Katze alleine halten?

Diskutiere Katze alleine halten? im Katzen Haltung Forum im Bereich Katzen Forum; Hallo liebe Katzenfreunde, ich habe mich angemeldet um mir möglichst viele Meinungen zu einem mir außerordentlich wichtigem Thema einzuholen...
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Thetys

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Hallo liebe Katzenfreunde,

ich habe mich angemeldet um mir möglichst viele Meinungen zu einem mir außerordentlich wichtigem Thema einzuholen.
Eine Kurzform des Textes (TLTR) mit allem Wichtigem gibt es unten (für alle Lesefaulen ;) ).

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Es geht um meine Kätzin Thetys, eine OKH-Siam-Mix.

Thetys ist sechs Jahre alt und lebte bislang, (leider!) bereits seit ihrer 6. Lebenswoche, mit ihrem Bruder bei mir und meiner Freundin in reiner Wohnungshaltung mit Loggia/Katzennetz.
Beide wurden kastriert, allerdings waren meine Freundin und ich die beiden einzigen Lebewesen während der so wichtigen Jugend (Sozialisierung, Prägung) - uns war klar, dass beide viel zu früh von ihrer Mutter wegkamen, aber die Alternative wäre noch schlechter gewesen...

Schon früh, nach ca. zwei Jahren, zeichnete sich ab, dass sich beide lediglich dulden, sich aber nicht mögen (obwohl sie Geschwister sind).
Wir haben uns bei Stress und Streit immer rausgehalten, lediglich wenn Haarbüsche von Thetys durch die Luft flogen (es also wirklich -sehr- wild wurde) mit mahnenden Worten eingegriffen.
Gegenseitig geputzt wurde sich immer seltener, später fast gar nicht mehr und wenn, dann nur wenige Sekunden bis der Streit losging.

Irgendwann fing es dann an:
Mehrmals täglich drängte er sie in irgendeine Ecke und legt sich dann gemütlich davor, sie hingegen faucht minutenlang, es folgten Streiteren/Verfolgungen mit rausgerissenen Haarbüscheln (das zum Glück nicht täglich).

Nun war es allerdings auch nicht so, dass der Kater durch und durch der Dominante war - auch sie konnte ziemlich 'ziegig' sein, und hat ihm oft eine 'getatzt'. Beim Fressen haben sich beide in der Reihenfolge abgewechselt (trotz zweier Näpfe), eine eindeutige Dominanzposition gab es (unserer Meinung nach) nicht - was vielleicht auch der Grund für die ewige Streiterei und den Stress war?

Wir hatten zwischendurch noch weitere Mitbewohner, zunächst für zwei Jahre eine BKH-Kätzin, im selben Alter wie das Geschwisterpaar, und fast zwei Jahre nachdem die BKH bei uns einzog noch einen spanischen Pflegekater (beide kastriert).

Die BKH lebte sich sehr schnell ein und verstand sich auf Anhieb gut mit dem Kater.
Bei Kämpfen zwischen Thetys und ihr allerdings gab es in den ersten zwei Monaten böse Verletzungen, später wurde es erträglicher.
Als der spanische Pflegekater zu uns kam, freundete sich dieser auch sogleich mit dem anderen Kater und vor allem mit der BKH an.
Leider bedeutete sein Einzug einen erneuten Stressanstieg für Thetys...

Als nach wenigen Wochen über den Tierhilfe-Verein ein neues Zuhause für den Spanier gefunden wurde, haben wir ihn zusammen mit der BKH vermittelt - die beiden haben einfach ein unschlagbares Team gebildet, und unseren alten beiden wurden mehr und mehr zu Randfiguren - die Gesamtkonstellation passte und der Spanier sowie die BKH sind gemeinsam in ein schönes neues Heim gekommen.

Die erhoffte Entlastung für Thetys blieb leider aus.
Ihr Bruder hat den Stresspegel enorm hoch gehalten, und meine Freundin und ich haben sich viele Sorgen gemacht.
Bachblüten, Feliway (Spray und Stecker) und ein grundsätzlich sehr ruhiges und harmonisches Zuhause haben nicht geholfen um Thetys zu entspannen.
Während der Kater einen vollkommen relaxten Tag verlebte, war Thetys ständig unter Strom und zuckte bei unbekannten Geräuschen zusammen.

