Kommentkampf und Unterwerfung

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Ich mache hier mal ein eigenes Thema für den Kommentkampf auf ;)

Mein Hund hat auch Respekt vor Schäferhunden, da er bisher, bis auf einmal, nur von ihnen angegriffen oder aufs übelste unterworfen worden ist.
Es gibt keine passive Unterwerfung, also ein Hund wird nicht vom anderen unterworfen
Ein Hund unterwirft sich in einem Rangordungskampf in stärkster (aktiver) Form wenn er sich auf den Rücken dreht. Er zeigt dem Gegner Bauch und Kehle als Zeichen seiner Unterlegenheit.
Ein Hund unterwirft sich nur in einem Kommentkampf, er unterwirft sich, weil er weiß das der andere Hund ihm nichts tun wird.
In einem ernsten Kampf mit Verletzungs- bzw Tötungsabsicht würde ein Hund niemals seine Schwachstellen in einer Demutsgeste darbieten, er würde versuchen sich zu wehren oder zu fliehen.
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #2
Nur am Rande: es gibt keine passive Unterwerfung, also ein Hund wird nicht vom anderen unterworfen
Ein Hund unterwirft sich in einem Rangordungskampf in stärkster (aktiver) Form wenn er sich auf den Rücken dreht. Er zeigt dem Gegner Bauch und Kehle als Zeichen seiner Unterlegenheit.
Ein Hund unterwirft sich nur in einem Kommentkampf, er unterwirft sich, weil er weiß das der andere Hund ihm nichts tun wird.
In einem ernsten Kampf mit Verletzungs- bzw Tötungsabsicht würde ein Hund niemals seine Schwachstellen in einer Demutsgeste darbieten, er würde versuchen sich zu wehren oder zu fliehen.

Ah okay, d.h. wenn ein Rüde (oder ein anderer Hund) auf meinen Hund zu kommt und ihn scheinbar angreift, mein Hund quiekt wie ein irrer und sich eben nicht auf den Bauch legt oder die Kehle zeigt, sondern nur die Rute einzieht und die Ohren anlegt, dann ist das ein Kampf? Also mal ehrlich, es ist mir schon oft passiert, dass ein Hund auf meinen zukommt, scheinbar auf ihn los geht, dann wieder von ihm ablässt und dann mit ihm spielt, obwohl meiner sich NICHT auf den Rücken gelegt hat oder die Kehle gezeigt hat. Als Welpe ist mal eine Schäferhündin "auf ihn los" und jedesmal wenn er sich bewegt hat, weil er mitspielen wollte, ist sie wieder angesprungen gekommen. Und das soll dann keine passive Unterwerfung sein?! Also kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen..
Ich würd das gerne irgendwo nachlesen, dass es diese passive Unterwerfung nicht gibt..:mrgreen: Ich muss das lesen, bevor ich das glaube, aber so bin ich..
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #3
Ich würd das gerne irgendwo nachlesen, dass es diese passive Unterwerfung nicht gibt..:mrgreen: Ich muss das lesen, bevor ich das glaube, aber so bin ich..
Das verstehe ich gut, so bin ich auch ;)
Es gibt bei Hunden eigentlich nur zwei Arten von Kämpfen die Kommentkämpfe (oder Rangordungskämpfe) und die Ernst- bzw Beschädigungskämpfe.
Bei einem Kommentkampf gibt es die Unterwerfungsgeste, es besteht keine Verletzungsabsicht seitens der Hunde.
Bei einem Ernstkampf hat ein Hund die Absicht den anderen schwer zu verletzten oder zu töten, in so einem Kampf würde sich kein Hund unterwerfen, den es wäre unter Umständen sein sicherer Tod.

Hier hab ich ein paar Links rausgesucht:

(nicht verwechseln: unten sind aktive und passive Demut aufgezeigt, beide Aktionen werden aber vom Hund selber ausgeführt und nicht vom Gegener erzwungen)

Hier nochmal ziemlich weit unten unter Freies offensiv-aggressives Verhalten:

