Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel

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  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #21
@Chica:
Wenn ein Hund der mit Leib und Seele jagt und der sich von sämtlichen anderen Erziehungsmethoden bisher nicht beeindrucken ließ, angeblich nach zwei Teletakt Stromstößen geheilt ist, mag man sich vielleicht vorstellen WIE schmerzhaft es für den Hund tatsächlich ist.
Vor allem wenn der Schmerz- oder Schreckreiz so groß war, dass der Hund es nun sein Leben lang nicht mehr vergessen sollte.
Man überlege mal wie viele Alltagsdinge wir Menschen so tun, bei denen wir uns öfter verletzen und die wir auch trotzdem nicht lassen (bestimmt haben wir uns alle schon mal beim Kochen verbrannt, trotzdem machen wir es immer wieder, oder man tappt im Sommer am Strand in eine Muschel und schneidet sich schmerzhaft den Fuß auf....nächstes Jahr latscht man trotzdem wieder unbekümmert im Wasser rum).
Wie intensiv muss also etwas schmerzen, oder einen erschrecken, dass man sein allerschönstes Hobby nach zwei solchen Erfahrungen für immer aufgibt? Zumal der Hund den Stromstoß des Teletakts erstmal genau so wenig als Strafe seines Herren wahrnimmt wie man selbst es für eine Strafe des Herdes kommt, wenn man versehentlich auf die heiße Platte gekommen ist.
Mit einem Hundetrainer gingen sie mit 2 Schleppleinenspazieren aber selbst da hat er sich selbst ständig gemacht. (Eine Leine ist gerissen und die der Besitzerin ist ihr wieder ausgekommen).
Zwei ausgewachsene Menschen sollten doch schon in der Lage sein einen 35kg schweren Hund an der Leine zu halten.
Dafür dass die Leine gerissen ist kann der Hund ja nichts, es gibt definitiv Schleppleinen die auch für solche Gewichtsklassen geeignet sind.
Ein Hund der derart nicht leineinführig ist braucht zudem ein gutes Leinentraining und nicht ein Teletakt damit er fortan ohne Leine laufen kann.

Alles in allem möchte ich mich hier also Pewee und Infano anschließen, es gibt Mittel und Wege einen Hund (auch einen großen Hund) zu kontrollieren ohne Starkzwang einzusetzen.
Wenn ein Hund sich durchbuddelt oder einen Zaun überspringt ist das ebensowenig die Schuld des Hundes wie wenn die Leine reißt.
Es ist an den Menschen den Hund entsprechend zu beaufsichtigen und geeignete Hilfsmittel zu besorgen um ihn zu kontrollieren (ein höherer Zaun, eine reißfestere Leine, bessere Beaufsichtigung).
Anderernfalls lässt man den Hund nur für die eigenen Fehler bezahlen.

Ein Jagdhund muss "funktionieren", hart, aber die Lebensversicherung für das Tier, ich kann mir deshalb gut vorstellen, wieso Tabel so auf Zwang schwört.
Nein, ein Jagdhund "muss funktionieren" weil ihn sich der Mensch ansonsten nicht zunutze machen könnte. Man könnte auch auf Jagdhunde verzichten oder grundsätzlich Hunde mit weniger Jagdtrieb züchten.
Die beste "Lebensversicherung" für den Hund wäre es, wenn man ihn erst gar nicht in solche Situationen bringen würde.
Hier wird also ein Lebewesen durch Schmerzeinwirkung gebrochen, damit seine Fähigkeiten für den Menschen als Ressource nutzbar sind.
Genau das finde ich ethisch nicht vertretbar (und in gewisser Weise sogar noch mehr moralisch verwerflich als z.B. Massentierhaltung, denn auch wenn das natürlich ebenfalls schlimm ist, wird hier das Leid der Tiere nur billigend in Kauf genommen und nicht noch absichtlich und zusätzlich Schmerz beigebracht).
Vielleicht sollte man Hunderassen mit besonders wenig Jagdtrieb als Jagdbegleithunde nutzen, diese könnten die gleichen Aufgaben erfüllen, nur ist es natürlich arbeitsintensiver einen Hund mit positiver Bestärkung zu etwas zu motivieren das er nicht von alleine tun würde, als einen triebgesteuerten Hund mit Schmerz und Zwang von etwas abzuhalten.
Hier hat der Mensch es gerne einfach....auf Kosten des Tieres.

