Hunde nachhaltig ernähren - geht das?

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  • Hunde nachhaltig ernähren - geht das? Beitrag #1
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wirbelwind2

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Hallo!

Was haltet ihr eigentlich von der Idee einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, indem auch die Ernährung unserer Lieblinge umweltfreundlicher gestaltet wird.
Ich habe nämlich hier () von einer Aktion gelesen, bei der jetzt 100 Hunde gesucht werden um ein neues fast vegetarisches Hundefutter zu testen.
Habt ihr schon Erfahrungen mit vegetarischer Hundeernährung gemacht?
 
  • Hunde nachhaltig ernähren - geht das? Beitrag #2
"Der Hund ist kein Wolf"
Ich muss gestehen bereits bei der Überschrift des Artikels bin ich versucht diesen nicht mehr ernst zu nehmen.
Denn wissenschaftlich gesehen ist der Hund sehr wohl ein Wolf.
Hunde sind in der Lage sich in ein Wolfsrudel zu integrieren und nach 'wölfischem Standard' zu leben, sie können sich mit ihnen paaren und potente Nachkommen zeugen, je nach Hunderasse ist die Anatomie nahezu identisch.
Wer einen Artikel damit beginnt, dass der Hund kein Wolf sein stützt seine Aussagen also schon mal sicher nicht auf die Wissenschaft ;)

Dennoch, mehr Umweltfreundlichkeit ist natürlich immer gut, aber ich finde es etwas kurzsichtig (bzw polemisch) das Hauptproblem der Umweltverschmutzung an der Hundefütterung in der Tatsache zu sehen, dass die Fleischproduktion die Umwelt belastet.

Denn erstens entsteht durch die Tierzucht natürlich CO2, aber das Fleisch im Hundefutter ist eher ein Abfallprodukt, es würden nicht weniger Tiere gezüchtet werden, wenn Hunde von jetzt an alle vegetarisch leben würden (das ich absolut nichts davon halte einen Karnivoren vegetarisch zu ernähren sei jetzt mal außer acht gelassen).

Zweitens wette ich, dass viel mehr CO2 und andere Umweltprobleme durch die Produktion des Hundefutters entstehen statt durch die Tierzucht allein:
-Rohstoffe für ein Futter werden quer durchs Land zu Fabriken gekarrt (LKW verursachen CO2)
-Die Maschinen in den Fabriken fördern auch CO2 Ausstoß (unter anderem durch Stromverbrauch)
-Das fertige Futter wird wieder in LKW durchs Land zu den Supermärkten gebracht.
-Zudem ist das Futter in (Plastik-)Verpackungen abgepackt, welche auch die Umwelt belasten.


Wollte man einen Hund wirklich umweltfreundlicher Ernähren, so denke ich, ist Rohfütterung (Barf) die beste Alternative. Dabei kann man den Hund (artgerecht) mit Fleisch (-abfällen) aus der Region füttern, so werden Unmengen an Energiekosten (und damit CO2 Ausstoß) gespart die ansonsten durch die Produktion eines Fertigfutters entstanden wäre ;)


Übrigens, vegetarische Hundeernährung dürfte ohne Fertigfutter kaum möglich sein, denn nur beim Fertigfutter besteht die Möglichkeit all die fehlenden Nährstoffe noch später künstlich zuzusetzen. Natürliche (frische) vegetarische Ernährung für Hunde dürfte kaum zu realisieren sein, ohne große Mangelernährungen in Kauf zu nehmen (nein, das ist kein Plädoyer für Fertigfutter ;)).
 
  • Hunde nachhaltig ernähren - geht das? Beitrag #3
Dieses leidige Thema der Ernährung... ist ein Dilemma der Vegetarier/Veganer ;)
Mir ist schon klar, dass ich durch das Hundefutter trotzdem irgendwo noch Massentierhaltung unterstütze.
(Anders als Kompassqualle denke ich schon, dass vielleicht jemand etwas mehr nachdenken würde, wenn er seine "Abfälle" nicht auch noch für gutes Geld verkaufen könnte.)