Dort steht:
Ernstkampf
Die beteiligten Tiere versuchen sich gegenseitig möglichst schwere Verletzungen zuzufügen.
Der Verlierer eines Ernstkampfes zeigt kein Demutsverhalten. Flucht oder intensive
Verteidigung (aus einer Rückzugsmöglichkeit heraus) sind die einzigen Möglichkeiten für den
Verlierer noch lebend davonzukommen !
Die Tatsache das ein Hund einen anderen nur dann auf den Rücken drehen würde um ihn in einem Ernstkampf zu töten ist die Problematik am "Alphawurf".
Viele Hundeschulen empfehlen heute noch den Hund auf den Rücken zu drehen um zu zeigen, das man stärker sei. Da Hunde dies untereinander allerdings nur tun würden um sich zu töten, hat eine solche Vorgehensweise in der Erziehung eines Hundes nichts zu suchen und wäre ein absoluter Vertrauensbruch, hier ist das auch noch mal ganz nett beschrieben:
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #4
Ich wess nicht ob das jetzt hierher gehört, aber wenn ich mit einem Menschen gegenüber aggressiven Hund trainiere,und dieser mich oder meinen Helfer attakiert werde ich ganz klar körperlich und werfe den Hund auf den Rücken und halte ihn so bis er sich "entkampft" und sich beruhigt,und erst dann erlaube ich ihm aufzustehen.
Bis jetzt empfand ich nicht das die Hunde schweren psychischen Schaden davon genommen haben,sondern das ist das letzte Mittel einem Hund die allerletzte Grenze zu zeigen.

Falls es nicht hierher gehört bitte löschen....
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #5
Falls es nicht hierher gehört bitte löschen....
Ich denke das passt ganz gut zum Thema, denn es geht ja um Unterwerfung

Ich bin da allerding ganz anderer Ansicht, denn den Alphawurf zur Rangordnungsklärung gibt es unter Hunden nicht, deswegen halte ich ihn auch in der Erziehung für absolut unangebracht (ähnlich wie Nackenschütteln).
Beim Alphawurf an einem aggressiven Hund quittiert man ja die Aggression mit schärfster Gegenaggression und ich kann mir nicht vorstellen, das er dadurch wirklich ruhiger wird.
Vielleicht wird er "resignieren" und dadurch auch Wunschverhalten zeigen, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, das ein Hund der sich in Gegenwart von Menschen nicht entspannen kann und sich so bedrängt fühlt das er Aggressionen zeigt durch Gegenaggression ruhiger wird.
Gerade bei angstaggressiven Hunden stelle ich mir den Alphawurf absolut fatal vor.

Ich zitiere nochmal aus einem der Links von oben, der das Problem meiner Meinung nach ganz gut wiedergibt:
Bei Fehlverhalten eines Hundes, z.B. ein Rüde greift einen anderen Rüden durch Bellen und/oder Drohverhalten an, wird sehr häufig empfohlen, den angreifenden Hund auf den Rücken zu werfen, da dies „alpha“ angeblich bei Fehlverhalten ebenfalls so macht.

Es handelt sich hierbei nicht um ein artgerechtes Bestrafen, sondern entspringt einem mangelnden Verständnis der Ethologie bzw. ethologischer Verhaltensweisen.

Dieses auf den Rücken-Werfen ist eine Kampftechnik aus dem Bereich der freien Aggression (Ernstkampf). Einen Ernstkampf gibt es innerhalb eines Rudels nur, wenn es an das „Eingemachte“ geht.

Im Rahmen der freien Aggression gibt es für die betroffenen Caniden
nur wenige Möglichkeiten zu reagieren – Flucht oder aber in diesem Fall Selbstverteidigung.

Der Gegner oder der sich gegen Alpha bzw. seine „Anordnungen“ auflehnende Hund wird nur dann aktiv auf den Rücken geworfen, um einen stark verletzenden bis tödlichen Biß in Bauch- bzw. Kehlgegend setzen zu können.

Es herrscht für den Umgeworfenen aus seiner Sicht höchste Lebensgefahr und er kämpft demzufolge ggf. um sein Leben.

Die Fluchtmöglichkeit wird ihm durch das meist noch erfolgende Festhalten verwehrt, der von seinem Führer auf den Rücken geworfenen Hund beißt z.B. in Folge aus völliger Verzweiflung um sich usw.

Oft heißt es dann, „..noch mehr drauf, der akzeptiert Dich nicht....“ .Das Problem ist in der Tat, dass es höchst gefährlich werden kann, den umgeworfenen Hund in dieser Situation loszulassen, da er sich unter Umständen seinen Fluchtweg freibeißen wird.

