Grottiger Reitstil in vielen Vereinen

Diskutiere Grottiger Reitstil in vielen Vereinen im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo, Eigentlich bin ich nicht so oft hier im Pferdeforum, weil ich Isländer reite und hier mehr über die englische Reitweise und über Western...
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nini88

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Hallo,

Eigentlich bin ich nicht so oft hier im Pferdeforum, weil ich Isländer reite und hier mehr über die englische Reitweise und über Western diskutiert wird;).

Vor 7 Jahren habe ich mit dem Reiten angefangen, wie das eben so war als kleines Kind bin ich zum nächstbesten Reitstall gelaufen.
Und dort habe ich auch gleich Reitunterricht bekommen.
Dann habe ich nach 1 Jahr den Reitstall gewechselt, wo ich jedoch nicht lage blieb, da ich mich dort nicht wohl fühlte.

Erst dann bin ich zu den Isis gekommen.
Und jetzt kommt eigentlich das, worüber ich mich so aufrege:
Bei meiner RL im Isistall habe ich gelernt mit Gewicht, Stimme und Schenkeln zu reiten.
Meine Freundin, mit der ich zusammen im 1. Verein angefangen habe stokelt immer noch auf den "Schulpferden" herum. Ihr Reitstil ist einfach schrecklich, sie zieht zum "lenken" nur am Zügel und sitzt wie ein nasser Mehlsack.

Das ist mir aber in vielen Reitvereinen aufgefallen, dass die Reitschüler nur oben drauf sitzen und am Zügel ziehen, am besten noch mit Ausbindern, Sporen und scharfen Gebissen:evil:.
In vielen Vereinen reiten pro Gruppe 13 Leute mit und das in einer kleinen Halle. Jeder reitet für sich, eine Abteilung gibt es nicht und die RL sitzt auf einem Plastikstuhl in der Ecke und unterhält sich mit den Einstellern.
Wie soll man denn da Reiten lernen?

In den vergangen Jahren ist mir das immer häufiger aufgefallen, auch auf Turnieren. Bei Isländern z.B. ziehen viele Reiter das Pferd an den Zügeln hoch beim Antölten, da kommt mir das Grausen:silence:.
Das wollte ich jetzt mal loswerden, weil mich das total nervt.
Die bringen ein völlig falsches Bild vom Reiten rüber.
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #2
Da kann ich dir zu 100% zustimmen! Ich bin bis vorkurzen in 2 Ställen geritten im einem Stand meine Reitbeteiligung und ich nahm unterricht und weil ich mir mal was anderen angucken wollte nahm ich noch in einem anderem Unterricht. Ein Topstall 4 Punkte von der Fn (unser hat 1) und hat viele reiter die Hoch Reiten. Aber mit hat es dort einfach nicht gefallen der Unterricht war mir zu Anspruchslos und es hat mich gestört das dort jeder Depp mit Sporen und allem reiten darf.

Und ich muss sagen ich lerne in unseren "nur 1Sterne Stall" viel besser wie dort (wo ich auch nicht mehr reite) weil ich mich einfach wohler fühle mir besser gefällt wie mit den Pferden umgeht und ich da einfach mehr gefordert werde.
Ich stelle meine Reitbeteiligung regelmäßig auf Tunieren vor und wenn ich probleme haben hilft meine Reitlehrerin mir immer auch kurzfristig was ich echt gut von ihr finde. Und das machen bei weitem nicht alle Reitlehrer ;)
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #3
hmm... also mein reitstall hat sich enorm gemacht, als ich dort anfing vor einem jahr, war es wirklich katastrophal o_O aber die RL durfte dann nach 5 monaten auch gehen und meine jetzige ist einfach nur klasse. ist bereiterin FN und auch sonst dressur und springen ganz weit oben. und sie bringt es einem super bei. energisch und auch mal streng, aber man lernt was. und von vorwegen im maul rumziehen oder gar sporen o_O das gibts bei uns gar nicht und das ist auch gut so.

