Ich finde es echt super, dass du trotz allem hingehst! Du kannst Dir den verein ja auch ein paar Wochen einfach anschauen und dann immer noch aufhören. und nachdem in solchen Maßnahmen oft Jugendliche landen, denen das Leben ähnlich übel mitgespielt hat findest Du ja vielleicht auch freunde, oder wenigstens leute zum reden.
Ganz ehrlich, so ein kompletter Nauanfang auf einer anderen Schule kann echt helfen, weil man eben niemand kennt - dann hockt man auch nicht nur mit denen zusammen, die man sowieso schon kennt, sondern lernt neue Menschen kennen.
dass das mit der gesamtschule und dem Abi nicht geklappt hat wundert mich nicht, da hat man dich fies auflaufen lassen. es wäre sinniger gewesen, da erst mal die 10. zu wiederholen und nachzuholen was dir fehlt, weil eben hauptschule im M-Zug nicht gleichbedeutend ist mit 10. klasse Gymnasium.
Und zu der Sache, dass bei dir dauernd Katastrophen passieren: die Einstellung hatte ich auch mal, und wirklich: katastrophen in regelmöäßigen abständen, und dazwischen nur Phasen die ganz ok, aber auch nicht toll waren. Aber die Hälfte davon habe ich ehrlich gesagt selber verbockt.
Das Leben ist immer ein Auf und Ab. leute bei denen es nur bergauf geht gibts gar nicht. man muss nur die guten Phasen als das wahrnehmen was sie sind, und nicht dauernd da sitzen und sagen "das ist alles gar nciht richtig, bald kommt der nächste schlag, es ist nicht ok dass es mir gut geht". ich denke, durch diese Einstellung hast du dir mindestens den miesen freund angelacht, und machst dich auch wegen deinem Opa fertig.
Der hat sich doch bestimmt total für dich gefreut, dass Du in Urlaub fahren kannst? und mal anders gefragt: denkst Du, es fällt leichter, das Leben loszulassen, endlich Ruhe zu finden wenn sowieso Schlaganfälle und Alzheimer sehr dafür sprechen, dass es sowieso nur noch steil berg ab gehen kann, wenn da jemand neben einem sitzt und sagt, "ich brauch dich doch noch". Klar würdest Du ihn noch brauchen, aber ihm ging es doch wirklich schlecht. Vielleicht ist es so einfach für ihn besser? Es ist einfacher, loszulassen wenn man alleine ist und sich sagen kann, die Kleine ist jetzt groß, hat jetzt nochmal spaß den sie sich echt verdient hat, und kriegt dieKurve auch ohne mich, ich darf gehen.
Ganz viel am leben ist einfach eine frage der Einstellung. Weißt Du, mein mann hat vor ein paar tagen von seinem chef erfahren dass seine Abteilung geschlossen wird und er seinen Job verliert. Aber er sitzt nicht da und beklagt sein Schicksal, dass immer er beruflich so viel pech hat, ist ja nicht das erste mal, dass er seine Stelle verliert. Sondern er sagt "mir gehts viel besser seit ich weiß, dass ich nicht mehr lange für den Deppen arbeiten muss, ich kann mir endlich wieder was suchen was mir spaß macht und den doofen kollegen bin ich auch los". Du kannst Dir nicht vorstellen, wie doof ich als ewiger pessimist da geguckt habe. und statt sich daheim zu verkriechen und alles zu sparen was nur geht - haben wir gestern einen ausflug gemacht und so richtig genossen. noch haben wir ja seinen verdienst, was später kommt werden wir sehen.
Vielleicht siehst Du im Moment die guten Phasen auch einfach nich so richtig, weil du immer nur neue Katastrophen erwartest. dabei kann es viel schlimmer ja kaum kommen.
Und solltest Du wirklich das gefühl haben es geht gar nicht mehr: du kannst immer noch vor einer Psychiatrischen Klinik stehen und sagen, Du kannst nciht mehr, Du weißt nicht mehr weiter, und entweder sie helfen dir oder du wirfst dich vor den nächsten Zug. Dann müssen sie dir helfen, egal was irgendwer irgendwann deiner Krankenkasse geschrieben hat.