Dadurch, dass der Hund im höchsten Stress ist, ist auch seine Lernfähigkeit entsprechend eingeschränkt.

Je nach Durchführung und Situation kann diese Maßregelung des Hundeführers sogar tierschutzrelevant sein.
Für mich gehört der Alphawurf deswegen nicht in eine gewaltfreie Hundeerziehung.

Bitte nimm meine Kritik nicht persönlich, ich weiß du hast Erfahrung mit Hunden und würde mich deswegen freuen wenn du es aus deiner Sicht erklärst.
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #6
Ich zitiere nochmal aus einem der Links von oben, der das Problem meiner Meinung nach ganz gut wiedergibt:
Für mich gehört der Alphawurf deswegen nicht in eine gewaltfreie Hundeerziehung.

Bitte nimm meine Kritik nicht persönlich, ich weiß du hast Erfahrung mit Hunden und würde mich deswegen freuen wenn du es aus deiner Sicht erklärst.

Dann mal die Frage, wie "unterwirfst" du deinen Hund? D.h. wenn man seinen Hund durch auf den Rücken legen "unterwirft" dass man dann sofort gewaltätig ist? Also ich habe mir das alles mal durch gelesen, ich glaube es immer noch nicht, dass es diese Unterwerfung durch einen anderen Hund (von mir aus dem älteren Hund) nicht gibt..

Es gab bei uns mal folgende Situation:
Wir waren Gassi, Balou, ein Goldi- Irgendwas- Mix, hat meinen Hund gesehen, ist wie ein Pfeil auf ihn drauf, erst ist Rimo mit eingezogenem Schwanz weggelaufen. Dann ist er stehen geblieben, so wie er war (was doch eigentlich auch schon ein unterwerfen ist oder nicht?!), wollte ihm die Gosch abschlotzen (das ist aber ein eindeutiges Signal) und Balou ist wieder auf ihn drauf. Was war dann das bitte?? Klar, da wollte sich mein Hund unterwerfen, aber warum setzt Balou dann nochmal einen drauf? Und so ist es bei uns oft passiert. Gut, mit dem Balou wollte er dann nicht mehr spielen, mit jedem anderen Hund hätte er dann spielen wollen, nach kurzer Pause.. Und wenn du sagst, dass es die passive Unterwerfung nicht gibt, diese Situation konnte dann ja wohl auch kein Ernstkampf sein oder?! Sonst hätte sich mein Hund ja nicht unterworfen, sondern wäre gleich nochmal weg gerannt, oder hätte einen Gegenangriff gestartet.. Aber wären wir da nicht dazwischen gegangen, wäre das ja wohl ewig so weiter gegangen..

Was mir grad noch einfällt, der Balou hat auch in keinster Weise gedroht, eher im Gegenteil..
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #7
Mmmmh, wenn unsere Hunde sich zoffen, sieht dass irgendwie ein bisschen anders aus. Das sieht dann so aus wie eine aufgezwungene Unterwerfung, sprich unsere Hündin hat unseren Rüden so in eine Ecke gedrängt, dass er nicht mehr weg kam und ihn an der Kehle gesichert bis er winselnd (naja fast schreiend) signalisierte, dass er aufgibt. Er hat sich dann keinen Mucks mehr bewegt. Dann erst hat sie los gelassen und er durfte flüchten. So ist es zumindest bei Ehekrach zwischen unseren Beiden, da unser Rüde in Normalfall gar nicht dran denkt, sich zu unterwerfen, zoffen sie sich halt, bis unsere Hündin den Rüden "kalt" gestellt hat. Dabei gibt es aber keine großen Verletzungen, es handelt sich also nicht um Ernstkämpfe. Aber es sieht eben schon so aus, als würde sie ihn unterwerfen, er ist danach auch nur noch auf der Flucht und beschwichtigt sie auch nicht.

Davon abgesehen, lecken, schmusen, spielen etc. sie aber die meiste Zeit miteinander, Krach gibts nur, wenn sie was anderes möchte als er. Dann wird ihm halt klar gezeigt, dass er nichts zu vermelden hat... Wobei er sich, blöde wie er ist, nicht unterwirft, sondern sich immer erstmal in die Ecke stellen und an die Gurgel gehen lässt. Und uns jedesmal der Atem stockt... Zicke und Depp halt...

Was ist das dann? Für mich schon irgendwie aufgezwungen, oder???

