Nabend Zusammen,
vielleicht mal ein paar Worte in Sachen "Horrorgeschichten um´s Chippen" ...
Neben den ohnehin abstrusen Sprüchen in Bezug auf irgendwelche mystischen, durch den Chip angeblich gestörten Chakren und andere mehr oder weniger esoterische Auswüchse, geht es i.d.R. eher um folgende Geschichten :
1. Der Chip kann unter der Haut wandern.
Jo, kann er ... und das darf der Chip auch, wenn er sich "setzt", sich also ins Bindegewebe einbettet.
Dieses "Wandern" vollzieht sich lediglich um einige Millimeter bis Zentimeter.
2. Der Chip kann bei Welpen ins Gehirn oder in Organe wandern.
Eine Geschichte aus der Rubrik "Radkäppchen und der böse Golf" ...
Zum einen ist die Fontanelle des Welpen bei der Implantation des Chips bereits geschlossen, zum anderen sind die Wachstumsfugen, die sich erst nach abgeschlossenem Höhenwachstum schließen so gut geschützt, dass der Chip sie nicht erreichen kann - es sei denn, die Gesetze der Schwerkraft werden urplötzlich aufgehoben.
Na guuut ... wenn sich der Welpe natürlich über mehrere Wochen hinweg ausschließlich in Rückenlage befindet, könnte das vielleicht, möglicherweise und unter äußerst unglücklichen Umständen passieren - aber bei vier Wochen Rückenlage hat der Welpe wohl andere Probleme als den Chip, denke ich ...
3. Der Chip verursacht Strahlenschäden.
Das ist absoluter Humbug; der Chip selbst enthält keinerlei Strahlungsquellen und wird lediglich durch das Lesegerät aktiviert.
Hierbei induziert das Gerät über eine Spule ein niederfrequentes Magnetfeld, welches den Chip kurzfristig mit Spannung versorgt und die eingebrannte Kennung aktiviert, so dass diese mittels absolut harmloser Radiowellen ausgelesen werden kann.
4. Tiere mit Chip dürfen nicht mehr mit Magnetfeld-Therapiegeräten, Wärmetherapien o.ä. behandelt werden.
Das ist ebenfalls nicht richtig; um den Chip zu beschädigen oder zu beeinflussen wäre eine derart hohe Strahlungsdosis notwendig, welche nicht nur das Tier, sondern auch den Anwender in die ewigen Jagdgründe schicken würde.
Zu den Kosten :
Die Implantation eines Transponder-Chips kostet laut GOT 5,11 € (zuzüglich des Chips, der ungefähr 10-15 € kostet), das Ablesen 2,56 €.
Diese Gebühren beinhalten den einfachen Satz; Tierärzte dürfen aber ohne Rücksprache mit dem Patientenbesitzer bis zum dreifachen Satz berechnen.
Also vorher mit dem Tierarzt verhandeln.
Herzliche Grüße
Mat