als ich den stall wegen meiner alten RL wechseln wollte, bin ich dann in einen andern stadteil von ulm in den stall und da wars auch sehr gut, was den unterricht anging.

im übrigen muss man es nicht mal schlecht machen, wenn es in einer reitstunde keine abteilung gibt... wir fortgeschrittenen reiten oft nicht als abteilung und ich finde das sogar besser! in einer abteilung ist es immer für den am besten, der an erster stelle reitet, die anderen reiten großteils nur hinterher, weil die pferde das schon so gewohnt sind, das man da nicht richtig selbstständig reitet auch wenn man will und versucht... und solang die RL auf jeden eingeht, ist selbstständiges reiten in einer reitstunde manchmal produktiver als abteilungsreiten ;)
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #4
ich bin genau deiner meinung, als kleines kind bin ich auch in so einem Stall gewesen. Man hat uns nichts gezeigt, meine mutter, die auch nciht viel ahnung von pferden hat, musste trensen und satteln, was natürlich immer ein riesenakt war, aber auhc auf nachrage hat uns niemand geholfen. dann halbe stunde reiten, meistens weniger, weil die zeit fürs fertig machen drauf ging. dabei saß sie (RL) auf nem stuhl und hat geraucht, oder hat mit irgendwelchen Leuten gequatscht. 3 Wochen, nachdem wir da angefangen haben, wollten sie uns schon aufs Turnier schicken, haben wir aber abgelehnt, danach warn war unten durch. dann ist ein pferd einen tag voll ausgerastet, weil es angst vor ner mistgabel hatte, die im stall stand, wussten wir aber nciht, haben wir die RL gefragt, was mit dem Pferd los ist, meinte sie nur, HAUT MAL ORDENTLICH DRAUF!!! Halllo??? Seit diesem Vorfall sind wir dann woanders hingegangen, wo ich bis heute reite und auch ne RB habe. Denn da haben wir nciht nur das "Reiten und Draufhauen" gelernt, sondern auch alles runterrum, trensen, satteln, misten, ordentlichen umgang mit pferden. keine turniere, sondern freizeitreiten.
Eine bekannte von uns ist immer noch an diesem stall, wo ich vorher war, die kommt dann nachmittags, setzt sich auf ein pfersd drauf, dass vorher schon 10 andre geritten haben, reitet ne dreiviertelstunde und haut wieder ab! Das kanns doch nciht sein, oder?!
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #5
Leider ist das ein recht häufiger Fall.

Wenn Anfänger auf schlecht ausgebildeten Pferden reiten lernen sollen, bleibt nicht anderes übrig.
Ich kenne jede Menge Reiter, die über Jahre hinweg viel Geld für Reitunterricht auf Schulpferden gelassen haben um wirklich reiten zu lernen - sie konnten nichts. Keine Theorie, kein Sitz, kein Zusammenspiel der Hilfen.
Nur wenige Schulbetriebe haben die Möglichkeit oder die Lust ihre Schulpferde immer wieder Korrektur zu reiten um die Qualität der Pferde zu erhalten.
In dem Stall wo ich derzeit mit meinen Pferden stehe hat der RL 2 Schulpferde, die wirklich gut sind (sogar das material ist hervorragend, ein Sattel wurde maßangefertigt, da das Pferd eine schwierige Rückenlinie hat).
Sehr gute Reiter dürfen dann auch auf seinen beiden anderen Pferden reiten und diese Longieren (oder eines der Kommissionspferde, wenn dieses nicht gerade mal wieder probegeritten wird).
Sie müssen dann aber auch die Pferde mal longieren, gut Putzen oder das Sattelzeug in Ordnung halten - Engagement eben.
Normalerweise sucht er -wenn ein Reiter wirklich gut ist- für diesen Reiter eine RB am Stall. Der Unterricht bleibt ihm ja und seine beiden Pferde werden dadurch weniger belastet (sie gehen eh nicht mehr als 2 Std. pro Tag, weitere Anfragen werden abgewiesen). Wer sich nicht einen Deut um die Pferde kümmert, für den hat er dann eben keine Zeit mehr.