Grüße,
Samson
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #8
Mmmmh, wenn unsere Hunde sich zoffen, sieht dass irgendwie ein bisschen anders aus. Das sieht dann so aus wie eine aufgezwungene Unterwerfung, sprich unsere Hündin hat unseren Rüden so in eine Ecke gedrängt, dass er nicht mehr weg kam und ihn an der Kehle gesichert bis er winselnd (naja fast schreiend) signalisierte, dass er aufgibt. Er hat sich dann keinen Mucks mehr bewegt. Dann erst hat sie los gelassen und er durfte flüchten. So ist es zumindest bei Ehekrach zwischen unseren Beiden, da unser Rüde in Normalfall gar nicht dran denkt, sich zu unterwerfen, zoffen sie sich halt, bis unsere Hündin den Rüden "kalt" gestellt hat. Dabei gibt es aber keine großen Verletzungen, es handelt sich also nicht um Ernstkämpfe. Aber es sieht eben schon so aus, als würde sie ihn unterwerfen, er ist danach auch nur noch auf der Flucht und beschwichtigt sie auch nicht.

Davon abgesehen, lecken, schmusen, spielen etc. sie aber die meiste Zeit miteinander, Krach gibts nur, wenn sie was anderes möchte als er. Dann wird ihm halt klar gezeigt, dass er nichts zu vermelden hat... Wobei er sich, blöde wie er ist, nicht unterwirft, sondern sich immer erstmal in die Ecke stellen und an die Gurgel gehen lässt. Und uns jedesmal der Atem stockt... Zicke und Depp halt...

Was ist das dann? Für mich schon irgendwie aufgezwungen, oder???

Grüße,
Samson

Ja, also ich finde auch, dass deine Situation sich nacher erzwungener Unterwerfung anhört.. Deine Hündin will, dass sich dein Rüde unterwirft.
Klar, zeigt ein Hund auch mal, wo seine Grenzen sind, aber diese Situationen sind dann eben nur sehr kurz. Einmal nen Rüffel geben und sagen: Du, soweit und jetzt is Schluss! Und dann is gut..

Also bin ich wohl nicht die einzigste, die dass so aufnimmt...
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #9
Natürlich setzt sich auch in einem Kommentkampf der stärkere Hund durch und "zwingt" damit den Unterlegenen zur Beschwichtigung.

Bei der Diskussion um den Alphawurf geht es aber darum, ob ein Hund einen anderen im Kampf aktiv und körperlich auf den Rücken dreht um ihn zu dominieren und genau diese Sequenz gibt es in einem Kommentkampf nicht.
Was mir grad noch einfällt, der Balou hat auch in keinster Weise gedroht, eher im Gegenteil..
Doch, vor und während eines Kommentkampfes drohen sich die Hunde, das können allerdings auch so kleine und kurze Zeichen, das wir Menschen sie manchmal übersehen, auch während des Kampfes wird meistens geknurrt und lautstark geschnappt, auch das ist Drohverhalten. Ein Ernstkampf ist dagegen nahezu lautlos.

wollte ihm die Gosch abschlotzen (das ist aber ein eindeutiges Signal) und Balou ist wieder auf ihn drauf. Was war dann das bitte?? Klar, da wollte sich mein Hund unterwerfen, aber warum setzt Balou dann nochmal einen drauf? Und so ist es bei uns oft passiert. Gut, mit dem Balou wollte er dann nicht mehr spielen, mit jedem anderen Hund hätte er dann spielen wollen, nach kurzer Pause.. Und wenn du sagst, dass es die passive Unterwerfung nicht gibt, diese Situation konnte dann ja wohl auch kein Ernstkampf sein oder?! Sonst hätte sich mein Hund ja nicht unterworfen, sondern wäre gleich nochmal weg gerannt, oder hätte einen Gegenangriff gestartet.. Aber wären wir da nicht dazwischen gegangen, wäre das ja wohl ewig so weiter gegangen..
Du beschreibst dein Hund hätte sich unterworfen, dann ist das doch ein ganz normaler Ablauf eine Kommentkampfes ;)
Das der andere dann nicht sofort aufhört kann vorkommen und sicherlich verschieden Ursachen haben, ich würde es jedoch nicht überbewerten.

