Ich sehe die ganze Sache recht kritisch, wenn ich ehrlich bin. Ich hab das vor längere Zeit (ein paar Jahre sind es sicher) entdeckt und bis heute kann ich mich nicht zu einer klaren "Entscheidung" durchringen, ob ich das gut finden und bewundern will oder ob es nicht doch eine gewisse Quälerei und menschlicher Egoismus sind, die hinter dem Ganzen stecken...
Ein Hund lebt im Hier und Jetzt, dass es dem Hund somit in gewisser Weise "egal" ist, dass er nur zwei Beine hat, ist ja unumstritten. Hunde haben keine Selbstreflexion wie wir Menschen. Sie denken nicht in Schubladen, Klischees und Vorgaben. Sie handeln nach Instinkten, nach Bauchgefühlen und nehmen das Leben wie es kommt - einer der vielen Gründe warum ich meine Hunde so liebe!

Sie sagen nicht "gestern (früher) war alles besser" oder "wer weiß, ob morgen nicht alles noch schlimmer ist", sie sagen sich: "Heute ist heute. Und heute bin ich da. Lasst uns leben." Deshalb tut mir der Hund aus dieser menschlichen Warte des Seins gesehen, in keiner Weise leid. Er braucht kein Mitleid. Höchstens Bewunderung. Das wäre die eine Seite.
Die andere Seite ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass diese Gangart keine Auswirkungen auf die Gesundheit des Hundes hat und dass dieser Hund tatsächlich alle hündischen Teile des Lebens so ausleben kann, wie er es können sollte. Hunde können Schmerzen sehr gut verstecken. Dieser Hund muss auf zwei Beinen gehen um sich zu bewegen - was bleibt ihm also übrig? Ob er das wirklich WILL kann doch keiner beurteilen. Ich sehe es an meinem "Opi" - ich will den Tag an dem es soweit ist verdrängen, ich will mich gar nicht damit befassen, wann es Zeit ist ihn gehen zu lassen. Und immer wieder drängt sich mir diese Frage doch auf. Und dann frage ich mich, was macht ein lebenswertes Hundeleben aus? Laufen können ohne Schmerzen, sich im Dreck wälzen können, Spuren erschnüffeln können, fressen können ohne Schmerzen/zu große Einschränkungen, mit anderen Hunden zusammen sein können usw. - und dann bezogen auf den "zweibeinigen Hund" stelle ich fest, dass ich nicht alle diese Punkte ausreichend erfüllt sehe...und hier ist dann der Punkt erreicht, wo sich mir die Frage stellt: Wo ist die Grenze zwischen sinnvoll für das Tier und menschlichen Egoismus?
Ich kann sie nicht beantworten und ich bin froh, dass ich sie in Bezug auf diesen Hund nicht beantworten muss...