- OP - Ratte zieht alle Fäden - Lösungsvorschlag Beitrag #1
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goeann01
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Hallo Leute,
meine Ratte Mallow musste wegen einem Mamatumor zur OP. Der Arzt meinte die Chancen seien gut, da der Tumor abgekapselt wirkt und noch sehr klein ist (er war ungefähr so groß wie eine geschälte Haselnuss). Meine größste Sorge, da ich noch nie vorher eine OP mit einer Ratte durchgemacht habe, bestand darin ob sie die Narkose überleben würde. Das war aber nicht das Problem. Bei der OP entdeckte die operierende Tierärztin, dass noch drei sehr kleine Knoten an den vorderen Zitzen existierten. Die wurden dann gleich mit entfernt. Ich bekam Mallow zurück mit zwei langen Schnitten, je rechts und links von der vorderen zur zweiten Zitze. Jeder der Längstschnitte war mit ca 6-8 Fäden genäht (das weiß ich jetzt nicht mehr so genau). Nach weniger als 48 Stunden waren alle der ca 12 Fäden raus und an der Brust der Ratte klafften zwei große Löcher.
Ich also zurück zur Tierklinik. Dort wieder Narkose, wieder genäht (diesmal mit verdeckten Fäden unter der Haut). In der Zwischenzeit überlegte ich was ich tun kann und nähte aus einem Karton und etwas Leinen-Stoff eine Art Jäckchen für die Ratte wo die Vorderbeine durchgesteckt werden sollten und an der ein Kragen dran war, wie man es bei Hunden oder Katzen macht, zum im Nacken zusammenbinden. Die Ärztin meinte das wäre zu dünn und die Ratte würde es abbekommen mit den Hinterbeinen (das habe ich eingesehen), aber es wäre auch nicht nötig, da die Ratte nun nicht mehr an die Fäden rankäme, da sie subcutan genäht seien.
Ich also Heim mit dem Tier. Nachdem ich mich kurz umgesehen hatte um Wasser zu holen und wieder kam, war alles wieder offen. Die Ratte hat in einer halben Stunde mit den hinteren Krallen die Naht geöffnet. Ich also wieder in die Klinik. Wieder Narkose und Nähen. Vor dem dritten Nähversuch hat die Ärztin mit mir, die ich sehr verzweifelt war, in Ruhe überlegt was wir diesmal tun damit die Ratte ruhig ist. Unten sieht man das Ergebnis, es war die Idee der Ärztin.
Während die Ratte beim Nähen war bin ich los und habe Kinderstrumpfhosen und Socken gekauft. Als die Ratte fertig war bekam sie eine Kompresse mit antibiotischer Salbe, darauf einen etwas flexiblen, haftenden Verband und darüber ein Stück von der Strumpfhose. Der Verband hat sie daran gehindert sich in ihrer Körpermitte zu biegen. Er wirkte wie ein Korsett. Der Strumpf hat verhindert das der Verband abgeht, zusätzlich war bei der ersten Variante noch der Strumpf etwas länger gelassen, sodass die Ratte einen Rollkragen trug.
Mallow hat natürlich versuch das Ding loszuwerden und der Strumpf leierte nach und nach aus. nach einigen Tagen ging das Ding ab und ganz am Anfang waren noch so Klebende Pflaster auf der Wunde. Die Ärztin meinte erst, es wäre ok, dass die Socke ab ist solange das Pflaster noch zwei Tage drauf bleibt. Ich hatte einen Termin um das Pflaster abmachen zu lassen und als ich merkte dass die Ratte die Ränder weg gekratzt hatte wollte ich den nach vorne verlegen, aus Angst die mechanische Belastung durch das Kratzten beeinträchtigt die Narbe wieder. Die Klinik war aber total voll und konnte mir keinen vorzeitigen Termin gewähren, also habe ich noch 24 Stunden warten müssen.