In den meisten Ställen mit Schulbetrieb geht es allerdings darum mit dem Schulbetrieb Geld zu verdienen. Auf Sattelzeug und die Qualität der Pferde wird wenig Wert gelegt, Theorie wird während der Stunden nicht vermittelt. Selbst Reiter, die jahrelang im Schulbetrieb ritten, konnten nichtmal die Ausbildungsskala oder konnten sagen welche Übungen lösend, welche versammelnd und welche nur in Versammlung geritten werden dürfen.
Erst recht konnten sie analysieren warum ein Pferd gerade eine Übung nicht ging oder gar eine Korrekturübung finden.
Dabei ist der Fehler nicht bei den Reitern zu suchen, die sehr viel Geld gezahlt haben um zu lernen. Der Fehler liegt daran, dass die Pferde Geld verdienen müssen und der RL einfach seinen Job nicht gut gemacht hat, sondern durch zu viele Pferde und zu viele Reitschüler einfach überfordert aufgegeben hat. Leier ist das häufig der Fall.
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #6
Bei uns im Stall lernen die kleinen Kinder in der Führgruppe bereits wie man ein Pferd putzt da das mit zu den Grundlagen gehört ;)
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #7
Ich finde diese Entwicklung wirklich schrecklich.

Vor allem ist man als Anfänger einfach unwissend und kann ja auch neimals wissen, dass man das Pferd nicht mit den Zügel lenkt. Als Kind hinterfragt man soetwas auch nicht oder nur in den seltensten Fällen.

Bei uns ein Reitstall in der Nähe kauft einfach rigendwelche Schulpferde, hauptsache sie sind billig und können geradeaus laufen.
Dort gibt es mehrere Pferde, die dermaßen schlecht geritten werden, dass sie nichtmal mehr im Gleichgewicht sind. Man denkt in den Kurven im Galopp, dass die Pferde gleich umkippen. Dort haben sie auch 3 Haffis, die immer am Wochenend mal 2 STunden morgens auf die Weide dürfen. DOch die kann man nur mit diesen Ketten führen, weil die 3 sonst durchdrehen. Anstatt mal die Ursachen zu suchen, bekommen die 3 die ketten ins (!) Maul und werden sie geführt. Da wird aber richtig im Maul gerissen:(.

@Hasi: In genau so einem Reitstall war ich auch mal, meistens gibt es da auch noch die ach so tolle Boxenhaltung mit Gittern bis zur Decke.