Ja , ihr habt Recht damit, dass es für den Hund psychisch hart ist.Aber ich vertrete die Meinung, dass es in den beschrieben Situationen richtig und vertretbar war, um die Lebensqualität der Hunde zu erhöhen.
Ich denke nicht, dass die Lebensqualität eines Hundes sinkt wenn er in bestimmten Gegenden an die Leine muss. Hier schließe ich mich Pewee an, dass die Lebensqualität eines Hundes nicht steigt oder sinkt ob er nun mit Flexi/Schlepp gezwungen ist sich in einem Umkreis zum Menschen zu bewegen oder ohne Leine sich in eben demselben Umkreis aufhält.

Zudem findet sich doch immer ein Ort an dem man eben keinem Wild begegnet an dem man spazieren gehen kann und an dem der Hund ohne Leine laufen kann ;)
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel

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  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #22
Ich hab hier auch nen Jäger zu Hause zu sitzen, der für ne Fährte oder Sichtkontakt alles fallen und liegen gelassen hat.
Ich habe knapp nen Jahr gebraucht um meine jetzigen Erfolge zu sehen.

Ohne Gewalt, Teletec oder iwelche Stachelhalsbänder.
Nur mit ner Schlepp und Geduld.

Wir waren gestern alleine im Wald und Larry hatte so einige Fährten in ner Nase, er dampfte ab ich konnte ihn jedoch nach ca 10 Metern stoppen und er kam zu mir weil ich ja super duper Leckerlis in ner Tasche hatte und gequieckt habe wie ein junges Mädchen :lol:
Heute noch besser, er sieht Rehe aufm Acker und rennt hin. Rehe sind aber stehen geblieben. Er dann kurz davor ebenfalls. Ich hab gerufen und er kam zurück :eusa_eh:
Wollt erst meinen Augen nicht trauen, aber doch... er kam zu mir zurück.
Das nehm ich aber keinesfalls als Garantie, das es morgen ebenfalls klappt.

Mein Nordischer Dickschädel is nunmal nen Jäger/Selbsternährer... ich hab etliche Wutanfälle bekommen, weil es nicht so klappte wie ich wollte.
Trotzdem bin ich am Ball geblieben und sehe nun die Früchte ;)
Ganz ohne ihn zu brechen, schlagen etc pp... von daher würde ich sone Tipps sicherlich ablehnen. Auch wenn es noch so lange dauert
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #23
Okaay, du bist also der Meinung, bestimmte Arbeitslinien sollten einfach nicht mehr gezüchtet werden, damit wir "zivilisierten" Menschen keine Schuldgefühle mehr haben, dem Hund " weh" tun zu müssen und ihn ala klassische Konditionierung ausschließlich mit Fressen dressieren können?? Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich krass...
Damit Bello mit den ganzen zweckentfremdeten Ersatzspielen wie Dummytraining völlig zufrieden ist?
Damit er nichts an Instinktverhalten, was den moralisch korrekten Bürger stören könnte, zeigt?
Sorry, aber ein jagdlich geführter Hund hat meiner Meinung nach eine Lebensaufgabe, nicht nur die, Herrchen zu bespaßen. Und nein Danke zu einer Welt voll mit Bespaßungs- Hunden.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #24
Mit einem Hundetrainer gingen sie mit 2 Schleppleinenspazieren aber selbst da hat er sich selbst ständig gemacht. (Eine Leine ist gerissen und die der Besitzerin ist ihr wieder ausgekommen)

Dann frage ich mich aber, was das für Leinen sind, wenn die reißen ;) Außerdem frage ich mich, wieso man einen Hund hält, dem man körperlich nicht gewachsen ist? Letztlich muss es also der Hund mit dem Teletakt ausbaden, weil die Halter körperlich nicht in der Lage sind (und offensichtlich auch nicht die richtige, robuste Ausrüstung haben), den Hund zu halten :eusa_think: Ansonsten kann ich mich Kompassqualles Kritik nur anschließen. Entweder der Hund hatte m.E. starke Schmerzen/Schockelemente oder da ist sich was ordentlich schön geredet worden. Also ich hoffe, das wird nicht als Angriff verstanden, mir ist an einer sachlichen Diskussion gelegen, nur wirkt das alles wirklich sehr mysteriös, wenn die Leine reißt (die es eigentlich nicht kann, wenn man ein wenig auf Qualität achtet und sie regelmäßig kontrolliert), der Halter den Hund absolut nicht halten kann UND der Hund nach 2-3 Übungen bereits "geheilt" ist. Das erscheint mir einfach etwas suspekt - ähnlich wie lange Zeit beim Clicker argumentiert wurde, als er im Trend war. Ich sehe absolut die Vorteile eines Clickers, aber sooo schnell, wie angepriesen geht dann Vieles auch nicht. Ich hoffe, man versteht, was ich meine.