Nun haben sich meine Freundin und ich (in Freundschaft) getrennt, und ich habe beruflich ein Projekt in ~200km Entfernung aufgebrummt bekommen. Über ein Jahr pendelte ich am Wochenende hin und her und sah meine zwei Katzen demnach nur zwischen Freitagnachmittag und Sonntagabend.
Seit Anfang Juli habe ich den Arbeitgeber gewechselt und mir eine feste Bleibe vor Ort gesucht. Selbige ist nun auch eingerichtet und katzengerecht möbliert.

Es war zwischen meiner Ex und mir immer klar, dass Thetys zu mir kommt, und der Kater bei ihr bleibt.
Das er sich gut und schnell mit anderen Katzen verträgt war uns ja bekannt, und er wird einen neuen Kater als Spielkameraden bekommen.
Thetys ist seit dem Wochenende bei mir, und lebt sich auch sehr gut ein - und das obwohl absolut -alle- Möbel neu gekauft wurden und lediglich ein paar ihrer Lieblingsdecken, Spielzeuge und natürlich meine Klamotten bekannt riechen.
Bin ich bei ihr ist sie selbstbewußt, erkundet neugierig und spricht&schnurrte bereits seit dem ersten Tag.

Allerdings, und nun komme ich (endlich) zu meinem Anliegen: ich mache mir große Sorgen ob ich ihr nicht doch einen Spielkameraden/-kameradin holen soll!?

Das sie sogar mit ihrem Bruder nicht klar kam, und noch dazu immer nur dann einen glücklichen Eindruck machte wenn sie alleine mit (vorrangig mir) oder meiner Ex schmusen konnte, hat mich bislang in meiner Meinung bestärkt, dass in diesem speziellen Fall die Einzelhaltung sinnvoller ist...

Aber ich bin unsicher, und möchte nur das allerbeste für sie!
Meine Arbeit verlangt an fünf Tagen der Woche neun Stunden Abwesenheit.
Ich liebe meine Katze sehr, sonst hätte ich nicht einen so ausführlichen Thread verfasst.

Und jetzt hoffe ich auf euch, auf Erfahrungen, Meinungen und Ratschläge, um mir für Thetys das Beste zu ermöglichen.

Den Titel habe ich bewußt einschlägig gehalten, um primär die Meinungen von Einzelhaltungsgegnern (wovon ich im Grunde ja selbst einer bin) zu erfahren.


---


TLTR:
Sechsjährige kastrierte Wohnungskatze, bislang nie ohne andere Katzen im Haushalt, soll nun alleine gehalten werden da sie sich überhaupt nicht mit Artgenossen arrangieren kann (selbst mit dem Bruder nicht).
Sie wäre unter der Woche neun Stunden allein Zuhause.

-Unbedingt Spielkameraden dazuholen?
-Erst ein paar Wochen beobachten wie sie sich fühlt und entwickelt?
-Bei einer so menschbezogenen, jungen aber gleichzeitig unverträglichen Katze ist die Einzelwohnungshaltung ok?


DANKE im voraus!
 
  • Katze alleine halten? Beitrag #2
Hallo Thetys,
erst einmal ein großes Lob an dich, dass du dir so viele Gedanken um die Katze machst!

Deine Überlegungen finde ich auch gut, einerseits scheint die Katze sich wirklich nicht unbedingt in Gesellschaft wohl zu fühlen, andererseits wird sie ohne nun sehr lange alleine bleiben. Und wie du ja auch sagst, Katzen sind eigentlich keine Einzeltiere...

Wenn du es noch einmal versuchst, sollte die Zweitkatze auf jeden Fall nicht dominant sein. Mir würde jetzt spontan irgendeine eher klein gewachsene Katze vorschweben, die ein Stück jünger ist und bereits andere Katzen kennt.
Alternativ vielleicht auch zwei Kitten, die sich dann auch untereinander beschäftigen können und der Katze nicht dauernd auf die Nerven gehen.

Einen Versuch würde ich schon wagen, gerade, wo jetzt der Druck durch den Bruder weg ist und die Katze wirklich einmal die Chance hat, ohne ihn sich einer anderen Katze zu nähern.
Allerdings - und das ist das große Problem - wenn es nicht klappt, wohin mit der neuen Katze?
Du hast nicht zufällig jemanden, der in so einem Fall diese nehmen könnte? Vielleicht zu deiner Freundin als dritte Katze?