Ich finde es schlimm, dass es so schwer ist, einen guten reitstall zu finden.
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #8
Sicher gibt es 'Vorzeigebetriebe', wie ich eben auch einen kenne. Jedoch sind diese leider noch in der Unterzahl.
Mal ehrlich, welcher Schulpferdreiter hat schon vermittelt bekommen was genau eine Volte ist und warum sie nicht zu klein geritten werden darf?
Welcher Schulreiter hat vermittelt bekommen welche Tempi es in welcher Gangart gibt und in welche Phase der Reiteinheit (Aufwärmphase, Lösungsphase, Arbeitsphase, Beruhigungsphase) sie gehören oder was sie innerhalb der Ausbildungsskala bewirken (Gewöhnungsphase, Aufbau der Schubkraft, Aufbau der Tragkraft)?
Welcher Schulreiter hat vermittelt bekommen, wie er fühlt, dass z.B. ein Pferd, das vom Hufschlag geht mit der HH oder der VH ausweicht und wie er es durch Übungen (nicht einfach zurücklenken) korrigiert?
Welcher Schulreiter bekommt vermittelt wie er welche Muskelgruppen lösen kann und welche Muskelgruppen explizid gelöst werden müssen?
(Falls Jemand Fragen dazu hat, beantworte ich die natürlich gern aber das gehört nicht in diesen Thread).
Viele kennen nichtmal die Ausbildungsskala.
In vielen Reitschulen wird der Schüler, der ja gutes Geld dafür hinblättert wirklich reiten zu lernen und auch motiviert ist und lernen will, nicht darauf vorbereitet ein Pferd alleinig zu reiten und seinen Ausbildungsstand zu verbessern bzw. es sogar zu korrigieren. Er wird einfach als zahlender Kunde durch nette Worte und Späße bei der Stange gehalten.
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #9
Bleibt bloß die Frage wie man dann Reiten lernen soll wenn man sich kein eigenes Pferd leisten kann... Letztendlich braucht man ja auch mit RB einen guten Lehrer... Mann ist das alles doof...
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #10
Eine gute Reitschule zu finden ist heutzutage sehr schwierig. Ich kenne keine die ich Bedenkenlos empfehlen könnte.
Selbst die wo ich früher reiten "gelernt" habe (man lernt ja nie aus;) - oh man, lang ist es her) ist bergab gegangen. Bei mir war damals Fragen an die Reitschüler in der Stunde standart (so von wegen:Was bezwecken wir mit dieser Übung?) und heute ist das nur noch Massenabfertigung :( und aufs geld aus...
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #11
"Mein" reitstall ist auch nochso wie Rory85 beschreibt.
klassische frage:
was sind lösungsfiguren
welchen durchmesser hat eingrosser zirkel...
Ich finds noch gut, und die pferde sind auch nicht so die schulpferde,die einfach machen,was der reitlehrer sagt.
mir gefällts dort richtig^^
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #12
Bleibt bloß die Frage wie man dann Reiten lernen soll wenn man sich kein eigenes Pferd leisten kann... Letztendlich braucht man ja auch mit RB einen guten Lehrer... Mann ist das alles doof...

Leider hast du Recht.
Auch ich habe erst spät und schmerzhaft den Unterschied zwischen Reiten und Pferde knechten gelernt, denn man vertraut ja dem RL und dieser hat für Alles eine gute Antwort parat.
Man kann sich selber jedoch ein wenig helfen indem man seine eigenen Fortschritte und Erfolge protokolliert.
Entweder man schreibt ein Reitprotokoll (ich führe immer einen Kalender für jedes Pferd in den ich in wenigen Worten reinschreibe, was war).
Damals habe ich irgendwann begonnen für meinen Unterricht ein Buch geführt in das ich mit Datum alles reinschrieb, was ich an neuen Dingen (gerade Theorie) gelernt habe. Das begann in der Zeit, als ich den ersten wirklich guten Trainer hatte.
Sich über einen Trainer oder eine Reitschule zu informieren ist auch nicht schlecht, jedoch wird man bemerken, dass viele Menschen mit kleinen Dingen zufrieden sind oder sich blenden lassen - also den gesunden Menschenverstand nie daheim lassen.
Ein Reitlehrer der z.B. während oder nach der Stunde nicht für Fragen offen ist und genervt, knapp und unverständlich, herablassend oder lustig antwortet, ist nicht geeignet.
Jedes Kommando und jede Hilfe des RL sollte für den Schüler nicht nur Anweisung sein, sondern sie sollte dem Schüler auch verständlich sein warum er gerade jetzt das Ein oder Andere machen soll - nachfragen und niemals etwas machen, was man nicht versteht oder gar eigentlich ablehnen würde. Hier die Antworten des RL mit gesundem Menschenverstand prüfen und ein 'bei dem Pferd geht das nicht anders, der ist eben so' nicht akzeptieren.