Wenn zwei Hunde spielen können Sequenzen des Ernstkampfes (wie den Gegner zu Boden drücken) durchaus Teil des Spiels sein.
Auch im Spiel werden Rangordnungen gefestigt, jedoch ist ein Spiel nicht mit einem Kommentkampf zu verwechseln.

Ich habe ein Video gefunden, das die Ernstkampfsequenz in der der Gegner zu Boden gedrückt wird um ihn zu töten ganz gut zeigt.
Allerdings als Spiel kleiner Welpen.
Dennoch kann man hier ganz gut sehen wie der Hellere den Dunkleren in Kehle und Bauch beißt und runterdrückt, der Unterlegene wehrt sich nach Leibeskräften, die Welpen trainieren hier für den Ernstfall.


Leider finde ich kein gutes Video das die Demutsgeste in einem Kommentkampf zeigt, falls ihr etwas findet also immer her damit ;)


Edit, ganz vergessen:
Ja, also ich finde auch, dass deine Situation sich nacher erzwungener Unterwerfung anhört.. Deine Hündin will, dass sich dein Rüde unterwirft.
Ein Hund ist bestrebt in einem Kommentkampf vom Gegner das Eingestehen seiner Niederlage einzufordern, eben eine Demutsgeste.
Allerdings ist unter den Hunden quasi vorher "abgesprochen" das es sich um einen Kommentkampf handelt, beide Hunde werden sich in so einem Kampf an die Regeln halten und das Kampfende mit einer mehr oder weniger starken Demutsgeste ist eine der Regeln.
Dennoch wird eine Demustgeste vom Unterlegenen freiwillig ausgeführt und nicht vom Stärkeren durch körperliche Gewalt erzwungen.
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #10
Hallo,

das Video der beiden Welpen zeigt schon sehr gut,wie ein Kampf auf Leben und Tod aussehen würde - allerdings ohne das spielerische Knurren.

Wer schon einmal gesehen hat, wie ein Hund von einem anderen getötet wurde, weiß, dass das sehr schnell und lautlos geschieht - auf den Rücken werfen, in Kehle und Bauch beißen, ohne große Lautäußerungen vom stärkeren Hund.

Bei einem Kampf auf Leben und Tod merkt man auch dem unterlegenen Hund sofort an, dass es tödlicher Ernst ist - er zeigt Todesangst mit Winseln und versuchter Flucht, nicht, wie beim vorher "abgesprochenen" Kommentkampf, ritualisiertes Verhalten wie die Demutsgeste.

Überall im Tierreich, auch bei Menschen, laufen die sogenannten Kommentkämpfe streng ritualisiert ab ( z.B. die Fechtkunst bei Menschen oder die Geweihkämpfe bei Hirschen ) , Kämpfe auf Leben und Tod dagegen sind blutiger Ernst.
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #11
Ein Hund ist bestrebt in einem Kommentkampf vom Gegner das Eingestehen seiner Niederlage einzufordern, eben eine Demutsgeste.

Aber wenn der Stärkere vom Gegner das Eingestehen seiner Niederlage einfordert, dann zwingt er es ihm doch auf, also, logische Folgerung, verlangt er von seinem Gegner sich zu unterwerfen, also, passive Unterwerfung..:eusa_think:

Was mich aber dann noch interessieren würde.. Nochmal eine Situation.. Wir waren mal wieder Gassi (wahnsinn wie oft wir mal Gassi waren..:lol:) mit einer Hündin und einem Rüden. Der andere Rüde wollte die Hündin immer besteigen, meiner hat sie immer nur zum spielen aufgefordert. Irgendwann is der andere Rüde auf meinen los. Sie haben in meinen Augen gekämpft, haben aber morz Geräusche von sich gegeben. Also geknurrt usw. Keiner hat sich unterworfen (in meinen Augen). Wir sind dazwischen gegangen. Was war das dann? Wenn man sagt, bei einem Kampf um Leben und Tod, machen die Hunde keine Geräusche, nur beim spielen oder beim Kommentkampf, dann war es ja nix von allem. Bis auf die Tatsache, dass mein Hund ne Bisswunde hatte und geklammert werden musste.
Also ihr seht, ich bin sehr schwierig was sowas angeht und hinterfrage eigentlich alles, hoffe, ihr habt Geduld mit mir..:mrgreen:

Oder gibt es noch mehr Stufen von "Kämpfen" zwischen Hunden?
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #12
Aber wenn der Stärkere vom Gegner das Eingestehen seiner Niederlage einfordert, dann zwingt er es ihm doch auf, also, logische Folgerung, verlangt er von seinem Gegner sich zu unterwerfen, also, passive Unterwerfung..:eusa_think:

Beim Kommentkampf macht der schwächere Hund mit, eben weil es ein streng ritualisierter Kampf ist, dessen Spielregeln Hunde instinktiv kennen. Sie wissen instinktiv, wer schwächer und wer stärker ist, und wie der Stärkere und der Schwächere sich dann jeweils zu verhalten haben.

