Ein langer Schnabel weist oft auf ein Leberproblem hin, das stimmt. Er kann allerdings auch andere Ursachen haben, wie zum beispiel Viruserkrankungen wie PBFD oder starke Ernährungsfehler über eine längere Zeit hinweg (und in dem Fall eigentlich auch nur, weil letztendlich die Leber darunter leidet). Aber die häufigste Ursache bei Wellis ist ein Leberproblem.
Ein Welli mit Verdacht auf Leberproblem wird normalerweise erstmal geröntgt, auf dem Röntgenbild kann man erkennen ob die Leber vergrössert ist. Allein Abtasten bringt nicht viel, da merkt man eine Leberveränderung erst wenn die Leber schon riesig ist. Es gibt auch andere Anzeichen für einen Leberschaden, wie Haut- und Federveränderungen, zu starke oder lange Mauser, und verfärbte Federn. Das kann auftreten, muss aber nicht. Aber der TA wird einen Vogel mit Verdacht auf Leberschaden jedenfalls gründlich auf solche Anzeichen untersuchen.
Das Problem ist das man so zwar feststellen kann
das der Welli einen Leberschaden hat, aber nicht
was für einen. Eine häufige Ursache für Leberschäden bei Wellis sind Tumore, aber auch Leberverfettung. Um die sicher zu unterscheiden müsste man eine Endoskopie machen (durch einen kleinen Hautschnitt eine kleine Kamera in die Bauchhöhle einführen und direkt nachschauen, natürlich unter Narkose) aber das ist bei so kleinen Vögeln wie Wellis sehr schwierig bis unmöglich.
Die Behandlung ist allerdings fast die gleiche, egal ob Tumor oder Fettleber, deshalb kann man sich die genaue Diagnostik auch sparen. Ernährungsumstellung und Nahrungsergänzung, viel mehr kann man in beiden Fällen nicht machen. Aber je früher man damit anfängt, desdo besser, also geh bitte bald zum TA.
Achte bitte darauf das der TA umbedingt
vogelkundig ist. "Normale" Kleintierärzte, die sich nicht auf Vögel spezialisiert haben, ahben leider meistens wenig Ahnung von Vogelkrankheiten, da das Thema im tiermedizinischem Studium kaum vorkommt.