Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel

Diskutiere Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hey Leute! Ich war gestern unterwegs in einem Jagdforum und unter einem Hundeausbildungsthread haben so manche davon gepredigt, ein Jäger, dessen...
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #1
E

Etoileza

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Hey Leute!
Ich war gestern unterwegs in einem Jagdforum und unter einem Hundeausbildungsthread haben so manche davon gepredigt, ein Jäger, dessen erster Hund noch nicht zuverlässig kam, solle sich doch Carl Tabels "Der Jagdgebrauchshund" durchnehmen. Es ist wohl ein klassisches Standardwerk, das sogar Nichtjägern das Einüben einiger Kommandos genau beschreibt.
Jetzt meine Frage: ist es lesenswert? Denn auf amazon sind die Meinungen sehr gespalten. Für manche ist es eine Anleitung zur Quälerei, andere schwören geradezu darauf.
Worum geht es darin( grob)?
Danke im Vorraus, Etoileza.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #2
Hallo du!
Ich selbst kenne das Buch nicht, aber meine Freundin hat es sich angeschafft.
Nicht weil sie den Hund jagdlich führen wollte sondern für die Kommandos dagegen. "Down" z.B
Die Methoden sind allerdings sehr ruppig. Es wird zur Arbeit mit Gerte und Korallenhalsband geraten.
Für mich wäre es definitiv nichts und ich würde das Buch aus den genannten Gründen auch nicht lesen wollen.
Überlegst du es zu kaufen?

LG
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #3
Tabel befürworted Starkzwang und im Allgemeinen eine Erziehung über Druck, für mich definitiv ablehnenswert, allerdings leider immer noch Standart in der Jagdhund-Ausbildung.

Es stimmt leider auch, dass man ausgeprägtes Jadgverhalten kaum 100%ig kontrollieren kann und die besten und schnellsten Ergebnisse immer noch über Straferziehung erlangt.
Aus meiner Sicht ist es dennoch in jedem Fall abzulehnen, da ich es ethisch nicht richtig finde sich ein Lebewesen unter Gewaltanwendung zu Nutze zu machen.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #4
@Kompassqualle
Naja Zwang ind Quälen ist nicht mehr der Standart bei der Jagdhundausbildung.
Es gibt ganz viele (Jung)Jäger die ihren Hund auch ohne solche Massnahmen erziehen.

Ich kenn das Buch nur von Erzählungen eines Bekannten und dieser findet auch ,dass das Buch sehr ruppig ist (wenn du verstehst was ich mein). Aber manches kann man abgewandelt zur Erlehrnung von Kommandos nutzen.
lg
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #5
Ich frage mich immer ob man einen Hund der so im Trieb also Jagdtrieb steht, ohne Zwang wirklich zuverlässig seinen Job macht?
Also als ich mit Patch im Wildpark war hat nichts geholfen was sonst immer gut geht. Und wenn der Hund ein Reh sieht darf er ja nucht einfach hinterher. Wie kontrolliert man so einen Trieb?
Wiederum weiss ich nicht mal was ein Koralllenhals ist.

Lg Yvi
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #6
Hey!
Ich hatte überlegt, es zu kaufen, es soll ja ein "Klassiker" sein.
Mit Gerte und Koralle würde ich zwar nicht arbeiten, aber sagen wir es mal so wie es ist:
Ein Jagdhund muss "funktionieren", hart, aber die Lebensversicherung für das Tier, ich kann mir deshalb gut vorstellen, wieso Tabel so auf Zwang schwört.
Ich denke mir auch, die richtigen " gearbeiteten" Jagdhunde vom alten Schlag sind ebenfalls hart gezüchtet und nicht zu vergleichen mit dem Ottonormalhund oder sogar das, was wir schon als schwierig bezeichnen.
Ich habe zwar jetzt für meinen Hund eine Richtung gefunden und würde sie nicht mehr ändern, besonders nicht in Tabel- Richtung,aber mal so fürs Allgemeinwissen, auch weil ich die Jagdhundeausbildung sehr interessant finde...Muss man ja nicht anwenden, wenn es Schrott sein sollte.