5 Stunden vor dem Termin hat die Ratte dann in ihrem Selbstzerstörungswahn das Pflaster abgenagt und dabei ein neues Loch an einer vorher heilen Stelle zwischen beiden Narben gefressen. Dort war dann wieder der Muskel freigelegt auf einem Querschnitt von 1cm, natürlich diesmal weniger tief. Das wurde nicht mehr genäht, aber ab da musste sie nochmal 2 Wochen Verband und Socke tragen (diesmal ohne Pflaster sondern wie oben beschrieben mit der Kompresse).
Ich habe dann immer wieder die Socke gewechselt. Wer auch eine Ratte mit großen Narben und hohem Selbstzerstöhrungsfaktor hat, bekommt hier ein paar Tipps:
1. Ich habe die besten Erfahrungen gemacht mit Kindersportsocken vom Kaufland. Man sieht ich habe Größe 27-30 genommen, aber mein Ratte war relativ dünn. Für meine Blackhooded, die etwas dicker ist würde ich ne Nummer größer nehmen. Die Sportsocken sind in der Mitte mit so einer engeren Stelle, das ist ganz gut.
2. Die Socke habe ich mit dem Bund nach hinten angezogen und vorne ein Loch für den Kopf geschnitten und dann vier Löcher für die Beine. Die Löcher müssen recht klein sein, da die Socke dehnbar ist.
3. Ich habe anfangs die Socke über den Hintern angezogen, aber es geht nur mit Hilfe von einer zweiten Person und es ist schwer Schwanz und Hinterbeine durch das Loch zu stecken. Später merkte ich, dass es besser ist über den Kopf anzuziehen, weil die Ratte automatisch probiert alles nach hinten weg zu strampeln. Man kann die Socke erst über dem Verband am Bauch lassen und dann erst die vier Beine einzeln durch die Löcher ziehen, das ist dann einfach.
4. Am Hals war die Socke immer etwas zu locker. Erst hatte ich da so ein Tape drum wie man am Foto sieht später habe ich im Nacken eine Sicherheitsnadel befestigt. Wenn der Halsausschnitt zu locker ist, zieht die Ratte die Vorderbeine raus und dann hält das ganze nicht lange.
5. Mein Verband war aus " Stabilo Color haft" aus der Apotheke. Ganz wichtig ist, das man zwischen Kompresse und Wunde unter dem Verband mindestens eine Pantenol-Creme aufträgt, weil sonst reißt man beim Verbandswechsel Alles wieder auf.
6. Der Verband kann bis zu 5 Tage drauf bleiben wenn die Konstruktion das mitmacht, aber dann ist die Socke durchgescheuert und zieht Fäden. Die Ratte bleibt in den Fäden hängen und reißt sich damit die Krallen blutig.
7. Die Ratte kann nicht zu den anderen in der Zeit, in der sie die Socke trägt. Wenn man gleich handelt nach der OP mit genähten Wunden reichen aber eventuell schon 10 Tage Sockenbehandlung. Unbedingt vom Arzt bestätigen lassen, ob die Wunde gut aussieht oder ob man nochmal eine Socke drauf macht.
8. Einmal war der Verband von der Ärztin zu eng geraten. Ich musste ihn aufschneiden, dann hat er nicht mehr gehalten und ich musste ihn neu machen. Es ist schwierig zu sehen ob die Ratte gut Luft bekommt, da sie mit der Socke eh schmollt und sich wenig regt erstmal. Aber meine hat irgendwann richtig geschrien nach einer Stunde und ich habe mit dem Finge geprüft und gemerkt das ich den kaum zwischen Verband und Ratte schieben kann. Das ist dann zu eng! Es ist gar nicht nötig den Verband so eng zu machen, wie meine Ärztin das immer gemacht hat, denn mit der Socke geht er nicht ab und rutscht nicht und er dient eher dazu die Beweglichkeit der Ratte einzuschränken. dazu hilft es mehr den Verband zweimal rumzuwickeln als ihn eng zu machen.


