Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western

Diskutiere Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Zum Thema Kritik / persönlicher Angriff Nein, aber ich bin schon aufgrund von Erklärungen zu Themen, die nicht aus meinem Hirn stammen...
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #21
Zum Thema Kritik / persönlicher Angriff
hat das hier jemand gemacht? :eusa_think:
Nein, aber ich bin schon aufgrund von Erklärungen zu Themen, die nicht aus meinem Hirn stammen, angegriffen worden. Man kann gern anderer Meinung sein - ich diskutiere sehr gern. Allerdings muss so etwas immer sachlich sein. Aufgrund meiner Erfahrungen in anderen Foren, habe ich einfach mal vorgebeugt.
Wenn das hart oder unfreundlich rüberkam, sorry. Das ist nicht so gemeint. Wirklich nicht.
Du hast vermutlich recht und ich hätte einfach Antworten abwarten sollen, statt gleich loszudonnern.
Eigentlich bin ich weder böse, noch habe ich verhärtete Ansichten, sondern schaue gern über den Tellerrand.

Zum Thema, dass Westernreiter auf die Mitarbeit des Pferdes angewiesen sind.
das ist aber bei uns englisch Reitern genauso ;)
Du hast absolut recht. Allerdings ist die Mitarbeit eines Westernpferdes anders. Ich kann das irgendwie schlecht erklären.
Ein Dressurreiter hat auf einem Pferd, das keine Freude an Dressur hat, wenig Chancen jemals Eleganz, Leichtigkeit oder gar ein Miteinander mit dem Pferd zu erreichen. Wenn Dressur in Kampf ausartet, ist das immer schlimm.
Ein Springreiter oder Geländereiter hat auf einem sich sperrenden Pferd keine Chance.

Das Westernpferd muss jedoch häufig sehr viel mehr mitdenken. Ähnlich guten Springpferden.
Z.B.
Ein Trailpferd muss beispielsweise beim Rückwärts L mithelfen. Ein gutes Trailpferd bekommt die Anweisung des Reiters (Einfädeln, Rückwärts Tritt für Tritt, Kurve, gerade). Das Pferd muss jedoch mithelfen, sonst tritt es so gut wie immer auf eine Stange, da der Reiter -weil er ja zur Seite schauen muss- falsche Sitzhilfen für eine gerade Rückwärtsstrecke gibt.
In der Box muss das Pferd mitarbeiten, ansonsten ist eine Drehung mit durchhängendem Zügel unmöglich und die Drehung in der Box endet in permanenten Korrekturen (sieht nach Kampf aus, nicht leicht und flüssig). Das Cutting und Working Cowhose Pferd muss selbständig das Rind lesen und hüten wollen. Das rittigste Pferd ohne Cowsence (Hütetrieb) ist chancenlos, selbst wenn die Kuh schon 20 wäre. Wenn der Reiter die Kuh liest, den Befehl an das Pferd weitergibt und dieses den Befehl dann umsetzt, hat die Kuh schon 2x gekalbt :mrgreen:.
Aufgrund des fehlenden Zügelkontakts, ist die Möglichkeit z.B. beim Überreiten von Stagen mit einer Parade und Schenkeldruck mehr Aktivitäg zu erlangen, nicht gegeben.
Diese Aufmerksamkeit und Mitarbeit des Pferdes ist beim Westernreiten schon in den unteren Leistungsklassen notwendig.
Es gibt in allen Disziplinen noch viele Beispiele.

Ich will hier nicht das Westernreiten hochloben und Englischpferde als dumme Automaten abstempeln. Ganz und gar nicht.
Beim Westernreiten treibt diese Verantwortung, die das Pferd tragen muss leider auch oft schlimme Blüten. Es gibt Ausbilder, die ihre Pferde lehren aus Angst gewisse Dinge zu vermeiden und mitzuarbeiten.
Ich arbeite seit Jahren dagegen.
Ich selber habe leider auch schon einem Ausbilder vertraut und ein psychisch und auch physisch zerstörtes Pferd aus dem Beritt vorzeitig zurückgeholt.

