Man muss sich ja auch nicht auf eine Sportart einschießen. Ich betreibe mit Mona unterschiedliche Aktivitäten, die abwechslungsreich und damit genau das Richtige für uns sind, denn Mona braucht - stärker als alle anderen mir bekannten Hunde - Abwechslung.
Ich kann mich also nicht auf den Lorbeeren, die wir beispielsweise beim Flyball sammeln, ausruhen, sondern muss im gleichen Zuge Alternativen anbieten können, wie zum Beispiel Fährtenarbeit.
Je unterschiedlicher zwei Sportarten (und ja, ich zähle Mantrailing und andere Nasenarbeiten durchaus dazu, gerade, wenn man etwas geübter ist), desto besser spricht sie auf die einzelnen an.
Ich habe es ab und zu probiert, da natürlich die Vorbereitung gerade für Mantrailing u.ä. intensiver sind als beispielsweise Flyball. Beim Flyball gibt es den Platz, da stehen alle Geräte bereit und ich kann nach den Aufwärmübungen loslegen.
Beim Mantrailing muss ich Klamotten tragen, diese in Tüten verpacken, Mantrailing-Snacks bereitstellen (bei uns sind das Fische) und ihr mit ihrem Halstuch klarmachen, dass wir jetzt trailen. Und natürlich brauche ich immer einen oder mehrere Sündenböcke, die mit mir den ganzen Quatsch durchstehen.

Ich habe mal ein paar Wochen lang probiert, immer wöchentlich "die Sportart zu wechseln", im Sinne davon, dass wir eine Woche lang etwas intensiver Flyball betreiben, die folgende Woche mehr Fährten legen, dann in der nächsten Dummyarbeit intensivieren, dann mal mehr beim Agi reinschnuppern (was momentan aufgrund ihrer Pfote etwas ruhen muss), die darauf folgende Woche mehr Dogdancing, und so weiter.
Natürlich fallen da die täglichen Aufgaben wie Unterordnung, Reizangeltraining, Tricksen, etc. an, ganz klar, versteht mich nicht falsch.
Aber ich habe in dieser Zeit gemerkt, wie unkonzentriert Mona nach und nach wurde und wie auch bei uns beiden allmählich der Spaß flöten ging, und wenn ich das so sehe, kann ich nicht mal ansatzweise verstehen, wie man mit seinem Hund,
sollte er nur ein bisschen Ähnlichkeit mit Monas Mentalität haben, nur eine Sportart betreiben kann. Mona braucht Abwechslung und immer neue Einfälle meinerseits.
Und da bin ich über meine Kreativität und meine Einfälle echt froh und frage mich, was solche Leute bloß tun, die bei so einer Frage schon ins Grübeln geraten.
Bei der Intelligenz, die die meisten Vertreter des Aussies aufweisen, ist doch ganz klar, dass man nicht nur ein Hundeleben lang Agility betreiben kann, mal ganz zu schweigen davon, ob der Hund dafür überhaupt taugt.
Allein schon deshalb schüttele ich immer schon innerlich den Kopf, wenn jemand mit den Worten "Ich will (<- an vorangegangenem Verb kann man übrigens häufig schon den Dickkopf erahnen, der hinter dem ganzen Vorhaben steckt) einen Australian Shepherd, denn ich will Agi machen und tricksen." ankommt, mal ganz abgesehen von den Punkten, die ihr genannt habt, dass ja nicht bloß diese Hütehunde sich dafür eignen.
Ein weiteres ganz grosse Problem was ich mit dieser ganzen Modesache habe, ist die sich immer schlimmer ausbreitende "Spirale": Je mehr der Aussie zum Jedermann-Hund gemacht wird und sich von jedem schöngeredet wird, je mehr Leute besitzen einen solchen Hund, zu denen er nicht passt oder zu denen allgemein gar kein Hund passt (und ja sie bekommen ihn auch von papierlosen Vermehrern die wie Pilze aus dem Boden schiessen) und das Niveau sinkt einfach enorm. Komischerweise fühlen sich dann ausgerechnet von diesen Leuten wieder einige dazu berufen zu vermehren, ohne jegliche Kompetenz und nicht mal ansatzweise vorhandenes Grundsatzwissen (aktuell leider immer wieder). Und genau diese Leute sorgen dann auch wieder dafür, diese Hunde völlig falsch zu platzieren und so schliesst sich dieser Teufelskreis. Ich beneide mittlerweile schon ein wenig diejenigen, die eine Rasse/einen Mix besitzt, der mit solchen nervenaufreibenden Sachen einfach seine Ruhe hat. Ich weiss noch wie angenehm das war, als Goro (Slovensky Cuvac) noch bei uns war.
*dies traurig nickend unterschreib*