Zusätzlich habe ich möglichst viele Kurse besucht, viele auch mit einem dort gestellten Pferd als ich noch kein Eigenes zur Verfügung hatte. So lernte ich verschiedene Ausbildungsprogramme und Korrekturprogramme kennen und konnte irgendwann ganz gut entscheiden, was mein Stil ist und was ich eigentlich nicht lernen wollte.
Heute fahre ich mit eigenem Pferd wöchentlich zum Trainer und lasse mich jedes Mal filmen.
Man sollte im halbjährlichen Rückblick einen deutlichen Fortschritt erkennen können (ein kurzfristiges Auf und Ab gibt es ja immer).
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #13
Das ist leider eben so. Ich habe auch 4 Jahre meines Lebens damit verschwendet schlecht ausgebildete Ponys von A nach B zu ziehen. Mir wurde das so eingetrichtert. Man wurde aber auch total verwirrt, indem dann zwischendurch mal eine Lehrerin dabei war, die einen nun plötzlich aufforderte irgendwie mit den Beinen zu lenken. Und man sollte plötzlich mit den Beinen drücken und nicht klopfen. Man kann sich die großen Fragezeichen in der Reitgruppe vorstellen.
Wenn ich mir das heute so überlege, war mein Untericht damals einfach nur total konfus und nichtsnützig. Das einzige was ich dort gelernt habe, ist irgendwie auf einem Pferd zu sitzen.

Allerdings kann man das als Privatmann/frau auch haben. Ich hatte dann als ich mein eigenes Pferd bekam Einzelunterricht. Das hat schonmal Welten bewegt, allerdings war das auch nicht besser. Nächste Lektion: Wie ziehe ich mein Pferd am besten hinter die Senkrechte.

Das schreckliche ist ja: Was soll man denn machen, wenn man es nicht besser wieß und nie besser gelernt hat. Man bildet sich ja auch noch ein mit diesen 4 Jahren Erfahrung gut reiten zu können, bis man dann mal ordentlich vor den Kopf gestoßen wird.
Dieser Reitunterricht hat meinen Reitstil total verhunzt. Ich könnte viel besser reiten, hätte man mir damals nicht so einen Müll erzählt, den ich ja nunmal habe glauben müssen, weil ich dachte, das wären "Fachmänner".
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #14
[...], weil ich dachte, das wären "Fachmänner".

Genau das ist das größte Problem. Man verlässt sich auf die Aussagen des angeblichen "Fachmanns".
Und als Anfänger, wo man es gerade nötig hat, Reiten richtig zu lernen, kann man einen guten Reitlehrer nicht vom schlechten unterscheiden.

Vor allem fangen Kinder im Alter von 8-12 Jahren mit dem Reitsport an, doch gerade diese große Gruppe von Reitern kann das Reiten garnicht richtig erlernen, weil einfach gute Reitlehrer fehlen.

Wie wird man denn überhaupt Reitlehrer, weiß das hier jemand?
Oder kann sich jeder Hinz und Kunz da in den Halle stellen und Anweisungen erteilen?
Solche Lehrer kenne ich nämlich zu genüge aus Vereinen, nicht so teuer und die Reiter mit wenig Ahnung können nichts dazu sagen...

LG nini88
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #15
Wie wird man denn überhaupt Reitlehrer, weiß das hier jemand?
Oder kann sich jeder Hinz und Kunz da in den Halle stellen und Anweisungen erteilen?