In allen Reitweisen gibt es schwarze Schafe, die mit ihrer Art Pferde zu knechten auch noch erfolgreich sind und bewundert werden.
In allen Reitweisen (!) muss das Pferd nicht nur physisch in der Lage sein, die geforderten Aufgaben zu erledigen (hier tut die Zucht sehr viel), sondern auch psychisch. Ein Pferd, das Freude an der gefordert hat ist immer erfolgreicher und auch langlebiger als ein Pferd, das zwar physisch toll ist und talentiert ist, jedoch von der Psyche her einfach nicht möchte.
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #22
Wow, danke für deine ausführlichen Erklärungen. Jetzt kann ich mir das alles etwas besser vorstellen ;)
und wegen der Kritik, etc. wollte nur nachfragen, aber dann ist ja alles Super :)
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #23
mhm... mal ne ganz andere Frage: Was haltet ihr eig. von "gemischten Reitweisen"? Viele suchen sich ja aus mehreren Reitweisen einige Elemente raus, mischen sich also ihre eigene, passende "Reitweise". So kenne ich einige, die einige Hilfen aus dem Westernreiten übernommen haben, aber überwiegend Englischreiter sind. Manche bauen beispielsweise auch Elemente aus der spanischen Reitweise ein - Teilweise zur Verbesserung oder Lösung von Probleme, aber auch einfach weil es dem Reiter (und dem Pferd) mehr Spaß macht.
Ich denke, dass sowas völlig ok ist, solange Pferd und Reiter damit klarkommen. Wahrscheinlich ist sowas nur im Freizeitbereich und evtl. in den unteren Turnierklassen möglich, aber viele wollen ja auch garnicht mehr.

Liebe Grüße
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #24
Ich persönlich halte nichts vom Mischen der Reitweisen. Einfach weil die Systeme so unterschiedlich sind. Ich kann allerdings nur von Western vs. Englisch sprechen.
Das englisch gerittene Pferd soll die Hilfen annehmen, das Westernpferd soll ihnen weichen. Das ist schonmal der größte Unterschied.

Es spricht jedoch absolut nichts dagegen Übungen aus dem Englischreiten auch mit einem Westernpferd zu machen, genauso wie ein Englischpferd Übungen aus dem Westernreiten machen kann.
Häufig höre ich von Englischfreizeitreitern, dass sie ihr Pferd auf Western umstellen wollen da sie so gern Trail reiten möchten und das Pferd das auch sehr gern mag. Die Abwechslung eines schönen Trailparcours ist auch verlockend. Wenn ich mir dann die Pferde anschaue, sehe ich oft Pferde, die sehr schön laufen und sich in der Englischreitweise absolut wohl fühlen. Man kann dann durchaus weiter Englischreiten und z.B. den Trailparcours mit Englischhilfen durchreiten. Damit schafft man auch in den unteren bis mittleren Leistungsklassen ein Turnier. Genauso anspruchvoll ist eine gute HMS mit einem Englischpferd.
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #25
Ich kenne jemanden, der zum Anhalten englische Hilfen benutzt und z.B zum Wenden Westernhilfen. Er reitet auch nur Gelände und ab und zu kleine Turniere (hauptsächlich Dressur, Springen und Trail). Geritten wird im Gelände mit Wanderreitsattel und auf dem Platz mit VS oder Dressursattel (bin mir nicht mehr ganz sicher...). Bei ihm klappt eigentlich auch alles ganz gut. Er hat sein Pferd auch mit Hilfe eines Trainers größtenteils selber ausgebildet.

