Der seltsamste Hund der Welt

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Sommerhund

Sommerhund

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Hallo liebe Middis :)

Es geht einmal nicht um mein eigenes Problem, auch wenn es vielleicht einmal dazu kommen könnte, sondern um das Verhalten eines 9 Monate alten Hovis, den wir kennen.
Ich frage einfach nur aus Interesse, weil ich mir das Verhalten dieses Hundes einfach nicht erklären kann und mich eure Meinung interessiert was diesen Hund das machen lässt was er tut.

Ich fang mal ganz von vorne an: Die Besitzer haben Charly (Namen geändert) als Welpe zu sich geholt, da war er etwa 12 Wochen alt nehme ich an. Als wir die Besitzerin mit ihrem Hund das erste Mal sahen, haben wir vorgeschlagen unseren Vic mit ihrem spielen zu lassen. (Damals war Charly vielleicht 4-5 Monate jung) Sie meinte, ihr Hund würde keine anderen Hunde mögen, wir boten aber trotzdem an es zu probieren. Es klappte auch sehr gut, auch wenn Charly leicht unsicher reagierte, sich z.B. nicht am Hintern beschnüffeln lassen wollte und immer lieber wegsprang.
Nach und nach fingen dann die Probleme an. Charly biss Menschen. Er biss den Trainer im Hundeverein, der daraufhin den Hund am Halsband hochzog (zu dieser Methode kein Kommentar). Er biss in der Wohnung einer Bekannten einen Menschen, der ruhig an der Wand lehnte und den Hund gar nicht beachtete.
Wir selbst haben Charly aber nie so erlebt. Die Besitzerin meint, weil wir einen Hund haben. Er bellt andere Hunde an, andere Menschen. Auf dem Hundeplatz fing die fortgeschrittene BH-Gruppe plötzlich geschlossen in sein Bellen ein und konnte sich kaum beruhigen, das kam anscheinend noch nie vor.
Ich kann mir gut vorstellen, dass er das ganze aus Angst tut, aber... Charly ist ein reinrassiger Hovi aus einer stinknormalen Zucht, das Verhalten festigte sich nach uns nach. Angeblich beißt er auch nicht richtig zu, doch blaue Flecken wären schon dabei. Nur tut er es ohne Vorwarnung, rennt angeblich einfach auf jemanden zu und beißt. :silence:
Nun weiß ich auch nie, wenn ich die beiden spielen lasse, ob er es auch mal bei mir versuchen wird. Mir fiel der Hund nie besonders negativ auf, ich kann beide Hunde ins Sitz bringen, ihm nen Keks zuwerfen ohne dass er Angst vor mir hätte.

Könnt ihr euch das ganze erklären was Charly dazu reitet anscheinend wahllos Menschen zu beißen?
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #2
Also so wie sich das jetzt für mich anhört, klingt das nach falscher Erziehung der Besitzerin und falscher auslastung.
Wenn mein Hund auf jemanden zurennt und "schnappt"oder "beisst" macht er das einmal und nie wieder.
Da wird dann sofort dran gearbeitet und alles Menschen mögliche für getan, das er es nie wieder tut.

Jetzt ist schwer zusagen, wie sie dagegen angeht und was sie dagegen macht und in was für Situationen er das macht, wie kam es dazu, etc.
Schwer einzuschätzen.
Aber ich denke, der macht es, weil er es kenngelernt hat und nicht gegen angearbeitet wurde. :eusa_think:
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #3
Hovis sind ja Wachunde, Hovawart heißt ja auch "Wart des Hofes".

Ich kann es mir ehrlich gesagt nur so erklären, dass er schon beim Züchter nicht richtig sozialisiert wurde und dann auch nicht als Junghund. Oder weißt du, ob sie mit ihm in der Welpenspielstunde usw. waren?

Ich würde es darauf schieben, dass von den Besitzern einiges falsch gemacht wurde bzw. wird.
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #4
Falls sie doch alles richtig machen würden:
Kann gesundheitliches Ausgeschlossen werden?
Schilddrüse oder irgendwas Gehirnmäßiges...auch wenns jetzt merkwürdig klingen mag.
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #5
Den gesundheitlichen Aspekt hab ich mir auch schon durch den Kopf gehen lassen. Was kann das denn mit der Schilddrüse zu tun haben, werden Hunde da tatsächlich aggressiv? Ddass etwas mit dem Gehirn nicht stimmt wäre auch möglich, ich glaub, danach frag ich sie mal.

