Futterwechsel? Und Futtermengen nach Herstellerangaben

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  • Futterwechsel? Und Futtermengen nach Herstellerangaben Beitrag #1
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Tapa

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Hallo,

ich beschäftige mich momentan mal etwas intensiver mit der Futtermittelfrage. Meine Hündin bekommt seit 2 Jahren dasselbe Trockenfutter (Markus Mühle). Sie verträgt es gut, macht täglich 2 Häufchen und macht einen gesunden Eindruck, ist körperlich sehr fit. Als sie seinerzeit bei uns neu war, habe ich einiges an Futter ausprobiert, vieles mochte sie nicht bzw. verweigerte sie nach einigen Tagen, und das Tierheim war damals hocherfreut über die diversen Futterspenden. ;)

Seinerzeit waren die einzigen TroFus, die sie bereitwillig gefressen hat, kaltgepresste Futtersorten. Ich nehme an, dass da vielleicht einfach noch "mehr Geschmack" drin ist als in den erhitzen Futtersorten, weiß natürlich letztlich nicht, wodran es lag. Habe mich dann für die o.g Futtersorte entschieden, weil die meinem Portemonnaie docvh sehr entgegenkam und eben auch bereitwillig von ihr gefressen wurde und es mir von der Zusammensetzung her akzeptabel klang/klingt.

Abgesehen vom TroFu bekommt unsere Hündin in unregelmäßigen Abständen auch Fleisch und Innereien (meist roh verfüttert, manchmal auch gekochte Fleischreste von unseren Mahlzeiten, soweit sie wenig gewürzt sind, und mein Mann teilt sich gelegentlich auch schonmal sein Butterbrot mit ihr :roll:), ...eben als Schmankerl dazu und aus Abwechslungsgründen, es steht kein ausgeklügeltes Teil-Barfen dahinter...

Wenn ich so querlese, sind anscheinend viele/einige Forenmitglieder der Auffassung, dauerhaft immer dieselbe Sorte TroFu zu verfüttern sei nicht gut. Mich würde interessieren, warum ihr das so seht? Was sind die Nachteile, dauerhaft dasselbe zu füttern (Akzeptanz bei meinem Hund ist nach wie vor gut)?

Und - ja - ich habe mal (als Laie) Kaltgepresste TroFus miteinander verglichen - von den Zutaten/prozentuale Mengen her und auch von Proteinmenge usw. Ich bin dabei (z.B.) auf ein Futter aus dem Fressnapf (Premiere Green Menu) gestoßen, was von den Zutaten her und den Eiweißmengen her sehr ähnlich meinem jetzigen Futter ist - der Hersteller empfielt aber eine sehr viel höhere Futtermenge!! Während ich bei meinem 17-Kilo-Hund entsprechend der Herstellerangaben 200 g MarkusMühle verfüttere, wären es bei dem anderen Futter nach Herstellerangaben deutlich über 300g! Auch bei anderen TroFus sind die sich ergebenden Futtermegen teils sehr weit nach oben abweichend.

Gibt es da irgendeine Erklärung, die ich nicht erkenne?

Ha, ja, und noch eine Frage: bislang habe ich gelegentlich "Pi mal Daumen" Rohfleisch gefüttert und die TroFu Ration etwas gekürzt. Und mir vorgenommen, mich über die Rohfütterung etwas besser zu infoirmieren und etwas "besser" TroFu jedenfalls zum Teil durch einigermaßen durchdachte Barf-Mahlzeiten zu ersetzen. Bei Beibehaltung des bekannten TroFus. Was haltet ihr davon? Ganz barfen will ich nicht - bei Kraxel-Mehrtages-Berg-Wanderungen in den Alpen (machen wir regelmäßig im Urlaub) ist TroFu zum Schleppen im Rucksack doch angenehmer als Frischfleisch, Knochen und Gemüse:D

Bisher habe ich wenn, beides zusammen verfüttert, also rohes Fleisch plus gekürzte TroFu-Ration. Und habe heute in einem neu gekauften Barf-Buch gelesen, dass man genau das nicht soll wegen unterschiedlicher Verdauungszeiten?

Hilfe!!! Hat irgendwer Erfahrungswerte?
 
  • Futterwechsel? Und Futtermengen nach Herstellerangaben Beitrag #2
Huhu,

Wenn ich so querlese, sind anscheinend viele/einige Forenmitglieder der Auffassung, dauerhaft immer dieselbe Sorte TroFu zu verfüttern sei nicht gut. Mich würde interessieren, warum ihr das so seht? Was sind die Nachteile, dauerhaft dasselbe zu füttern (Akzeptanz bei meinem Hund ist nach wie vor gut)?

