Überlegungen zum Eiweißfutter

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sanfterengel

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Überlegungen zum Eiweißfutter


Hallo,


heute möchte ich Euch meinen ersten Beitrag senden, in dem ich Euch meine Überlegungen zum Eiweißfutter bei Hamstern mitteilen möchte. Da Hamster, wie wir alle wissen, unbedingt tierisches Eiweiß benötigen, sollten wir sorgfältig überlegen, was wir ihnen da anbieten. Derzeit üblich ist folgendes:
„Pellets“ in Futtersorten
Joghurt, Quark, Sahne, Hüttenkäse, Frischkäse
getrocknete Insekten
lebende Insekten
gekochtes Ei
Fleisch


Gerade aber die üblichsten Eiweißlieferanten, die wir anbieten, sind so gar nicht für das Tier geeignet.
Pellets sollte man, nach Möglichkeit allgemein nicht geben, auch ein Futter mit Pellets erscheint mir ungeeignet, denn dort enthalten ist viel Chemie, viele Konservierungstoffe, wenig Gesundes.


In der Liste folgen als nächstes Milchprodukte.Es gibt verschiedene Gründe, die gegen diese gängigste aller Eiweißlieferantenformen sprechen. Schauen wir uns doch einmal deren Inhalt genauer an.
Laut sind diese eigentlich als Eiweißlieferanten nicht geeignet, da sie sehr wenig Proteine beinhalten. Dies allein wäre Grund genug, davon Abstand zu nehmen. Viele denken sich dann jedoch sicher, dass sie es als Leckerchen gerne weiter füttern, da es doch so beliebt sei. Nun, diesen Zahn möchte ich gerne ziehen. Genau genommen sind diese Produkte so gesundheitsschädlich wie Zucker, oder wie Getreide für Kaninchen. Das hat folgenden Grund.
Milch ist ein Nahrungsmittel für Babys. Nachdem die Babys entwöhnt sind, entwickelt sich das Enzym Lactase, welches die Lactose (Milchzucker) spaltet zurück, da der Körper auf feste Nahrung umgestellt wird. Es entsteht eine natürliche Lactoseintolleranz. Die Folgen sind Verdauungsprobleme, Durchfall, allgemeines Unwohlsein, Magenbeschwerden und vieles mehr, je vom Individuum abhängig. Diese Prozesse finden sich bei JEDEM Säugetier, auch beim Menschen.
Des weiteren ist der Mensch das einzige Tier, welches naiiverweise artfremde Milch zu sich nimmt. Artfremde Milch enthält immer Stoffe, die nicht auf die Bedürfnisse der eigenen Art abgestimmt sind. Müssen wir das unseren Tieren antun, wenn wir schon so liederlich mit uns selbst umgehen?
Die Milchprodukte, die wir füttern, stammen von Kühen aus Massenhaltungen, die schwanger sind, gebären, schwanger sind, ohne Zuchtpausen. Durch das viele Melken entstehen Entzündungen am Euter, die oft auch Eitern. Dies wird einfach ignoriert, sodass die Tiere zum Einen mit dem Schmerz leben müssen, zum anderen immer Eiter in der Milch und den Milchprodukten enthalten ist. Sollen das unsere Hamster fressen?


Der nächste Punkt sind getrocknete Insekten. Sicherlich verlieren sie durch die Lagerung und das Trocknen Nährstoffe, sind jedoch viel gesünder, als bspw. Pellets, da immer noch viele wichtige Stoffe enthalten sind.


Lebende Insekten entsprechen der natürlichen Ernährung und sollten immer nach Möglichkeit als erste Wahl bevorzugt werden. Dies sollte dann abwechslungsreich geschehen, nur Mehlwürmer z.B. wären sehr einseitig, und machen schnell dick.


Gekochtes Ei (Eiweiß) enthält viele Proteine, ist für den Verdauungstrakt unschädlich, entspricht aber nicht dem natürlichen Nahrungsspektrum des Hamsters. Ab und an sollte es jedoch kein Problem sein.