Das mit der Sozialisierung hab ich mich auch schon gefragt, allerdings hat die Besitzerin sie schon wie eine verantwortungsvolle Hovi-Züchterin beschrieben von der sie zu normalen Preisen Charly her hat, hörte sich nicht nach Ramschhändler an :/

@sanni: Und das schon in so jungen Jahren? Ich war wie gesagt ja noch nie dabei, als Charly sowas versucht hat (hab mir auch schon überlegt, ob er was gegen Männer hat, aber da macht er keinen Unterschied), aber ich glaube nicht, dass sie das irgendwie unterbindet. Wie sollte sie sowas denn unterbinden, wenn der Hund nehmen wir mal an sowieso schon Angst hat?

Vor kurzem haben wir von einem anderen Hundebesitzer erfahren, der ebenfalls seinen Hund mit Charly spielen ließ, dass der Hund ihn auch gebissen hat. Die Besitzerin hat ihm gleich davon erzählt und er meinte, er würde es dem Hund schon zeigen. Als Charly also biss schleuderte er ihn von sich weg und ging dann drohend auf ihn zu. Charly biss zwar nicht mehr, aber wenn er das wirklich aus Angst tut finde ich das auch nicht besonders fördernd. Ich merke auch, dass er sich nicht so gern von seinen Besitzern anfassen lässt. Kann natürlich auch einfach mit der Situation zu tun haben, dass er gerade nicht will.
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #6
Wie sollte sie sowas denn unterbinden, wenn der Hund nehmen wir mal an sowieso schon Angst hat?
Wäre angst nun ein argument, das der Hund beissen darf? :eusa_eh:
Also praktisch nen Freifahrtschein?Nein, oder?
Ein Hund hat nicht zubeissen, egal ob aus Dominanz oder aus Angst.
Wenn mein Hund aus Angst beisst, dann muss ich mit ihm daran arbeiten.Ich hab hier auch so nen Spezi sitzen.Der hat anfänglich mit seinen 6 Monaten nach Fremden leuten geschnappt, aus Angst.
Alles weg.
Jetzt schnappt er nur noch, wenn ihm beim Spielen was absolut nicht passt.

Egal aus welchem grund der Hund beisst, es muss daran gearbeitet werden.
Für mich klingt das alles danach, das die Besitzerin absolut überfordert ist und sich nicht gegen ihn durchsetzen kann.
Grade in so Jungen Jahren, wenn er da schon so auffällig is, läuft 100%ig was schief.

Der Hund merkt, wenn jemand sich durchsetzen kann, siehe dein bsp.Und wenn sich jemand nicht gegen ihn durchsetzen kann.
Grade beim Hovi muss man intensiv arbeiten.
Ich würde mir nen guten Trainer suchen, der mit Positiver bestätigung arbeitet.
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #7
Nein, das meinte ich nicht. Ich wollte eher darauf anspielen, dass manche Leute unter maßregeln z.B. die Schelle, ne Wurfkette ect. sehen. Deshalb war meine Frage ernst gemeint, wie arbeitest du mit dem Hund, wenn er Angst vor Menschen/Hunden hat?

Was heißt denn durchsetzen? Wenn der Hund Angst hat und er beißt tut ers ja, weil er um sein Leben bangen muss (nehmen wir an die Angst-Theorie stimmt). Wenn dieses Objekt seiner Angst nun auch seinen Erwartungen voll entspricht, also tatsächlich gefährlich ist und auf ihn losgeht wird er doch nicht lernen keine Angst mehr zu haben.
Ich hab ihr damals mal geraten, jede Person auf dem Spaziergang zu bitten, dem Hund nen Keks oder whatever zuzuwerfen, ob sie's gemacht hat weiß ich nicht, glaube eher nicht.

Ja, es läuft definitiv etwas schief. Das Komische ist aber auch, dass der Hund mal so, mal so ist. Manchmal bringt er den ganzen Hundeplatz in Aufruhr, dann wieder nicht. Ich finde, dieser Hund ist uneinschätzbar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie demnächst einen Hundetrainer aufsuchen werden, sie sind lediglich im Hundeverein, aber da kann man zu sowas ja keinen profesionellen Rat erwarten außer Stachler und ne Portion Disziplin. :shock:
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #8
Um Himmelswillen, nein, also mit Schelle etc arbeite ich garantiert nicht.
Ich arbeite mit nem Clicker. ;)