Die Ratte hat die Prozedur überlebt. Die Wunden sind verheilt. Die Eingliederung in die Gruppe nach drei Wochen Krankheit hat geklappt. Ich hätte mir viel Geld sparen können wenn ich das gleich gemacht hätte. Allerdings hat der Krebs gestreut und sie hat einen neuen Tumor am linken Schulterblatt. Ich lasse sie jetzt nicht mehr operieren.
meine Ratte Mallow musste wegen einem Mamatumor zur OP. Der Arzt meinte die Chancen seien gut, da der Tumor abgekapselt wirkt und noch sehr klein ist (er war ungefähr so groß wie eine geschälte Haselnuss). Meine größste Sorge, da ich noch nie vorher eine OP mit einer Ratte durchgemacht habe, bestand darin ob sie die Narkose überleben würde. Das war aber nicht das Problem. Bei der OP entdeckte die operierende Tierärztin, dass noch drei sehr kleine Knoten an den vorderen Zitzen existierten. Die wurden dann gleich mit entfernt. Ich bekam Mallow zurück mit zwei langen Schnitten, je rechts und links von der vorderen zur zweiten Zitze. Jeder der Längstschnitte war mit ca 6-8 Fäden genäht (das weiß ich jetzt nicht mehr so genau). Nach weniger als 48 Stunden waren alle der ca 12 Fäden raus und an der Brust der Ratte klafften zwei große Löcher.
Ich also zurück zur Tierklinik. Dort wieder Narkose, wieder genäht (diesmal mit verdeckten Fäden unter der Haut). In der Zwischenzeit überlegte ich was ich tun kann und nähte aus einem Karton und etwas Leinen-Stoff eine Art Jäckchen für die Ratte wo die Vorderbeine durchgesteckt werden sollten und an der ein Kragen dran war, wie man es bei Hunden oder Katzen macht, zum im Nacken zusammenbinden. Die Ärztin meinte das wäre zu dünn und die Ratte würde es abbekommen mit den Hinterbeinen (das habe ich eingesehen), aber es wäre auch nicht nötig, da die Ratte nun nicht mehr an die Fäden rankäme, da sie subcutan genäht seien.
Ich also Heim mit dem Tier. Nachdem ich mich kurz umgesehen hatte um Wasser zu holen und wieder kam, war alles wieder offen. Die Ratte hat in einer halben Stunde mit den hinteren Krallen die Naht geöffnet. Ich also wieder in die Klinik. Wieder Narkose und Nähen. Vor dem dritten Nähversuch hat die Ärztin mit mir, die ich sehr verzweifelt war, in Ruhe überlegt was wir diesmal tun damit die Ratte ruhig ist. Unten sieht man das Ergebnis, es war die Idee der Ärztin.
Während die Ratte beim Nähen war bin ich los und habe Kinderstrumpfhosen und Socken gekauft. Als die Ratte fertig war bekam sie eine Kompresse mit antibiotischer Salbe, darauf einen etwas flexiblen, haftenden Verband und darüber ein Stück von der Strumpfhose. Der Verband hat sie daran gehindert sich in ihrer Körpermitte zu biegen. Er wirkte wie ein Korsett. Der Strumpf hat verhindert das der Verband abgeht, zusätzlich war bei der ersten Variante noch der Strumpf etwas länger gelassen, sodass die Ratte einen Rollkragen trug.
Mallow hat natürlich versuch das Ding loszuwerden und der Strumpf leierte nach und nach aus. nach einigen Tagen ging das Ding ab und ganz am Anfang waren noch so Klebende Pflaster auf der Wunde. Die Ärztin meinte erst, es wäre ok, dass die Socke ab ist solange das Pflaster noch zwei Tage drauf bleibt. Ich hatte einen Termin um das Pflaster abmachen zu lassen und als ich merkte dass die Ratte die Ränder weg gekratzt hatte wollte ich den nach vorne verlegen, aus Angst die mechanische Belastung durch das Kratzten beeinträchtigt die Narbe wieder. Die Klinik war aber total voll und konnte mir keinen vorzeitigen Termin gewähren, also habe ich noch 24 Stunden warten müssen.
5 Stunden vor dem Termin hat die Ratte dann in ihrem Selbstzerstörungswahn das Pflaster abgenagt und dabei ein neues Loch an einer vorher heilen Stelle zwischen beiden Narben gefressen. Dort war dann wieder der Muskel freigelegt auf einem Querschnitt von 1cm, natürlich diesmal weniger tief. Das wurde nicht mehr genäht, aber ab da musste sie nochmal 2 Wochen Verband und Socke tragen (diesmal ohne Pflaster sondern wie oben beschrieben mit der Kompresse).