@Yvi: Koralle ist eine andere Bezeichnung für Stachler.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #7
Ich denke mir auch, die richtigen " gearbeiteten" Jagdhunde vom alten Schlag sind ebenfalls hart gezüchtet und nicht zu vergleichen mit dem Ottonormalhund oder sogar das, was wir schon als schwierig bezeichnen.
Ich habe zwar jetzt für meinen Hund eine Richtung gefunden und würde sie nicht mehr ändern, besonders nicht in Tabel- Richtung,aber mal so fürs Allgemeinwissen, auch weil ich die Jagdhundeausbildung sehr interessant finde...Muss man ja nicht anwenden, wenn es Schrott sein sollte.

Naja, geht so.
Die Jagdhunde, die ich so kenne und "vom alten Schlag" sind, sind Sensibelchen vor dem Herrn.
Bei Zwingerhaltung und Zwangs"erziehung" ist es aber logisch, dass diese Hunde irgendwann auch resginieren und eben "hart" werden werden.

Sooooo viele (Jung)jäger sind es übrigens noch nicht- von der letzten Prüfung, die ich mitbekommen habe war genau 1 von 10 Hunden ohne Teletakt etc. ausgebildet. Wirklich positiv wurde da aber auch nur teilweise gearbeitet und es gab zwischendurch mal was mit der Leine.

Was das Stoppen des Jagens angeht: Das ist genetisch fixiertes Verhalten und wenn ein Hund erstmal anfängt zu hetzen hat man im Normalfall fast keine Chance mehr mit einem semi-guten Rückruf.
Zwang funktioniert natürlich immer irgendwie und ist wesentlich weniger aufwändig als unter Umständen jahrelanges, sauber aufgebautes Schleppleinentraining etc.

Der Jagdhund unserer Nachbarn hat übrigens bei allem was nach "Beute" aussah übrigens irgendwann vor Angst angefangen zu schreien, weil er ein paar Mal zu oft das Teletaktding umhatte, wenn er Wildkontakt hatte.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #8
Das sind natürlich jetzt Negativbeispiele vom Teletac, denn egal, wie hart man den Hund jetzt korrigieren mag, wenn es mit perfektem Timing passiert, "funktioniert" es und natürlich verknüpft es der Hund extrem falsch, wenn das Timing nicht 100%tig stimmt.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #9
Sorry aber an so einem Teletact gibts doch wirklich nicht einen positiven Aspekt.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #10
Naja wenn du einen Hund hast der jedes Wildtier hetzen will was er sieht und du mit Schleppleine auch nicht meht weiter kommst ,sondern am Boden liegst und er dahin ist ,ist so ein Teletact besser als wenn er erschossen wird.(Laut dem Jagdgesetzbuch darf ein Hund der wildert sofort erschossen werden! Da wirst du nicht mal vorgewarnt!)
Ist halt meine persönliche Meinung, und ich bin auch kein Freund von solchen oder anderen brutalen Erziehungsmassnahmen.

Bei uns ändert sich die Erziehung der Jagdhunde ins positive. Ich kenn schon viele Jungjäger die ihren Hund ohne solche "Folterwerkzeuge" abrichten.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #11
Wäre es dann nicht besser den Hund einfach nur noch im eingezäunten Bereich frei laufen zu lassen?
Gewalt (und das ist das Teletact nunmal) gegenüber einem Lebewesen ist immer ein Armutszeugnis und Zeichen für persönliche Überforderung. Traurige Menschen, die meinen so etwas zu brauchen...
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #12
Also ich kenne persönlich einige Leute, die mit der korrekten Verwendung von Teletac als "letzte Lösung" nach vieler, vieler Schleppleinenarbeit dauerhaften Erfolg erzielen konnten und sowohl ihre eigene Lebensqualität, als auch die des Hundes verbessert haben.Und das war kein Armutszeugnis. Teletac aus Faulheit und Unwissenheit, das ist schlimm.
Teletac als letzten Ausweg mit professioneller Hilfe nach jahrelanger Arbeit? Freiheit, Lebensqualität und Sicherheit für den Hund.
Hattest du schon mal ein Teletac ( qualitativ hochwertig und neue Generation)um? Also ich habe maximal ein Bitzeln gespürt, der Schreck war das "Härteste" an der Sache. Es wird zwar eine Kontraktion der Muskeln ausgelöst, der Impuls ist aber zu kurz, um im Gehirn einen Schmerz im medizinischen Sinne zu verursachen.Zug- und Stachelhalsband sind im Vergleich viel "unnötiger" und dank Erwerbsmöglichkeit ohne Wissenshintergrund auch viel anfälliger für Missbrauch.
Denk schon an die unzähligen Hunde, die diese Halsbänder einfach rumbekommen und sich halbtot würgen:evil:
Erziehung muss zwar so sanft wie möglich, aber so hart, wie nötig sein.Auf Kompromisse, wie den Hund nur auf eingezäuntem Gelände laufen zu lassen, will ich persönlich nicht ein Hundeleben lang eingehen.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #13
Sorry aber an so einem Teletact gibts doch wirklich nicht einen positiven Aspekt.

