Chronischer Schnupfen und nichts hilft

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Miss.Sophie

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Hallo ihr Lieben,

Ich hoffe, dass hier vielleicht jemand Erfahrung mit dem Thema hat und noch die ein oder andere zündende Idee für eine Behandlung hat.

Moro ist jetzt ca. 1,5 Jahre alt (geschätzt), hat eine Huskyzeichnung mit sehr dunkelroten Augen und lebt seit letztem Jahr August mit zwei weiteren Ratten bei mir.
Ende Januar begann der ganze Spuk. Sie war irgendwie ein bissel platt und sehr ruhig, daher bin ich mit ihr zum TA. Sie wurde gründlich untersucht. Lunge und Herz wurden abgehört, Ohren, Augen und Mäulchen inspiziert, Fieber gemessen und komplett abgetastet, wobei allerdings nichts abnormal war. Sind dabei verblieben, dass sie vermutlich nen beginnenden Infekt hat und ich sie genau beobachten soll.
Eine Woche später bekam sie Atemgeräusche, also sind wir nochmal zum TA. Die Atemgeräusche kamen von der Nase, Lunge war frei, alles wie vorher, nur eben die Knatternase und immernoch platt. Behandelt wurde sie dann vorsichtshalber mit Enrofloxacin, vorerst eine Woche, und hat morgens und abends mit ACC-akut in Kochsalzlösung inhaliert. Die Lethargie hatte sich darauf schnell gelegt, nur die Atemgeräusche gingen nicht weg, weshalb sie noch eine weitere Woche das AB bekam, und zusätzlich noch ein Immunaufbaumittel (Rodicare Pulmo) und nen Schleimlöser bekam (Hexadreson). Inhaliert wurde auch weiter.
Nach der 2. Woche gab es keine Verbesserung, das Enrofloxacin wurde abgesetzt, stattdessen gab es zwei mal täglich Kesium. Unter dem Kesium wurden die Atemgeräusche lauter bis hin zur akuten Atemnot, also haben wir auf Chloramphenicol (3x täglich), alles andere wurde beibehalten, umgestellt, zudem bekam sie Prednisolon als Notfallmedikament, falls es ihr nochmal so schlimm ginge.
Die erste Woche ging es steil bergauf, nur noch selten Atemgeräusche, dann nach eine Woche ist alles gekippt und sie hatte lautere und fast dauerhafte Atemgeräusche. Also haben wir zusätzlich noch das Prednsiolon täglich gegeben (0,5 mg/ Tag), was aber auch keine Besserung brachte.
Das Prednisolon und das Hexadreson haben wir inzwischen abgesetzt, da beide einfach nichts gebracht haben (ist auch nach absetzen nicht schlimmer, falls das noch geht).
Beim letzten Termin vor zwei Tagen hatte sie auch Geräusche in der Lunge, zudem haben wir festgestellt, dass sie fast blind ist (den Verdacht hatte ich seit ca. ner Woche, kann aber auch auf die Rotäugigkeit zurück zu führen sein und nix mit dem Rest zu tun haben..) und sie in ca. einem Monat 30g abgenommen hat.
Ab heute bekommt sie Metacam, um zu prüfen, ob ein Tumor die Beschwerden verursacht, der sich dann ja erstmal etwas zusammen ziehen würde und die Symptome sich bessern würden.
Die Lunge wurde bislang nicht geröntgt, da sie dafür in Narkose müsste (Inhalationsn. nicht möglich mit Lungenproblemen und die Kombinarkose verträgt sie nur sehr schlecht, die ist mir nach einer OP schon fast rüber gegangen).
Die momentane Diagnose ist übrigens Verdacht auf Mykoplasmose.


Natürlich ist bei all dem eine Allergie nicht auszuschließen, allerdings habe ich inzwischen das Futter (von Vilmie zu JR-Farm) und die Klostreu gewechselt (von Strohpellets zu hypoallergenen Papierpellets) und eigentlich hätte das Prednisolon dann auch deutliche Besserung bringen müssen.