Ich bin glühender Vertreter dieser Meinung. Folgende Gründe:


  1. Auch Hunde wollen Abwechslung! Sie sind auch das angewiesen, was wir ihnen geben, da sind wir in der Verantwortung.
  2. Kein Hundefutter ist perfekt. Um Mangelerscheinungen und Unverträglichkeiten vorzubeugen, würde ich immer mal wieder was Anderes füttern. Nicht nur verschiedene Sorten einer Marke, sondern auch die Marke selbst
  3. Je früher ich den Hund an verschiedene Sorten und Futterformen gewöhne, desto besser wird er das Futter später höchst wahrscheinlich vertragen. Die wenigsten füttern heute noch 15 Jahre lang dasselbe Futter. Gewöhne ich einen Hund schon im Welpenalter an verschiedene Sorten (natürlich im angemessenen Tempo), desto offener wird sein Körper später auch für andere Sorten sein und sein Verdauungstrakt wird schon früh geschult.
  4. Futtersorten wechseln in regelmäßigen Abständen ihr Rezept. Das kann dazu führen, dass der Hund das Futter nicht mehr mag und ein neues braucht oder das Futter unterscheidet sich so stark in seiner Zusammensetzung, dass der Körper auf dieses reagiert, als wäre es ein neues Futter. Gewöhne ich den Hund schon früh dran, wird er den körperlichen Stress besser verkraften.

Während ich bei meinem 17-Kilo-Hund entsprechend der Herstellerangaben 200 g MarkusMühle verfüttere, wären es bei dem anderen Futter nach Herstellerangaben deutlich über 300g! Auch bei anderen TroFus sind die sich ergebenden Futtermegen teils sehr weit nach oben abweichend.

Viele Hersteller geben nicht an, was die Eiweisquelle ist. Je nach Protein kann der Hund das Futter nur schlecht verwerten und braucht daher mehr Futter, um auch mehr aufzunehmen zu können, da er viel ausscheidet (häufig bei sehr billigen Futtersorten mit viel Getreide und wenig Fleisch zu finden). Alternative Erklärung: Die Futterhersteller wollen Geld machen und empfehlen daher mehr zu füttern, damit ein neuer Sack Futter schneller gekauft werden muss ;)

Und mir vorgenommen, mich über die Rohfütterung etwas besser zu infoirmieren und etwas "besser" TroFu jedenfalls zum Teil durch einigermaßen durchdachte Barf-Mahlzeiten zu ersetzen. Bei Beibehaltung des bekannten TroFus. Was haltet ihr davon?

Machen viele. Ich barfe auch nicht komplett. Bedenke aber, dass du bereits ab 20% Barf dich komplett in die Sache einlesen musst, da die Menge schon reicht, ernsthafte Mangelerscheinungen herbeizuführen. Wenn dir das noch nicht geheuer ist, kannst du einfach weiterhin aufpeppen oder alternativ mal durch den angepinnten Barfthread stöbern.

Bisher habe ich wenn, beides zusammen verfüttert, also rohes Fleisch plus gekürzte TroFu-Ration. Und habe heute in einem neu gekauften Barf-Buch gelesen, dass man genau das nicht soll wegen unterschiedlicher Verdauungszeiten?

Wenn dein Hund damit klarkommt, würde ich nichts an der Fütterung ändern, wenn sie für alle ok ist.

Liebe Grüße
Pewee
 
  • Futterwechsel? Und Futtermengen nach Herstellerangaben Beitrag #3
Hallo Pewee,

vielen Dank für die sehr umfassende Antwort! Ich werde mir die Sache mal durch den Kopf gehen lassen...es ist schon ein bisschen Überwindung dabei, quasi "ohne Not" eine andere Futtersorte zu probieren, wenn die bisherige gut vertragen wird, vielleicht verstehst du das. Ich habe seinerzeit bei der Herumprobiererei z.T einiges Gepupse und einmal nachts sogar Unsauberkeit erlebt, weil ihr die getesteten Futter nicht so bekommen sind - und war natürlich froh gewesen, dann ein gut verträgliches Futter gefunden zu haben...andererseits dieses "jahrelang dasselbe" macht mir ja selber ein bisschen Unbehagen, sonst hätte ich den Thread sicher nicht eröffnet.

Mit "ernsthaftem" regelmäßigen teilweisen Barfen werde ich erst anfange, wenn ich ausreichend informiert bin, ist klar. Habe mir, wie gesagt, heute zunächst mal ein Buch übers Barfen gekauft und auch schon ein bisschen im Barf-Thread gelesen. Und mache das dann, wenn, überlegt und in Ruhe. Danke nochmal.

LG Tapa
 
  • Futterwechsel? Und Futtermengen nach Herstellerangaben Beitrag #4
Bei hochallergischen Hunden oder sehr sensiblen Hunden würde ich mir eine ständige Wechselei wohl auch überlegen, weil das dem Hund natürlich mehr schaden als helfen kann. Beim normalen Hund tendiere ich immer zur Abwechslung, genauso wie ich immer zu einer Sorte mit ausreichend Fleisch raten würde. Das heißt natürlich nicht, dass ich das auch raten würde, wenn der Hund Nieren- oder Leberprobleme hat und kein Fleisch fressen darf oder wenn er so viele Unverträglichkeiten hat, dass man froh ist, überhaupt eine Sorte gefunden zu haben. Von daher kann ich deinen Gedankengang gut verstehen :) Das muss wohl jeder selbst ausmachen und schauen, was dem Hund gesundheitlich am besten bekommt. Hauptsache man setzt sich damit auseinander und übernimmt nicht blind.
 
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