Der Stärkere "verlangt" vom Schwächeren, sich zu unterwerfen, der Schwächere "ergibt" sich nach den Regeln des festgelegten Rituals, und damit ist der Kommentkampf beendet.

Bei einem wirklich ernsthaften Kampf würde der Stärkere gar nichts mehr lange "einfordern", er ist stärker und verhält sich dementsprechend, da zählen keine ritualisierten Spielregeln mehr.

Stell Dir mal aus menschlicher Sicht einen Fechtkampf aus sportlichen Gründen vor, da gibt es streng festgelegte ( ritualisierte ) Regeln , so dass niemand ernsthaft verletzt wird. Das ist ein Kommentkampf. Und dann stell Dir vor, zwei Fechter sind verfeindet bis aufs Blut, treffen sich vielleicht ohne Publikum - was würden sie tun ? Jeder würde versuchen, den anderen umzubringen, ohne auf irgendwelche Regeln zu achten, der Hass ist viel stärker, und wahrscheinlich ist es auch in diesem Fall dann so, dass der Stärkere den Kampf gewinnt und überlebt.
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #13
Keine Sorge, wir sind geduldig und hinterfragen ist ja immer gut ;)

Demutsgesten am Ende eines Kampfes gehören quasi zum "guten Ton".
Wir Menschen würden am Ende eines Streits in dem der andere die besseren Argumente hatte zum anderen vielleicht sagen "Ist ja gut, du hast Recht".

In einem Kommentkampf "diskutieren" die Hunde also so lange, bis einer dem anderen zugesteht Recht zu haben.
In einem Kampf unter Hunden wird natürlich auch körperlicher Druck ausgeübt, eine echte Demustgeste wird aber nicht dadurch erreicht, das ein Hund den anderen in die Demusthaltung dreht.
Es ist gar nicht so einfach zu erklären, vielleicht versuche ich es mit einem Beispiel:
Wenn du dich mit jemandem streitest und er dich am Ende mit bessern Argumenten überzeugt hat gestehst du ihm zu, das er Recht hat (eine menschliche "Demutsgeste" die einen Streit beendet).
Der andere käme aber nie auf die Idee dir die Lippen aufzuziehen, so dass sie die Worte "Du hast Recht" formen würden und er sich als Sieger der Diskussion fühlen könnte. So in etwa ist es auch mit den Hunden, nur das die Argumente sehr körperlich sind, das Eingeständniss am Ende äußert der Schwächere aber schon von allein ;)

Irgendwann is der andere Rüde auf meinen los. Sie haben in meinen Augen gekämpft, haben aber morz Geräusche von sich gegeben. Also geknurrt usw. Keiner hat sich unterworfen (in meinen Augen).
Das klingt nach der Beschreibung eines klassischen Kommentkampfes mit viel Getöse.
Auch in einem Kommentkampf können Wunden entstehen, vor allem wenn die Hunde sehr unterschiedlich groß bzw stark sind. Jedoch sind das in der Regel kleinere Wunden (mein Hund hat sich Anfang des Jahres ein Ohr dabei eingerissen).
Bei einem Kommentkampf wird kräftig geknurrt und in der Nähe des Gegners in die Luft geschnappt, da kann auch mal ein versehentlicher Treffer passieren, jedoch ist das meist mehr ein "reintackern" und kein echter Biss.
In einem Beschädigungskampf (bzw Ernstkampf) werden die Hunde versuchen sich gezielt in Hals und Bauch zu beißen und sich dort nach Möglichkeit festbeißen um den Gegner zu töten.