Das gibt es tatsächlich oft... Kommt halt auf den Verein bzw. Stall an. Es gibt Trainerscheine von der FN, dazu muss man halt eine Prüfung ablegen, wie die genau aussieht weiß ich auch nicht.
Für andere Reitstile gibt es auch Lizenzen, und vor allem haben viele "Gurus" wie z.B. Linda Tellington-Jones ihre eigenen Trainer-Lizenzen.
Im Einzelfall müsste man als Anfänger eigentlich nachfragen welche Lizenzen oder Scheine der RL besitzt und dann im I-Net recherchieren was das dann eigentlich bedeutet. Sprich: Was der RL können muss um die Lizenz zu erwerben.
Aber welches 8-jährige Mädchen traut sich das schon? Und vor allem: Welcher Anfänger versteht dann was hinter den Lizenzen steht?
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #16
erinnert mich irgendwie an meine "Reitausbildung" ~.~
Pferde liefen stundenlang im Kreis. Reitanfänger wurden auf den "Opi" verfrachtet (mit 27 Jahre), der dann dementsprechend lange und oft geritten wurde.
Reitlehrering quatschte/rauchte und warf ab und zu irgendwelche Kommandos in den Raum. Korrekturen gab es so gut wie keine.

Beim Satteln, Aufzäumen usw war man entweder auf sich alleine gestellt oder auf die anderen Reitschüler angewiesen. Hier hatte man aber dann das Problem, dass diese ihre eigenen "Ansichten" vom richtigen Umgang mit Pferden hatten. (Was auch einer der Hauptgründe waren, dass ich weggegangen bin von dort)
Von der (sehr teuren) Reitstunde die man bezahlt hat, hatte man dann mal max. 30 Mins zum Reiten.

Reittechnisch habe ich das meiste eigentlich auf einem Bauernhofaufenthalt erlernt. Der Altbauer war selbst begeisterter Pferdenarr und bei dem hatte ich die ersten richtigen Longier- und Reitstunden. Auch haben mir 2 Mädchen die mit ihren Pferden den Sommer über dort verbracht haben, wirklich wertvolle Tips für den Umgang mit Pferden gegeben.
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #17
Das krasseste was ich bis jetzt erlebt habe war als ich Angefangen hatte. Da war ich auf einem Hof wo ich ALLES falsch gelernt hatte von der Galopphilfe bis zum Parrieren einfach alles. Meine Eltern hatten mich dann als sie das von einer sehr guten Pferdewirtin gehört haben zum meinem jetztigem Hof "gebracht" (ich wurde nicht gefragt ob ichs will sie haben entschieden was besser für mich ist und hatten recht ;))
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #18
Schön, dass du einen guten Reitstall gefunden hast;).

Doch leider interessieren sich nicht alle Eltern für das Hobby ihrer Kinder oder nicht so viel, dass sie merken, dass der Stall vielleicht eine falsche Entscheidung ist.
Was machen diese Kinder denn dann?
Ich finde, dass sie genauso eine Chance auf einen guten Unterricht haben sollten als Kinder, deren Eltern schnell merken, dass es der falsche Platz ist für das Reitenlernen.

Ich habe damals selbst als Kind gemerkt, dass dieser Reitstall nichts für mich war, ich saß mit 8 Jahren auf einer alten Hannoveranerstute.
Ich konnte sie nicht satteln und trensen, da sie zu groß für mich war und niemand half, nichtmal als ich nachfragte.
Seitdem bin ich da weg, war auch gut so.

Man sollte das gesamte System mal überdenken und sich fragen, warum immer mehr Pferde falsch geritten werden.
Schließlich werden diese kleinen Mädchen auch einmal groß und haben dann vielleicht eine RB oder sogar ein eigenes Pferd. Dann soll´man sich nicht wundern, wenn man überall reiter sieht, die mit ihrem Pferd nicht mehr klar kommen, sei es ein Gleichgewichtsproblem oder anderes.
Ich sehe zurzeit sehr viele Reiter, die mit Ausbindern und ähnlichem Zeugs reiten und das nicht nur in Ausnhamefällen, sondern einfach so, weils sich dann bequemer reiten lässt:evil:.

LG nini88
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #19
Ich sehe zurzeit sehr viele Reiter, die mit Ausbindern und ähnlichem Zeugs reiten und das nicht nur in Ausnhamefällen, sondern einfach so, weils sich dann bequemer reiten lässt:evil:

Jo ich kann aus eigener Erfahrung sagen (habe an zwei Reitvereinen und auf verschiedenen Ferienhöfen englisch reiten gelernt): Das ist halt wie im Unterricht. Da werden die Schulpferde auch ständig eingeschnürt. Sogar im Gelände.