Ich hab ihr damals mal geraten, jede Person auf dem Spaziergang zu bitten, dem Hund nen Keks oder whatever zuzuwerfen, ob sie's gemacht hat weiß ich nicht, glaube eher nicht.
Z.b.Das wäre eine super sache.
Eine Freundin von mir, die ihre Hündin hat absolut panische Angst vor Männern, hat folgendes mit ihrer Trainerin gemacht.
Alle Männer welche da waren, es wurden einige angesprochen und gebeten mitzumachen,haben sich im Kreis um das Tier gestellt.
Keiner durfte das Tier anfassen. somit wurde mit dem Hund in diesem Kreis gearbeitet.
Der Hund sollte die Aufmerksamkeit alleine auf Frauchen lenken.
Das war Nr 1.
Dann ein anderen Tag, haben sie die Hündin genommen und sie Vorsichtig an denn Männern vorbei geführt, im Kreis.
Dann ging es weiter in einer anderen Sitzung, das man ihr ein Leckerchen hinwarf.
Das wurde halt immer mehr gesteigert.
Und heute?
Absolut keine angst mehr.
Klar das sie manchmal noch Brummelt, wenn ihr ein Mann nicht geheuer ist.Aber sonst?
nix. :)

Ich Konfrontiere meinen Hund mit seiner Angst.
Ben hat z.b. unheimliche Angst vor meinem Freund am anfang gehabt.
Hat auch geschnappt.
Mein Freund ist ihm z.b.nicht ausm weg gegangen.Mein Freund ist aber auch eine Person, die echt Angst einflössend sein kann und die es nicht Stören würde, gebissen zuwerden.Er wüsste sich zuhelfen. ;)
Somit hat mein Freund ihn immer und immer wieder Konfrontriert.
Anfangs Zähne fletschen,zittern, Panik, etc.
Es wurde dann immer besser, weil ich mit ruhiger Stimme auf ihn eingeredet habe.

Jetzt, also heute, arbeite ich mit dem Clickern.
Wenn wir in Situationen sind, in denen ich sehe, das er sich Unwohl fühlt, Clicke ich.
Damit zeige ich ihm ja bewusst"Super, fein machst du das."und Spreche mit ihm.
Seit wir so arbeiten gibt es kaum noch Probleme.
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #9
Hmm, clicken, wenn er Angst hat? Aber das bestärkt doch die Angst eher, wenn man lobt.

Aber das mit dem Kreis, wo sich ein paar Bekannte aufstellen können is auch keine schlechte Idee, werd ich ihr mal vorschlagen, wenn ich sie das nächste Mal sehe ;)
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #10
Wie kommst du darauf, das man bei Angst nur die Angst beloben kann? :eusa_eh:
Du sollst Loben/bestärken, wenn er etwas richtig macht.
Nicht die Angst bestärken.
Wie willst du das sonst machen?
Sonst musst du im grunde ja mit der Angst leben und dir sagen"joar, hat der Hund halt pech, hat er seine angst, ich arbeite nicht mit dem, weil ich ihn dann ja nur loben würde dafür."
Es gibt immer Situationen, auch bei Angsthunden, welche du beclickern kannst.Immer.
Und wenn du diese Situationen nicht von alleine bekommst, dann arbeitest du dich ganz langsam hin.

Dazu muss man sich mit dem Thema Clickern intensiv befassen.
Ich würde bei keinem Angsthund einfach so drauf los Clickern.Das braucht geduld und wissen.

Wie gesagt, ich hab hier meine Angstnase sitzen, er war auch anfänglich Agressiv, er war ein angsthase, bzw ist es zum teil immer noch.
Aber wir arbeiten intensiv daran.
Und es wird immer und immer besser.

Du kannst es natürlich auch so weiter laufen lassen, nur dann wird man später nen total verstörtes Tier haben. ;)


Das Problem allerdings ist, das der Hund nicht dir gehört und du im grunde nicht weisst, was da schief läuft und was die gute Dame mit dem Hund bisher alles macht.:eusa_think:
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #11
Und was wird dann belohnt, wenn man in so einer Situation klickert? Er hat doch nunmal Angst, oder? Eigentlich dachte ich, ich wäre noch relativ gut bewandert im Gebiet des Clickers :lol:

Dass man etwas tun musst steht außer Frage. Ich hoffe nur, den Besitzern ist das auch klar. Ich habe manchmal immer noch das Gefühl, sie glauben, dass würde von selbst vergehen. In manchem Fall mag das zwar stimmen, aber ich glaube bei Charly wird das nicht mehr passieren.
Ja, das ist das Problem. Ich wollte den Hund zwar nicht geschenkt, aber mehr als Tipps geben kann man ja nicht. Ich werd ihr das nchste Mal aber trotzdem nochmal die Idee vom Kreis erzählen ;)
 
  • Der seltsamste Hund der Welt Beitrag #12
Nja, du musst das Positive, bzw das, was du verstärkt haben willst, beclickern.
Du hast doch in dem Thread mit dem Lauten knallen z.b.beschrieben wie man da Positiv vorgehen soll.
Sowas muss man beloben/positiv verstärken. ;)
Das ist nichts anderes.
 
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