- Monty ist gegangen... Beitrag #1
Lizou
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~ Monty ~
15. Januar 2005 - 24. November 2006

Monty, mein Knuddelchen...
gestern erlebte ich direkt nach dem Aufstehen eine böse Überraschung: Nachdem nur einen Monat vorher schon dein Bruder Gizmo gestorben war, lagst nun auch du regungslos im Käfig. Ich bemerkte es, als ich aus der Küche zu euch ins Zimmer kam, um euch zu füttern. Ihr wart zwar schon alle alt und träge geworden, aber wenn die Futterdose raschelte, kamt ihr nach wie vor alle ans Gitter gestürmt, als hätte es seit Wochen nichts zu essen gegeben. Neo und Luca hüpften auch gleich von der Plattform runter ins Streu. Nur du bliebst oben in eurem blauen Schlafkörbchen liegen. Da ahnte ich schon Böses. Ich öffnete schnell die obere Tür, stupste dich an, rüttelte dich sogar etwas heftiger. Aber dann sah ich, dass sich das Fell an deinem Bauch sich nicht mehr hob und senkte. Da schossen mir sofort die Tränen in die Augen, ich konnte gar nichts dagegen tun.
Deine Brüder Neo und Luca nahm ich aus dem Käfig und brachte sie zu eurem Papa Tim. Der schlief zwar noch, aber als ich ihm sagte, was los war, war er hellwach. Er nahm die zwei und ich ging zurück und hob dich vorsichtig aus deinem Körbchen. Du warst noch warm und weich und sahst aus, als würdest du nur tief schlafen. Doch an deinen glanzlosen Augen konnte man sehen, dass das nicht so war. Ich war so traurig. Wäre ich nur eine halbe Stunde früher bei dir gewesen! Dann hätte ich zwar deinen Tod nicht verhindern können, aber ich hätte dir wenigstens beistehen und dich in meinen Armen hinüberbegleiten können.
Ich hatte schon geahnt, dass es dich als nächstes trifft, aber ich hätte nicht gedacht, dass du uns so bald schon verlassen würdest. Du warst seit dem Tod deines Bruder vor einem Monat sehr müde und antriebslos, hatte ich das Gefühl. Du warst nicht mehr der erste, wenn es Leckerlies gab. Du zanktest dich nicht mehr mit den anderen ums Essen. Im Gegenteil, du hattest sogar fast fünfzig Gramm abgenommen. Ich hab dir zwar immer eine Extraportion Futter und Drops gegeben, die auch gerne genommen hast, aber du warst halt schon sehr alt und bautest langsam ab. Mir war klar, dass du nicht mehr lange bleiben würdest.
Früher warst du ganz anders. Von euch vieren warst du mit Abstand der flinkeste, wildeste und frechste. Wenn ihr euren Auslauf hattet, kuschelten sich die anderen Jungs unterm Sessel zusammen, dich hingegen musste ich ständig im Auge behalten und dich immer wieder davon abhalten, die Tapete zu zerfetzen oder den Teppich aufzukratzen. Manchmal war ich echt bös auf dich... Aber wenn du dann auf meiner Schulter saßt und es dir in meinen Haaren gemütlich machtest und ab und an auf meine Brust klettertest und mir mit deiner Zunge ein Rattenküsschen auf die Lippen gabst, dann waren deine Frechheiten sofort vergessen...