Muss man zwar nicht befürworten, aber akzeptieren sollte man es.

Weiß ich nicht, ob man das akzeptieren muss. Eigentlich leben wir in keiner Zeit mehr, wo man zu körperlich harten Methoden greifen muss. Und sogar ich - die eigentlich viele Methoden richtung Meideverhalten ablehnt - sehe einen großen Unterschied zwischen einer Wassersprühflasche und einem Teletakt (nicht zuletzt, weil der Hund die Sprühfalsche meist noch zuordnen kann, während das bei Halsbändern eher weniger der Fall ist). Zum Glück wird das in vielen Bereichen des Lebens nicht mehr akzeptiert. Die Methoden vom Rütter "akzeptier" ich übrigens auch nicht. Ich habe mich eben nur auf ihn bezogen, weil er "wenigstens" auf Alternativen zugreift, was leider immer noch nicht jeder macht und von vielen leider auch nicht ausreichend suggeriert wird, denn ich erlebe leider immer noch genug Leute, die die Dose werfen und meinen, der Hund sei damit nun erzogen.

Und vertrau mir, nur unverantwortliche Halter solcher Hunde lassen die nach der " Therapie" in jedem Hundepark laufen.

Also wenn ich das richtig sehe, ist es auch bei verantwortungsvollen Haltern der Fall, dass sie ihren Hund trotz Teletakt an bestimmten Stellen nicht frei laufen lassen? Was genau ist dann der Erfolg? Haben diese Halter das Vertrauen, den Hund abrufen zu können? So richtg sicher scheinen ja diese Halter dann auch nicht zu sein, oder? :eusa_think:

Aber wenn wir mal ehrlich sind: Wie viele verantwortungsvolle Halter erleben wir denn heute? Für meinen Teil kann ich da leider nicht von vielen sprechen. In der Regel werden die Hunde auf Teufel komm raus irgendwie erzogen und dann fallen die üblichen Floskeln "das müssen die unter sich klären", "der macht nix", "das muss so". Blöderweise sind es leider die Hunde, die darunter leiden.

Okaay, du bist also der Meinung, bestimmte Arbeitslinien sollten einfach nicht mehr gezüchtet werden, damit wir "zivilisierten" Menschen keine Schuldgefühle mehr haben, dem Hund " weh" tun zu müssen und ihn ala klassische Konditionierung ausschließlich mit Fressen dressieren können??

Das Argument kann ich nicht nachvollziehen. Diese Rassen waren vom Ursprung nicht so, wie sie jetzt sind. Der Mensch hat sie dazu gemacht. Wenn du es verwerflich findest, dass Kompassqualle für eine Abschwächung des Jagdtriebes plädiert, musst du es auch verwerflich finden, dass die jeweiligen Rassen überhaupt exisitieren, denn vor einigen hundert Jahren gab es diese Vielfalt noch nicht ;) Wölfe und Hunde sind auch nicht unbedingt von sich aus zahm, das trainieren wir ihnen durch die Sozialiserung an. Also im Prinzip handeln wir dort schon gegen ihre Instinkte. Jeder von uns. Der "zivilisierte" Mensch hat sie zu dem gemacht, was sie sind. Und was ist das Problem mit "Bespaßungshunden" und Dummyarbeit, wenn der Hund nicht professionell gehalten wird? Du setzt lieber Teletakt ein, um den scheinbar kaum zu bändigenden Jagdtrieb beizubehalten als eine Rasse dahingehend zu züchten, dass sie auch für uns Menschen ohne Schmerz- und Schockzufügung händelbar sind? Sind meine Hunde nun weniger wert, weil sie "nur" Bespaßungshunde sind?