Ich habe mal nach ewigem Suchen ein Video gefunden in dem man einen Kommentkampf sehen kann (leider ohne Demustgeste am Ende).
Es ist ein klassischer Rangordnungskampf um eine Beute, mit sehr viel Getöse und Dominanzgesten (sehr deutlich ist hier das Aufreiten und Nackenbeißen des Weißen), typisch ist auch das "aufbäumen" der Gegner aneinander.
Keiner der Hunde hat hier die Absicht den anderen zu verletzen (Hunde sind Feiglinge und haben sicher nicht vor für eine Mahlzeit einen anderen zu töten). Dennoch ist es natürlich nicht auszuschließen das sich einer der Beiden dabei doch eine Schramme zuzieht.


Edit: Ich bin zu langsam, Anitram hat es mit dem Fechtkampf auch noch mal sehr gut erklärt ;)
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #14
Ein sehr schönes Video, ich hatte auch schon gesucht, aber nichts gefunden. :)

Bezeichnend zu sehen und zu hören auch das "Getöse" bei einem echten ritualisierten Kampf, und man sieht sehr genau, dass jeder der Kontrahenten darauf bedacht ist, den Gegner nicht zu verletzen, jedenfalls nicht schwer. Im entscheidenden Moment werden immer die Schnauzen zurückgezogen, manchmal läuft das geradezu "zwanghaft" ab, wenn man ganz genau hinschaut.

Ganz anders wäre es bei einem ernsten Kampf, da werden die Bisse gezielt in Kehle und Bauch gerichtet, und das Ganze läuft viel leiser, bei gleichstarken Hunden nahezu lautlos und verbissen im wahrsten Sinne des Wortes ab.
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #15
Ich habe mich nochmal weiter umgesehen (wirklich nicht leicht da Videos zu finden).
Zwei habe ich aber noch gefunden, vergleicht die Videos um das "Regelwerk" der Kämpfe zu verstehen.
Typisch sind die aufgestellten Ruten, die steife Haltung, das Hochsteigen am Gegner, das Knurren, Zähnefletschen und In-die-Luft-Schnappen in Kopf und Halsbereich des Gegners, Kopf- und Pfotenauflegen, sowie aufreiten.



Hier nochmal das gleiche (ein Kommentkampf unter Möpsen mag zwar witzig aussehen, aber die Typen sind dennoch absolute Idioten es zu provozieren :roll:)
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #16
Ich finde Möpse ja irgendwie total toll, krank, dass die jetzt auch schon Opfer menschlichen Wahnsinns werden. :(

Hier jedenfalls noch mal ein schönes Video zum Spielverhalten, da sieht man auch gut die Unterschiede zum Kommentkampf :
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #17
Aaaaahhhh, jetzt verstehe ichs..:mrgreen:
Das Beispiel mit den Menschen und dem Streiten, hat es mir klar gemacht.
Dann werde ich das ab sofort mal genauer beobachten. Ich dachte immer, wenn sie sich so abartig streiten, dass doch mal was ernstes passieren könnte, aber wenn die Hunde da instinktiv Regeln einhalten, dann werde ich ab sofort nicht mehr gleich dazwischen gehen, außer, es wird richtig übel, dann kann ich nicht anders..:mrgreen:
Bei der Verletzung von meinem Hund denke ich auch, dass der andere Rüde nur mit seinem Reißzahn hängen geblieben ist, weil die Verletzung war an der Leftze.
Aber jetzt wird mir alles klarer.. Super, danke schön an euch alle, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mir das richtig zu erklären..:clap:
Ihr seit super!!;)
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #18
Die nächste Frage wäre wie man sich als Hundebesitzer verhalten sollte, wenn zwei Hunde einen Kommentkampf austragen.
Die erste Regel ist, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Wenn man seinen Hund kennt und ihn im Umgang mit anderen genau beobachtet kann man mit etwas Übung leicht erkennen, wenn es zu Reibungen kommt und dann die Hunde sofort aus der Situation rausnehmen, bevor es zu einem Kampf kommt.
Wenn man weiß das der eigene Hund gerne rauft (gerade Rüden untereinander tragen gerne Kommentkämpfe aus) sollte man ihn an die Leine nehmen wenn ein fremder Hund kommt.

Wenn es dann aber doch mal zu einer Auseinandersetzung kommt heißt es Ruhe bewahren, ein eingreifender Mensch hält sich nämlich nicht an das Regelwerk, deswegen kann eingreifen in den schlimmsten Fällen dazu führen, das die Stimmung der Hunde kippt und sie ebenfalls die Regeln vergessen, so kann aus einem Kommentkampf ein Ernstkampf werden.
Die meisten Hunde verlieren den Mut wenn sich Frauchen/Herrchen einfach kommentarlos umdreht und davongeht.
Rumschreien feuert die Hunde hingegen meistens noch an.

