Hi,
ich sage nicht das es einfach ist, als Anfänger ein Jungpferd selber anzureiten, ich sage nur das es möglich ist mit fachkundiger Hilfe.
Ich selber habe damals mit Voltegieren angefangen und dann... lass mich lügen ca. 3-4 Jahre Unterricht gehabt auf Ponys, so mit ca. 12 bekamen wir unser erstes eigenes Pferd, zu dritt, das ging dann nach ca. 1-2 Jahren an die Dritte wir hatte auf dem Pferd hin und wieder Unterricht, war aber nichts halbes und nichts ganzes, dann bekamen meine Schwester und ich ein Pferd, der war nicht ganz einfach, auf ihm hatten wir auch hin und wieder unterricht dann ne ganze Weile gar keinen Unterricht.
Wir konnten uns recht gut auf dem Pferd halten aber wirklich gut Reiten hätte anders ausgesehen, ich bekam von dem Bauern wo wir nach dem ersten Stallwechsel standen die "Beistellwurst" geschenkt, einen recht hübschen Haffi mit Papieren, leider völlig verfettet und nur notdürftig geritten (um auf der Weide rumzujuckeln war das Pferd gerade gut genug)
bei mir musste er erstmal abnehmen, ihm passte kein Sattel er hatte panische Angst vor der Gerte und Gallopieren... Kopf zwischen die Vorderbeine und hinten gebuckelt wie n Großer, ohne Gerte war das Tier kaum vorwärts zu kriegen, hier hatten wir auch keinen Unterricht, ich hatte ihn ca. 3 Jahre, als ich dann mit 16 vom Pferd fiel und mit Schleudertrauma und Gehirnerschütterung ca. 3 Wochen platt war, da der Herr mal wieder bocken musste, war dann entgültig schluss, das vertrauen war Weg und ich entschied mich ihn zu verkaufen.
Nach einiger Zeit Bekam ich dann Finley einen 3 jährigen Tinkerwallach, ein sehr ruhiger gemütlicher (wie sich später rausstellte Allergiker) er gab mir das Vertrauen wieder, ihn hatte ich knapp 4 jahre, 1 jahr lang regelmäßig unterricht, dann wurde er durch einen Paddockunfall in dem er sich die ersten beiden Halswirbel angeschlagen hatte für ein ganzes Jahr unreitbar und danach nur bedingt.
Die Wirbel regenerierten sich leider nie ganz vollständig, sodass er nie wieder am Zügel gehen durfte, da war er gerade 5 jahre alt, also nur noch mit Halsring durch die Halle juckeln, ständig war der Schleimbeutel entzündet, was das Reiten unmöglich machte, da er ja Schmerzen hatte, es verging ein weiteres Halbes Jahr, immer wieder kam die TA zum Röntgen.
Und dann wollte ich ja gerne Reiten aber mein Pferd hatte entschieden, das es Zeit war zu gehen und starb an einem Dünndarmverschluss. das geschah märz 2009. und seit dem habe ich nicht mehr auch nur ansatzweise auf dem Pferd gesessen.
Denn anstatt mir ein älteres gerittenes Pferd zu kaufen(so wie es geplant war) hatte ich nun einen 2 jährigen etwas großgeratenen Tinker (Wir vermuten Clydesdale) und die kann man ja nun nicht reiten.
Jetzt wo er 4,5 jahre alt ist haben wir mit dem Anreiten begonnen, nachdem ich lange Zeit nach einem Ausbilder gesucht habe aber keiner zum Hof kommen wollte, entschied ich mich es mit Hilfe selber zu machen, durch die Vorarbeit am Boden klappt das jetzt auch sehr gut, regelmäßig kommt der Physiotherapeut zur Kontrolle und es ist alles tip top.
Es kann also auch gut gehen, es dauert halt länger und ist schwieriger aber nicht unmöglich.
LG
Integra