- Problempferd- springt beim Aufsteigen seitlich weg! Beitrag #21
M
Machtnix
- Beiträge
- 1.124
- Punkte Reaktionen
- 8
Zu dem Thema "Andre Reiter auf Joker"
Ich erkenne zwar den Antrieb und verstehe was du mir begreiflich machst, allerdings mein Einwand:
Wenn ich weiß dass Joker als Schulpferd ging und dadurch "sauer" "abgestumpft" "unreitbar" wurde und ich ihn gerade mal 3 Wochen bei mir hab, und er ja mein Pferd ist, welchen Zweck hat es dann dass er nach so kurzer Zeit wieder andre Reiter drauf hat auch wenn ich dabei bin?
Und gerade jetzt, wo du sagst dass er jetzt langsam sein wahres Gesicht zu zeigen beginnt.
Ich hab eigentlich nicht im Sinn Joker von anderen Reitern reiten zu lassen, weil er ja mein Partner ist und ich auch nicht vorhabe dieses Pferd je wieder herzugeben.
Vielleicht bin ich auch einfach etwas zu dämlich um den Sinn zu verstehen. :shock:
Was ist, wenn du einen wirklich schweren Unfall hast oder krank wirst, wenn du doch gezwungen bist, eine RB zu nehmen oder gar das Pferd zu verkaufen?
Das passiert nur Anderen? Leider nein.
Was ist mit dem Personal am Stall?
Ein Pferd sollte grundsätzlich eine pos. Grundeinstellung zum Menschen haben.
Momentan habe ich wieder einen sehr schweren Fall. Ein Pferd, das zu lange wild gelebt hat uns ich sein Leben ohne den Menschen eingerichtet hatte. Schlimmer noch, das Pferd hatte über Jahre gelernt, den Menschen als Störenfried zu kennen, den man einschüchtern und verjagen kann und muss.
Dieses Pferd biss, ließ sich weder anbinden, noch putzen, noch reiten. Von Vertauen keine Spur. In der Bodenarbeit war sie widersetzlich bis agressiv und beim Anreiten sehr stark widersetzlich. Sie stieg und bockte pausenlos. Beim Longieren griff sie gern an. Ich reite dieses Pferd seit einem Jahr an, da für mich einige Dinge unabdingbar und einfach das Wichtigste sind:
- Vertrauen durch Erziehung
- Pos. Grundeinstellung zum Menschen
- das Pferd soll Mitarbeit wollen, seinen Job kennen und mit dem Reiter als Team zusammen an einem Strang ziehen. Wenn einer der Beiden (Reiter oder Pferd) mal eine Schwäche hat (Angst, Unsicherheit, Schreck), soll der andere helfen.
Jetzt nach einem Jahr ist das Pferd soweit, dass es sofort da ist, wenn es mein Auto hört. Die Stute ist cool und steht beim Putzen frei - sie hibbelt nicht, wenn die kein anderes Pferd in der Nähe ist, findet einer von uns beiden etwas gruselig, ist der Andere ruhig (Tja, ich erschreck mich auch schonmal, wenn nebenan wieder mal ein Event ist und Böller hochgehen), in Gruppen lässt sie sich gut reiten (sie ist ganz rangnieder und ängstlich, leider prollt sie jetzt mal andere Pferde an wenn ich sie reite. Ich verbiete ihr das konsequent, die letzte Gruppenreitstunde, die ich aus erzieherischen Gründen mitgeritten bin, lief ausgesprochen gut). Sie ist jederzeit entspannt und nachgiebig auf Schenkel und Zügel.
Seit 7 Monaten hat diese Stute eine Pflegerin, die sie putzt und longiert. In den ersten 4 Monaten war ich immer passiv dabei. Von Anfang an habe ich verschiedene Reiter auf ihr geführt (sobald sie dabei brav war). Die Stute hat mittlerweile eine RB, die sie jedoch noch nicht allein reitet. Die RB ist noch relative Anfängerin. Beide kommen sehr gut klar. Die Stute ist im Umgang einfach nur ein Schatz, beim Reiten ist sie äußerst bemüht und gar nicht mehr widersetzlich - egal wer im Sattel sitzt.
Anfangs konnten nur andere Leute auf ihr reiten, so lange sie mich sah, reagierte sie auf meine Körpersprache. Nur ich konnte nicht reiten, da sie mich nicht mehr sah. Das haben wir aber seit 3 Monaten auch im Griff. sie ist mittlerweile so weit, dass sie sicher HMS läuft (so es ihr Gleichgewicht und Zahnwechsel zulässt) und alle Übungen unter jedem Reiter total entspannt absolviert. Im Gegenteil, sie hilft mit, sobald sie gecheckt hat, was sie machen soll.
Ich achte ganz extrem auf 3 Dinge:
- Motivation
Keine Überbelastung durch Übungen, die das Pferd noch nicht bewerkstelligen kann. Ein Pferd im Wachstum sollte keine engen Wendungen gehen und nicht überbelastet werden (Folgeschäden durch Verschleiß, wenn die Wachstumsspalten noch zu offen sind)
- Disziplin mit Stärkung des Selbstvertrauens.
Ein Pferd soll auf jeden Fall brav sein und muss auch mal ertragen und Vertauen können. Es muss auch genug Selbstvertrauen und Selbstsicherheit haben um auch allein sein zu können.
Behanlung durch TA oder mich, überall anfassen, auch mal Schmerzen die ein Mensch zufügt -wenn man mal in eine Wunde fassen muss-, Vertrauen gegenüber allen Menschen (Personal holt Pferde rein, auch bei Gewitter, starkem Winde oder an irgenwelchen gruseligen Sachen)
- Positive Grundeinstellung beim Reiten und im Umgang.
Vertauen eben.
Das erreicht man leider nur, indem man dem Pferd so früh wie möglich zeigt, dass alle Menschen erstmal freundlich sind. Nicht umsonst habe ich schon namhafte Trainer von meinem Turnierpferd runtergeholt. Da bin ich konsequent.
Eine positive Grundeinstellung eines Pferdes, Angstfreiheit und schnelle einfache Motivation, sind mir jedoch ungeheurer wichtig.