- Nala hat die Reise angetreten... Beitrag #1
19Laura94
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Heute hat Nala ihre Reise über die Regenbogenbrücke angetreten...
Am Montag machtest du schon einen verschlafenen Eindruck. Und als es Dienstags immer noch nicht besser war, wusste ich das etwas nicht stimmt.
Deine kleinen Äuglein waren verschlossen, du sahst so schlapp aus, hast nicht gebuddelt, nicht gefressen, nur getrunken.
Aber nicht mal das konntest du noch selbstständig. Immer wieder bist du umgefallen. Und so hab ich dir die Flasche vor's Mäulchen halten müssen.
Und nur noch an das Stück Gurke hast du dich gewagt. Ich wusste, dass es so nicht weiterging. Also hab ich dich zum Tierarzt gebracht.
Du wurdest untersucht, dein kleines Bäuchlein wurde abgetastet und dir wurde ins Mäulchen geschaut. Doch nichts war ungewöhnlich.
Man konnte uns nicht sagen was dir fehlt. Du bekamst zwei Spritzen und ich sollte dir die kommenden Tage eine Paste verabreichen.
Doch aus den kommenden Tagen wurden gerade einmal zwei...

Ich stand heute morgen wie immer auf, hatte etwas mehr Zeit da ich erst um kurz nach zehn los musste.
Ich schaute in dein Käfig und da lagst du, noch immer im Häuschen.
Ich hab dich leise gerufen, im Spreu geraschelt... nur ganz sanfte Bewegungen von dir. Gerade mal ein kleines Wackeln mit der Nasenspitze.
Dein Zustand war wieder schlechter geworden, und ich habe doch so gehofft.
Ich wollte dir die Paste verabreichen. Die hast du dann auch genommen, vielleicht in der Hoffnung es sei ein Mehlwurm.
Ich wollte dir etwas Ruhe gönnen und machte mich also fertig. Doch auch nach einer halben Stunde lagst du immer noch in der gleichen Position.
Mach dich nicht verrückt, dachte ich mir. Nala braucht einfach nur Ruhe, sie ist krank.
Doch ich konnte mich nicht beruhigen. Schnell ein Post im Tierforum, vielleicht weiß jemand Rat.
In der Zwischenzeit ging ich eine Runde mit dem Hund. Frische Luft kann ja nicht schaden.
Als ich wieder zuhause war lagst du unverändert im Käfig.
Dann kam zum Glück die Sms einer Freundin, die Schule fällt heute aus. Sehr gut, dachte ich. So konnte ich wenigstens bei dir bleiben.
Das geht so nicht, sagte ich mir. Also holte ich dich aus deinem Häuschen und legte dich in die kleine Transportbox auf Heu und Taschentücher.
Amarula zwickte mich noch in den Finger. Sie wusste bestimmt was dir bevorstand. Ich glaube mal, sie wollte dich nicht gehen lassen.
Und dann lagst du da, in der Box auf Taschentüchern und Heu. Und du sahst so schlecht aus.
Dein Atem ging ganz flach und deine Augen waren geschlossen. Ich fing an zu weinen und wusste einfach nicht was ich machen sollte.
Ich wickelte eine Decke um deine Box damit du nicht so frierst. Dann der Rat, dass ich dich erlösen sollte.
Aber wie sollte ich dich zum Tierarzt bringen? Es war keiner zuhause. Und die Kälte draussen wollte ich dir nicht antun.
Also habe ich meinen Vater angerufen und aus dem Bett geschmissen.
Beim Tierarzt angekommen, wusste ich schon, dass man dir wahrscheinlich nicht mehr helfen konnte. Dein Zustand war einfach zu schlecht.
Und dann fingst du, genau wie Juno damals, an zu zucken. Du hast dein Mäulchen aufgerissen und dich verkrampft.
Ich dachte, dass du mir die Entscheidung vielleicht abnimmst, doch dann sah ich dass du weiter atmetest. Du hast so gekämpft.
Im Behandlungsraum sagte dann auch die Tierärztin, dass es sehr schlecht um dich steht.
Es blieb nur dich zu erlösen. Du hast dich mit letzter Kraft gewehrt und wolltest davon krabbeln. Aber deine Kräfte waren aufgebraucht.
Und dann bist du eingeschlafen. Ich war bis zum Schluss bei dir und habe dich gestreichelt.
Nala, ich hoffe ich konnte dir einen großteil deiner Schmerzen ersparen. Hoffentlich musstest du nicht zu sehr leiden.
In drei Tagen wärst du gerade einmal ein Jahr alt geworden... Das leben kann so ungerecht sein.
Ich wollte dir helfen, aber genau wie damals bei Juno verstarbst du wenige Tage später.
Deine Mäusebande vermisst dich jetzt schon, und auch mir fehlst du wahnsinnig. Ständig habe ich mit den Tränen zu kämpfen.
Nala bedeutet im afrikanischen "Löwin". Das weiß ich zwar erst seit ein paar Minuten, aber der Name war wie für dich gemacht.
Du hast bis zum Schluss gekämpft wie eine Löwin.
Ich hoffe du bist du über die Regenbogenbrücke gekommen. Grüß mir meine Lieben, die die Reise schon vor dir angetreten haben.
Du bist nun in einer besseren Welt ohne Schmerzen und Leid.
Ich werde dich vermissen!