Dem kann ich mich nur anschließen. Selbst wenn ich danach einen Hund hätte, der 100% auf mich hört, könnte ich sowas nie benutzen, ohne mir selbst ständig Vorwürfe zu machen, was ich meinem Tier da antue :eusa_think:

Ansonsten sehe ich es wie Kompassquelle und gehe lieber den "ethisch korrekten" Weg, ohne Schmerz und schwerer Strafe, auch wenn meine Hunde dann vielleicht nicht 100% hören, sondern "nur" zuverlässig. Ich bin aber auch kein Jäger und nicht auf diese 100% angewiesen. Vermutlich wäre das dann aber auch ein Grund für mich, kein Jäger zu werden, denn solche Methoden sind zumindest für mich ein No Go. Von daher wäre dieses Buch ganz sicher nichts für mich, selbst wenn ein paar gute Kapitel dabei sind, die z.B. das Verhalten des Hundes gut erklären. Sowas unterstütze ich sehr ungerne finanziell, da es mittlerweile ausreichend Verhaltensgurus und Trainer gibt, die ebenso gute Lektüre auf den Markt bringen.

Gehts dir denn um eine Jagdausbildung oder willst du "nur", dass dein Hund den Grundgehorsam erlernt?

Also ich habe maximal ein Bitzeln gespürt, der Schreck war das "Härteste" an der Sache.

Du wusstest aber, dass du es umhast. Dein Hund weiß so etwas nicht. Du hast beim Hund also noch einmal den Moment des Schreckens da und arbeitest mit seiner Angst bzw. seinem Schock. Das kann bei manchen Hunden traumatisch enden. Man kann den testweisen Gebrauch am Menschen nicht mit dem Gebrauch am Hund vergleichen. Vergleichbar ist es maximal, wenn man es an einem Menschen ausprobiert, der nicht weiß, dass er gleich einen Schock für falsches Verhalten bekommt. Es ist nicht immer nur der körperliche Schmerz, der moralisch nicht vertretbar ist. Allein durch meine Hunde sehe ich, dass die körperlich wesentlich härter im Nehmen sind als psychisch - und genau das wird leider von vielen unterschätzt.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #14
Ich habe nicht vor, meinen Hund nach Tabel zu erziehen, wollte nur wissen ob es wert ist, ins Buch zu schnuppern;)
Ja , ihr habt Recht damit, dass es für den Hund psychisch hart ist.Aber ich vertrete die Meinung, dass es in den beschrieben Situationen richtig und vertretbar war, um die Lebensqualität der Hunde zu erhöhen.Man darf auch nicht denken, irgendjemand hätte versucht, den gesamten Grundgehorsam darüber aufzubauen.
Es ging jeweils um eine, mit der Hilfe von diversen Hundetrainern nicht beseitigte Baustelle, die den Hund aber daran hinderte, Freilauf zu bekommen/ enormen psychischen Stress bedeutete( was als Gegengewicht zum Stress durch Teletac wegen der Kontinuität viel härter zu deuten war)

