100% iges ignorieren???

Diskutiere 100% iges ignorieren??? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Aktueller Stand der Dinge: Orgas angesprochen, wir denken über eine Lösung nach. Unser neuer Trainer meinte, dass Penny mich wie ein Freak...
  • 100% iges ignorieren??? Beitrag #1
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Penelopeblue

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Aktueller Stand der Dinge:

Orgas angesprochen, wir denken über eine Lösung nach. Unser neuer Trainer meinte, dass Penny mich wie ein Freak kontrolliert und falls sie bleibt und wir einen letzten Versuch starten wollen, soll ich sie nun 3 Wochen zu 100% ignorieren. Also null mit ihr reden und sie nie angucken. nicht beim Füttern oder Gassi gehen und null spielen oder kuscheln von mir. (Die anderen dürfen noch). Sie soll so lernen, dass ich keine Ressourse bin, die sie kontrollieren kann.

Kennt jemand diesen Tipp? Hat da jemand Erfahrung mit?
 
  • 100% iges ignorieren??? Beitrag #2
Kenne ich und finde es je nach Fall angemessen. Nach den drei Wochen werdet ihr langsam damit anfangen, mit ihr wieder zusprechen und sie zum kuscheln einladen. Ich kenne die Vorgeschichte nicht...
 
  • 100% iges ignorieren??? Beitrag #3
Ich kenne diesen Tip und finde ihn gelinde gesagt grausam für alle Beteiligten.

Es ist die eine Sache einen Hund 3 Wochen lang einfach mal auf das nötigste zu beschränken und dann wieder intensiv zu trainieren um einen sauberen Cut hinzubekommen, aber 3 Wochen striktes Ignorieren halte ich persönlich für absolut unzumutbar.

100%iges Ignorieren würde ja bedeuten, dass der Hund für euch in dieser Zeit Luft ist.
Für einen Hund gibt es aber nichts schrecklicheres als soziale Isolation und genau das würde man damit schaffen.

Dadurch würde man sich jeden Rest an Grundvertrauen verspielen bzw. zerstören, der noch da ist.
Auch, dass alle anderen das noch dürfen, während du ihr die "kalte Schulter" zeigst...Naja.

Dann wird sie wahrscheinlich erstmal wie eine Irre dich kontrollieren und wenn das nicht funktioniert (und es wird vermutlich funktionieren...verzweifelte Hunde sind sehr kreativ, wenn es darum geht Aufmerksamkeit zu erregen) wird sie entweder vollkommen resignieren mit Tendenz zur Depression oder sich einfach eine andere kontrollierbare Person suchen.

Hunde kontrollieren nicht, weil sie so gerne kontrollieren, sondern weil sie einfach nicht wissen was Sache ist.

Als Beispiel: Du stehst in Japan und hast einen komischen Mann an deiner Seite, der dich mal nett anlächelt und mal richtig böse anschreit.
Du sollst irgendetwas tun bzw. irgendwo hin, weißt aber nicht wie du das anstellen sollst.

Bei jedem Schritt, den du machst steht der Mann hinter dir und lächelt oder schreit. Mal so, mal so.

Irgendwann wirst du entweder gar nichts mehr tun oder aber versuchen den Mann seinerseits wegzuscheuchen oder aber das Gleiche bei ihm auch versuchen: Kontrolle über das was er tut. Solange du ihn kontrollierst, kann er dir ja schließlich keine seltsamen Botschaften senden.

Und jetzt stell´dir vor der Mann ignoriert dich und du bist absolut Luft.

Penny wird vermutlich sämtliche Register ziehen, bis du sie wieder beachtest.
Dieses Ignorieren ist übrigens nicht nur Stress für den Hund, sondern auch für den Halter.

Du darfst sie ja im Prinzip nicht mal ansatzweise angucken oder auf ihre Aktionen reagieren.
Kannst du dich umdrehen und weggehen, während sie vor deinen Augen auf den Teppich pinkelt?

DAS wäre konsequentens Ignorieren.

Ich hoffe einfach mal, dass dein Trainer nur meint, dass du regeln sollst wann du streichelst etc.
Das ist aber kein Ignorieren, sondern Ressourcenverwaltung.

Du bist dann einfach der "Einarmige Bandit" deines Hundes.
Mal gibt es was, mal gibt es nichts.

