Angst - und was man dagegen tun kann
Hallo zusammen,
hier die Website von Kayce Cover, Weiterentwicklung des Clickertrainings z.B. Zootiere trainiert, ärztliche Behandlungen Stress- und Angstfrei meistern zu können - läßt sich genauso auf andere angstauslösende Situationen anwenden:
http://www.synalia.com/
PERCEPTION MODIFICATION OR COUNTER-CONDITIONING
In "Bridge and Target" training, the third thing the animals are taught to do is to relax on cue, a key step in preparing them for changing their attitudes about things. In order to teach the animal to relax on cue, the trainer says "easy," "x," or any other cue word while massaging the animal's muscle groups. After a short time, simply hearing the word cue helps the trainee relax. (...) "Perception modification" (Cover, 1994) is the description of the process by which we can change the way animals look at any given event. For examples, in less than 20 minutes trainers can significantly calm frightened or aggressive animals....
hier der Link bezgl. Wahrnehmungstraining:
http://www.synalia.com/articles/beyondmodification.html :
Perception Training is a means of
giving animals coping skills and changing their perceptions of stressful or disliked events. Benny Erez trained market hogs to stand voluntarily while blood samples were taken. Since these pigs all learned to want to be first, they were certainly regarding the collection of blood differently than before! Hence, this one procedure gave three benefits. Judging from the overt signs of stress, such as running, squealing, and straining, we reduced the stress these pigs experienced as a result of being restrained or poked with a needle, and, had pigs "requesting" to be bled...
Mehr darüber, wie man Verhaltensänderungen mit Hilfe der Bridges erreichen kann hier:
http://www.synalia.com/articles/trainPMemotion.html
und eine kurze Übersetzung der wichtigsten Punkte:
Covers Formel für Wahrnehmungsveränderung in Zyklen
Ein Werkzeug, das den Tieren ermöglicht, ihre Gefühle zu managen
Wahrnehmungsveränderung:
Die Veränderung der Wahrnehmung eines Tieres lässt sich daran erkennen, wie sich seine Reaktion auf das Ereignis oder den Stimulus im Vergleich zur Ausgangssituation verändert. Dieses lässt sich am effektivsten durch einen Konditionierungprozess erreichen, in dem das Ereignis/Stimulus mit einem konditionierten Verstärker kombiniert, oder bestraft wird, damit sich der Wert des Verstärkers oder der Strafe auf den Auslöser überträgt. (Cover, "An Introduction to Bridge and Target Trainng Technique, 1990, überarbeitet 2000) [Diese Definition ist auch zitiert im IMATA Glossary , Hurley, J and Scaramozzino, J, 1998] *IMATA = International Marine Animal Trainer Association
Mit diesem Prozess werden aversive (oder Angst einflößende / übermäßig erregende) Ereignisse/Stimuli in kleine Teile aufgebrochen und jedes einzelne mit Verstärkern kombiniert. Haben sich die kleinen Teile in der Wahrnehmung des Tieres (positiv) verändert, werden sie wieder zum Gesamtverhalten zusammengesetzt.
Im Resultat kann das Tier das Ereignis nicht nur tolerieren oder ignorieren, sondern oftmals sogar lernen zu genießen, was es vorher fürchtete oder hasste.
Ebenso kann man Dinge, die vorher attraktiv waren ,mit sorgfältigem Management von Konsequenzen „neutralisieren“.
Zyklen:
Hierbei wird das Tier durch einen Zyklus von Überbrückung, Nachlassen der Herausforderung, Überbrückung (intermediäre Brücke = ib) und schließlich einer Pause (die genauso lang oder länger dauert wie Dauer der Herausforderung) and die Herausforderung herangeführt. Das Ziel ist, dass das Tier die ganze Zeit über in einem entspannten, nicht reaktivem Zustand bleibt, bzw. konzentriert auf den Trainer aber die Herausforderung ignorierend. (Cover, 2002)
Im Grunde bewirkt dieses Training, die Wahrnehmung des Tieres im Bezug auf den Stimulus, Gegenstand oder Ereignis etc. zu verändern.
Dazu versetzt man das Tier in einen entspannten Zustand. Am besten konditioniert man für diesen Zustand ein Signalwort – ich (Kayce Cover) benutze oft eine Tiefenmassage, jedoch reicht es oft schon, sich auf das Tier zu fokussieren. Während dieser Übung besteht der Job des Tieres darin, ruhig und auf Dich konzentriert zu bleiben. Wenn möglich, arbeite mit einem Co-Trainer, um das Problem einzuführen. Diese Person beginnt damit, das „Problem“ außerhalb des Reaktionsradius des Tieres, zu präsentieren. Dann bringt er das „Problem“ einen Schritt näher, ib, einen Schritt zurück, ib und dann (sehr wichtig!) eine Pause (mindestens genau so lange wie der Zeitraum der „Problem-Präsentation“) um dem Tier zu ermöglichen, in den ursprünglich entspannten Zustand zurück zu gelangen.