Ich hatte halt das "Glück" dass ich mir irgendwann das Gekeife gegen die Reitschüler und das Schlagen der Pferde seitens des Reitlehrers in dem einen RV nicht mehr anhören und anschauen wollte. Der Verein hat dann bei Cavallo auch eine miserable Bewertung bekommen.
Bin dann zum zweiten gewechselt, da war der Unterricht eine Nuance besser, aber auch da: alle Pferde permanent mit Ausbindern und in Boxenhaltung... Der ist dann (zum Glück?) in Konkurs gegangen und da blieb mir dann nichts anderes mehr übrig als mal anzufangen mich selber schlau zu machen und mich darauf zu berufen was mir damals als kleines Kind nach Tellington beigebracht wurde. Das hat viel bewirkt und ich bin zum Western-Fan mutiert.

Aber das war im Prinzip Zufall: Wäre der zweite nicht pleite gegangen, ich würde immer noch so falsch reiten wie damals. Und das ist das Crux: Man braucht ne gehörige Portion Glück um an einen guten RL zu kommen, in manchen Gegenden ist es gar unmöglich ...
 
  • Grottiger Reitstil in vielen Vereinen Beitrag #20
...
Wie wird man denn überhaupt Reitlehrer, weiß das hier jemand?
Oder kann sich jeder Hinz und Kunz da in den Halle stellen und Anweisungen erteilen?
Solche Lehrer kenne ich nämlich zu genüge aus Vereinen, nicht so teuer und die Reiter mit wenig Ahnung können nichts dazu sagen...
LG nini88

Reitlehrer oder Trainer ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder darf sich so nennen.

Pferdewirt (Schwerpunkt Zucht und Haltung oder Reiten) oder Pferdewirtschaftsmeister sind Ausbildungsberufe, ganz normal mit Lehrzeit, Berufsschule und Prüfungen.
Dann gibt es noch Amateurtrainer, diese sind gestaffelt in Trainerlizenzen C (Breitensport oder Leistungssport) ,B und A. Hier wird ein Lehrgang, eine theoretische und eine paraktische Prüfung abgelegt.

Leider schützen auch Berufsausbildungen oder Trainerlizenzen nicht vor schlechtem Unterricht. Wer unmotiviert ist und nur Geld verdienen will, ist oft schlechter als ein Reiter ohne Lizenz, der motiviert ist, sich weiterbildet, gut erklären kann und wirklich am Weiterkommen seiner Schüler interessiert ist.
Ich selber habe schon FN zertifizierte Betriebe gesehen mit einem RL, der Pferdewirtschaftsmeister (Reiten) war und in denen schlechte Pferde (lahm, alt, zu jung, total eingeschnürt) mit unpassendem Material ihre Runden drehten. Die Schüler lernten nichts, nur wie man ein Pferd vorwärts bekommt und oben bleibt. Außerdem gab es in einigen dieser Ställe viel Spaß für die Reiter (Gitarrenabende, Vereinsfahrten, Jugendcamp, gemeinsames Grillen, Spaßunterrichtsstunden -Ringstechen, Reiterspiele- etc.). Das hielt die Leute bei der Stange.
In anderen Ställen wurden die Pferde offensichtlich schlecht behandelt, was die Reiter seltsamerweise nicht störte, der RL (eben Pferdewirtschaftsmeister) ritt erfolgreich hoch, knüppelte die Pferde zum Erfolg, sonnte sich in seinem Ruhm und ließ sich anhimmeln, war gegen Schüler und Pferde ein totaler Choleriker.
Und das waren alles nicht gerade Billigställe (hier in der Umgebung waren es 4 Ställe in denen solche Verhältnisse herrschten).
 
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