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Und natürlich kann das bei manchen Hunden traumatisch enden. Dann war es aber kein korrekter/ nötiger Gebrauch. Man kann Meideverhalten beispielsweise nie dafür nutzen, um Angst zu bekämpfen und von denen, die aus Frust oder Faulheit so etwas benutzen, will ich gar nicht erst reden...
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #15
Also ich kenne persönlich einige Leute, die mit der korrekten Verwendung von Teletac als "letzte Lösung" nach vieler, vieler Schleppleinenarbeit dauerhaften Erfolg erzielen konnten und sowohl ihre eigene Lebensqualität, als auch die des Hundes verbessert haben.Und das war kein Armutszeugnis. Teletac aus Faulheit und Unwissenheit, das ist schlimm.
Teletac als letzten Ausweg mit professioneller Hilfe nach jahrelanger Arbeit? Freiheit, Lebensqualität und Sicherheit für den Hund.
Hattest du schon mal ein Teletac ( qualitativ hochwertig und neue Generation)um? Also ich habe maximal ein Bitzeln gespürt, der Schreck war das "Härteste" an der Sache. Es wird zwar eine Kontraktion der Muskeln ausgelöst, der Impuls ist aber zu kurz, um im Gehirn einen Schmerz im medizinischen Sinne zu verursachen.Zug- und Stachelhalsband sind im Vergleich viel "unnötiger" und dank Erwerbsmöglichkeit ohne Wissenshintergrund auch viel anfälliger für Missbrauch.
Denk schon an die unzähligen Hunde, die diese Halsbänder einfach rumbekommen und sich halbtot würgen:evil:
Erziehung muss zwar so sanft wie möglich, aber so hart, wie nötig sein.Auf Kompromisse, wie den Hund nur auf eingezäuntem Gelände laufen zu lassen, will ich persönlich nicht ein Hundeleben lang eingehen.

Ist im großen und Ganzen meine Meinung.
Ich find es ist für den Hund viel schlimmer wenn er auf einen Zwinger lebenslänglich eingesperrt ist und nie raus kommt ,als das er einen kurzen Stromstoß bekommt.

Der Hund meiner Bekannten konnte man auf einer normal eingezäunten Fläche auch nicht laufen lassen.
Entweder er fand ein Loch im Zaun oder ging durch den Zaun (auch Stromzäune waren für ihn 0-Problem) oder er sprang oben drüber (1,80 Zäune waren für ihn auch kein Problem).
Sie hatten einen Zwinger wo sie ihn lauf liesen der war ca.2,50hoch und aus Eisengitter und im Boden war Draht eingegraben (~50cm) ,einmal war dem Hund fade und er grub sich innerhalb von 1 Stunde unten durch.
Der Hund war so krass drauf und wenn er einmal Wild oder auch ein Katze laufen sah ,schaltete er komplett aus . Anfangs reagierte er auf Wasser oder auf Ketten aber nach 3-4 war ihm auch das egal und er war hinter dem Tier nach.
Als sich seine Besitzerin nicht mehr zuhelfen wusste und ca. 15 schon auf dem Boden gelegen ist und sich keiner mehr mit dem Hund rausgehen traute (35kg Sportmasse mit Durchsetzngswillen) holte sie sich den 4ten Hundetrainer der sich dann alles mal anschaute und nach dem 2ten !!!!! Mal Teletac war der Hund ganz anders!!
Er versuchte zwar immer noch hinter Wild her zulaufen aber wenn man seinen Namen schrie kam er zurück und nach einem Halben Jahr training ohne TT lies er vom Jagen ab.
Er wurde als Junghund auf Katzen gehetzt und dann begann alles als sich sein Vorvesitzer nicht mehr zu helfen wusste gab er ihn ab.
Meine Bekannte hat ihn mit ca. 1,5 Jahren bekommen und sie hat sicher 1,5 mit ihm geübt und trainiert ...
Letztes Jahr ist er mit nur 7Jahren gestorben wegen einem Herzfehler der bis dahin nie bekannt war.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #16
einmal war dem Hund fade und er grub sich innerhalb von 1 Stunde unten durch.

Ich denke das stellt für die Wenigsten Hunde ein Problem dar. Aber die Frage ist doch, warum war dem Hund fad. Und wieso war er eine Stunde lang unbeobachtet draußen, wenn man sein Problem kannte? Sorry, da wäre ich eben anders.
Aber wie du sagst: Zwingerhund. Lässt mich persönlich dann auch schon wieder dezent an der Bindung und wirklichen Arbeit zweifeln.

Man kann nicht allen Hunden das Jagen abgewöhnen, nein. Bei manchen ist das einfach viel zu gefestigt. Aber dann muss man eben da gehen, wo nicht so viel Wild unterwegs ist.
Also ich persönlich bin ja viel mit meinem Hund im Wald, in den anderthalb Jahren ist er drei Spuren nach und zweimal haben wir die Rehe gesehen.