Ich habe dann immer wieder die Socke gewechselt. Wer auch eine Ratte mit großen Narben und hohem Selbstzerstöhrungsfaktor hat, bekommt hier ein paar Tipps:
1. Ich habe die besten Erfahrungen gemacht mit Kindersportsocken vom Kaufland. Man sieht ich habe Größe 27-30 genommen, aber mein Ratte war relativ dünn. Für meine Blackhooded, die etwas dicker ist würde ich ne Nummer größer nehmen. Die Sportsocken sind in der Mitte mit so einer engeren Stelle, das ist ganz gut.
2. Die Socke habe ich mit dem Bund nach hinten angezogen und vorne ein Loch für den Kopf geschnitten und dann vier Löcher für die Beine. Die Löcher müssen recht klein sein, da die Socke dehnbar ist.
3. Ich habe anfangs die Socke über den Hintern angezogen, aber es geht nur mit Hilfe von einer zweiten Person und es ist schwer Schwanz und Hinterbeine durch das Loch zu stecken. Später merkte ich, dass es besser ist über den Kopf anzuziehen, weil die Ratte automatisch probiert alles nach hinten weg zu strampeln. Man kann die Socke erst über dem Verband am Bauch lassen und dann erst die vier Beine einzeln durch die Löcher ziehen, das ist dann einfach.
4. Am Hals war die Socke immer etwas zu locker. Erst hatte ich da so ein Tape drum wie man am Foto sieht später habe ich im Nacken eine Sicherheitsnadel befestigt. Wenn der Halsausschnitt zu locker ist, zieht die Ratte die Vorderbeine raus und dann hält das ganze nicht lange.
5. Mein Verband war aus " Stabilo Color haft" aus der Apotheke. Ganz wichtig ist, das man zwischen Kompresse und Wunde unter dem Verband mindestens eine Pantenol-Creme aufträgt, weil sonst reißt man beim Verbandswechsel Alles wieder auf.
6. Der Verband kann bis zu 5 Tage drauf bleiben wenn die Konstruktion das mitmacht, aber dann ist die Socke durchgescheuert und zieht Fäden. Die Ratte bleibt in den Fäden hängen und reißt sich damit die Krallen blutig.
7. Die Ratte kann nicht zu den anderen in der Zeit, in der sie die Socke trägt. Wenn man gleich handelt nach der OP mit genähten Wunden reichen aber eventuell schon 10 Tage Sockenbehandlung. Unbedingt vom Arzt bestätigen lassen, ob die Wunde gut aussieht oder ob man nochmal eine Socke drauf macht.
8. Einmal war der Verband von der Ärztin zu eng geraten. Ich musste ihn aufschneiden, dann hat er nicht mehr gehalten und ich musste ihn neu machen. Es ist schwierig zu sehen ob die Ratte gut Luft bekommt, da sie mit der Socke eh schmollt und sich wenig regt erstmal. Aber meine hat irgendwann richtig geschrien nach einer Stunde und ich habe mit dem Finge geprüft und gemerkt das ich den kaum zwischen Verband und Ratte schieben kann. Das ist dann zu eng! Es ist gar nicht nötig den Verband so eng zu machen, wie meine Ärztin das immer gemacht hat, denn mit der Socke geht er nicht ab und rutscht nicht und er dient eher dazu die Beweglichkeit der Ratte einzuschränken. dazu hilft es mehr den Verband zweimal rumzuwickeln als ihn eng zu machen.


Die Ratte hat die Prozedur überlebt. Die Wunden sind verheilt. Die Eingliederung in die Gruppe nach drei Wochen Krankheit hat geklappt. Ich hätte mir viel Geld sparen können wenn ich das gleich gemacht hätte. Allerdings hat der Krebs gestreut und sie hat einen neuen Tumor am linken Schulterblatt. Ich lasse sie jetzt nicht mehr operieren.