Falls es noch bedeutsam sein könnte. Zur Haltung: Sie leben in einem Eigenbau (100Lx60Tx170H) mit 4 Volletagen, Front komplett vergittert, Seiten haben Gitterfenster auf jeder Etage, bekommen jeden Abend eine große Schale mit Obst und Gemüse (3-4 versch.), haben abendlich min. 1 Stunde Freilauf in nem abgetrennten Zimmerbereich (ca. 5qm). Sie haben viele Versteck- und Ruhemöglichkeiten, auf jeder Etage ne Toilette, ausgelegt wird mit Zeitung, welche auch zum Nisten benutzt wird ( dazu gibt es meist noch Klopapier, damits kuscheliger wird). Das Rudel ist harmonisch, Streit gibt es da eher selten.

Vielleicht hat von euch ja noch jemand eine Idee, wie man die kleine behandeln kann, ein Medikament, das wir bislang übersehen haben oder einfach so ein paar Tipps und Tricks.

Lieben Gruß,
Sophie
 
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  • Chronischer Schnupfen und nichts hilft Beitrag #2
Hey

Wenn das Ganze erst Ende Januar angefangen hat, würde ich da noch nicht von einem chronischen Schnupfen sprechen. Das sind ja erst 6 Wochen.
In der Zeit habt ihr Enrofloxacin (=Baytril) versucht, wogegen leider schon viele Erreger immun sind. Chloramphenicol verschreibt meine Tierärztin erst gar nicht bei Atemproblemen, weil es laut ihrer Aussage gar nicht erst gegen Mykoplasmen und damit die wichtigsten Auslöser wirkt.
Normalerweise wirkt die Amoxicillin-Clavulansäure (=Kesium, ein Synulox-Generikum) recht gut bei Atemwegsinfektionen. Aber wir hatten hier auch schonmal den Fall, dass wir etwas Stärkeres brauchten. Wir haben damals Tylan bekommen.
In Deutschland kann man aber im Gegensatz zu hier auch noch auf Doxycyclin oder Tetracyclin zurück greifen. Beide wirken bei Atemwegsinfektionen in der Regel sehr gut. Ich persönlich würde die wohl zuerst probieren. Tylan ist ein verdammt bitteres Zeug, das nahezu keine Ratte freiwillig zu sich nehmen wird.

Ab heute bekommt sie Metacam, um zu prüfen, ob ein Tumor die Beschwerden verursacht, der sich dann ja erstmal etwas zusammen ziehen würde und die Symptome sich bessern würden.

Diese Aussage kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen.
Metacam wirkt zwar entzündungshemmend, aber das Cortison, das sie vorher bekommen hat, wirkt meines Wissens deutlich besser abschwellend. Wenn mit dem Prednisolon keine Besserung kam, dann wird das auch Metacam nicht hinbekommen.
Im Übrigen finde ich den Einsatz von Cortison nach nur einer Hand voll Tagen erschreckend früh. Vor allem, weil Cortison das Immunsystem unterdrückt. Es kämpft dann nicht mehr selbstständig gegen die Keime. Man muss sich daher komplett auf das Antibiotikum verlassen. Gegen resistente Keime kann das aber beispielsweise nichts tun.

Warum genau ist eine kurze Isofluoran-Narkose bei dem Tier nicht möglich?
Meine Tierärztin hat mir chronische Schnupfer sogar damit operiert, von den Wundern ganz zu schweigen, die sie mit Tieren, die schon mit einer Pfote auf der RBB standen, vollbracht hat - leider umsonst, aber ohne die Behandlung hätten sie gar keine Chancen gehabt. Wenn das Tier keine akute Atemnot hat, ist es in der Regel problemlos möglich, sie kurz wegdämmern und röntgen zu lassen. Dazu braucht es keine tiefe Narkose, das Tier muss quasi nur ruhig gestellt werden. In manchen Fällen kann sogar auch ohne Narkose geröntgt werden, das kommt ganz auf das Tier an. Zur Not kann man sie auch nur sedieren.

Natürlich ist bei all dem eine Allergie nicht auszuschließen

Das Cortison hätte bei einer Allergie eine deutliche Verbesserung bis hin zur Symptomfreiheit bringen müssen. Eine Allergie ist daher doch eher unwahrscheinlich als akute Ursache. Natürlich könnte eine Allergie eine Besiedelung mit Keimen zu Anfang gefördert haben, aber sie ist eher nicht das alleinige Problem.
 
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