Das ist tatsächlich ein Dilemma. Weil ich das einerseits weiß (auch um die Tierhaltung in Biobetrieben weiß - auch wenn ich sie etwas besser finde ist sie ja doch nicht das NonPlusUltra...) aber andererseits natürlich auch bestrebt bin, meinen Hund artgerecht zu füttern - und das bedeutet nunmal Fleisch.

Noch bin ich dagegen. Es ist nicht artgerecht. Weil ich denke, wenn mein Hund vielleicht 2-3mal die Woche Gemüse/Obst bekäme könnte der Rest auch Pappe sein, auf die man die restlichen Nährstoffe getropft hat. Das wäre wahrscheinlich kein Unterschied.

Biofleisch kann ich mir bei dem Bedarf von einem halben Kilo pro Tag dann doch nicht leisten.

Also bleibt mein Hund derzeit bei Fleisch und ich in diesem Dilemma. Am Ende denke ich doch, dass das alles ein Menschengeschaffenes Problem ist und auch von ebendiesen gelöst werden muss.
 
  • Hunde nachhaltig ernähren - geht das? Beitrag #4
Huhu,

sagen wir es mal so: Ehe ich anfange, meinem Hund eine Ernährung zu verweigern, die er braucht und die gut für ihn ist, würde ich eher bei mir als Menschen anfangen. Da sind auch die Veggis aller Art angesprochen. Die Problematik um die Nachhaltigkeit ist ein menschengemachtes Problem, weil wir mal wieder den Hals nicht vollbekommen haben - nicht nur bei Nahrung, sondern auch in anderen Bereichen wie die Textilindustrie oder jegliche Technik, die mittlerweile fast ausschließlich im Ausland produziert wird und dann wieder zurückgeschippert wird, nachdem zich Leute ausgebeutet wurden. Der Hund (und jedes andere Tier) kann da absolut nichts für, also fange ich auch nicht an, ihn da reinzuziehen, solange ich nicht ausreichend an mir gearbeitet habe.

Mir fällt sehr oft auf, dass manche Leute eher zur "einfachen" Lösung des Veggi-Daseins ihrer Tiere tendieren, anstatt sich mal genau mit Fertigfutter oder Barfshops zu beschäftigen. Gibt es vielleicht sogar Hersteller, die recht nachhaltig produzieren? Und damit meinte ich "nachhaltiger als vieles, was wir Mensch uns immer noch leisten"? Und was ich mich auch frage: Wenn diese Menschen nun derart "nachhaltig leben", dass sogar schon die Tiere mitziehen müssen: Woher beziehen sie ihre Technik, ihre Klamotten und vermeiden sie auch Dinge wie Kaffee und Bananen, die hier auch nicht mal eben wachsen? Alle Dinge müssen nämlich mühseelig nach D und andere Länder geschippert werden. Haben sie ihr Auto verkauft, weil das auch nicht so gut für die Umwelt ist?
Wenn DAS alles (und noch viel mehr) gemacht wurde, würde ich mich vielleicht eher auf die Argumente jener Befürworter einlassen, die Hunde der Nachhaltigkeit halber vegetarisch ernähren. Vorher winke ich lieber müde ab und gebe meinem Hund Fleisch.

Was den Sinn und Unsinn von vegetarischer Nahrung für Hunde angeht, hat Kompassqualle ja schon viel gesagt, dem ich mich anschließe. :)

Liebe Grüße
Pewee
 
  • Hunde nachhaltig ernähren - geht das? Beitrag #5
Ok, also so, wie ich das verstanden habe, geht es hier nicht um rein vegetarisches Futter, sondern lediglich um einen reduzierten Fleischanteil, was wiederum mehr Nachhaltigkeit bedeuten kann.