Außerdem sagte m.W. auch niemand, dass man den Hund nur über Fressen erziehen kann. Wurde das irgendwo gesagt? Wenn ja, möchte ich dem entschieden widersprechen. Meine Hündin (übrigens ein Terrierbalg ;)) wird so gut wie gar nicht irgendwie mit Futter trainiert, da sie das nicht interessiert. Wichtig ist, herauszufinden, womit man den Hund belohnen kann. Das ist nicht zwangsweise Futter. Es gibt mehr als Teletakt und Futter - leider schauen viele aber nicht über den Tellerrand.

Damit er nichts an Instinktverhalten, was den moralisch korrekten Bürger stören könnte, zeigt?

Aber "ihr" Jäger kommt damit doch offensichtlich nicht damit klar. Ihr benutzt diese Hilfsmittel doch, um unerwünschtes Instinktverhalten zu ändern oder in richtige Bahnen (= die Bahnen des Menschen) zu lenken. Ich verstehe gerade nicht, wieso hier mit zweierlei Maß gemessen wird :eusa_think: Es geht ja nicht darum, den Jagdinstinkt völlig abzuschaffen, sindern in Maßen zu züchten, die für den Menschen händelbar sind, ohne den Hund für etwas mit Dingen zu bestrafen, für die er nichts kann.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #25
Natürlich sollte man den Hund gewaltfrei erziehen, aber man kann es nicht bei jedem Hund ausnahmslos mit Garantie.
Und ich für meinen Teil würde nicht auf Kompromisse eingehen. Zum Glück ist es bei Meinem außer bei den Rüden nie nötig, "härter" zu werden, aber hätte ich einen solchen Hund, würde ich alles dafür tun, damit er seine Freiheit hat.

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Also wenn ich mir Chicas Bericht durchlese, war es wohl auch nicht die beste Verwendung bzw kann ich nicht sagen, ob der Hund eine gute Bindung hatte. Als Erfolg deute ich die Tatsache, dass man, wie in meinem Fall den Hund dann neben sich auch ohne Leine am anderen Rüden vorbeigehen lassen kann, ohne dass irgendwer sich provoziert fühlt. Mein Hund kann zwar dann immer noch nicht mit Rüden spielen, aber er beachtet den Frieden. Falls doch mal ein Hasso angetrabt kommen sollte, kann ich ihm dann zeigen, dass er meinen Hund nicht zu belästigen hat. D.h. Hund lernt zuerst, leise zu sein und dann merkt er immer öfter, dass Frauchen sich schon selber kümmert.
Wie das beim Jagdverhalten aussieht, weiß ich nicht. Ich kann nur für mich selbst sprechen.

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Wo ich meinen Hund trotzdem nicht frei laufen lasse, ist dann zB in der Innenstadt.

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Omann meine Antworten können nicht mehr bearbeitet werden also dann: Ja die Teletac und Sprühleute sind sich dann nicht sicher, wenn zB ihr Rüde mit einem anderen dominanten Rüden direkt interagiert, deswegen lassen sie ihren therapierten Hund, wie jeder andere verantwortungsbewusste Besitzer auch, an der Leine, wenn sie sehen, dass ein abgeleinter Hund außer Kontrolle angerast kommt, deswegen das genannte Bsp Hundepark, wo man etliche solcher Exemplare finden kann.

Nur mal so, ich bin kein Jäger. Und mein Hund jagt überhaupt nicht. Er findet andere Tierarten toll.
Ich schlage meinen Hund auch nur zu Feiertagen"ironiean"...
Nein, ganz im Ernst.
Ich arbeite mit einem richtig guten Trainer nur wegen der Rüden mit Wassersprühen, sonst ist das Härteste was er bekommt ein Richtungswechsel. Mein Hund ist übrigens auch nur dazu da, um mich zu bespaßen und das ist nicht weniger wert.
Aber aber aber krass dass all die Hunde, die glücklich ihrer Aufgabe als Jagdgehilfe nachgehen, nicht mehr gezüchtet werden sollen, nur weil sie "hart" ausgebildet werden und das Einigen nicht passt.
Ich bin die Letzte, die ein Tier quält. Aber ich sehe den Unterschied zwischen Korrektur, die dauerhaft fruchtet und perverser Grausamkeit.

Übrigens @ Pewee: eigentlich bin ich immer überm Tellerrand, wenn du gelesen hättest, dass ich meinen Hund öfter und herzlicher lobe, als so mancher Leckerlwerfer ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #26
Natürlich sollte man den Hund gewaltfrei erziehen, aber man kann es nicht bei jedem Hund ausnahmslos mit Garantie.