Diese Zyklen werden wiederholt und die Entfernungen werden (in den folgenden Behandlungen) schrittweise reduziert. (Zwei Schritte näher, ib, zwei Schritte zurück, ib, Pause / (nächste Behandlung: vier Schritte näher, ib, vier Schritte, ib, Pause usw.) bis man ganz am Tier ist. Dann kann man entweder damit beginnen (mit den gleichen Zyklen), um das Tier herum zu gehen, hinter das Tier zu treten, oder irgend eine andere Variable zu verändern (z.B. wenn das „Problem“ andere Hunde sind, kann man jetzt zu einem anderen Trainingspartner-Hund wechseln, oder einen weiteren Hund dazu nehmen, oder das Tempo verändern, etc.). zu jeder Zeit sollte der Trainer, der das „Problem“ (z.B. den anderen Hund) führt, den zu trainierenden Hund gut beobachten. Das Ziel ist, das Tier so schnell wie möglich zu fördern ohne dass er seine Entspanntheit/Fokus verliert. Sobald das Tier das erste Anzeichen von Erregung zeigt, stoppt der zweite Trainer und entfernt dann langsam das „Problem“ Auf diese Weise wird dem trainierten Tier der adrenalisierede Stimulus entzogen, wenn er es also mag (wie in „die Catharsis der Aggression mögen“) "verliert" er durch beginnendes Zeigen von Interesse, oder sogar eigentlich sogar bei jeglicher Verhaltensveränderung überhaupt.
In der Zwischenzeit steht oder sitzt der erste Trainer bei dem Tier und gibt das konditionierte Entspannungssignal und unterstützt mit ibs und reichlich eingestreuten Terminal Bridges (tbs) am nahsten Annährungspunkt um am Ende des Zyklus. Das trainierte Tier beginnt meist ziemlich bald, sich auf das Gesicht des Trainers zu konzentrieren und von der sich nähernden Ablenkung weg zu sehen. Dieses ist ein gewünschtes Zeichen. Es zeigt, dass der Hund plant, sich sich nicht vom "Problem" ablenken zu lassen.
Dieser Prozess ist, wenn er richtig durchgeführt wird, extrem langeilig für den Beobachter, da es aussieht, als ob nichts passiert. Jedoch bewirkt es schnelle, nachhaltige Ergebnisse.
Es ist sehr wichtig, immer nur einen Aspekt des "Problems" zu verändern.
Die „Pause“ ist sehr wichtig. Die Konditionierte Entspannung ist sehr wichtig. Und die ib ist sehr wichtig. (…) Die Vorhersagbarkeit der Zyklen und der Pausen scheint den Tieren zu helfen, bis zum Ende der Behandlung durch zu halten. (…)
Wenn Du an etwas arbeitest, das nicht bewegbar ist (z.B. um einem Tier beizubringen ins Wasser zu gehen) kannst Du mit dem Tier an den Strand (Bach, See, Fluß) gehen. Dort geht man im Prinzip genauso vor, nur bewegt man eben den Hund näher an das Objekt und wieder zurück unter Verwendeung der ibs, tbs und Pausen.
Wenn du einem Tier beibringen möchtest, für eine Blutabnahme (oder andere Tierärztliche Maßnahmen) stehen zu bleiben, machen erst sie Spritze, dann die Nadel und schließlich die Spritze mit Nadel machen die „Annäherungs-Entfernungskreise“. (Nebenbei bemerkt,
kündigen wir dem Tier immer an, was passieren wird, damit sich das Tier mental darauf vorbereiten kann und wir fangen an, handfeste Beweise zu sehen, dass es das auch tatsächlich tut). ... Copyright 2004 by Syn Alia Training Systems ®
http://www.synalia.com/articles/bridgesIB.html
tb = Terminal Bridge
entspricht dem Klick oder Marker-Wort bei Clickertraining
ib = intermediäre Brücke
funktionionirt wie das "kalt, lau, warm heiß, heiß, heiß" beim Topfschlagen.
Gebräuchlicherweise kann man ein Wortsignal verwenden: z.B "gugugugu" als ib und "guut" als tb (Kaycy Cover verwendet "xxxxxxx" als ib und "X" als tb, aber dass könnte in der Öffentlichkeit falsch verstanden werden
.
Das Konditionieren funktioniert wie beim Klickertraining. Zunächt sagt man also seinen gewählten tb-Marker (z.B. "Gut") und gibt sofort ein Leckerchen, tb-Leckerchen tb- Leckerchen, ca. 5 mal hintereinander.
Dann prüft man, ob der Hund das verstanden hat, indem man den tb-Marker sagt, wenn der Hund gerade nicht schaut.
Wenn er sofort reagiert, kann man mit Schritt 2 weitermachen und den ib-Marker konditionieren.
Angenommen, man hat sich für tb= "gut" und "gugugugu" = ib entschieden. Man nimmt also ein Leckerchen in die Hand und hält es dem Hund vor die Nase, beginnt "gugugugu" zu sagen und zieht es etwas vom Hund weg, folgt der Hund dem Leckerchen, "Gut" sagen und Leckerchen geben.
die ib sagt dem Hund - das was du gerade machst ist gut, mach weiter so. Anfangs macht man es dem Hund noch nicht so schwer und gibt recht früh die tb. Mit der ib kann man sehr gut zum Weitermachen Veranlassen - sobald der Hund sein gewünschtes Verhalten abbricht, stoppt die ib - oft reicht das aus, den Hund zu veranlassen, das Verhalten wieder aufzunehmen.
Beim shapen kann man so schneller vorgehen, weil man hier nicht wie beim Clickern, das Verhalten mit dem Click "abbricht", sondern die ib auch (z.B. durch stimmliches "Anfeuern") den Hund dazu veranlasst, weiter zu probieren. Die ib sagt dem Hund, ob seine Spur ehr lauwarm oder brühend heiß ist.... _________________
Liebe Grüße
Martina