So bist du furchtbar interessant für sie und unvorhersehbar- somit aber auch unkontrollierbar.

Die Angabe von 3 Wochen finde ich übrigens auch problematisch- hat der Trainer das irgendwie begründet?
Je nachdem wie sensibel Hunde sind reicht es sie 3 Tage zu ignorieren um eine handfeste Panik auszulösen.
Bei anderen hingegen kannst du ewig lange ignorieren und sie werden sich nur darüber freuen ihre Ruhe vor "Übergriffen" zu haben.
 
  • 100% iges ignorieren??? Beitrag #4
Ich kann mich hier Midori nur anschließen. Ich halte es für grausam und vor allem nicht zweckdienlich, den Hund so zu ignorieren. Und dann noch drei Wochen – wieso denn eine halbe Ewigkeit lang? Ignorieren für ein paar Sekunden ist ja schon Strafe genug für einen Hund, aber drei Wochen? Das empfinde ich als viel zu lang.

Hunde sind sehr soziale Wesen, die ihre Bezugsperson brauchen. Wenn alle anderen noch was mit dem Hund machen dürfen, nur du nicht, wird das auf Kosten eurer Bindung gehen, da der Hund sich vermutlich nicht weiter bemühen wird, deine Aufmerksamkeit zu erlangen. Außerdem wird der Versuch, dich zum Beispiel zu beschwichtigen und sich vorsichtig anzunähern, was durchaus in Ordnung wäre, dann ja auch mit Ignoranz gestraft und der Hund damit auch im richtigen Verhalten nicht bestätigt.

Tut mir leid, aber ich bin kein Fan davon. Ein menschlicher Rudelführer hat immer auch eine gute Bindung und Vertrauen zu seinem Hund, ich würde sogar behaupten, dass das die Basis dafür ist. Wenn du das zerstörst bleibt u.U. ein größeres Problem zurück, als dass ihr was gewonnen hättet.

Um hier aber irgendwelche anderen Tipps zu geben müssten wir das Problem genauer kennen bzw. bräuchten eine genauere Beschreibung der Situation ;).
 
  • 100% iges ignorieren??? Beitrag #5
Hallo Penelope,

ich habe deinen Beitrag hier so gegen 12.00 Uhr gelesen und war so erschrocken, daß ich erstmal ein paar Stunden mit meinem Hund laufen war um nur ja keine zickige Antwort zu geben und nicht gleich nach der Tel des Trainers zu fragen um tacheles zu reden.Ich denke ich habe mich beruhigt.

1. Um etwas zu LERNEN / KAPIEREN muss ein Hund Verknüpfungen herstellen.
(Sehr eingängig mit dem Mann neben einem in Japan von Mido beschrieben.)

Die Verknüpfungs Akzeptanz bei einem Hund beträgt c.a. 1 Sekunde. das heißt der Hund macht etwas Gut / schlecht und in GENAU diesem Moment bekommt er eine lobende oder verweisende Reaktion von seinem Gegenüber. Ob nun Mensch oder anderer Hund.
Was bezweckt der Trainer mit einem wochenlangen ignorieren der Bezugsperson dem Tier gegenüber? Ich verstehe es überhaupt nicht und ich gehe noch weiter, dein Hund wird es noch weniger verstehen.

Wie soll der Hund verstehen, wofür er mit ignorieren bedacht wird - fürs Atmen?


2. Ignoranz ist eine aktive Reaktion und keine passive. Vielleicht drücke ich es lieber mal anders herum aus:

Macht der Hund etwas richtig / gut DANN WIRD ER LOBEND ANGESPROCHEN.....und zwar in eurem Fall für JEDES noch so einfaches tolles / richtiges Verhalten.
Penny liegt mal ruhig da --- GUT das ist ein Grund sie zu LOBEN. Sie spielt mal mit jemand oder etwas anderem als mit dir ---GUT das ist ein Grund zu LOBEN.Sie pinkelt draußen - JUHU ein Grund aus zu flippen vor Freude.....

Bestätige deinen Hund AKTIV......und nur GENAU in dem Moment wo sie Mist baut....drehst du einfach auf dem Absatz um und läßt für ein paar Sekunden links liegen um sie ebenso AKTIV zu "ignorieren". Und alle anderen müssen das dann auch machen.

