) sondern eher, ob das im Bezug auf's Reiten was bringt - sprich, ob ich ihn durch die Arbeit an der Hand tatsächlich so auslasten und gymnastizieren kann, dass er sich beim letztendlichen Reiten etwas gesitteter verhält und man nicht das Gefühl hat, auf einem Pulverfaß zu sitzen. In der Theorie hört sich das ja ganz logisch an, aber ich selbst habe noch nie mit einem Reitpferd gearbeitet, nur mit Shettys... und die reite ich nunmal nicht :angel:

Ich möchte die Betonung übrigens auch nicht so sehr aufs Reiten an sich legen, wie es vielleicht rüberkommt, aber meine Bekannte ist nun mal für nichts anderes offen, weil sie sich noch nie mit dem Thema beschäftigt hat, wie mir scheint...

Und: Muss ich irgendetwas besonderes im Umgang mit dem Hengst beachten, im Gegensatz zum Umgang mit Wallachen/Stuten? Sie sagt zwar, dass er keine Hengstmanieren zeigt, aber so ganz traue ich der Sache nicht ^^

Liebe Grüße an euch.
 
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  • Jungen Hengst auslasten... Beitrag #2
Ich denke schon, dass das etwas bringt, immerhin sind ausgelastetere Pferde doch auch ausgeglichener?;)
Und wenn es eben gar nichts bringt...wäre dann schnippschnapp noch eine Alternative?

LG
 
  • Jungen Hengst auslasten... Beitrag #3
Hi,

genau ;) wenn er nicht gekört (zur Zucht zugelassen) werden soll, dann schnipp schnapp.

Wie sieht denn seine Haltung aus? Hat er einen Paddock? Laufstall? Koppelgang?

Mehr Arbeiten heißt idR auch mehr Kondition und das ist dann bei einer Haltung ohne Koppelgang eher problematisch.

Um dir Näheres zu sagen, müssen wir erstmal wissen wie der 'junge Wilde' gehalten wird.

LG Lilly
 
  • Jungen Hengst auslasten... Beitrag #4
Hi,
er kommt den gesamten Nachmittag auf die Koppel, von 14 bis 18 Uhr, den Rest des Tages steht er in der Box, solange keiner Zeit für ihn hat. Meine Bekannte schafft es 2 bis 3 Mal in der Woche, ihn so ca. 1 Stunde im Gelände zu reiten, eine RB hat sie nicht. Den Part soll ich ja anscheinend übernehmen ^^

Ich habe keine Ahnung, warum sie ihn nicht hat legen lassen - züchten will sie nicht. Aber laut ihr ist er brav, und sie sieht einfach keinen Grund darin, ihm seine Männlichkeit zu nehmen... :eusa_think:

Was müsst ihr denn noch wissen? Dann muss ich meine Bekannte mal ordentlich löchern ^^ Ich kenne den Herren halt noch nicht "persönlich", deswegen betrachte ich die Situation mit ein paar Vorbehalten ;)
So brav kann er ja gar nicht sein, wenn er sobald er rauskommt ausflippt und seinen Reiter ganz flott in den Sand setzt...

Aber da sehe ich auch noch ein potenzielles Problem... der Hengst ist ja erst 5, und seine Besitzerin jetzt auch nicht so die super Reiterin - Unterricht hatte sie glaub ich noch nie. Sie ist früher nur auf Ponys geritten, auf einem Bauernhof bei uns in der Nachbarschaft, daher kenne ich sie auch, und da gab es keinen richtigen Reitlehrer, nur einen Typen der den Kids gezeigt hat wie man aufsattelt und trenst und dann einfach draufgesetzt hat... ich kann nicht sagen, ob es nicht vielleicht auch an ihrer Reitweise liegt, oder am Sattel, der irgendwo drückt, weil er nicht passt etc. *denk*
Ich muss mir das ganze mal ansehen gehen... hach. Da kann so vieles schief gelaufen sein, ohne das man es sofort erkennen würde, da müsste eigentlich mal ein Fachmann ran. :eusa_eh:
 
  • Jungen Hengst auslasten... Beitrag #5
Also wenn er allein auf der Koppel steht, wundert mich nichts mehr ;) er braucht doch jemand zum toben, allein macht das kein Spaß.