LG
by blackcat
 
  • Katze alleine halten? Beitrag #3
Hallo :)

Ersteinmal danke für die ausführliche Beschreibung, denn nur wenn wir die komplette Situation kennen, können wir versuchen, möglichst gut zu beraten. :clap:

Allerdings, da kommst du ja gleich mit einem echten Problem ... husthust... Herausforderung an ;)

Ich versuch mal, ein paar Sachen aufzugreifen, aber ich überlege gerade während ich schreibe, es kann also sein, dass am Ende irgendwelche von meinen Aussagen nicht zusammenpassen. :mrgreen:

Das Leben von Thetys stellt sich mir bisher ungefähr so dar:

Sie und ihr Bruder kamen viel zu früh von der Mutter weg, haben also wichtiges Sozialverhalten nicht gelernt (nur als wichtiger Fakt, nicht als Vorwurf verstehen!). Dennoch ist das häufig so, dass zwei gemeinsame Kitten sich gegenseitig auch ohne "Erwachsenen" noch viel beibringen.
Hier hat sich aber innerhalb kurzer Zeit eine "Rudelstruktur" gebildet, in der der Bruder Alpha war und Thetys das Omega, also das schwächste Glied.
Als dann die beiden anderen Katzen nach und nach dazu kamen, hat diese ihre Situation nicht geändert, sondern ihre Rolle als unterste im Rudel noch gefestigt. Nun hat ja natürlicherweise jedes Rudel aus Tieren einen, der ganz unten ist (bei Menschen auch, aber das nur völlig nebenbei ;)), und das läuft für gewöhnlich dann auch gut. Anscheinend hat das bei euch aus irgendeinem Grund nicht geklappt. Vielleicht, weil sie immer wieder versucht hat "aufzumucken", vielleicht hat auch der Ein- und Auszug der beiden anderen zu viel Stress in die ganze, schon vorher unklare Situation gebracht. Mit einer weiteren Katze hätte es klappen können, diesmal leider nicht - blöd gelaufen, aber nicht zu ändern (auch das nicht als Vorwurf verstehen bitte ;))
Dass ihr die beiden jetzt getrennt habt, halte ich in diesem Fall für richtig.
Wie es für sie jetzt weitergehen soll, ist in der Tat schwierig.

Sie ist ja zumindest aus ihrem bisherigen Leben Katzengesellschaft gewohnt, d.h. sie wurde nicht jahrelang völlig alleine gehalten, ohne irgendein Sozialverhalten zu lernen.
Wie du bin ich auch generell gegen Einzelhaltung. Aber es gibt natürlich Ausnahmen, meist eben diese Katzen, die durch jahrelange Einzelhaltung dazu gemacht werden. Dennoch halte ich es da für nicht optimal, wenn solch ein Tier in einem Single-Haushalt in Wohnungshaltung lebt, wo der Besitzer den halben Tag arbeiten ist - und es ist ja nunmal auch so, dass man irgendwann noch mal aus dem Haus will, einkaufen, Freunde treffen etc...
Bei Einzelhaltung würde ich dann vorziehen, dass das Tier z.B. in eine Familie oder zu Rentnern kommt, wo fast immer jemand zuhause ist oder dass es Freigang über eine Katzenklappe etc. haben kann. 8 Stunden ganz alleine in der Wohnung, da langweilt sich auch die hartgesottenste Einzelkatze.

Du schreibst ja, dass sie die komplett neue Wohnung gut angenommen hat, das ist schonmal super.
Ich würde ihr auch ersteinmal zwei, drei, vier Wochen Zeit geben und gucken, wie sie sich einlebt. Vor allem sollte sie die Wohnung als ihr eigenes Revier akzeptiert haben.
Und du kennst deine Katze am besten und kannst letztendlich am besten einschätzen, wie es ihr geht und was sie braucht.

Ich persönlich glaube, dass generell eine weitere Katze schön für sie wäre. Es sollte dann ein Tier in ihrem Alter sein, kein Kitten, bei dem man noch nicht weiß, wie es sich entwickelt.
Es könnte ein Kater oder eine Katze sein, die besonders sozial aber eher unterwürfig ist, also sich unter keinen Umständen zum Chef aufspielen will. Ich denke, da stehen die Chancen ganz gut, dass das klappen könnte.
Aber wie gesagt, letztendlich musst du das entscheiden. Wir können nur versuchen, Denkanstöße zu geben.

LG,
Suni
 
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