Ich bin mir da auch nicht so sicher, ob sowas klappen kann. Weil, wie du es schon sagst, die Reitweisen so unterschiedlich sind. Scheinbar kann es aber doch funktionieren.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Reitet und lehrt nicht auch Peter Pfister eine "gemischte Reitweise"? Ich meine davon hätte ich schonmal gehört. Auf seiner Website habe ich jetzt folgendes gefunden: "
Mal ehrlich, sind nicht auch Sie fasziniert von der Leichtigkeit, Brillanz und Ästhetik der klassisch, iberischen Reiterei? Andererseits ist da die coole Lässigkeit der Westernreiter, die Sie begeistert. Mit der konventionellen Reiterei können Sie nicht so recht etwas anfangen, oder hat nicht auch sie sinnvolle und wichtige Elemente? Sie sind verunsichert, welches ist nun die richtige Reitweise?
Eine weise bibliche Aussage lautet: Prüfet alles, das Beste aber behaltet. Warum sollen wir dies nicht auch bei unserer Reiterei anwenden. Warum nicht aus allen Sparten der Reiterei das Beste aussuchen und zur Anwendung bringen? Denn gerade das Beste ist gut genug, um mit unserem Freund Pferd eine harmonische Partnerschaft zu erreichen. Schließlich gibt es keine gute oder schlechte Reitweise, nur gutes oder schlechtes Reiten.
Hier setzt unser Unterricht an
Unser Ziel ist ein geschmeidiges, rittiges und leistungsfähiges Pferd, welches leicht an den Hilfen steht und auf feine Impulse zu reiten ist. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Rasse Ihr Pferd angehört. Auch nicht, was für einen Sattel es auf dem Rücken trägt.
Wir alle reiten Pferde. Jedes Pferd, welches als Reitpferd genutzt werden soll, braucht das gleiche Training, damit es fit für seien Job wird. Dabei ist die bevorzugte Reitweise des Einzelnen nicht von Wichtigkeit."

Er sucht sich also auch aus verschiedenen Reitweisen "das Beste" für sich und das Pferd raus...
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #26
Genau das ist das Thema! Man kann meinetwegen seine eigene Reitweise aus einem Gemisch von Englisch und Western zusammenstellen - aber es soll immer so sein! Nicht mal voll Englisch reiten und dann wieder voll Western. Das Pferd muss dann für alles 2 Hilfen lernen, was extrem schwierig ist.
Es gibt sicher Pferde, die in der Lage sind für eine Sache verschiedene Hilfen zu lernen, das stelle ich absolut nicht in Abrede. Ich selber habe ein Pferd, das beispielsweise für's Rückwärtsgehen 2 völlig unterschiedliche Hilfen kennt. Das liegt daran, dass ich in der Reining und im Trail unterschiedlich Reaktionen des Pferdes benötige. Sonst würde jedes Rückwärts L ein Disaster, weil das Pferd in der Reining superschnell zurückläuft.
So wie auch das Anhalten. Halte ich mein Pferd an, so benutzt es seine HH zum Anhalten, wird vorne leicht und läuft weiter - in jedem Tempo. Das kann ich im Trail aber nicht gebrauchen, gerade wenn ich im Galopp in die Box muss. Dann gebe ich vor der Box ein Stimmkommando, so weiß das Pferd, dass es auch mit der VH still stehen muss.
Das sind jedoch kleine Hilfen, die dem Pferd erleichtern in verschiedenen Disziplinen gut zu laufen und keine Fehler zu machen. Alle Hilfen sind jedoch Western.

Ein gutes Westernpferd wird jedoch immer dem Zügel weichen. Würde ich also mit meinem Westernpferd auch nur eine A Dressur versuchen, so würde im Protokoll stehen, dass das Pferd sich hinter dem Zügel verkriecht. Das wäre eine glatte 4, weil Zügelkontakt zum Maul beim Englischreiten erwünscht ist (auch wenn es nur 50g sind). Wäre mein Pferd jedoch auf diese 50g Zügelkontakt angwiesen, würde ich im Westernbereich nicht weit kommen oder müsste mein Pferd beim Westernreiten mit einem Hammergebiss bedrohen (meine Stute läuft mit Babycorrection, selbst internationale Starts erfordern kein schärferes Gebiss, sie ist ungeheuer weich im Maul). Ab einer gewissen Klasse ist das Mischen von Reitweisen kontraproduktiv.
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #27
Ich kenne dieses Problem nur zu gut, die Stute meiner Mutter wurde Western ausgebildet, die auf englisch umzumünzen hat unheimlich lange gedauert und ist heute immer noch zu merken, dass sie halt eben doch erst als Westernpferd ausgebildet wurde.