Aber ich hatte dich ja auch zwischen den ganzen anderen Ratten ausgesucht, weil du so ein Frechdachs warst. Als ich meine Hand bei euch allen damals reinhielt, kamst du an und knabberstest mir gleich in den Finger. Da hatte ich mich Hals über Kopf in dich verliebt...
Aber du warst am Anfang sehr scheu. Erinnerst du dich noch daran, wie du mir mal abgehauen bist? Da warst du etwa zwei Monate alt. Ich wohnte mit euch damals noch in meiner Ein-Zimmer-Wohnung. Ich hatte euch vier gerade aus dem Käfig geholt und wollte euch auf mein Schlafsofa setzen, damit ihr ein bisschen laufen konntet. Da bist du selbstmörderisch von meinem Arm gesprungen, aus dem Zimmer in die Küche gerannt und unter den Kühlschrank geflüchtet. Ich war so geschockt, dass ich mich einen Moment lang gar nicht rühren konnte. Dann setzte ich die anderen drei sofort wieder in den Käfig und lief dir hinterher. Aber ich konnte nicht unter den Kühlschrank greifen. Völlig panisch rückte ich die Waschmaschine, die daneben stand, nach vorne, kroch dahinter und versuchte, dich zu erwischen. Aber du liefst vorbei und verstecktest dich hinter dem Herd. Also zog ich den auch ein Stück nach vorne, aber dann liefst du hinter den Spülschrank. Ich war voller Panik, ich hatte so Angst, dass ich dich da nicht mehr rausbekommen würde oder du in eines der Kabel beißt und einen Stromschlag kriegst. Ich war völlig fertig und hab geheult wie sonstwas. Wie ein Engel in der Not kam zufällig gerade Anke vorbei. Sie half mir sofort, hockte sich hinter den Herd und scheuchte dich unter dem Spülschrank hervor. Ich saß hinter der Waschmaschine und wollte dich abpassen, wenn du vorbeikamst. Aber es war vergebens. Du liefst immer zwischen Kühlschrank, Waschmaschine, Herd und Spülschrank her und entwischtest uns ständig. Zwei Stunden haben wir dich gejagt, dich versucht, mit Leckerlies zu locken, geschimpft und gebettelt. Dann erwischte ich dich endlich, als du an mir vorbeiranntest, am Hinterbein. Es tat mir so Leid, aber ich musste dich am Fuß hinter der Waschmaschine rausziehen. Das tat bestimmt weh und ich rechnete fest damit, dass du mich vor Angst kräftig beißt, aber nichts dergleichen passierte. Als ich dich hatte, flüchtetest du wie von einer Tarantel gestochen unter meine Bluse und knirschtest mit den Zähnen wie ein Weltmeister. Ich redete auf dich ein, versuchte, dich zu beruhigen und streichelte dich die ganze Zeit. Endlich wurdest du ruhiger.
Seitdem hast du nie wieder den Versuch gemacht, mir vom Arm zu springen.
Nach diesem Vorfall wurdest du immer zahmer und treuer, obwohl ich eigentlich mit dem Gegenteil gerechnet hatte. Wir wurden richtig dicke Freunde.


Im Januar dieses Jahr jagtest du mir erneut einen großen Schrecken ein. Ich spürte, als ich dich über den Rücken streichelte, einen dicken Knubbel unter dem Fell. Er war nicht hart, sondern ganz weich, so dass ich einen Tumor ausschloss. Aber ich bin ja auch nur ein Laie und kein Mediziner und brachte dich deswegen sofort zum Not-Tierarzt. Der beruhigte mich; es war nur ein Grützbeutel. Wir vereinbarten für zwei Tage später einen OP-Termin. Der Grützbeutel wurde rausgeschnitten und die Wunde mit zwei Stichen genäht. Das passte dir überhaupt nicht. Die Nähte auf dem Rücken zogst du dir insgesamt drei Mal raus - obwohl du noch halb unter Narkose standst! - so dass der Tierarzt die Faxen dicke hatte und dir eine Halskrause verpasste, die du eine Woche tragen musstest. In der Zeit durftest du auch nicht zu deinen Brüdern und musstest im Einzelkäfig sitzen. Das zerriss mir echt das Herz...


Zum Glück verheilte alles super, die Halskrause konnte nach einer Woche ab und du durftest zu den anderen zurück.
Jaja, du hast mich schon sehr auf Trab gehalten. Vielleicht warst du auch deswegen die Lieblingsratte von meinem Freund Tim, der ist schließlich genau so frech, wie du es warst.
Monty, wir werden dich wahnsinnig vermissen. Du warst so ein lustiger und lebensfroher kleiner Knirps, der uns alle immer wieder zum Lachen, aber auch zum Weinen gebracht hat.
Ich hoffe, du magst die Stelle an der ich dich beerdigt habe. Es ist ein kleines Waldstück in der Nähe von Tims Mutter. (Es tut mir Leid, dass ich dich in einem "Tokio Hotel"-Schuhkarton begraben musste. Ich hatte nichts anderes auf die Schnelle, ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel...)
Nun kannst du über die Regenbogenbrücke zu deinem Bruder Gizmo. Er wartet bestimmt schon auf dich! Bitte gib ihm ein Küsschen von mir.
Machs gut, mein Schatz...
Wir haben dich wahnsinnig doll lieb und werden dich niemals vergessen!
Du wirst uns sehr fehlen...
Deine Mama
und deine Brüder Neo und Luca