Und doch. Bevor ich meinen Hund breche - denn das trifft einfach bei 90% der Hunde zu - bleibt er eben ordentlich. Das ist schade und sicher nicht so schön, andererseits aber auch nicht halb so traumatisch.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #17
Sie war beim Arzt und noch kurz einkaufen, der Hund musste zu Hause bleiben . Sie wollte ihm nur was gutes tun und lies ihn draußen mit nem großen Knochen (damit er eben beschäftigt ist).
Der Zwinger ist so 15 x 12-13 Meter , weil ihr vorheriger Hund immer 2-3 Vormittage pro Woche allein war und damit er nicht im Haus eingesperrt ist ,war er derweil immer drausen.
Immer Zwinger ist ne große Hütte und das sich ein Hund 50cm runterbuddelt und dann noch nen Tunnel mit ca. 40-50 Durchmesser ist mir noch nie zuvor vorgekommen.
lg
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #18
Also ich denke, es gibt aber mehr als Teletakt oder Zwinger. Da vertrete ich eher die Meinung, den Hund an einer 10 m Schleppe zu lassen, auch wenn sie dafür nicht gedacht ist. Natürlich nur gesetz dem Fall, dass wirklich alles andere probiert wurde und man dem Hund die Flausen nicht anders austreiben konnte. Eine Bekannte von mir nimmt regelmäßig ehemalige Jagdhunde aus Spanien als Pflegestelle auf und manche behält sie auch. Die geht z.B. diesen Weg, wenn sonst nichts klappt. Freilauf gibt es in eingezäunten Gebieten, in denen es auch kein Wild gibt. Ansonsten gibt es die Schleppleine und eben "körpernahe" Auslastung wie Obedience, bei dem der Hund ja eh nah am Halter ist. Das mögen manche als "Freiheitsentzug" bezeichnen. Dachte ich auch erst. Aber auf der anderen Seite: Meine Hunde rennen auch nie weiter von mir weg. Die haben einfach diese "unsichtbare" Grenze und wollen nicht weiter von mir weg. Klar gibt es da natürlich diese psychische Ebene, auf der der Hund weiß, dass er gerade nicht frei rennt. Aber es ist ja nicht so, dass sie nicht frei rennen. Sie missbraucht dafür auch gerne mal unsere Hunde, denn wenn die da sind, bleiben eh alle bei uns in der Nähe :lol:

Ich muss ehrlich sagen, dass ich dieses "wenn gar nichts mehr geht"-Argument sehr schwierig finde. Das wird auch gerne in der Diskussion zu Cesar Millan angebracht, der ja auch nicht immer sehr sanft ist, um es mal vorsichtig auszudrücken. Ich würde einem Hund, der immer wieder wildern geht oder beißt oder sonst was macht, auch mit Teletakt nicht vertrauen. Wenn manches Verhalten seit Jahren im Hund verankert ist - woher weiß ich, dass er nicht trotz Teletakttraining irgendwann mal das Hirn ausschaltet und doch wildern geht oder mich zerfleischt? Solche Methoden werden mir immer als sicher verkauft, dabei find ich sie gar nicht so sicher. Was ist, wenn der Reiz mal höher ist als die Angst bzw. der Meidewunsch? :eusa_think: Das Argument ist ja immer dann wichtig, wenn es um die Tötung von Hunden geht. Da geht man lieber diesen Weg, als den Hund einschläfern zu lassen, was ich natürlich verstehen kann. Auf der anderen Seite gehöre ich dann zu den Menschen, die dem Hund trotzdem nicht trauen würden NUR aufgrund des Teletakts. Das heißt natürlich (leider) nicht, dass ich jetzt eine bessere Lösung für solche Hunde weiß, aber so die ultimative Lösung ist das für mich Starkzwang auch nicht. :eusa_think:

