Hier einmal ein Kurze Geschichte um vielleicht einigen klar zu machen,
wie wichtig eine professionelle Auswilderung bei Wildtieren ist.
Da ich in Nähe eines Waldes wohne und immer mal wieder Tiere in Not
aufnehme (auch Wildtiere,soweit es für mich machbar ist),habe ich vor ca 2 Monaten,
mich bereit erklärt,eine Elster aufzunehmen und sie dann auszuwildern,
die zuvor bei einem Tierarzt groß gezogen wurde.
Also ging ich auch davon aus,daß sie nur den notwendigsten Kontakt zum Menschen hatte
und bei mir nur noch kurz in einer Voliere sein mußte um dann komplett
ausgewildert zu werden und ich nur noch in der Nähe eine Futterstelle einrichten mußte für
den Anfang.
Kurz bevor sie kam,erfuhr ich,daß die Elster abends auch mit in die Wohnung durfte
und bei den Menschen auch auf der Schulter und dem Kopf saß.
Für mich ein no go,aber ich hatte eben zugesagt.
Die Elster kam und war zu meinem Entsetzen zahm !
Ich habe ihr dann in den nächsten Tagen in der Aussenvoliere gelernt,
daß man sein Futter nicht aus der Hand bekommt,sondern vom Boden zusammen suchen muß.
Vorallem,daß es Futter gibt das flüchtet und nicht wie das Beofutter liegen bleibt.
Ausserdem,daß der Mensch nicht Freund ist,was am schwersten ist.
Nach 5 Tagen entlies ich ihn in den Freigang und das sah erst mal gut aus.
Was mir aber nach wie vor nicht gefiel,er ging bis aus 1-2 Meter immer noch zum Menschen.
Nach 4 Tagen Freiflug,wurde er mir dann gebracht,weil ein netter Mensch es gut mit ihm meinte
und er ihn ohne große Probleme einfangen konnte.
Das war für mich der Augenblick in dem ich merkte,so geht das nicht,diese Vogel hat immer noch
ein Fehlverhalten,zwar nicht durch mich verschuldet,aber ich konnte ihn ohne weitere Artgenossen
nicht so sozialisieren,daß er auf Dauer in Freiheit überleben würde.
Nicht jeder Mensch mag Vögel und vielleicht kostet ihn das beim nächsten Mal das Leben.
Da ich ja schon vorher versucht hatte ihn irgendwo in der Nähe bei jemand unterzubringen,
der Elstern hat,aber das vergeblich war,habe ich nach diesem Vorfall bei Nabu angerufen und
konnte ihm einen Platz bei 3 anderen Jungelstern sichern.
Leider ist das von uns 140 km entfernt und war schon etwas stressig für den kleinen Kerl,
allerdings hat es sich gelohnt.
Nach 4 oder 5 Tagen konnte er mit 2 anderen Elsterfreunden in die Freiheit entlassen
werden und war vom Menschen entwöhnt.
Was mich allerdings schon traurig gemacht hat,war die Tatsache,daß dort auch eine Wildvögel
in Volieren sitzen,die von Menschenhand groß gezogen wurden und nie wieder ausgewildert
werden können,weil sie in Freiheit nicht überleben!