Und wissen was ich jetzt genau für ne Reitweise hab, weiß ich auch nicht. Eigentlich schon Englisch aber ich versuche auch halt so wenig wie möglich am Gebiss zu machen. Hab grad einen Hafi bei mir, bis E anfänglich A ausgebildet. Also rein Grundlagen. Der muss ich eine Mauer an der äusseren Seite der Kurve bauen damit die mir nicht abhaut soll heißen ich muss die richtig "festhalten"! Ich weiß nicht was das für eine Ausbildung ist? Meine fange ich mit dem Bein ab oder wie man das auch nennt... Ist ja auch egal denn rein "Englisch" funktioniert die auch nicht.
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #28
Ich kenne dieses Problem nur zu gut, die Stute meiner Mutter wurde Western ausgebildet, die auf englisch umzumünzen hat unheimlich lange gedauert und ist heute immer noch zu merken, dass sie halt eben doch erst als Westernpferd ausgebildet wurde.

Und wissen was ich jetzt genau für ne Reitweise hab, weiß ich auch nicht. Eigentlich schon Englisch aber ich versuche auch halt so wenig wie möglich am Gebiss zu machen. Hab grad einen Hafi bei mir, bis E anfänglich A ausgebildet. Also rein Grundlagen. Der muss ich eine Mauer an der äusseren Seite der Kurve bauen damit die mir nicht abhaut soll heißen ich muss die richtig "festhalten"! Ich weiß nicht was das für eine Ausbildung ist? Meine fange ich mit dem Bein ab oder wie man das auch nennt... Ist ja auch egal denn rein "Englisch" funktioniert die auch nicht.

Nicht nur die Sache mit dem Gebiss ist ja beim Westernreiten anders, auch die Schenkellage. Der Westernreiter kontrolliert die Schulter und die HH, die Mittelhand des Pferdes ist eben angewachsen. Beim Westernreiten achtet man sehr viel mehr auf Schulterkontrolle, da ja der Zügelkontakt fehlt. Das Westernpferd muss also sehr früh schon lernen, seine Schultern oben zu lassen. Daher unterscheiden sich auch die Übungen. Es werden mehr Korrekturübungen geritten. Beim Westernreiten lässt man das Pferd einen Fehler machen und beugt dem Fehler nicht schon vorher mit Hilfen vor. Dieser Fehler wird dann durch eine Übung korrigiert.
Beim Englischreiten ist man hilfentechnisch näher am Pferd. Das Pferd wird im den inneren Schenkel gebogen. Die Kontrolle der Schulter hat eher eine geringere (nicht unerheblich aber eben geringer) Priorität. Auch das englisch gerittene Pferd darf natürlich die Schultern nicht fallenlassen. Duch den permanenten Zügelkontakt wird dem Pferd jedoch geholfen und z.B. das Fallenlassen einer Schulter kann sehr viel schneller und fast unsichtbar für Zuseher korrigiert werden. Wenn ein englisch gerittenes Pferd in einer Übung immer wieder Schwierigkeiten hat, beugt der Reiter durch entsprechende Hilfen vor und bereitet das Pferd auf die Übung mehr vor.
Der Englischreiter reitet mit weniger Gewichtshilfen. Beim Westernreiten sitzt der Reiter (in den meisten, nicht allen, Disziplinen) sehr viel lockerer im Sattel und hat sehr viel mehr möglichkeiten seinem Pferd durch den Sitz Kommandos zu geben. Daher sind am Westernsattel auch Pauschen unerwünscht. Die Schenkellage ist viel vielfältiger.

Ein sehr guter Reiter beider Reitweisen sagte mal zu mir: Beim Englischreiten krückt man sich anfangs unwarscheinlich ab und später wird es leichter, beim Westernreiten ist anfangs alles leicht und später wird es schwieriger.
Das stimmt auch irgendwie.

