Es waren einmal zwei Katzen...

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  • Es waren einmal zwei Katzen... Beitrag #1
Sommerhund

Sommerhund

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Hallo liebe Foris,

ich wusste zwar schon länger, dass Tierheime Kätzchen nur zu zweit vermitteln, bzw. in einen Haushalt mit Katzen, doch da dachte ich einfach nur, das wäre übertrieben. Als ich hier aber las, dass Katzen anscheinend keine Einzelgänger sind, hat mich das schon zum Nachdenken gebracht. Früher habe ich massig Katzenbücher gelesen und nirgends stand etwas darüber, dass man Katzen mindestens zu zweit halten sollte. Auch stammen sie doch eigentlich von einer Katzenart ab, die ebenfalls als Einzelgänger lebt, oder nicht?

Nun meine Frage: Wieso sind Katzen Gruppentiere, was macht sie dazu? Weshalb gibt es trotzdem so viele Katzen, die sich im Umfeld von Artgenossen unwohl fühlen oder keinen Kontakt zulassen wollen (einschließlich meinem Kater)? Ich dachte immer die Fälle in denen Katzenpärchen vermittelt werden, wären Einzelfälle oder ein Produkt von Geschwisterliebe oder unverhoffter Freundschaft.
Kann mir jemand mehr darüber erzählen?
 
  • Es waren einmal zwei Katzen... Beitrag #2
Es ist einfach eine veraltete Information, dass Katzen Einzelgänger sind - sie sind EinzelJÄGER, aber keine Einzelgänger, weshalb sich normalerweise größere Gruppen von verwilderten Katzen draußen immer wieder treffen, kuscheln oder auch einfach nur nebeneinanderliegen.
Es handelt sich bei Katzen deshalb um sehr soziale Tiere, die allerdings auch ihr eigenes Revier verteidigen und sich dann schonmal mit anderen Katzen prügeln.

Wohnungskatzen sollte man, da ein Mensch nie einen Artgenossen ersetzen kann, immer zu zweit halten. Allerdings kann so eine Vergesellschaftung auch ein paar Tage/Wochen/Monate dauern, da Katzen ja erstmal ihr Revier verteidigen; hinterher sind die meisten allerdings sehr glücklich über den neuen Spielkumpel. ;)
Von daher ist es ganz normal, wenn in den ersten Tagen gekratzt/gefaucht/gebissen wird.
 
  • Es waren einmal zwei Katzen... Beitrag #3
Danke erst einmal für deine Antwort.

Ich weiß nun nicht, ob mein Kater zu den Katzen gehört, die wirklich keinen anderen Artgenossen in der Nähe haben will. Allerdings haben die Leute im Tierheim nichts darüber gesagt und mir kam es damals immer so vor, als würde er sich inmitten der vielen Katzen nicht wohlfühlen. Auch ging es ihm in der Zeit, in der er wieder ins Tierheim zur Urlaubsbetreuung kam nicht sonderlich gut. Ich habe mir vor kurzem aber überlegt, ob er sich über nen Artgenossen freuen würde und vielleicht doch irgendwie einsam ist?
Er ist Freigänger, hält sich auch die meiste Zeit draußen auf und verteidigt dort eben auch sein Revier.
 
  • Es waren einmal zwei Katzen... Beitrag #4
Huhu Sommerhund,

viele von uns dachten einmal wie du. Mich eingeschlossen.

Bei meiner ersten eigenen Katze habe ich diesen Irrglauben ebenfalls noch besessen. Allerdings habe ich feststellen dürfen, dass seit die Kleine 2 Spielkameraden hat, sich einiges verändert hat.
Ich habe auch nicht daran geglaubt, dass das notwendig sei. Seit der Veränderung sehe ich das ganz anders.

