Barfen für Goldie-Welpen?

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Larianne

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Hallo :)

Am Dienstag holen wir unseren Golden Retriever Welpen (8 Wo.) vom Züchter und haben die Futterfrage noch immer nicht geklärt.
Ich versuche mich seit ein paar Tagen über das sg. B.A.R.F.en schlau zu machen aber es sind noch immer böhmische Dörfer!
Das einzige was ich verstanden habe ist, dass der Hund mit einer Kombi aus Rohkost, also Fleisch, RFK, Obst, Gemüse, Getreide etc. ernährt wird und man das alles auf seinen Bedarf abstimmen muss.
Da fängt es schon an! Wie weiß ich was in welchem Lebensmittel und wie viel davon enthalten ist und woher weiß ich überhaupt was mein Hund an Nähwerten, Vitaminen, etc. benötigt?

Dann wundere ich mich noch über das verfüttern von rohen Knochen... Werden die RFK-Teile nur abgenagt oder komplett verspeist? Ich dachte immer, man muss Knochen vor dem füttern abkochen?
Also über Tipps von allen Barfern würde ich mich freuen! :D
 
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Grüß dich,

Knochen NIE abkochen, genau dadurch werden sie spröde, brechen ab und können den Hund schwer und sogar tödlich verletzen. Roh darfst du alles außer Schwein geben, sprich ganzes Huhn, Flügel, Lammknochen, Rinderknochen etc. Nur bitte nicht erhitzen/einfrieren.
Darf ich fragen, was der Welpe bisher bekommt? Rohfütterung ist eine großartige Möglichkeit um dem Welpen eine artgerechte und vor allem gesunde Basis für sein Leben zu geben.

Gerade beim Barfen ist Abwechslung wichtig. Ein Hund verkraftet auch über einen gewissen Zeitraum hinweg auch immer nur dieselbe Nahrung, damit aber alle Nährstoffe zur Verfügung stehen, rate ich dir möglichst breitfächrig zu füttern.

Es gibt im Internet diverse Barfrechner, die einem den Bedarf ausrechnen. Das ist für den Anfang sicherlich hilfreich aber 100% darauf verlassen würde ich mich nicht ;)

RFK wird da es sich bei deinem Hund um einen Welpen handelt wohl nur abgenagt werden, wenn er größer wird könnten sie durchaus gänzlich verzehrt werden. Wenn du roh fütterst, habe in der ersten Zeit bitte immer ein Auge auf deinen Hund, damit er nicht unabsichtlich irgendetwas verschluckt, das passiert nämlich einigen Welpen. Ich rate daher meistens dazu, das Fleisch in so großen Stücken wie möglich zu lassen. Erstens schlingt der Welpe meistens nicht so und zweitens ist es gesünder für die Zähne.

Ein Welpe hat einen erhöhten Energiebedarf, daher kannst du gerne Butter/Fett/Schmalz etc. ruhig dazugeben.
 
  • Barfen für Goldie-Welpen? Beitrag #4
Huhu :D,

erstmal durchatmen, so schwer ist es nur am Anfang ;).
Hier mal ein paar Bücher, die du unbedingt zuvor lesen solltest: http://www.amazon.de/BARF-Biologisch-Artgerechtes-Rohes-Futter/dp/3939522007/ref=sr_1_1, http://www.amazon.de/Natural-Dog-Food-Rohf%C3%BCtterung-praktischer/dp/383343063X/ref=sr_1_7 und http://www.amazon.de/Biologisch-Artgerechtes-Futter-tr%C3%A4chtige-H%C3%BCndinnen/dp/3939522015/ref=sr_1_2. Besonders letztere beiden würde ich dir ans Herz legen.

Dort werden deine Fragen zwar auch beantwortet, hier aber mal die Kurzfassung:
Du brauchst erstmal nur wenige Komponenten:
Fleisch: Alles außer Schwein darf verfüttert werden, auch alle Teile des Tieres, die man eben so aus dem menschlichen Verzehr kennt. Herz und Zunge zählen auch hierzu. Auch Fisch mit Gräten ist kein Problem.
Innereien: Pansen, Blättermagen (beide gefüllt), Lunge und Leber können gefüttert werden, vom Rest würde ich aufgrund von Hormondrüsen und Ausscheidungsbelastungen absehen. Das reicht auch massig. Auch Leber nur sehr, sehr selten, da sie ein Entgiftungsorgan ist und es zu einer Vitamin A Vergiftung kommen kann, wenn sie zu häufig gefüttert wird.
Knochen: Knochen IMMER roh verfüttern, gekocht splittern sie im Maul. Es darf Knochen von jedem Tier verfüttert werden (Rind, Kalb, Wild, Geflügel usw.). Beim Welpen beginnt man mit Knorpel oder Geflügel(-hälsen), von zu viel Schlund würde ich wegen der meist noch daran hängenden Schilddrüse abraten.
Zusammen machen diese Komponenten 70% der Ration aus, davon das Fleisch 80 und Knochen und Innereien je 10.