Trennen muss man aber dennoch, wenn die Hund körperlich sehr unterschiedlich sind.
Wenn ein Chihuahua gegen eine Dogge kämpft kann das natürlich auch böse ausgehen, ohne das die Dogge beabsichtigt hätte den Chihuahua ernsthaft zu verletzen.
In so einem Fall zieht am am besten jeder Besitzer seinen Hund schnell und gleichzeitig an den Hinterbeinen oder Notfalls am Schwanz aus dem Geschehen. Danach sollte man dann aber auch weitergehen, damit die Hunde sich aus den Augen verlieren und wieder zur Ruhe kommen können.

Man darf bei allem nicht vergessen, Kommentkämpfe gehören zum natürlichen Verhalten von Caniden, auch wenn wir Menschen uns beim Anblick erschrecken dürfen wir nicht den Fehler machen die Hunde zu vermenschliche und für unsozialisiert oder aggressiv zu halten wenn sie einen Kampf austragen (auch wenn es mal ein blutiges Ohr oder eine Schramme gegeben hat), im Gegenteil die Regeln für einen Kommentkampf lernt schon ein Welpe im Spiel mit seinen Geschwistern ;)
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #19
Trennen muss man aber dennoch, wenn die Hund körperlich sehr unterschiedlich sind.
Wenn ein Chihuahua gegen eine Dogge kämpft kann das natürlich auch böse ausgehen, ohne das die Dogge beabsichtigt hätte die Chihuahua ernsthaft zu verletzen.
In so einem Fall zieht am am besten jeder Besitzer seinen Hund schnell und gleichzeitig an den Hinterbeinen oder Notfalls am Schwanz aus dem Geschehen. Danach sollte man dann aber auch weitergehen, damit die Hunde sich aus den Augen verlieren und wieder zur Ruhe kommen können.
Oder der Chihuahua der unbeabsichtigt der Dogge was antut :)

Man darf bei allem nicht vergessen, Kommentkämpfe gehören zum natürlichen Verhalten von Caniden, auch wenn wir Menschen uns beim Anblick erschrecken dürfen wir nicht den Fehler machen die Hunde zu vermenschliche und für unsozialisiert oder aggressiv zu halten wenn sie einen Kampf austragen (auch wenn es mal ein blutiges Ohr oder eine Schramme gegeben hat), im Gegenteil die Regeln für einen Kommentkampf lernt schon ein Welpe im Spiel mit seinen Geschwistern
Ja! Diesen Fehler machen nämlich viele Hundehalter, Mia ist in der Gegend auch schon als bissiger Hund bekannt.
Das Verhalten der anderen Hundebesitzer erschwert das arbeiten an ihren Macken.
 
  • Kommentkampf und Unterwerfung Beitrag #20
In so einem Fall zieht am am besten jeder Besitzer seinen Hund schnell und gleichzeitig an den Hinterbeinen oder Notfalls am Schwanz aus dem Geschehen.

Unser Hundetrainer musste mal einen Boxer und einen Rottweiler trennen (sah mehr nach Ernstkampf aus). Dabei hat er einen der Hunde an den Hinterbeinen geschnappt, ihn kurz auf den anderen Hund, also nach vorn aus Hundesicht, zugestoßen und dann unmittelbar nach hinten weggezogen. Er sagte, dass sei besser, da sich so auf jeden Fall die Zähne lösen und es nicht zu Verletzungen kommt. Das Ganze ging rasend schnell und routiniert, keiner der Hunde war verletzt. Ich weiß nicht, ob es jetzt an den beiden Rassen lag, dass er es so gemacht hat. Aber er erklärte, als ich nachfragte, dass gerade bei derartigen Kämpfen, es oft vorkommt, dass sich einer im Moment des Trennes gerade verbissen hat oder dann noch schnell zuschnappt und durch das Wegziehen dann böse Verletzungen (Reißwunden) entstehen.

Weiß nicht, ob es stimmt, aber es wirkte auf mich plausibel. Zum Glück war ich noch nie in so einer Situation, wäre dafür auch körperlich zu schwach.

Grüße,
Samson
 
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