Ich stimme euch auf jeden Fall zu, Kompassqualle und Pewee, dass man die verantwortung für den Klimawandel und seine Folgen nicht dem Hund zuschreiben kann und als ersten Schritt die Hundeernährung umstellen sollte - das wäre ja nun wirklich nicht zielführend und ganz schön feige, sich selbst als menschen aus der Verantwortung zu ziehen.

Aber für die, die schon bei sich selbst angefangen haben - sei es die Reduzierung des eigenen Fleischkonsums, der Verzicht auf unnötige Autofahrten oder ähnliches (die Liste ließe sich beliebig lang fortsetzen)- wäre es nicht vielleicht ein denkbarer Schritt, den Fleischverzehr von HUnden zumindest zu reduzieren?! Schließlich trägt man ja die Verantwortung für seinen Hund und ist derjenige, der letztendlich entscheidet, was im Napf landet.

Ich meine außerdem, Hunde seinen Omnivoren mit lediglich einem Hang zum Karnivoren. ich könnte mir deshalb schon vorstellen, dass HUnde nicht zwingend auf einen großen Anteil Fleisch angewiesen sind.
 
  • Hunde nachhaltig ernähren - geht das? Beitrag #6
Schließlich trägt man ja die Verantwortung für seinen Hund und ist derjenige, der letztendlich entscheidet, was im Napf landet.

Genau darum geht es doch? Hunde sind dazu gemacht, Beutetiere zu jagen und zu fressen. Dabei essen sie dann den MAgeninhalt.
Sicher essen sie auch mal Gras, Gemüse oder Beeren, aber in der Hauptsache ist und bleibt der Hund ein Fleischfresser.

Mit einem reduzierten Fleischanteil tue ich ihm nicht unbedingt etwas Gutes.
 
  • Hunde nachhaltig ernähren - geht das? Beitrag #7
wäre es nicht vielleicht ein denkbarer Schritt, den Fleischverzehr von HUnden zumindest zu reduzieren?! Schließlich trägt man ja die Verantwortung für seinen Hund und ist derjenige, der letztendlich entscheidet, was im Napf landet.

Ok, das wäre eine Möglichkeit. Aber dann müssten wir definieren, was "reduzieren" heißt. Beim Barfen ist ja der Fleisch- und Innereienanteil ungefähr 70%. Bei Trockenfutter fütter zumindest ich mindestens 40% Fleisch- und Innereienanteil. Bei Nassfutter sind 50% mein Minimum. Wie viel würdest du bzw. die Leute dieser Aktion davon reduzieren?

Das Problem, was ich einfach sehe: Selbst wenn man sich darauf einigen könnte, dass der Hund ein Omni und kein reiner Carno (mehr) ist, ist "Tier" doch sein Hauptnahrungsmittel und m.E. sollte es auch in jeglicher Nahrung den größten Anteil haben. Das würde aber bedeuten, dass man gar nicht soo viel reduzieren kann und dann frage ich mich, wie nachhaltig das noch ist? Zumal man auch bedenken muss, dass Tiere im Futter nicht ausnahmlos in der Futtermittelindustrie landen. Vielmehr werden sie für den Menschen aufgezogen, gehalten und durch die Gegend transportiert und der Hund bzw. andere Tierarten kriegen das, was übrig bleibt. So gesehen vielleicht sogar so gesehen das Maximum, was man rausholen kann. Natürlich werden dafür immer noch gewisse Fahrtwege extra für Tiere aufgenommen, aber ich denke weniger, dass es die Welt rettet (mal überspitzt ausgedrückt, soll nicht abwertend klingen), wenn wir jetzt in dem Bereich reduzieren. Mich würde auch interessieren, ob jenes Vorhaben auch bei Katzenfutter überlegt wird? Da stelle ich mir das noch schwieriger vor, denn die sind ja wirklich auch sehr viel Fleisch angewiesen. Ich denke nach wie vor, dass man in diesen Bereichen als Mensch mit der eigenen Nahrung mehr steuern kann. Auf Dauer macht es m.E. mehr Sinn, wenn ich kein Fleisch aus dem Supermarkt mit halbwegs unbekannter Herkunft kaufe, sondern die Kuh vom Bauern nebenan mit einem Pott Milch von nebenan. Und wenn ich selbst vegetarisch oder vegan lebe, würde ich zumindest noch derart meinen Teil beitragen und meinen Fleischesserfreunden raten zumindest ab und zu mal beim Bauern zu kaufen und dass sie selbst ihren Tierkonsum reduzieren als wenn ich jetzt auf einige wenige Prozent Tier weniger im Futter bestehe, wo gerade diese Tiere wesentlich mehr auf Fleisch angewiesen sind als wir Menschen.