Ja, aber was erwartet man sich von "gewalttätiger" Erziehung? Dass der Hund 100% hört? Ist das wirklich das Versprechen, dass die Erziehungsmethode gibt? Geht man wirklich davon aus - ganz lapidar gesagt - "benutze den Teletakt und du wirst nie wieder Probleme mit einem wildernden/keifernden Hund haben"? Hat man da wirklich so viel Vertrauen in die Maßnahme?

In der Innenstadt würde ich meine Hunde auch nicht laufen lassen. Ebenso nicht an Straßenrändern. Das hat bei mir aber den simplen Grund, dass sich auch ein Hund erschrecken und in blinder Panik losrennen kann (leider neulich erst in der Nachbarschaft passiert :((. Das wären dann auch so Fälle, die keine Erziehungsmaßnahme der Welt verhindern kann, denn Angst ist Angst.

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Ja die Teletac und Sprühleute sind sich dann nicht sicher, wenn zB ihr Rüde mit einem anderen dominanten Rüden direkt interagiert, deswegen lassen sie ihren therapierten Hund, wie jeder andere verantwortungsbewusste Besitzer auch, an der Leine, wenn sie sehen, dass ein abgeleinter Hund außer Kontrolle angerast kommt, deswegen das genannte Bsp Hundepark, wo man etliche solcher Exemplare finden kann.

Ahja ok. Allerdings frage ich mich dann immer noch, was der Sinn der Therapie ist, wenn man den Hund eh nicht von der Leine lässt :eusa_think: Also einfach gesagt: Ich verstehe nicht, wieso man den Hund in Situationen behandelt/behandeln will, wenn man ihn später eh nicht mehr in die Situation lässt und das ja durch die Leine auch kontrollieren kann.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #27
Ja, ich lehne es ab Lebewesen zu züchten die man aufgrund ihrer angezüchteten Merkmale erst brechen muss um ihre Fähigkeiten zu Nutzen. Vor allem wenn es doch andere Wege gäbe, z.B. Hunde als Jadgbegleithunde zu verwenden die weniger Jagdtrieb haben. Selbst wenn dadurch die Ausbildung mehr Arbeit für den Menschen bedeuten würde, so würde mir diese Rangehensweise doch als die moralisch/ethisch bessere erscheinen.

Sorry, aber ein jagdlich geführter Hund hat meiner Meinung nach eine Lebensaufgabe, nicht nur die, Herrchen zu bespaßen.
Ich muss gestehen, ich glaube ich verstehe dein Argument nicht.
Nur weil man einen Hund als Jagdbegleithund nutzt der weniger triebgesteuert ist was die Jagd angeht, heißt das doch nicht, dass dieser Hund nicht trotzdem eine "Lebensaufgabe" erfüllt :eusa_think:

Die Tante einer Freundin ist Jägerin und führt als Jagdbegleithunde nur Hütehunde, eben weil sie keinen Hund möchte bei deren Ausbildung sie Starkzwang einsetzen muss um seine Triebhaftigkeit in den Griff zu bekommen.
Die Ausbildung der Hunde dauert länger, aber deswegen "funktionieren" sie später nicht schlechter als Hund einer Jagdrasse, nur ist es eben mehr Arbeit sie auszubilden.