Fleisch entspricht ebenfalls nicht dem Ernährungsspektrums des Hamsters, außer, es liegt mal eine tote Kuh in der Steppe. In Ausnahmen ist es jedoch sicher nicht verkehrt, auch mal (evtl. gekochtes) Rindfleisch zu geben. Schwein darf auf keinen Fall gegeben werden, Huhn nur gekocht.


Wir sehen, dass die Möglichkeiten, der artgerechten Fütterung von Eiweiß sehr vielfältig sind, auch wenn die beliebtesten Lieferanten eigentlich ausgeschlossen werden müssen.
Ich appelliere an alle, sich nicht nur über das Futter allgemein Gedanken zu machen, sondern auch um die einzelnen Komponenten.


Liebe Grüße


Kathrin




© Kathrin T. Sanfterengel u. Alle anderen genutzten Nicknames.
 
  • Überlegungen zum Eiweißfutter Beitrag #2
Deine Meinung zum Eiweißfutter ist in vielen Teilen nachvollziehbar und sinnvoll begründet, aber in einigen Punkten habe ich etwas anzumerken:


Dass Ei viel Protein enthält und Milchprodukte sehr wenig, stimmt schlichtweg nicht. Einige Milchprodukte enthalten mehr Protein als Eiweiß.


Ich finde es völlig in Ordnung, wenn man sich aus welchen Gründen auch immer gegen Milchprodukte entscheidet. Aber dass Menschen jetzt "liederlich" mit sich selbst umgehen, weil sie Milch trinken, ist schon arg weit hergeholt und spiegelt stark die persönliche Einstellung wider. In der Evolution war die Laktosetoleranz ein großer Vorteil, der das Überleben vieler Völker erst möglich gemacht hat. Es war somit eine natürliche Entwicklung, die alles andere als schädlich ist. Milch enthält schließlich auch gute Inhaltsstoffe. Man kann heutzutage selbstverständlich ohne Milchprodukte leben, aber in Nordeuropa ist Laktoseintoleranz die Ausnahme, nicht die Laktosetoleranz.

Und um auf die Hamster zurückzukommen: Wie die Erfahrung zeigt, vertragen Hamster zumindestens verarbeitete Produkte, wie Quark und Hüttenkäse, problemlos. Diese Milchprodukte enthalten kaum noch Lactose. Abgesehen davon gibt es sogar Studien, nach denen Hamster Milch vertragen.

Zum Eiter in der Milch... Milch wird entkeimt und ist in dieser Hinsicht unbedenklich zu genießen. Dass die Haltungsbedingungen von Milchkühen nicht immer die besten sind und Euterentzündungen ein Problem darstellen, will ich nicht bestreiten, aber das hat mit der Verträglichkeit von Milchprodukten bei Hamstern nichts zu tun.


Warum "auf keinen Fall" Schweinefleisch? Dass man es roh nicht unbedingt geben sollte und auch nicht als ausschließliche Eiweißquelle ist klar, aber was macht es gekocht so viel schlechter als anderes Fleisch?


Alles in allem ist es sicher richtig, den Hamster so naturnah wie möglich zu ernähren. Ebenfalls ist es nicht verkehrt, sich Gedanken um die Herkunft der verwendeten Produkte zu machen. Um das zu untermauern, muss man sich aber nicht auf fragwürdige Argumente stützen;)
 
  • Überlegungen zum Eiweißfutter Beitrag #3
Ergänzend zu dem, was Adraste sagt, sind Hamster einfach nicht laktoseintollerant. Gibt es eine Studie zu.
 
  • Überlegungen zum Eiweißfutter Beitrag #4
Hallo,

danke Euch fuer Euer Statement. Ich schrieb ja extra, dass es UEBERLEGUNGEN sind, fuer Meinungen bin ich natuerlich offen. Sube\jektiv: Auf jeden Fall, ist ja klar, bei nem Essey.

