@Calimero
Das Sidepul ist eine gute Sache, wenn das Pferd gern mal einen Sprint einlegt, wehrig ist oder sich nicht longieren lässt. Auch zum Reiten / Anreiten ist es sehr gut geeignet. Für die Bodenarbeit ist es bedingt geeignet, da der Seilzug nur seitlich ist.
Ich habe z.B. dieses Sidepull
http://www.us-tack.de/Ausruestung-T...sleder-Made-in-USA-by-Champion-Pro::1506.html
Mein Lederteil ist nur etwas breiter. Mein Sidepull ist jedoch auch schon älter und ich weiß gar nicht mehr, wo ich das gute Stück damals aufgetrieben habe.
Das Nasenteil ist aus einem Lassosein, dass ich in der Mitte mit Latigoleder umflochten habe, damit es nicht scheuert.
Das Lassoseil gibt genügend Druck, dass man auch ungestüme Pferde wirklich daran hindern kann zu steigen oder plötzlich davonzulaufen. Dafür führe ich solche Pferde mit einem Bodenarbeitsseil. Ich lasse das Pferd recht locker. Dauern ziehen darf man nicht, da das Pferd sonst aufgrund des Dauerdrucks unfreundlich reagieren kann (hat es ja auch recht) oder gleich seitwärts hampelt und mir möglicherweise noch auf dem Fuss tritt.
Stürmt das Pferd nun davon und hat sich durch meine bisherigen Zurechtweisungen (hinter mir bleiben) nicht beeindrucken lassen, kann ich es seitlich herumziehen und so um mich longieren.
Ein Pferd, das mit Sidepull angeritten oder reitbar ist, wird auch immer schneller dem seitlichen Zug folgen und sich sowieso besser benehmen.
Beim Reiten liegt der Vorteil des Sidepulls darin, dass man das Pferd nicht mit der Nase runterziehen kann (oder sollte, das geht nämlich am Sinn des Sidepulls vorbei). Das Pferd wird mit dem Sidepull immer wieder gebogen. Durch die Lösung des Halses fällt dieser und das Pferd kommt in die Waage. Nun muss der Reiter nur entsprechend nachtreiben und den Rücken anheben. Dann sind auch die Schultern oben und das Pferd läuft mit korrekter Haltung. Jungpferde können so ins Gleichgewicht kommen und lernen dem seitlich gezeigten Zügel mit Nase und Schulter hinterherzulaufen, ohne die Schultern fallenzulassen.
Beim Sidepull gibt es -wie bei Gebissen etc.- auch große Preis- und Qualitätsunterschiede. Es lohnt sich absolut nicht 'mal zum ausprobieren' so ein Billigteil zu kaufen.
Das Kopfstück des Sidepulls muss flach, breit, weich und gut anliegen (es nutzt absolut nichts, wenn ein wehriges Pferd mit dem Kopf schlägt und das Sidepull herunterrutscht, es muss daher eng anliegen, darf aber nicht drücken oder stören). Die Schnallen müssen flach und stabil sein. Das Genickstück sollte möglichst nur auf einer Seite verschließbar sein, so kann man die Größe beliebig ändern, ohne dass das Stirnband im Weg ist.
Die Teile mit evtl. hoher Belastung sollten doppelt sein. Das Nasenstück sollte durch 2 Steege gehalten werden, damit es ruhig liegt und nicht auf den empfindlichen Nasenteil herabrutscht, rumrutscht und scheuert, oder rumflattert. Die Steege müssen weit genug auseinanderliegen und dürfen sich nicht verschieben.
Das Nasenteil sollte qualitativ hochwertig sein.
Das Nasenteil muss unbedingt lang genug sein. Bei vielen Billigmodellen, ist es meist zu kurz, so passen diese meist nur auf einige Warmblüter, Traber oder Pferderassen mit langem, schmalen Kopf. Die Backenstücke liegen bei zu kurzem Nasenteil zu dicht am Pferdeauge, das ganze Sidepull rutscht beim seitlichen Zügelzug unangenehm am Pferdekopf herum, scheuert und stört mehr, als dass es etwas bringt. Nur ein optimaler Winkel bringt auch den gewünschten Effekt.
Wie bei Knotenhalftern auch, ist ein optimaler Sitz ausschlaggebend für den Effekt.