15. Januar 2005 - 24. November 2006

Monty, mein Knuddelchen...
gestern erlebte ich direkt nach dem Aufstehen eine böse Überraschung: Nachdem nur einen Monat vorher schon dein Bruder Gizmo gestorben war, lagst nun auch du regungslos im Käfig. Ich bemerkte es, als ich aus der Küche zu euch ins Zimmer kam, um euch zu füttern. Ihr wart zwar schon alle alt und träge geworden, aber wenn die Futterdose raschelte, kamt ihr nach wie vor alle ans Gitter gestürmt, als hätte es seit Wochen nichts zu essen gegeben. Neo und Luca hüpften auch gleich von der Plattform runter ins Streu. Nur du bliebst oben in eurem blauen Schlafkörbchen liegen. Da ahnte ich schon Böses. Ich öffnete schnell die obere Tür, stupste dich an, rüttelte dich sogar etwas heftiger. Aber dann sah ich, dass sich das Fell an deinem Bauch sich nicht mehr hob und senkte. Da schossen mir sofort die Tränen in die Augen, ich konnte gar nichts dagegen tun.
Deine Brüder Neo und Luca nahm ich aus dem Käfig und brachte sie zu eurem Papa Tim. Der schlief zwar noch, aber als ich ihm sagte, was los war, war er hellwach. Er nahm die zwei und ich ging zurück und hob dich vorsichtig aus deinem Körbchen. Du warst noch warm und weich und sahst aus, als würdest du nur tief schlafen. Doch an deinen glanzlosen Augen konnte man sehen, dass das nicht so war. Ich war so traurig. Wäre ich nur eine halbe Stunde früher bei dir gewesen! Dann hätte ich zwar deinen Tod nicht verhindern können, aber ich hätte dir wenigstens beistehen und dich in meinen Armen hinüberbegleiten können.
Ich hatte schon geahnt, dass es dich als nächstes trifft, aber ich hätte nicht gedacht, dass du uns so bald schon verlassen würdest. Du warst seit dem Tod deines Bruder vor einem Monat sehr müde und antriebslos, hatte ich das Gefühl. Du warst nicht mehr der erste, wenn es Leckerlies gab. Du zanktest dich nicht mehr mit den anderen ums Essen. Im Gegenteil, du hattest sogar fast fünfzig Gramm abgenommen. Ich hab dir zwar immer eine Extraportion Futter und Drops gegeben, die auch gerne genommen hast, aber du warst halt schon sehr alt und bautest langsam ab. Mir war klar, dass du nicht mehr lange bleiben würdest.
Früher warst du ganz anders. Von euch vieren warst du mit Abstand der flinkeste, wildeste und frechste. Wenn ihr euren Auslauf hattet, kuschelten sich die anderen Jungs unterm Sessel zusammen, dich hingegen musste ich ständig im Auge behalten und dich immer wieder davon abhalten, die Tapete zu zerfetzen oder den Teppich aufzukratzen. Manchmal war ich echt bös auf dich... Aber wenn du dann auf meiner Schulter saßt und es dir in meinen Haaren gemütlich machtest und ab und an auf meine Brust klettertest und mir mit deiner Zunge ein Rattenküsschen auf die Lippen gabst, dann waren deine Frechheiten sofort vergessen...