Zum legen lassen sag ich jetzt mal nix :silence:

Das ein 5 Jähriger Hengst aufdreht wenn er nur 2-3 x die Woche rauskommt und sich nur 4 von 24 Stunden bewegen kann, da muss man sich nicht wundern...

Ganz ehrlich? Sie sollte mal ihre Haltng überdenken und gewaltig an sich arbeiten.

Ob du da was machen kannst... der kleine Mann braucht eine gute Grundausbildung, Erziehung und vorallem Kontakt zu Artgenossen (Wallachen, Hengsten)

LG Lilly
 
  • Jungen Hengst auslasten... Beitrag #6
Um das alles zu machen, braucht man Zeit, und die hat sie nicht. Klar, sie hängt an ihm und will ihn nicht verkaufen, aber an ihrer beruflichen Situation wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Sie meint, es würde reichen, wenn ich ihn ab und zu mal bewege. Was ich hier schreibe, habe ich auch lang und breit mit ihr zusammen diskutiert - sie sieht's nicht ein.

Ich erwarte nicht, dass ihr "die" Lösung habt... nur ein bisschen Input wäre toll. Verkaufen geht nicht, legen lassen geht nicht... da bleibt ja eigentlich nur noch, dass sie sich jemanden sucht, der mehr Ahnung hat als ausgerechnet ich... aber diesen jemand müsste man ja bezahlen :roll:

Naja, an der nicht vorhandenen Gesellschaft kann ich immerhin was ändern.
 
  • Jungen Hengst auslasten... Beitrag #7
Hi,

also vielleicht ne gute Reitbeteiligung die es umsonst macht - sie darf reiten und arbeitet dafür den Kleinen entsprechend?

Nicht das ich es dir nicht 'gönnen' würde, aber Junghengst sind echt nicht ohne bisweilen ;)

LG Lilly
 
  • Jungen Hengst auslasten... Beitrag #8
Ganz ehrlich, ich bin auch nicht sonderlich scharf drauf. Ihn ein bisschen beschäftigen, okay, das kann ich - aber ich traue mir nicht zu, ihn auch zu reiten. Angst habe ich zwar keine, aber ich bezweifle, dass er und ich viel voneinander hätten ;)
Ich werde mal schauen, ob ich jemanden finde. Leute, die eine RB suchen, gibt es ja wie Sand am Meer... aber dann da jemanden herauszupicken, der tatsächlich Ahnung hat, dürfte schwieriger werden.
Naja... danke für die Idee! Werde mich gleich ans Werk machen.
 
  • Jungen Hengst auslasten... Beitrag #9
Also bei uns gibts auch nen 5 Jährigen Paint/Pinto keine ahnung xD Der ist auch Fünf abern Wallach. Der dreht auch ziemlich auf. Ich reite ihn selber nicht weil ich kein Bock auf Zicken habe o_O lass das eher meine Freundin machen xD.. er ist ziemlich unruhig bekommt gleich Nervenflattern wenn er den Sattel und die Trense sieht. Am ANfang macht er immer den großen Macker, aber nach paar Runden Trab und Anfangsschwierigkeiten im Galopp geht das recht gut, aber eben nur wenn man ihn einrahmt mit Schenkel und Zügel.

Ich würd wenn dann ne RB suchen, oder eben mehr Bodenarbeit usw.:mrgreen:
 
  • Jungen Hengst auslasten... Beitrag #10
Da könnte ich mich ja wieder aufregen... Mein weiß doch vorher das Pferde arbeiten wollen und müssen und wenn man keine Zeit hat sollte man sich keins anschaffen. :?

Aber nun gut es geht ja darum wie man dem "jungen Wilden" dann wenigstens helfen kann. Arbeit am langen Zügel, Zirkuslektion, longieren, ihn mehr auf die Koppel bringen MIT Artgenossen damit er sich eben mit ihnen austoben kann.
 