In wie fern sind diese Hunde jetzt deiner Meinung nach zu "Bespaßungs-Hunden" degradiert?
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #28
Mit gewaltfrei meine ich nicht das Gegenteil von gewalttätig, sondern gewaltfrei von ganz frei von Jeglichem für den Hund unangenehmen Einfluss. Aber was ist " Gewalt"?
In manchen Augen ist es schon, den Hund an der Leine zu halten. Manchmal auch, den Hund zu "zwingen" zu gehorchen, wenn es ihm keinen Spaß macht.
Wtf ich schreibe nichts von Unterstützung gewalttätiger Erziehung.
Nur von der Akzeptanz dafür, dass manche eine Baustelle mit Hilfe von Teletac bis heute dauerhaft beseitigt haben.
Weil ich die Hunde vorher und nachher erlebt habe und es MIR persönlich als Verbesserung der Lebensqualität vorkommt.
Bitte nicht meine Aussagen dramatisieren, bei so einem heiklen Thema meint jeder das was er sagt und nicht das Extrem davon.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Was ist der Unterschied zwischen Jagdgebrauchshund und Jahdbegleithund?
Dass der Begleiter einer anders zugeordneten Rasse angehört?
Wenn es klappt, ist es schön. Ich habe vom Seins- Zustand geredet.
So, wie es gerade ist, ist es "nötig", um den Trieb der Jagdhunde zu kontrollieren.
Von dem, wie es sein könnte, habe ich nichts gesagt.
In einer Utopie, in der Menschen nicht mehr solche triebstarken Hunde züchten,
ja dann stimme ich euch zu.
Solange es Hunde gibt, die aus "Professionalität" oder auch nur jux Triebstärke
angezüchtet gekommen und sich plötzlich wie "Zivis" verhalten müssen,
ist es aber als letzter Ausweg eine akzeptierbare Lösung, nach jahrelanger normaler Arbeit einen Verauch mit Teletac zu machen und wenn der dauerhaften Erfolg bringt, ist es doch schön für Hund und Halter.
Müssen die Hunde der Bekannten vorstehen, apportieren oder auch hetzen?
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #29
Ich finde hier kommt vieles althergebrachtes in den Meinungen vor, dass aber für mich nicht mehr dem modernen Stand der Hundeausbildung und der Hundeforschung entspricht . Der Jagdtrieb ist meiner Meinung nach ein gut kontrollierbarer Trieb wie Beutetrieb oder Sexualtrieb. ( Diese Triebe unterbinde ich ja auch beim Hund) . In dem Buch die besondere Intelligenz der Hunde wird beschrieben, dass die Aufgaben in der Regel von allen Rassen gleich gut gelöst würden, das Jagdhunde allerdings ( und das war unabhängig vom Jagdanreiz) etwas selbstständiger, selbstbewusster und spielfreudiger als andere Rassen waren.

Mein Opa hat vor 30-40 Hunden Schäferhunde ausgebildet. Hier herrschte noch das Motto, wenn der Hund nicht gebrochen und unterworfen wird klappt das nie mit der Schäferhundhaltung. Ein Schäferhund lässt sich nicht als Familienhund halten, der Schutztrieb ist zu stark. Heute weiß man dass das Blödsinn ist.

Ich kenne jede Menge Jagdhunde, die mit viel Geduld und Konsequenz zum guten Jagdbegleiter erzogen wurden. Ansonsten kenne ich natürlich noch viel mehr Jagdhunde, die mit Bewegung, Auslastung, Erziehung und Konsequenz zu prima Familienhunden ausgebildet wurden.
Unerlaubte Hilfsmittel haben in der Hundeerziehung nichts verloren. Es ist meiner Meinung nach immer eine Bankrotterklärung des Hundehalters.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #30
Also die Schleppleine war so ne normale 0815 aus Nylon bei der ist der Karabiner vom Rest abgerissen.;)
Ich würde sagen eine ca. 170-175 große ,kräftig gebaute Frau ist einem 35kg Hund schon gewachsen.
Sie hat ja Erfahrungen mit Hunden ...
lg
PS.: Ich finde wir solleten einen eigenen Tgread auf machen zum Thema Teletac etc. ,weil wir ja schon vom Anfangsthema abweichen.

Und was geschehen ist ja (leider) nicht mehr rückgängig gemacht werden.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #31
Off-Topic
ich finde es gut dass hier alle so ruhig und sachlich bleiben. Denn normalerweise arten solche Themen schnell aus und es müssen mehrmals Moderatoren ein schreiten.
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #32
Off-Topic
Etoileza, möchtest du, dass wir das Thema abtrennen und für den Teletakt ein eigenes Thema aufmachen oder soll das hier weitergeführt werden? Ich könnte auch den Thread umbenennen. Ich befürchte, dass du zu dem Autoren ohnehin nicht mehr viele Meinungen bekommen wirst, da er zumindest hier nicht so bekannt ist :eusa_think:

Geht mir wie Blackdobermann. Umso schöner zu sehen, dass man sich auch mal zusammenreißen kann :lol:
 
  • Der Jagdgebrauchshund von Carl Tabel Beitrag #33
Nein, danke, Pewee, eigentlich weiß ich schon, dass wir in dem Fall nie auf einen Nenner kommen. Ich möchte jetzt auch nicht ausschweifen, aber nochmal danke für die Meinungen zu Tabel.
 
Thema:

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