Sie es mal so, sie hängt so total an dir - nutze das.
Wenn sie etwas richtig macht (und das musst du all die Stunden die ihr zusammen seid am Tag machen), bist du da, darf sie bei dir sein, lobst du sie, sprichst sie an, gibst ihr Zuneigung....etc.

Wenn sie ein Fehlverhalten begeht - dreht sich das Objekt der Begierde (DU) ab , für ein paar Sekunden AKTIVES ignorieren und sobald sie das bemerkt kannst du es aufheben...., DANN lernt sie aha - das eine war gut das andere schlecht.....


Kurz - 3 Wochen am Stück zu Lehrzwecken ignorieren, ist das absurdeste was ich jemals gehört habe.
Ich halte schon 3 Minuten für schwachsinnig - weil der Hund dann schon nicht mehr weiß was Sache ist und warum du so merkwürdig bist.

LG Suno
 
  • 100% iges ignorieren??? Beitrag #6
Ich seh da auch keinen Sinn drin, wie das etwas ändern sollte ehrlich gesagt.
Und ich denk da jetzt auch schon ein paar Stunden drüber nach :D

Seh das eher so wie die anderen. Du machst da am Ende wahrscheinlich mehr kaputt als dass es etwas bringt. Klar lernt dein Hund so, dass er keine Kontrolle über dich hat, aber es wird auch eurer Beziehung schaden. Du kannst auch anders klar machen, dass DU die Ressourcen verwaltest und dein Hund dich nicht zu kontrollieren hat, aber das kann man auch aktiv, indem man an sich und dem Hund arbeitet.
Würde mir da an deiner Stelle noch einen anderen Trainer suchen, bevor du irgendwann in einem Monat merkst dass es nichts gebracht hat, ihr dann aber eben noch einmal an einem völlig anderen Punkt ansetzen müsst, nämlich dann wieder mit dem Beziehungsaufbau...

edit: Dein Threadtitel verrät ja auch schon dass du da scheinbar etwas skeptisch bist und ich finde das sehr gut. Leider darf sich ja jeder der möchte Hundetrainer nennen, da ist es wichtig, viel zu hinterfragen und vor allem auch auf sein Bauchgefühl und seinen Menschenverstand zu vertrauen...
 
  • 100% iges ignorieren??? Beitrag #7
Ich bin froh, dass die anderen schon gute Beiträge geschrieben haben, das hat meinen Blutdruck wieder auf ein normales Level gebracht.

Ein situationsbedingtes Ignorieren kann ein Hund verstehen.
Schlimm ist das komplette Ignorieren des Hundes. Daraus können sich nicht absehbare Folgen ergeben.

Hier mal etwas zum Nachlesen:

Bringe ich ein Tier in eine soziale Isolation, z.B. einsperren in den Bench bzw. Keller und /oder den Entzug von körperlicher Zuwendung führt dieses ebenfalls zu einer massiven Unsicherheit des Tieres, welche sich auch in körperlichen Symptomen wieder spiegeln kann. So sind hier alle stressbedingten Krankheiten möglich.

Hunde haben eine sehr hohe soziale Intelligenz. Wenn der Mensch ignorantes Verhalten zeigt, ist dies meistens mit einer Ausgrenzung (in diesem Fall des Hundes) verbunden und das wird als sozial demütigend empfunden. Der Mensch vermittelt "Geh weg, Du gehörst nicht mehr zu uns."



Eigentlich habt ihr doch "nur" das Problem, dass die Hündin nicht alleine bleibt.
Ab Mai ist Dein Mann Zuhause. Das ist doch eine absehbare Zeit.

Ich würde nochmal in der Zeitung nach einer netten Tagesbetreuung suchen.
Es gibt viele Tierfreunde, die tagsüber Zeit haben und sich keinen eigenen Hund halten können. Dann könntet ihr ohne Zeitdruck das Alleinebleiben weiter üben.

Außerdem wäre es noch einen Versuch wert, mit der klassischen Homöopathie die Angst vor dem Alleinebleiben zu behandeln.

Die Maus hat ja ihr Frauchen verloren, vielleicht muss das erstmal verarbeitet werden.
 
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