- Herder Junghund zwickt Beitrag #21
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Meine sieht anders aus. Wenn ich die wegschicke, klappert sie mit den Zähnen. *gg*
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Ruhe...wie hast du denn bisher versucht, ihr Ruhe und Pausen zu vermitteln?
Der Spruch "Trieb macht blöd" beschreibt Malis wohl ziemlich gut. Ein Mali hört nicht einfach auf, egal womit.
Entweder er findet etwas noch Interessanteres, oder man verbietet ihm, was er gerade tut, oder er fällt um vor Erschöpfung. Ansonsten macht er weiter, ohne Rücksicht auf Verluste. Sprich: der Ball wird erst in Ruhe gelassen, wenn er atomisiert ist. Der Knochen wird erst in Ruhe gelassen, wenn er komplett im Magen ist, die Tür wird erst in Ruhe gelassen, wenn sie auf ist.
Beim Lernverhalten finde ich persönlich, dass der Mali dem DSH überlegen ist. Malis scheinen schneller zu verstehen. Gerade in diesem Bereich kommt es aber natürlich immens auf die Art der Ausbildung an.
Die alte Hau-Ruck-Methode funktioniert wundersamerweise bei vielen DSH. Ich habe häufig Junghunde gesehen, die so geknickt und traurig gingen, dass einem übel wird. Ein paar Monate später sieht man sie wieder, und alle Zwänge sind vergessen und vorbei, der Hund läuft fröhlich und freut sich über sein Bällchen. Das ist beim Mali selten, da scheint mir schneller ein Point-of-no-return erreicht zu sein, wo der Hund ein für allemal das Vertrauen verliert. Malis sind in meinen Augen sehr sensible Hunde, wesentlich sensibler als DSH.
Ich denke in vielen Bereichen zeigen gerade junge Malis aufgrund ihres Triebes ein Verhalten, dass ungeübte Hundeführer als Stärke oder Reife fehlinterpretieren (wie dies z.B. beim DSH der Fall wäre). Im Schutzdienst zum Beispiel springen Malis oft sehr früh (schon im Alter von wenigen Monaten) auf Belastung an, zeigen zum Beispiel erwünschtes Aggressionsverhalten. Geistig sind sie aber völlig überfordert, sie sind "Kinder".
Lange wurde im Schutzdienst so gearbeitet, dass junge Hunde einfach nur gehetzt wurden, also vom Schutzdiensthelfer mit Sack oder Ärmel animiert wurden und beißen durften. Viel Gehopse, Geschrei und Peitschengeknalle förderte die gewünschten Triebe. Irgendwann kam dann der Punkt, wo Gehorsam "drauf musste", meist mit ca. 1 Jahr. Der Hund wurde dann mit üblen Zwängen in das Korsett der Prüfungsordnung gezwängt, und fertig war die Prüfung. Damals dominierten DSH auf den Hundeplätzen.
Mit den Malis funktioniert das so nicht. Entweder der arme Hund ist mit 1 Jahr so nervenverrückt, dass er panisch alles beißt was zu nahe kommt, oder aber er ist so stark geworden, dass er nicht mehr regelbar ist (Anm: Mit denen dürfen sich dann Diensthundführer rumschlagen, und danach der Tierarzt).
Malis brauchen keine derartige Triebförderung, im Gegenteil: Guter Junghundaufbau sieht von außen meist total langweilig aus. Ganz viel Ruhe, ganz viel lieblieb, ganz viel Sicherheit.
Der Mali ist an der Grenze von Genie und Wahnsinn gezüchtet und bedarf daher ein sehr einfühlsames Händchen.
Wenn ein unerfahrener HF sich einen solchen Hund als Familienhund zulegt, wird das in aller Regel unschön enden.
Auch auf nen Mali kann man nicht immer nur draufhaun, sondern muss sein Hirn einsetzen.
Ich glaube, was viele Leute nicht verstehen können ist, dass Dinge oder Lebewesen, mit denen man überdurchschnittliches erreichen kann, im Allgemeinen nicht leicht zu bedienen bzw. zu handhaben sind.
Hallo Herderzoe,
ich habe deinen Bericht gerade gelesen und der erste Gedanke, der mir kam ... deine Maus ist einfach schrecklich überfordert.
Man geht bei Junghunden bis einem Jahr davon aus, dass sie etwa (Pi mal Daumen) 5 min. pro Lebensmonat am Stück draußen an der Leine sind.
Freilauf und Spielen mit anderen Hunden werden nur teilweise angerechnet.
Inlinern und Fahrrad fahren sollte man mit den Hunden erst dann, wenn das Tier ausgewachsen ist - also frühstens mit einem Jahr.
Besser wären noch 15 Monate. Auch sollte der Hund (im optimalen Fall) bereits auf HD/ED geröngt sein.
Das er dir zuhause alles auseinander nimmt hängt - aus meiner Sicht davon ab - dass er zu früh (ohne entsprechendes Training) alleine bleiben muss und er nie gelernt hat, dass zu Hause Ruhe angesagt ist und er während der sportlichen Aktivitäten einfach überfordert ist und er mit diesem "Stress" nicht klar kommt.
(Das kann man sich vorstellen wie bei überforderten Kleinkindern - die können auch nicht einschlafen, wenn vorher zu viele Eindrücke auf sie eingeprasselt sind)
Wenn du deine Maus so weiter "förderst" - was machst du dann, wenn sie mit 2 - 3 Jahren so richtig fordert? Willst du dann täglich einen Marathon mit ihr laufen?
Was ich nur sagen kann wen du ihn viel Ruhe beibringst wird er auch ein super Familienhund