Aber ich hatte dich ja auch zwischen den ganzen anderen Ratten ausgesucht, weil du so ein Frechdachs warst. Als ich meine Hand bei euch allen damals reinhielt, kamst du an und knabberstest mir gleich in den Finger. Da hatte ich mich Hals über Kopf in dich verliebt...
Aber du warst am Anfang sehr scheu. Erinnerst du dich noch daran, wie du mir mal abgehauen bist? Da warst du etwa zwei Monate alt. Ich wohnte mit euch damals noch in meiner Ein-Zimmer-Wohnung. Ich hatte euch vier gerade aus dem Käfig geholt und wollte euch auf mein Schlafsofa setzen, damit ihr ein bisschen laufen konntet. Da bist du selbstmörderisch von meinem Arm gesprungen, aus dem Zimmer in die Küche gerannt und unter den Kühlschrank geflüchtet. Ich war so geschockt, dass ich mich einen Moment lang gar nicht rühren konnte. Dann setzte ich die anderen drei sofort wieder in den Käfig und lief dir hinterher. Aber ich konnte nicht unter den Kühlschrank greifen. Völlig panisch rückte ich die Waschmaschine, die daneben stand, nach vorne, kroch dahinter und versuchte, dich zu erwischen. Aber du liefst vorbei und verstecktest dich hinter dem Herd. Also zog ich den auch ein Stück nach vorne, aber dann liefst du hinter den Spülschrank. Ich war voller Panik, ich hatte so Angst, dass ich dich da nicht mehr rausbekommen würde oder du in eines der Kabel beißt und einen Stromschlag kriegst. Ich war völlig fertig und hab geheult wie sonstwas. Wie ein Engel in der Not kam zufällig gerade Anke vorbei. Sie half mir sofort, hockte sich hinter den Herd und scheuchte dich unter dem Spülschrank hervor. Ich saß hinter der Waschmaschine und wollte dich abpassen, wenn du vorbeikamst. Aber es war vergebens. Du liefst immer zwischen Kühlschrank, Waschmaschine, Herd und Spülschrank her und entwischtest uns ständig. Zwei Stunden haben wir dich gejagt, dich versucht, mit Leckerlies zu locken, geschimpft und gebettelt. Dann erwischte ich dich endlich, als du an mir vorbeiranntest, am Hinterbein. Es tat mir so Leid, aber ich musste dich am Fuß hinter der Waschmaschine rausziehen. Das tat bestimmt weh und ich rechnete fest damit, dass du mich vor Angst kräftig beißt, aber nichts dergleichen passierte. Als ich dich hatte, flüchtetest du wie von einer Tarantel gestochen unter meine Bluse und knirschtest mit den Zähnen wie ein Weltmeister. Ich redete auf dich ein, versuchte, dich zu beruhigen und streichelte dich die ganze Zeit. Endlich wurdest du ruhiger.
Seitdem hast du nie wieder den Versuch gemacht, mir vom Arm zu springen.
Nach diesem Vorfall wurdest du immer zahmer und treuer, obwohl ich eigentlich mit dem Gegenteil gerechnet hatte. Wir wurden richtig dicke Freunde.


Im Januar dieses Jahr jagtest du mir erneut einen großen Schrecken ein. Ich spürte, als ich dich über den Rücken streichelte, einen dicken Knubbel unter dem Fell. Er war nicht hart, sondern ganz weich, so dass ich einen Tumor ausschloss. Aber ich bin ja auch nur ein Laie und kein Mediziner und brachte dich deswegen sofort zum Not-Tierarzt. Der beruhigte mich; es war nur ein Grützbeutel. Wir vereinbarten für zwei Tage später einen OP-Termin. Der Grützbeutel wurde rausgeschnitten und die Wunde mit zwei Stichen genäht. Das passte dir überhaupt nicht. Die Nähte auf dem Rücken zogst du dir insgesamt drei Mal raus - obwohl du noch halb unter Narkose standst! - so dass der Tierarzt die Faxen dicke hatte und dir eine Halskrause verpasste, die du eine Woche tragen musstest. In der Zeit durftest du auch nicht zu deinen Brüdern und musstest im Einzelkäfig sitzen. Das zerriss mir echt das Herz...


Zum Glück verheilte alles super, die Halskrause konnte nach einer Woche ab und du durftest zu den anderen zurück.
Jaja, du hast mich schon sehr auf Trab gehalten. Vielleicht warst du auch deswegen die Lieblingsratte von meinem Freund Tim, der ist schließlich genau so frech, wie du es warst.
Monty, wir werden dich wahnsinnig vermissen. Du warst so ein lustiger und lebensfroher kleiner Knirps, der uns alle immer wieder zum Lachen, aber auch zum Weinen gebracht hat.
Ich hoffe, du magst die Stelle an der ich dich beerdigt habe. Es ist ein kleines Waldstück in der Nähe von Tims Mutter. (Es tut mir Leid, dass ich dich in einem "Tokio Hotel"-Schuhkarton begraben musste. Ich hatte nichts anderes auf die Schnelle, ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel...)
Nun kannst du über die Regenbogenbrücke zu deinem Bruder Gizmo. Er wartet bestimmt schon auf dich! Bitte gib ihm ein Küsschen von mir.
Machs gut, mein Schatz...
Wir haben dich wahnsinnig doll lieb und werden dich niemals vergessen!
Du wirst uns sehr fehlen...
Deine Mama
und deine Brüder Neo und Luca