Mich würde vor allem interessieren, ob Leute aus dem anderen Forum bzw. der Autor dann nur mit dem Starkzwang arbeiten oder danach auch eine Alternative anbieten? So wie das ja der Rütter beispielsweise gerne macht. Der spritzt die Hunde nass und dann wird schnell die Alternative angeboten, damit der Hund weiß, was er besser machen kann bzw. was erwünscht ist. Weißt du das zufällig? Würde mir manche Methoden zwar nicht näher bringen, würde ich dann aber zumindest als logischer betrachten.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #19
Also der Hund war nach dem ersten Mal Teletac sofor stehen geblieben (er rannte einem Reh nach) und hat um geschaut seine Besitzerin rief ihn und er schaute kurz wieder in Richtung des Rehes er rannte ihm wieder hinter her dann bekam er des 2. Stromstoss und dann rief sie ihn nochmal und ab da war er abrufbar.
Ja es hört sich krass an aber er hatte ab da wieder ein schöneres Leben. Wenn er zuvor Mal ein Reh sah aber nicht hinter her konnte stand er da und zitterte und war nicht mehr ansprechbar.(und das für gut 10Minuten)
Es war wirklich einer der letzten Ausweg um mit ihm überhaupt wieder etwas tun zu können.

@Pewew
An der Schleppleine wurde seine Besitzerin min. 7 um gerissen und die ist schon stämig gebaut also nicht gerade zirlich .
Mit einem Hundetrainer gingen sie mit 2 Schleppleinenspazieren aber selbst da hat er sich selbst ständig gemacht. (Eine Leine ist gerissen und die der Besitzerin ist ihr wieder ausgekommen).
An der kurzen Leine konnte ihn ein kräftiger Mann noch halten und seine Besitzerin musste schon einwenig kämpfen.
Ihn ihrgentwo laufen zu lassen war sehr riskant denn wie oben beschrieben kam er entweder durch kleinste Löcher durch oder obendrüber.
lg
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #20
Also wie gesagt, bei Tabel weiß ich das nicht, aber ich selbst arbeite unter Anleitung mit einem Wassersprühhalsband an der Rüdenrivalität meines Hundes, und es würde 0 Sinn machen, den Hund zu korrigieren, wenn er kein Alternativverhalten angeboten bekäme. Vorher habe ich deswegen 1,5 Jahre lang nur mit Richtungswechsel korrigiert und gewartet, bis er zu mir kommt und Augenkontakt aufnimmt. Danach herzliches Lob und Weitergehen, bis er erneut fixiert.
Bei den übrigen Bekannten wurde vorher auch Alternativverhalten eingeübt und Bindungsarbeit geleistet, bis halt nur noch die eine Schramme im Kristall blieb;)

Finde ich ehrlich gesagt ziemlich voreingenommen, Menschen, die auf diese Methoden zurückgreifen, zu beschuldigen, sie hätten keine Bindung zum Hund. Nicht jeder Hund lässt Fehlverhalten bei guter Bindung, nur weil man mal präsenter wird. Und fast jeder, der als letzte Lösung zum Teletac greift, liebt seinen Hund und will seine Lebensqualität erhöhen.
Muss man zwar nicht befürworten, aber akzeptieren sollte man es.
Herr Rütter wirft übrigens auch gerne Dosen. Der Schreck ist der Gleiche.

Off-Topic
Hier mal ein Beispiel, wenn Voreingenommenheit ins Extreme geht: ich wurde letztens allen Ernstes von einem Mann mit 8 freilaufenden Hunden aufs Heftigste beschimpft, weil ich, wenn Dschin fixierte, die Richtung wechselte und mit Streicheln lobte, anstatt ihm Leckerl in den Mund zu stopfen und dann noch allen Ernstes(!) "wagte", seine Rüden sanft wegzuschicken, als sie anstatt zu folgen, meinen Hund belästigt haben. Wow, so eine "Gewalt"
Und was wage ich es, meinen Flegel auch noch zu korrigieren? Ach ja, ich hab ja Glück, dass er " von sich aus lieb" ist, sonst hätte ich ihn ja total verdorben mit meiner Quälerei.Ähem, jaa...

@Pewee, der Sinn ist ja auch nicht der, dem Hund blind zu vertrauen und im Zweifelsfall eine überzubraten. Wenn man Teletac usw nur benutzt, wenn Notfall herrscht, ist es sowieso falsch angewendet. Um dauerhaften Erfolg zu erzielen, muss jeder Versuch schon im Keim erstickt werden. Und vertrau mir, nur unverantwortliche Halter solcher Hunde lassen die nach der " Therapie" in jedem Hundepark laufen. Aber wenigstens können sie ruhig bei Fuß durch.
Und in ruhigeren Gebieten die Freiheit genießen.
 
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