- Wie ein Hund den Tod sieht Beitrag #1
Lilly Leindy
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Der sanft wehende Wind und die raschelnden Blätter der Bäume sangen gemeinsam ein Lied, das weder Text noch Ton hatte. Die wunderschöne Melodie war nur für jene hörbar, die das Leben auf eine Art und Weise verließen, die für auf Erden Weilende nicht erklärbar gemacht werden kann. Manche nennen es den Tod. Andere sprechen darüber, als wäre es der Eintritt in eine bessere, wärmere, herzensgute Welt voller Engel und weißer Wolken.
„Du jagst mir nicht mehr die Rehe vor der Nase weg!“ Der Jäger schulterte sein Gewehr und warf einen abschätzigen Blick auf den reglos daliegenden Schäferhundmischling.
„Und den anderen bekomme ich auch noch!“, fügte er mürrisch hinzu, während er mit verengten Augen die Gegend absuchte. „Ja, du hast richtig gehört! Dein kleiner Freund muss als nächster daran glauben. Ich lasse mir nicht von zwei streunenden Kötern auf der Nase herumtanzen!“
Max unterbrach ein Winseln und sah dem davonschreitenden Jäger nach, bevor er zu seinem Freund schlich. Sam, der Schäferhundmischling, hob die Nase in die Luft und wedelte ganz leicht und ganz langsam. Max setzte seinen traurigsten Spanielblick auf und erwiderte die zaghafte Begrüßung mit einem ebenso schwachen Schwanzwedeln. Er sog dabei den Geruch vom Sterben auf, der Sam zu umgeben begann. Auf der rechten Seite lag er, in der linken steckten zwei Gewehrkugeln. Sein schwarzbeigefarbenes Fell war an beiden Stellen von einer kleinen Blutlache durchtränkt. Max wagte nicht zu atmen. Sam wedelte erneut leicht und ruhig, dann ließ er den Kopf zu Boden sinken und schloss die Augen.
Der sanft wehende Wind und die raschelnden Blätter der Bäume sangen gemeinsam ein Lied, das weder Text noch Ton hatte. Die wunderschöne Melodie war nur für jene hörbar, die das Leben auf eine Art und Weise verließen, die für auf Erden Weilende nicht erklärbar gemacht werden kann. Manche nennen es den Tod. Andere sprechen darüber, als wäre es der Eintritt in eine bessere, wärmere, herzensgute Welt voller Engel und weißer Wolken. Sam verstand jetzt endlich, was die Menschen damit gemeint hatten, doch zeitgleich war es ganz anders als die Erzählungen, die er gehört hatte. Es war nicht mehr suspekt, sondern warm und weich und er war mittendrin, in dieser Welle, die Anfang und Ende, Tod und Leben für den Bruchteil einer Sekunde zur Ewigkeit werden ließ.
„Du jagst mir nicht mehr die Rehe vor der Nase weg!“ Der Jäger schulterte sein Gewehr und warf einen abschätzigen Blick auf den reglos daliegenden Schäferhundmischling.
„Und den anderen bekomme ich auch noch!“, fügte er mürrisch hinzu, während er mit verengten Augen die Gegend absuchte. „Ja, du hast richtig gehört! Dein kleiner Freund muss als nächster daran glauben. Ich lasse mir nicht von zwei streunenden Kötern auf der Nase herumtanzen!“
Max unterbrach ein Winseln und sah dem davonschreitenden Jäger nach, bevor er zu seinem Freund schlich. Sam, der Schäferhundmischling, hob die Nase in die Luft und wedelte ganz leicht und ganz langsam. Max setzte seinen traurigsten Spanielblick auf und erwiderte die zaghafte Begrüßung mit einem ebenso schwachen Schwanzwedeln. Er sog dabei den Geruch vom Sterben auf, der Sam zu umgeben begann. Auf der rechten Seite lag er, in der linken steckten zwei Gewehrkugeln. Sein schwarzbeigefarbenes Fell war an beiden Stellen von einer kleinen Blutlache durchtränkt. Max wagte nicht zu atmen. Sam wedelte erneut leicht und ruhig, dann ließ er den Kopf zu Boden sinken und schloss die Augen.
Der sanft wehende Wind und die raschelnden Blätter der Bäume sangen gemeinsam ein Lied, das weder Text noch Ton hatte. Die wunderschöne Melodie war nur für jene hörbar, die das Leben auf eine Art und Weise verließen, die für auf Erden Weilende nicht erklärbar gemacht werden kann. Manche nennen es den Tod. Andere sprechen darüber, als wäre es der Eintritt in eine bessere, wärmere, herzensgute Welt voller Engel und weißer Wolken. Sam verstand jetzt endlich, was die Menschen damit gemeint hatten, doch zeitgleich war es ganz anders als die Erzählungen, die er gehört hatte. Es war nicht mehr suspekt, sondern warm und weich und er war mittendrin, in dieser Welle, die Anfang und Ende, Tod und Leben für den Bruchteil einer Sekunde zur Ewigkeit werden ließ.