Ok, liderlich war vllt. das falsche Wort, prinzipiell schadet der Mensch sich aber damit, Milch und Milchprdukte zu sich zu nehmen, weil der Koerper schlcihtweg nicht darauf ausgelegt ist. 98% der Weltbevoelkerung haben einen natuerliche Lactoseintolleranz, was ja schon alles sagt!

Welche Inhalsstoffe siehst Du aus der Milch als gut an? Calcium? Davon ist viel enthalten, stimmt. Aber der menschliche Koerper kann es nicht verwerten. Bzw. muss er genaugenommen Koerpereigenes Ca aufwenden, um das aus der Milch zu nutzen, hat also nichts davon.

Zu den wenigen Proteinen in der Milch koenntest Du recht haben. Dazu ist mir grad was eingefallen (hatte mich nur auf zitierte Quelle berufen). Milch enthaelt wohl zu viel Proteine fuer den Menschen, laut einer neusten Studie. Allein ein Glas Milch taeglich fuer Kinder ist viel zu viel und foerdertr spaetere Fettleibigkeit (neue Studie).

Dass Lactoseintolleranz die Ausnahme sein soll, kann ich so nicht bestaetigen. Fruher kannte man diese nur nicht. Nach udn nach erkennt man jetzt erst, dass viele Beschwerden auf diese zurueckzufuhren sind. Auszerdem gewoehnt sich der Koerper an die Beschwerden, sodass es oft nicht auffaelt, sondern man bei weglassen einfach eine Verbesserung merkt. Aber gut ist es deswegen nicht.

Die Studie mit der Milchvertraeglichkeit der Hamster: Ist dabei ein normaler test fuer Menschen angewendet worden? Hat man beachtet, dass viel geringere Mengen unvcerarbveiteter Lactose beim Hamster schon fuer Probleme fuehren? Ich denke nicht, denn wie gesagt, Miclh ist von der Evolution/Gott als Babznahrung eingesetzt, die der Koerper spaeter nicht mehr umsetzen kann.

Zum Eiter: Entkeimen ist nicht, alle Bestandteile entfernen, und ich denke nicht, dass man Eiter so einfach entfernen kann. Der wird ignoriert, weil er ja auch gar nicht auffaellt. Wie hoch der Prozentsatz in der Milch ist, kann ich natuerlich nicht sagen, kann auch sehr gering sein, koennte ich mir gut vorstellen.

Ich hatte es so in Erinnerung, von versch. Futterlisten udn so, dass Hamster kein Schwein bekommen duerfen!

Fuer fragwuerdig halte ich meine meisten Argumente nicht. ;) Aber das ist sicher auch Ansichtssache.

Liebe Gruesze

Kathrin
 
  • Überlegungen zum Eiweißfutter Beitrag #5
Ich akzeptiere deine Meinung natürlich, ich fand nur, dass es am Ende sehr allgemeingültig klang.

Rohes Schweinefleisch sollte man nicht füttern, wegen des Aujetzky-Virus (wobei die Infektionsgefahr inzwischen recht gering ist), aber an sich ist es nicht gefährlich, nur oft recht fetthaltig.

Niemand muss seinem Hamster Milchprodukte füttern, wenn er nicht will, dafür gibt es Alternativen, die du ja auch genannt hast.


Eigentlich gehört es nicht ins Hamsterforum, aber woher hast du deine Zahlen zur Laktoseintoleranz? Meines Wissens sind es nicht 98% der Weltbevölkerung, sondern 75%, die laktoseintolerant sind. In Deutschland etwa 15-25%, in Skandinavien noch weniger.
Davon zu unterscheiden ist die Minderheit der echten Allergiker, deren Körper die Milch wirklich als artfremd erkennt (was du ja durchaus betont hast, aber bei Laktoseintoleranz nicht der Fall ist).

Jemand, der laktosetolerant ist, schadet sich nicht, wenn er Milchprodukte zu sich nimmt, denn der Körper ist evolutionsbedingt darauf ausgelegt, Milch verwerten zu können.
Milch besteht nicht nur aus Calzium, sondern auch vielen Vitaminen, Eiweiß, Kalium, Jod... alles nützliche Bestandteile. Einige angebliche negative Auswirkungen (wie bestimmte Krebsarten) wurden inzwischen widerlegt, und positive Auswirkungen, wie Schutz vor Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden momentan genauer erforscht.