  • Jungen Hengst auslasten... Beitrag #11
Ich habe selber 2 Hengste, der eine deckt seit Jahren, der andere wird als Deckhengst vorbereitet (dieser ist sogar von der Zuchtlinie her auf Aggression und Kraft gezüchtet, da er für die Rinderarbeit ist. Allerdings ist er so erzogen, dass er eine Anfänger RB hat, die sehr gut mit ihm klar kommt. Selbstverständlich wird sie mit ihm nicht völlig allein gelassen). Zudem reite, korrigiere und erziehe ich häufigeger Hengste. Meine Hengste sind so erzogen, dass sogar bei dem jüngeren Hengst einige Einstaller erst nach Monaten bemerkten, dass das ein Hengst ist -sie kennen sich halt mit Quarters nicht aus und dachten diese Pferde sehen immer so aus.
Ein Hengst, der nicht decken soll, sollte auf jeden fall kastriert werden. Egal wie gut er ist, egal wie lieb er ist.
Mit 5 ist so ein Hengst noch lieb und nett, mit ca. 7 schlägt er nochmal um, da seine biologische Uhr zu ticken beginnt.
Man kann einen Hengst immer kastrieren, will man die Kastration so sanft wie möglich für das Pferd gestaltet, verlegt man sie in den Herbst/Winter. In dieser Zeit sind die Hormone sowieso runtergefahren und die Schwankung für das Pferd nicht ganz so extrem. Das Pferd kann dann die nächste Weidesaison schon mit den Kumpels genießen.

Allerdings ist eine Kastration nicht die Lösung deines Problems. Ein unausgelastetes Pferd, ist und bleibt ein unausgelastetes Pferd - ein armes Pferd.
Hengste sind jedoch schneller 'krabetzig' als andere Pferde und werden schneller gefährlich, wenn sie unausgelastet sind, da sie sich hormonbedingt -trotz bester Erziehung- nicht so unter Kontrolle haben. Sie lassen ihren Druck anders raus als Wallache oder Stuten (was auch schon nicht immer angenehm ist).

Wenn du keine Hengsterfahrung hast und sehr wenig Pferdeerfahrung und zusätzlich noch keine Unterstützung im Stall hast, läss bitte die Finger davon.
Ein Hengst ist mit Kopfarbeit nicht auszulasten, er muss arbeiten.
Die Erziehung eines Hengstes muss absolut konsequent aber sehr liebevoll sein. Auf permanente Schläge reagieren sie oft mit Agression oder Ängstlichkeit (werden dann link).
Man darf mit ihnen nicht spielen, meine bekommen zum Agressionsabbau (wenn sie mal einen schlechten Tag haben und schon genervt aus der Box kommen) z.B. Freilauf mit Spielball an dem sie sich dann auslassen dürfen.
Hengste brauchen viel Weidegang mit Sichtkontakt zu anderen Pferden. Artige Hengste kann man auch gemeinsam mit Wallachen halten, dann jedoch zeigen sie oft ein unerwünschtes Kleben, da sie die Wallache als ihre Herde betrachten und diese auch evtl. vergrößern möchten (Rumgegockel sobald ein freilaufendes Pferd auf einer Wiese entdeckt wird).
Trotzdem darf man einem Hengst das Sozialverhalten nicht komplett verwehren. Ab und zu mit Wallachen zusammensein oder mit tragenden Stuten (unser Althengst steht das ganze Jahr mit Stuten zusammen) tut ihnen unendlich gut.
Bei einem Hengst muss man sehr geschickt vorgehen um ihn artig und unterm Sattel neutral zu halten, das ist einfach aber man braucht eben viel Konsequenz, Kämpfe sollten nur ganz selten ausgefochten werden müssen, dann muss man sich allerdings sicher sein, dass man den Kampf auch bis zum Ende führt (Kampf hat nichts mit Schlagen zu tun).

Je mehr ein Hengst arbeitet, je mehr Kontakt er zum Menschen hat, je artiger wird er.
Diesen Hengst würde ich täglich schwer arbeiten lassen, reitend oder an der Longe, zusätzlich Weidegang.
Meine Hengste kann ich z.B. überall zwischen Stuten anbinden, sie schlafen da sie wissen, dass sie sich besser ausruhen sollten.

Wenn du wirklich noch so wenig Erfahrung hast, würde ich dir raten -so schwer es sicher ist- von dem Pferd die Finger zu lassen, bevor irgendwann einmal wirklich etwas passiert.
Hengste sind nunmal anders -ich persönlich reite sie gern, da sie sehr Zielorientiert sind, sobald man es geschafft hat, sie auf seine Seite zu bringen, das kann allerdings u.U. ein sehr harter und langer Weg sein.
 
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