Gemüse: Das macht 2/3 deiner Beilagen aus, 1/3 grünes, 1/3 buntes Gemüse. Am besten roh zerkleinern und mit etwas Öl anmachen (manche Vitamine wie Vitamin D sind fettlöslich, weshalb sich ein Schuss Öl in die Beilage immer lohnt). Nachtschattengewächse sind nur in kleinen Mengen verträglich, Aubergine und Avokado gar nicht.
Obst: Das macht das letzte Drittel der Beilagen aus. Außer Trauben musst du da auch nichts meiden, lediglich Ananas und Zitrusfrüchte können zu Übersäuerung führen und sollten daher mit Bedacht gefüttert werden.


Öl: Wie oben geschrieben ist Öl wichtig für die Verdauung, aber auch für das Fell und die Haut – besonders Omega-3 und -6 Fettsäuren. Ich empfehle daher entweder ein Mischöl, oder Oliven-, Leinsamen-, Raps-, Lachsöl oder Lebertran (letzteres wird selten gut angenommen). Mit einem Mischöl bist du am besten bedient, denn auch hier gilt wie immer beim Barf: Abwechslung ist nie verkehrt.
Sonstiges: Ein Ei die Woche (samt Schale), besser gesagt das Eigelb, ergänzt die Ernährung mit Biotin und ist durchaus empfehlenswert. Auch Kokosflocken oder gemahlene Nüsse kann man gerne mal verfüttern, muss man aber nicht. Das meiste andere (Honig, Heilerde, Hefe, usw.) ist eher für Kuren von 2-3 Wochen bei akuten Beschwerden geeignet.


Beim Welpen rechnet man die Ration pro Tag mit 4-5% des Körpergewichtes, beim adulten Hund mit 2-3%. Das verteilt sich wie oben beschrieben auf die einzelnen Komponenten.

Werden die RFK-Teile nur abgenagt oder komplett verspeist?
Beides. Sandknochen zum Beispiel (durchgesägte Rindergelenke) können auch mit starkem Kiefer nicht ganz verspeist werden, kleinere Kalbsknochen und besonders Putenkeulen oder Hähnchenschenkel durchaus. Achte nur darauf, dass es 1. keine Markknochen sind, die können sich im Kiefer verhaken, 2. die Knochen so groß sind, dass sie nicht am Stück geschluckt werden, 3. der Hund nie ohne Aufsicht einen Knochen frisst und 4. der Knochen entweder ausreichend Fleisch dran hat oder der Hund zuvor gefressen hat, damit er sich nicht übergibt. Am Anfang mit kleinen Mengen beginnen, damit kein Knochenkot entsteht. Das wird aber auch durch das Öl im restlichen Futter etwas aufgefangen. Die Knochen bitte auch nicht länger als 4-6 Monate einfrieren, sonst können sie ebenfalls splittern.

Wie weiß ich was in welchem Lebensmittel und wie viel davon enthalten ist und woher weiß ich überhaupt was mein Hund an Nähwerten, Vitaminen, etc. benötigt?
Du erwartest aber bitte kein Lexikon dazu, oder? :lol:
Kleiner Tipp: Wikipedia spuckt dir jedes Vitamin mit reichhaltigen Lebensmitteln aus und zu den meisten Lebensmitteln auch den Gehalt an wichtigsten Vitaminen und Mineralstoffen.
Vitamine werden teils selbst aus Glukose synthetisiert (z.B. Vitamin C), andere müssen aufgenommen werden (Vitamin D, fettlöslich, steuert die Aufnahme von Kalzium).
Du kannst aber davon ausgehen, dass die Beilagen bei ausreichend Abwechslung und richtiger Zubereitung den Vitamingehalt decken.

Kalzium deckst du völlig über die Knochenfütterung ab, kannst aber mit Eierschale ergänzen. Der Hund braucht etwa 50mg pro kg Körpergewicht pro Tag (bei 10kg also etwa 500mg), wobei Geflügel weniger Kalzium enthält als Rind oder Kalb. Auch nach Alter des Tieres variiert die Zahl stark (je älter, desto mehr). Rind und Pferd haben etwa 14.000mg auf 100g, Huhn etwa 7.000mg pro 100g, das variiert aber mit am stärksten. Eierschalenpulver hat auf 100g 33.000-35.000mg, ein Teelöffel entspricht etwa 5g und damit etwa 1600-1800mg.


Hier noch eine Liste für dich:

Wie sieht es denn mit der Umstellung aus? Was bekommt er denn derzeit beim Züchter?

So, und jetzt hab ich bestimmt was vergessen, also einfach fragen, wenn noch was unklar ist.^^ Und bitte auf jeden Fall selbst die Bücher lesen!
 
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