Das Englischpferd lernt z.B. geschlossen zu stehen. Das geschlossene Stehen wird mit entsprechenden Hilfen trainiert. Den Westernreiter interessiert es nicht, ob sein Pferd geschlossen steht. Er besteht allerdings drauf, dass das Pferd in bestimmten (nicht allen) Übungen mit dem richtigen Bein beginnt. So lernt auch das Westernpferd nach und nach sich geschlossen hinzustellen um jedes auf das Stehen folgende Kommando richtig und korrekt auszuführen. Es muss mitdenken.

Zu deinem Haffi:
Haflinger sind nach meiner bisherigen Erfahrung sehr eigenständig denkende Pferde. Bis zu einer gewissen Klasse sind sie eher etwas bott. Bei dem versuch feiner Hilfengebung wägen sie ab, ob sich die Anstengung lohnt, oder sie mit der nervenden Hilfengebung leben können *gg*. Weiter ausgebildet sind Haffis sehr sensible, tolle Pferde - aber dahin muss man erstmal kommen. Nach meiner Erfahrung lernt ein Haffi schneller und freundlicher, wenn er mit möglichst wenig Druck, sehr viel Abwechslung und einem hohen Arbeitspensum geritten wird. Diese Pferde sind eben Arbeitstiere, die Arbeit brauchen. Viel Kopfarbeit ist absolut sinnvoll. Mit viel Druck zu reiten, macht einen Haffi eher grob und tricky (-sich zu entziehen). Diese Pferde brauchen eine absolut klare Aufgabenstellung und dürfen weder Langeweile beim Reiten haben, noch physisch unterfordert werden. Diese Pferde sind seit Jahrzehnten auf Aussehen und Arbeitsleistung gezogen (so man keinen modernen Sporthaflinger mit höherem Vollblutanteil -meist Araber- hat).
Die Verantwortung für die Ausführung einer Lektion sollte dem Pferd überlassen werden. Wenn das Pferd die Übung schlampig ausführt, nicht die Hilfen verstärken, sondern eine Korrekturübung reiten, die dem Pferd unlängst schwerer fällt. Dann wieder zu der Übung zurückkehren und fragen ob das Pferd jetzt bereit ist.
Dieses System funktioniert bei bestimmten Pferderassen recht zuverlässig. Bei anderen gar nicht - die kappieren das nicht und werden eher hektisch und unsicher. Ein Haflinger kann sehr gut einen Zusammenhang aus Übung und Korrekturübung herstellen.

Der Haflinger gehört zu den wenigen Pferderassen, die selbständig denkend und daher für so gut wie alle Disziplinen (Dressur, Springen, Fahren, Western, Barock...) geeignet sind. Diese Pferde sind bei richtiger Ausbildung extrem vielseitig.
(Ich oute mich mal als Fan von Haffis, Quarters und Paints vom alten Schlag und von Vollblütern).
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #29
Unser grösstes Problem ist die Volte, wir machen sie noch recht groß, weil ich erst der Meinung war, dass sie evtl noch nicht sooo balanciert ist (ist schon 9 aber war anfangs an der Longe überfordert)
Die geht mir immer raus! Ja wie du schon geschrieben hast mit einer weiteren Hilfe vorbeugen heißt bei mir in diesem Fall Zügel aussen halten, Gerte an die Schulter legen und mit dem Bein ordentlich vorn drücken.
Ist aber auch mist da sie mir dann mit der HH raus läuft!

Ich muss echt zu geben mit diesem Problem weiß ich echt nicht weiter! Unser jüngster hatte damit nie so das Problem jedenfalls nicht so extrem nach viel Übung ging das von alleine irgendwann. Sie ist auch echt lernwillig und macht super mit.
Beispiel: Angalloppieren ging garnicht nur mit VIEL schieben mit dem Becken und Schenkeldruck und auch noch die Gerte, so muss es doch nicht sein... Dann haben wir das ein paar mal gemacht und immer wieder hab ich versucht weniger zu machen und für jedes bisschen gelobt und siehe da nach 15 min ist die wunderbar angaloppiert mit LEICHTEM Schenkel und noch ja noch viel Becken aber es ging super, also doof oder unwillig ist sie auf keinen Fall.