Wo ich mich aber auf jedenfall anschließen würde, wäre die Verarbeitung von exotischen Tieren. Es wird ja jetzt immer moderner, seinem Tier Futter zu geben, wo Tier enthalten ist, welches hier nichtmal lebt und welches entsprechend nicht gerade von unseren Tieren gejagt oder gar angetroffen werden würde. Das verkauft sich so unter dem Deckmantel der tollen Haltung (Schafe aus Neuseeland, Känguru aus Australien, Angusrind aus Argentinien). Aber wenn die Futtermittelhersteller schon auf so perfekte Haltung bestehen, sollen sie besser bei unseren heimischen Tieren anfangen und nicht von anderen Kontinenten kaufen, um das Problem zu verschieben. Da sollte man m.E. schon versuchen mit Angebot und Nachfrage zu steuern.
 
  • Hunde nachhaltig ernähren - geht das? Beitrag #8
Mal ein anderer Denkanstoß noch.
Das Getreide und solchen zusätzlichen "Füllstoffe" im Hundefutter nicht wirklich gut für den Hund sind....dafür brauchen wir noch nicht einmal wissenschaftliche Tests oder Erkenntnisse.
Jeder kennt irgendeinen Hundebesitzer, dessen Wuffi allergisch, unverträglich oder noch ganz andere vielleicht noch gar nicht festgestellte Futtermittelunverträglichkeiten hat oder dadurch bedingte organische Schäden davon getragen hat.
Ich habe leider Erfahrung mit Magendrehungen bei Hunden machen müssen und mich daher viel mit Futter, speziell Trockenfutter auseinander gesetzt.
Gärende Füllstoffe sind bei uns tabu...wobei das seeeeehr weitreichend sein kann.
Getreide gibt es bei mir in Form von Brot oder Brötchen, Nudeln oder Reis.
Daher wird teilgebarft.....
Ich würde nicht auf die Idee kommen, die Hundis nun nur noch vegetarisch zu ernähren.
Aber es gibt bei uns auch nicht immer nur Fleisch.
Ein Obst und Gemüsetag oder im Sommer dann mit Quark oder Joghurt.
Einen Tag gibt es auch schon mal gar nichts....
Aber für mich sind riiiesige Getreide, Mais oder Sojafelder genauso wenig nachhaltig und ökologisch, wie Rinder oder anderes Getier für die Futtermittelindustrie, die erstmal tausende von Kilometern zurücklegen müssen, um verarbeitet zu werden.
Das Problem wird immer der Mensch sein und bleiben, wie die Gier nach Schnäppchen, Billiger....etc.
Angebot und Nachfrage.

Zu der Anfangsfrage: Natürlich geht das!
Nur ob das wirklich Nachhaltig ist, wage ich zu bezweifeln, sobald die Industrie da einen Gewinn draus erzielen kann.
Dennoch finde ich es wichtiger sich über andere Nachhaltigkeiten Gedanken zu machen.
Dinge, die wir jeden Tag nutzen und eigentlich nicht wirklich unbedingt bräuchten....;)
 
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