Hallo,
alleine die Tatsache, dass der Hund nach sechs Wochen für vier Stunden alleine bleiben soll, wäre für mich persönlich das Ausschlusskriterium für einen Welpen. Das Alleinsein-Lernen braucht Zeit und vier Stunden (regelmäßig?) ist schon eine Menge; für mich das absolute Maximum, was ich meinen Hunden überhaupt regelmäßig zumuten würde ...
Als ich mir meinen letzten Hund (also den vor Hugo, im Jahr 1995) geholt habe, stand ich vor einem ähnlichen Problem - ich war berufstätig, konnte also nur meinen Jahresurlaub am Stück nehmen, wohnte in einer Mietwohnung ohne Garten, war an vier Tagen in der Woche alleine und bin öfters längere Strecken mit dem Auto gefahren. Also denkbar ungeeignet für einen Welpen ... mit der Übernahme eines erwachsenen Tieres hatte ich bis dahin keine Erfahrung und entsprechende Bedenken (Inet und Foren zum Erfahrungsaustausch gab es damals noch nicht wirklich *lach*).
Eingezogen ist dann ein etwa fünfjähriger Schäfer-Mix aus dem TH, ich war die fünfte oder sechste Besitzerin. Und ja, es hat geklappt

. Schon nach wenigen Tagen habe ich angefangen, den Hund erst kurz und dann länger alleine zu lassen - das war überhaupt kein Problem. Er war stubenrein, es war kein Problem für ihn, so lange einzuhalten, bis wir die Treppe unten waren. Er hat nichts kaputtgemacht, die Grundzüge der Erziehung hatte er irgendwann mal gelernt - er war eben einfach schon "fertig", kleinere Macken eingeschlossen ...
Das einzige war eben, dass wir - nachdem er sich eingelebt hatte - einige Probleme bzgl. des "Wer-hat-hier-das-Sagen" hatten ... Es ist eben einfacher, einem Welpen zu erklären, dass er nicht im Bett schläft oder auf dem Sofa liegt als das mit einem ausgewachsenen (großen) Hund zu klären, der das jahrelang so kannte ... Wir brauchten schon eine Weile und einige "Diskussionen" bis wir uns gefunden hatten (was aber sicherlich auch an meiner mangelnden Erfahrung damals lag) - als aber alles geklärt war, war die Beziehung so eng und schön wie zu jedem anderen Hund, den ich hatte auch. Er war ein toller Kerl und ich durfte 10 Jahre meines Lebens mit ihm teilen.
Natürlich ist es auch vom Hund selbst abhängig, seiner Vergangenheit, seinem Erziehungsstand usw. Darf ich fragen, woher Du einen Hund holen möchtest? Soll es ein problemloser Hund werden oder käme auch ein Hund mit "Baustellen" in Frage?
Denn es gibt auch erwachsene Hunde, die eben bis dato noch nichts wirklich kenne und ich denke, einen problembelasteten, erwachsenen Hund einzugewöhnen kann mitunter schwieriger, zeitaufwändiger und nervenaufreibender sein als ein Welpe.
Wenn ich irgendwann nochmal vor der Entscheidung stehen würde, einen neuen Hund zu mir zu nehmen (was hoffentlich noch mindestens 20 Jahre dauert) - es käme wohl beides in Frage; je nach persönlicher Situation und je nach Situation des Hundes und auch je nach dem, was genau ich mit dem Hund vorhabe - es muss einfach passen ...
LG Ida