Was wäre jetzt so eine Korrektur Übung für die Volte? (Zirkel funktioniert ja) Sonntag bin ich wieder bei ihr. Würde dann Montag Ergebnisse liefern.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

bzw wie kann ich mir so eine Korrekturübung vorstellen?

Bin auch mal Western geritten ist aber schon 12 Jahre her... Und da durfte ich nur schritt gehen weil ich nicht verstanden habe wie man Becken und Bein einsetzt... Englisch Anfang in der Abteilung rechts ziehen Pferd rechts...
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #30
Klar gibt es dafür Korrekturübungen. Allerdings ist es sehr schwierig dir hier eine Übung zu nennen, da die verschiedenen Übungen sich danach richten, wie das Pferd seitwärts ausfällt und wie es ansonsten gearbeitet ist. Wenn Reittipps aus einem Forum funktionieren, ist das meist Zufall. Wenn das so einfach wäre, könnte man auch aus einem Buch reiten lernen.
Wichtig ist erst einmal wie weit dein Pferd seitlich im Hals gedehnt ist, wie gut es geradeaus im Gleichgewicht ist und wie es ausfällt.

Bei Haffis habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie gern eine Schulter konsequent fallen lassen und selbst bei gutem Gleichgewicht über die Schulter ausfallen. Meist sind diese Pferde in der seitlichen Dehnung fest.
Also erst einmal im Stand und im Schritt den Kopf des Pferdes in Maximaldehnung herumnehmen - bis auf deinen Fuß. Diese Haltung darf dem Pferd nicht schwer fallen, sie soll auch vom Pferd nicht als Strafe empfunden werden - daher erst Übung im Stand (jedes Pferd kann sich am Bauch kratzen). Loben während das Pferd in der Übung ist, nicht loben, wenn man das Pferd aus der Übung entlässt. Durch die Maximaldehnung wird die äußere Schulter angehoben. Das Pferd wird nach und nach (dauert mehrere Tage bis Wochen) beweglicher, es kann dann aber auch die äußere Schulter in der Volte eher fallen lassen, wenn es dieses macht um sich zu entziehen. Ein bewegliches Pferd ist jedoch einem Pferd, das aus Steifheit die Linie einhält, vorzuziehen.

