- Im Stich gelassen… Beitrag #1
Freedom
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korrekte Quelle : http://www.tierschutz-sha.homepage.t-online.de/LRA.htmIch ging nachts (oder war es am frühen Morgen?) in der Tiefgarage im Landratsamt spazieren. Es war stickig und irgendwie furchterregend. Also lief ich ganz schnell um den Ausgang zu finden und nach Hause zu gehen. Plötzlich wird es laut, es brummt und dröhnt und ein helles Licht rast auf mich zu. – Ich renne schneller – Dann fühle ich stechende Schmerzen; mein kleiner Körper scheint zu zerreißen. Ich fliege in hohem Bogen durch die Luft und knalle auf dem harten Boden auf. – Ich bekomme keine Luft mehr – Die Schmerzen in meinem Hinterleib machen mich fast ohnmächtig. Panik erfasst mein kleines Herz, ich wollte aufstehen – und konnte nicht. – Diese Schmerzen! – Ich will krabbeln und kann nicht. – Diese Schmerzen! – Ich will kriechen und kann nicht. Ich schreie und schreie: „Hilfe, so helft mir doch!“ Wo sind meine geliebten Menschen??? – Diese wahnsinnigen Schmerzen! – Ich schreie noch lauter, verzweifelter: „Helft mir, bitte, bitte, so helft mir doch!“ Endlich, ein Mensch, er schaut und läuft weiter! Ich schreie!
Diese Schmerzen, sie werden immer schlimmer. Ein Auto hält, ein Mensch schaut heraus und fährt weiter.- Diese wahnsinnigen Schmerzen! – Ich schreie nicht mehr… Warum hilft mir keiner? Keiner dieser Menschen, die ich so liebe? Die mir immer zu Essen gaben, mit mir schmusten und mich umsorgten? Was waren das für Menschen? – Ich habe Durst! Fußgetrappel kommt und geht. Ein Auto hält und fährt weg. Ich bekomme Hunger…Ich werde kurz ohnmächtig. – Diese Schmerzen, dieser Durst, dieser Hunger! -Stunden sind vergangen, Fußgetrappel kommend-stehend-weitergehend, Autos kommend-haltend-weiterfahrend. Ich kann nicht mehr, mein Köpfchen fällt in den Dreck. Die Schmerzen, der Durst, ich habe Hunger. Alles voller Abgase, ich habe wahnsinnige Angst! Ich muss mich beschmutzen, die Schmerzen werden unerträglich, es blutet. Ich gebe auf, ich möchte sterben, aber ich kann nicht. Fußgetrappel kommt und geht. Diese Schmerzen, dieser Hunger, dieser Durst, diese Abgase, dieser Dreck, diese Einsamkeit, diese Trauer, diese Angst, diese Schmerzen, diese… Ein Auto hält – und fährt weg. Endlich- eine Stimme, liebevoll.Ich sage ganz leise und kläglich: „Miau, Miau.“ Es wird weich, es wird warm. Es piekst, die Schmerzen lassen nach, der Hunger, der Durst, die Angst, die Einsamkeit. Ich werde durchleuchtet, es piekst… ich darf und muss sterben.
Aus meinem Katzenhimmel sehe ich meine Retterin traurig und wütend. Die Tierärztin – fassungslos. Da ich in der Narkose nicht mehr spucken musste, lag ich also mindestens 12 Stunden mit diesen unerträglichen Schmerzen, diesem Durst, diesem Hunger, dieser Angst, diesen Abgasen, diesem Lärm und diesem Dreckigem Parkhaus des Landratsamtes Schwäbisch Hall. Ich hatte zwei gebrochene Hinterbeine, die Hüftknochen standen mir an der Seite aus dem Fell, meine Innereien – blutend, verletzt. Ich lag hilflos auf dem Boden, klein und voller Angst. Menschen liefen an mir vorbei und haben mir nicht geholfen…Autos hielten an und fuhren weiter….Mein letzter Gedanke: GELIEBTE Menschen ???
Eure verstorbene, ca. 8 Jahre alte Mieze.
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