Wie gesagt, man kann ohne Milch heute genauso gesund leben. Es steht jedem frei, sich für oder gegen den Verzehr von Milchprodukten zu entscheiden. Aber deswegen muss man die Milch nicht schlechter machen, als sie wirklich ist;)
Man kann natürlich lange über seine persönlichen Ansichten diskutieren. aber das gehört wirklich nicht mehr hier her. Ich finde es nur ein wenig problematisch, den Hamster in Bezug auf die Verdauung mit dem Menschen gleichzusetzen.

Das mit dem Eiter in der Milch konnte ich auch nur auf Seiten einer bekannten Tierschutzorganisation nachlesen, wirklich belegt ist das dort nicht. Ich weiß, dass es einen Höchstwert für die entsprechenden Bakterien gibt, die schon beim Abfüllen kontrolliert werden und Milch nicht mehr schädliche Keime enthält, als andere Lebensmittel. Das macht die Haltungsbedingungen natürlich nicht besser. Und ich kann nachvollziehen, wenn man sich zugunsten der Kühe gegen Milch entscheidet. Aber das hat nichts mit der Verträglichkeit der Milch zu tun und rein gar nichts mit Hamstern.


Zu den Studien: In mir bekannten Studien hat man den Verdauungstrakt des Hamsters bezüglich der Milchzuckerverwertung untersucht, das lässt sich mit den Laktosetests für Menschen nicht vergleichen. Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob das dieselbe Studie ist, von der Antigone gesprochen hat.
 
  • Überlegungen zum Eiweißfutter Beitrag #6
Milch wird getestet, bevor sie aus dem Tankwagen in die Fabrik umgepumpt wird. Wenn in dem Tankwagen zuviele Keime sind, wird sie weggeschüttet, und dann alle Bauern überprüft, die dieser Tankwagen vorher angefahren wird. Damit wird sichergestellt, dass schon vor dem Abkochen nicht allzu viel schädliches drin ist.
Off-Topic
Ich will hier nicht viel zu deinen Argumenten gegen Milchkonsum beim Menschen sagen, das gehört hier nicht her, und ist mMn eine Frage persönlichen Geschmacks. Nur das: wenn 98%, oder 75% oder wieviele auch immer der Menschen Milch nicht vertragen, heißt das nicht, dass wir "nicht dazu gemacht sind" Milch zu trinken. Im Gegenteil, streng genommen sind diejenigen, die Milch ohne Verdauungsbeschwerden trinken können, eben genau dafür "gemacht". Und Gott gibt im Alten Testament durchaus Anweisungen zum Milchkonsum, woher der ganze Gedanke von Milch und Fleisch trennen beim koscheren Kochen kommt.


Nun zu den Hamstern: Natürlich hast du prinzipiell Recht, und viele dieser Eiweißquellen sind nicht im natürlichen Nahrungsspektrum enthalten. Allerdings sehe ich zumindest bei manchen Milchprodukten kein besonders großes Problem, da z.B. Magerquark eben doch ein bisschen (tierisches) Eiweiß enthält und nicht sehr fettig ist. Und wenn sich nun jemand wirklich vor Würmern und anderen Krabbeltieren (egal ob lebendig oder getrocknet) ekelt, oder wenn man mal ein bisschen Abwechslung reinbringen will, finde ich das schon okay.
Solange hier keine handfesten Hinweise auf eine Tendenz zur Laktoseintoleranz bei Hamstern bestehen, sehe ich wirklich kaum einen Unterschied zwischen Milchprodukten und Ei oder Fleisch. Und selbst dann müsste man immer noch herausfinden, ob in den gängigen Milchprodukten, die so verfüttert werden, noch genug Laktose drin ist, um Probleme auszulösen (was ich für unwahrscheinlich halte).
 
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