Korrekturmöglichkeiten:
- Zügelhaltung tief am Knie und Pferd quasi fahren (bei Gleichgewichtsproblemen).
- Zügelhaltung innen seitwärtsweisend hoch (nur Zupfeln, niemals Dauerzug), innerer Schenkel drückt das Pferd nach außen, dass es sich biegt. Man reitet mit dem inneren Zügel über den Maulwinkel - das wirkt.
- Sobald das Pferd über die Schulter fällt, die Hand wechseln und nach 1/2 Volte wieder zurückkehren zur eigentlichen Volte (Jungpferde).
- Reiten in Außenstellung (bei Pferden, die gern blockieren aber durchaus in der Lage sind, die geforderte Übung zu bringen).
- 6 Pylonen: 2 in die Mitte 2 außen links, 2 außen rechts, so dass ein Weg von 2 Volten entsteht. Durch diese Pylonen reiten. Das Pferd hat visuelle Hilfe und vor allen Dingen der Reiter auch, der immer auf die äußere Pylone schaut, deren Gasse er gerade anreitet. Die Gassen eng stellen (ca. 1 m). Immer wieder Handwechsel. Hier kann man Spielen, Außenstellung, Innenstellung. Dadurch erhöhter Schenkelgehorsam. Diese Übung kann bei richtiger Durchführung Balsam für hektische und sture Pferde sein.
- 4 Pylonen in einem Quadrat aufstellen. Je sicherer das Pferd, je größer stehen die Pylonen. Der Abstand beträgt am Anfang ca. 5 m. Hier ein Kleeblatt reiten. Innerhalb dieser Pylonen wird der Zügel möglichst locker gelassen, damit das Pferd sich selber gerade hält (beide Schultern oben). Fällt das Pferd auf eine Seite, wird das nächste Blättchen des Kleeblattes zur anderen Seite geritten (kein Ziehen am Zügel wenn man sich innerhalb des Quadrates befindet, sondern immer erst in den Volten. Das bringt das Pferd nach und nach dazu die Schultern gleichmäßig oben zu lassen. Wichtig ist auf jeglichen Zwang zu verzichten, sondern nur durch Übung zu reiten. Nach und nach wird selbst bei dem schwierigsten Pferd der Hals fallen und das Pferd läuft taktmäßig. Sußerübung für Jungpferde und Pferde, die schief sind. Die HH wird nach und nach durch die Treibenden Hilfen aktiviert und das Pferd lernt die treibende Hilfe umzusetzen, da innerhalb des Quadrates die Zügelhilfe wegfällt.
- In das Quadrat ein Stangenquadrat (Stangen 1.50m lang) legen, so kann man sowohl im Trab (ein Zwischentritt) oder im Galopp durchreiten und das Pferd muss in gerader Linie (wenn es die Anfangsübung beherrscht) die Schultern oben lassen, sich konzentrieren und VH und HH werden aktiviert.
- 2 Pylonen in möglichst großem Abstand hinstellen (mind. 30m). Volte um die erste Pylone, dann gerade Linie zur 2 Pylone ohne Zügelhilfen. Volte um die 2. Pylone und zurück. Auf der geraden Linie werden weder Zügel noch Schenkelhilfen zur Korrektur gegeben. Der Reiter muss einen sehr guten Sitz für diese Übung haben. Sollte das Pferd seitlich ausweichen ganz freundlich den gegenüberliegenden Zügel annehmen und einen kleine Kreis (mit Nase auf dem Fuß, dass muss natürlich geübt werden wie zuvor beschrieben) reiten. Hierdurch wird die Schulter wieder angehoben, das Pferd läuft dann die gerade Linie weiter. Diese Übung ist zur Erziehung des Pferdes und zum Muskelaufbau der Schulter (Stütze in der Volte) sehr gut geeignet. Man kann dann in dieser Übung spielen und die Volten um die Pylonen mal in innen, mal in Außenstellung reiten.
- Schenkelweichen zwischen hinten liegender Stange und der Bande, schult Gleichgewicht, Schenkelgehorsam, bringt den Rücken hoch und kräftigt die Schulter.


Um für dich wirklich gute Tipps rauszusuchen, müsste ich mehr Infos haben bzw. das Pferd mal sehen.
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #31
Das mit dem Volten reiten, mehr war gestern nicht möglich (da ihre Besitzerin einen großen Knoten im Kopf hatte der sich einfach nicht auflösen wollt) Aber die haben schon gut was geholfen ich schau mal weiter!
Danke erst einmal für den zufällig klappenden Tipp!
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #32
Ich lese ja gerade still und heimlich mit weil es mich interesiert aber jetzt muss ich doch Fragen: Knoten im Kopf? Hää?
Ich glaube schon das ich weiß wie es gemeint ist aber wieso klappen deshalb keine Volten?
Off-Topic
Vermutlich habe ich gerade ein Knoten im Kopf :119:
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #33
Nein die Volten haben gepasst das ging gut aber die Reiterin hatte halt mit persönlichen und familiären Dingern den Kopf voll und konnte sich nicht ganz richtig konzentrieren, ich als RL hatte nur meine bevorstehende Prüfung im Kopf und hab die da nicht raus gekriegt und dann ging einfach garnichts so richtig. Pferd war super nur die Menschen nicht...:mrgreen:

Deshalb Knoten im Kopf
 
  • Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western Beitrag #34
Aso okay, nun hab ich das verstanden, stand nur auf dem Schlauch :mrgreen:

Ich glaube das kennt man ;) passiert halt manchmal.
 
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