Man muss den Unterschied einmal gesehen haben um wahrhaft zu begreifen, dass es da einen gibt.
Seit die Kleine ihre beiden Spiel-Schmuse-Rauf-Kameraden hat, ist sie wesentlich ausgeglichener. (Leider nicht komplett, weil die beiden schon n bissel älter sind als Madame, aber das ändert sich bald hoffentlich)

Wenn ich überlege, wie sich die 3 am Anfang angefaucht haben. Wie die Weltmeister.
Nach 2 Wochen kam ich nach Hause und sah alle 3 seelig nebeneinander liegen. Da dachte ich mir dann auch "Alles klar, was ist jetzt kaputt?" aber ich hab mich tierisch gefreut.

Man muss den Tierchen bei einer VG viel, viel Zeit und Geduld schenken.
Ist die VG einmal überstanden danken sie es dir mit ihrer Ausgeglichenheit. :)

Lg
 
  • Es waren einmal zwei Katzen... Beitrag #5
Das Problem im Tierheim ist, dass dort immer wieder neue Katzen dazukommen, alte gehen und einfach extrem viele Katzen auf einmal da sind, die dort "ihr Revier" haben.
Da ist es kein Wunder, dass sich Katzen anders verhalten als in einer ruhigen Umgebung mit ein oder zwei anderen Artgenossen. Viele Tierheimmitarbeiter schließen aber trotz dieser Situation darauf, dass eine Katze Einzelgänger ist, wenn sie mal andere anfaucht - oder sie vermitteln einfach Katzen einzeln, um so wieder Platz zu schaffen für neue Katzen.

Wie alt ist denn dein Kater? Bei Freigängern kann so eine Vergesellschaftung unter Umständen auch mal länger dauern, weil die Katzen rauskönnen und sich dabei aus dem Weg gehen, prinzipiell ist es aber machbar.
Hauptsache, man ignoriert das Fauchen und trennt die Tiere nicht (also bitte auch keine Katzen "auf Besuch" vorbeikommen lassen, das wäre völlig sinnlos. ;)).
 
  • Es waren einmal zwei Katzen... Beitrag #6
Es gibt nichts schöneres als ein kleines rudel durch die wohnung toben zu haben ;)
 
  • Es waren einmal zwei Katzen... Beitrag #7
Man muss sich eigentlich nur mal die Wildkatzen anschauen.
Viele davon jagen alleine, kommen aber immer wieder zum Rudel zurück, wo dann das soziale Leben stattfindet - gemeinsames Fressen, Putzen, Jungenaufzucht und Schlafen.
Löwen zum Beispiel ziehen auch Junge anderer Löwinnen groß, wenn diese verstorben sind oder zu viele Junge haben, um sie versorgen zu können.

Der Unterschied zu einem Rudel im TH ist der Zwang: Das TH ist für eine Katze sehr klein, die anderen Katzen sind fremd, nicht verwandt. Das ist kein langsam und gesund gewachsenes Rudel, sondern eine Art Zweckgemeinschaft.
Dasselbe ist es, wenn man zwei Katzen vergesellschaftet. Es dauert seine Zeit, bis die erste Katze die neue in ihrem Revier akzeptiert, da es in der Natur eigentlich nicht vorkommt, dass eine fremde Katze sich dem Rudel anschließt (das gibt es eigentlich nur bei Senioren, die zurück gelassen wurde, oder jungen Katern, die den Rangkampf mit dem Alpha verloren haben).
Deshalb ist es auch etwas ganz anderes, wenn zwei Katzen gleichzeitig in eine neue Umgebung kommen.
Tiere im TH kann man aber nie wirklich einschätzen, finde ich. Viele Tiere sind dort sehr zurückhaltend, blühen dann aber auf, wenn sie vermittelt werden. Andere gewöhnen sich ein richtig toughes Verhalten an, sind aber eigentlich gar keine Rüpel.
Deshalb kann man den Charakter meiner Meinung nach bei TH-Tieren nur schwer einschätzen. Ich finde auch, man kann nach Beobachtungen dort nicht sagen, dass eine Katze keine Artgenossen mag, vielleicht mag sie es einfach nur nicht, mit 20 davon auf einem kleinen Raum eingesperrt zu sein - wer hätte da nicht irgendwann mal die Nase voll von den anderen? ;)

Liebe Grüße
 
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